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MAK

Full text : Jahrgang 13 (1921) (8)

Nr.  8

Internationale  Sammler-Zeitung

Seite  91

{Die  Sammlungen  Leo  Lehmann  und  Professor
Karl  Seiler.)  In  der  ersten  Hälfte  des  Mai  findet  in  der
Galerie  Helbing  in  München  eine  Auktion  ostasiatischer
Kunstgegenstände,  vorwiegend  alter  japanischer  Lackarbeiten
aus  der  Sammlung  Leo  Lehmann  f  (Frankfurt  a.  M.),  statt.
Daran  schließt  sich  die  Kostümsammlung  aus  dem  Nachlaß
des  Kunstmalers  Professor  Karl  Seiler  (München).  Die  reichhaltige ­
  Sammlung  birgt  jede  Gattung  von  Kleidungsstücken;
rieben  zierlichen  Kinderkleidchen  elegante  seidene  Damenkostüme, ­
  Herrenkleider  aus  verschiedenstem  Material,  vom
einfachen  Rock  bis  zum  reich  gestickten  Kavalierfrack,  Uniformen ­
  aller  Waffengattungen  mit  kompletter  Ausrüstung.
Einige  gute  originelle  Schwedenkoller,  Hüte,  Wamse,  die  sich
den  Kostümen  aus  dem  18.  Jahrhundert  anschließen,  seien
aus  der  Menge  deutscher  und  französischer  Uniformen  erwähnt. ­
  An  Zahl,  nicht  an  Qualität  zurückstehend  sind  die
der  Sammlung  angegliederten  Antiquitäten  aus  verschiedenem ­
  Besitz,  die  sich  in  der  Hauptsache  aus  guten  Fayencekrügen, ­
  alten  Waffen,  altem  Zinri,  alten  Bildern  und  Miniaturen ­
  zusammensetzen.  Der  Katalog  Lehmann  mit  zirka
8  Abbildungsseiten  ist  zum  Preise  von  Mk.  12-—,  der  Katalog
der  Kostümsammlung  Seiler  mit  zirka  6  Abbildungsseiten
zum  Preise  von  Mk.  6—■  durch  die  Galerie  Helbing  in  München
zu  beziehen.
(Vierte  Auktion  Wahliß.)  Die  Wahjiß-Aüktion,
die  vom  18.  bis  20.  April  dauert,  bringt  eine  Fülle  erstklassigen
Materials.  Von  Werken  der  Malerei  wäre  in  erster  Linie  das
in  der  Fachliteratur  .entsprechend  gewertete  Bild  „Venus  und
Amor“  von  Hans  van  Aachen  hervorzuheben.  Aus  der  Blütezeit ­
  der  Bologneser  Kunst  des  siebzehnten  Jahrhunderts
dürfte  ein  wohl  dem  Guercino  zuzuweisendes  Werk,  „Eine
büßende  Magdalena",  mit  ihrem  kräftigen  Realismus  stammen.
Aus  dem  späteren  Rubens-Kreise  rührt  ein  anmutiges  Bild
der  „heiligen  Gäcilie“  her,  das  alle  Eigentümlichkeiten  des
Antwerpeners  Wilhelm  van  der  Herp  aufweist.  Von  der
miniaturenhaft  feinen  und  gegenständlich  so  raffiniert  durchgeführten ­
  Detailmalerei  holländischer  Genrekunst  zeugt  ein
„Das  Konzert“  benanntes,  und  selten  gut  erhaltenes  Werk
Frans  van  Mieris  d.  J.  Weiter  sind  zu  nennen:  Ein  prächtigimpressionistisch
  gemalter  Kopf  von  einem  Nachahmer
Rembrandts  und  ein  interessantes  Werk  Leonhard  Bramers.
Ein  vornehmes,  dem  Battista  Zelotti  zuzuweisendes  Frauenbildnis
  sowie  ein  merkwürdig  modern  aufgefaßtes  großes
Stilleben  des  Battista  Weeni  x  haben  neben  ihren  künstlerischen
Qualitäten  auch  noch  außerordentlich  dekorativen  Wert.
Ein  Frühwerk  des  Jan  Miense  Molenaer,  „Trinkende  Bauern“,
und  ein  liebevoll  gemaltes  Ruinenbildchen  des  Franzosen
Und  Panini-Schülers  Hubert  Robert  werden  gewiß  ihre
Liebhaber  finden.  Von  Meistern  des  neunzehnten  Jahrhunderts
figurieren  an  erster  Stelle:  ein  prächtiges  Werk  von  Führich
und  eine  frühe,  aus  dem  Jahre  1819  stammende  Arbeit  Waldmüllers. ­
  Eine  Waldlandschaft  vertritt  den  Stil  des  Schule
von  Barbizon.  Alte  Wiener  Meister,  wie  Kriehuber,  Leopold
Fischer  und  Swoboda,  sind  mit  reizvollen  Arbeiten  reichlich ­
  vertreten.  Ein  von  der  bedeutenden  Porträtkunst  Friedrich ­
  August  Kaulbachs  zeugendes  Bildnis  einer  jungen
Dame  und  das  prächtige  Porträt  des  jungen  Kaulbach  von
dem  Münchner  Maler  Piglheim  reichen  in  ihren  besonderen
Qualitäten  an  die  Kunst  der  Werke  alter  Meister  heran.  Ein
vollbezeichnetes,  reizvolles  Genrebild  von  Defregger  wird
jedem  Liebhaber  der  Kunst  dieses  Meisters  eine  willkommene
Überraschung  sein.  Eine  wertvolle  Sammlung  von  Miniaturen
ergänzt  die  Abteilung  der  Gemälde.  Ein  französisches  EmpirUschlafzimmer,
  ein  Biedermeicrsalon  sowie  anderes  antikes
Mobilar  verdienen  besondere  Beachtung.  Ferner  gelaugt  zur
Versteigerung  verschiedenes  Alt-Wiener  Porzellan,  ein  Meisterwerk ­
  der  Goldschmiedekünst  aus  dem  Jahre  1700:  ein  Humpen
aus  Feingold  im  Gewichte  von  846  g,  dessen  Wandungen
getriebene  kriegerische  Szenen  darstellen,  zwei  Goldemaildosen,
Schmuck,  Brillanten,  Perlenschnüre  usw.

