MAK
Seite 242 
Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 22 
Der Wert zu Mk. L20 (+ 1'20) hat etwas größeres Format. 
Sämtliche Werte zeigen das Bild des Hl. Georg, den Drachen 
tötend, und haben Wasserzeichen Waben. Der hohe Wert ist 
sägezahnartig durchstochen. Im Verkehr mit Deutschland 
und dem sonstigen Ausland haben diese Wohltätigkeitsmarken 
bis 30. November d. J. Gültigkeit. — Österreich brachte 
in Ergänzung der Reihe der Zeitungsmarken mit Merkurkopf 
von vorne geschnitten einen Wert zu K 3 - — grau. — In neuer 
Zeichnung mit Wappen von Lettland, über dem sich drei 
fünfzackige Sterne und der Landesname befinden, erschienen 
drei neue Freimarken zu 2 Rubel grün, 5 Rubel rot und 
10 Rubel blau, sämtliche gezähnt ll - 6. — Litauen bringt 
zwei neue Flugpostmarken zu 1 Auks blaugrün-ziegelrot und 
2 Auks graubraun-hellblau. Beide Waben Wasserzeichen und 
Zahnung IL5. Der erstere Wert zeigt im Mittelstück eine Ebene 
mit zwei Kirchtürmen am Horizont, darüber ein Flugzeug 
in voller Fahrt. Rechts und links davon in roten Rauten die 
Wertangabe. Auf dem 2-Auks-Wert sehen wir drei Eindecker 
im Wolkenmeere. Beide Werte im Format eines Querrechteckes. 
— Polen hat im Muster der kursierenden Portomarken in 
Ziffernbezeichnung mit Adler und Posthörnern 2 Ergänzungs 
werte zu 2 und 50 Mk. blau gezähnt 9 ausgegeben. — Wag 
recht geschnitten und senkrecht gezähnt 9'5 ist von Schweden 
ein Wert zu 50 Oere grau mit Bild des Königs Gustav imHalb- 
profil nach links zu melden. — Neue Aushilfsfreimarken 
wurden durch Oberdruck alter Werte in der Türkei geschaffen. 
D,ie Waisenmarke zu 10 Para violett und der Wert zu 1 Piaster 
mit der Zeichnung eines Schützengrabenmotivs aus dem Jahre 
1917 wurden mit neuem Wertüberdruck 30 Para, beziehungs 
weise 4'5 Piaster in türkischer Schrift versehen. Ferner über- 
. druckte man von der 1920 in London hergestellten Bilder 
serie den Wert zu 10 Para grün und 3 Piaster blau in derselben 
Weise und schuf dadurch neue Werte zu 60 Para, beziehungs 
weise 7-5 Piaster! — Von den Überseestaaten bringt Japan 
eine neue Reihe von Gedenkmarken zu PS, 3, 4 und 10 Sen 
anläßlich der glücklichen Rückkehr des Kronprinzen von 
seiner Europareise. Die Werte haben die Farben violett, 
dunkeloliv, karmin und blau und zeigen das für die Fahrt 
benützte Kriegsschiff ,,Katori“ nebst dem Begleitschiff 
..Kaskima“. Die Zähnung ist 12'5. — Kostarika hat anläß 
lich der Jahrhundertfeier Erinnerungsmarken herausgegeben. 
Die Reihe umfaßt fünf Werte (2, Cent. gclb-sclvWarz, 3 Cent, 
grün-schwarz, 6 Cent, rot-schwarz, 15 Cent, blau-scliwarz 
und 30 Cent, rotbraun-schwarz) in sehr großem Format. 
Die 'Werte zeigen zwischen Flüggen die Bilder des jetzigen 
Präsidenten Julio Acosto und-des Präsidenten Juan Mora, 
der vor hundert Jahren an der Spitze der Republik stand. 
UHREN. 
(Ein Meisterwerk schweizerischer Uhrmacher- 
unst.) Aus Zürich wird uns geschrieben: Bei Billian & 
ohn am Limmatquai ist zurzeit eine Taschenuhr ausgestellt, 
die ein aktuelles. Interesse für sich in Anspruch nehmen darf. 
Es handelt sich um eine Taschenuhr, die vom Exkaiser Karl 
bestellt wurde, aber infolge- der eingetretenen Verhältnisse, 
insbesondere des Sturzes der österreichischen Krone, von ihm 
nicht abgenommen werden konnte. Die Herstellung dieser Uhr, 
die ein Meisterstück schweizerischer Uhrmacherkunst darstellt, 
erforderte anderthalb Jahre, was erklärlich wird, wenn man 
hört, welche Komplikationen in dem Werke vereinigt sind. 
Dieses schlägt und repetiert Stunden und Minuten, enthält 
einen Chronographen, einen Höhenmesser, einen Barometer, 
einen Kompaß, einen Wecker und ein zweites Zifferblatt mit 
leuchtenden Radiumzahlen. 
VERSCHIEDENES. 
(Ein Doppelgänger A. Dürers.) Der Kustos der 
„Albertina“, Regierungsrat Dr. Pöttinger, hielt einen Vortrag 
im „Österreichischen Museum“ in Wien, in welchem er zum 
Teile als Ergebnis eigener Forschungen die folgenden inter 
essanten Tatsachen und Vermutungen anführte: „Mit Ende 
des fünfzehnten Jahrhunderts beginnen in Nürnberg hoch 
wertige Werke eines als Maler und als Zeichner für den Holz 
schnitt und für Glasmalereien arbeitenden, nicht signierenden 
Künstlers hervorzutreten, dessen Tätigkeit bis 1527 nach 
weisbar ist und den die heuere Forschung, da sich sein bürger 
licher Name der Ermittlung hartnäckig entzog, nach wichtigeren 
seiner Werke den Brigitten- oder den Benedict-Meister 
ANTIKE 
TAPISSERIEN 
GOBELIN 
VERDUREN 
MUSEALE 
TEPPICHE 
Öffentliche Bibliothek Frankl 
geöffnet von 9 bis 6 (Ihr. Wien I, Kohlmarkt 4. 
benannte. Der rätselhafte Künstler steht Dürer, dem er wieder 
holt als Helfer bei der Ausführung von Altar- und Holzschnitt 
werken zur Seite tritt, künstlerisch so nahe, daß die meisten 
seiner Werke ehedem für Arbeiten Dürers selbst gehalten 
worden waren. In der unmittelbaren Gefolgschaft dieses 
Meisters machen sich stilistisch und mehr noch durch ihre 
Beteiligung an der Ausführung ihm gegebener Aufträge seit 
1501 drei Künstlerpersönlichkeiten bemerklich, deren bedeu 
tendste der Vortragende aus -inneren und äußeren Gründen 
als die Söhne Peter Vischers des Alteren, Peter Vis eher der 
Jüngere und Hans Vischer, zu erweisen vermag, während 
er in der dritten ihren älteren Bruder Hermann vermutet. 
Der naheliegende Rückschluß, im Brigittenmeister, dem 
Zentrum, um das sich die jungen Vischer als Künstler be 
wegen, ihren Vater, den berühmten Schöpfer des Nürnberger 
Sebaldusgrabes, zu erblicken, findet in den engen Beziehungen, 
die die graphischen Werke des Brigittenmeisters zu den Güssen 
des alten Peter Vischer (gestorben 1528), besonders zu seinen 
früheren Grabplatten unterhalten, ihre volle Bestätigung. 
VOM KUNSTMARKT. 
(Versteigerung einer Schloßeinrichtung aus 
niederösterreichischem Adelsbesitz.) Im Aüktionshau.s 
für Altertümer von Glückselig & Wärndorfer, Wien, 
IV., Mühlgasse 28, bringt das Antiquitätenhaus Pollak A 
Winternitz vom 28. November bis 1. Dezember eine Schloß 
einrichtung aus niederösterreichischem Adclsbesitz zur Ver 
steigerung. Der Schmuck von sechzehn Zimmern kommt 
da unter den Hammer. In ihrer Mannigfaltigkeit bieten die 
vorhandenen Möbel eine Revue der Stilarten von 1700— 1850. 
Besonders gut ist das Empire und die Epoche Louis XVI. 
vertreten. Eine selten vollständige Empiregarnitur stellt den 
Glanzpunkt der Einrichtungsgegenstände dar, doch sind 
auch die schönen Louis Seize-Sessel, die reizenden Toilette 
tischchen Gegenstände, die des besonderen Interesses der 
Liebhaber sicher sind. Sechs Zimmer sind mit echten Eschen- 
holzmöbeln vom Ende des 18. Jahrhunderts eingerichtet, und 
was besonders vermerkt werden soll, alle Möbelstücke sind 
in bestem Zustande. 
Unter den vielen prachtvollen Gemälden, die zur Ver 
steigerung gelangen, befindet sich ein großes Herrenporträt 
von Samuel van Hoogstraeten, dem Meister, den kein 
Geringerer als Rembrandt in die Kunst eingeführt hat. Der 
Maler hat bekanntlich viele Jahre in Wien gelebt, so daß es. 
naheliegend erscheint, daß der Porträtierte ein Mitglied einer 
österreichischen Adelsfamilie ist. Von van Meytens, dem 
Hofmaler Maria Theresias, stammt ein Gemälde, das uns die 
ältesten vier Kinder der Kaiserin zeigt. Ein schönes Aquarell 
von Lampi d. Ä. stellt die „Huldigung vor einer Büste“ dar. 
Es wird einem Sammler auch einen Reiz bieten, die Studien - 
blätter zu erw-erben, die der Künstler für diese Arbeit ent 
worfen hat. Außerdem ist eine große Anzahl von Porträts
	        
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