AUSSTELLUNGEN.
Berlin.  Fritz  Gurlitt.  Zeichnungen  und  Aquarelle  von
Lovis  Corinth,  Gemälde  von  G.  Sauermann  und  deutsche
Künstler  des  19.  Jahrhunderts.
—  Galerie  Schulte.  Franz  Eichhorst,  Figurenbilder
und  Porträts.
Bremen.  Kunsthalle.  Das  moderne  Aquarell  und  die
moderne  Kleinplastik.
Hamburg.  Hansa-Werkstätten.  Wilhelm  Lehmbruck.
Leipzig.  Galerie  Remmler  &  Co,  Gemälde  Münchener
Maler.
München.  Hans  Goltz.  Das  Werk  Alfred  Kubifts.
Wien.  Österreichisches  Museum.  Einfacher  Hausrat ­
  und  Kleinwohnungen.
—  Kunstsalon  Hevesi.  Aquarelle  von  Johann  Crone.
—  Kunsthandlung  Würthe,  Im  graphischen  Kabinett-Radierungen
  und  Lithographien  von  Oskar  Laske.

AUKTIONEN.
Mitte  April.  Berlin.  Rudolf  Lepke.  Modernes  Mobiliar
und  Kunstgewerbe,
18.  bis  20.  April.  Wien.  Ernst  Wahliß.  Ölgemälde,  Aquarelle, ­
  Miniaturen,  Gobelins,  Teppiche,  Möbel,  Porzellan,  Antiquitäten ­
  usw.
19.  bis  23.  April.  Frankfurt  a.  M.  Rudolf  Bangel.  Bestände ­
  aus  den  städtischen  Sammlungen  von  Freiburg  im
Breisgau.  Gemälde,  Möbel,  Keramik,  Ostasiatica,  Graphik.
25.  April  und  folgende  Tage.  Wien.  S.  Kende.  Ölgemälde
alter  und  moderner  Meister,  Aquarelle,  Miniaturen,  Antiquitäten ­
  .  I
26.  bis  30.  April.  Leipzig.  C.  G.  Boemer.  Kupferstichsammlung ­
  Paul  Davidsohn  (Berün).  3.  Teil  R—Z,  dabei
das  umfängliche  Rembrandt-Werk.
Ende  April.  Berlin.  Karl  Ernst  Hpnrici.  Autographen
aus  dem  Nachlaß  von  Moritz  Carriere.
Mai.  München.  Galerie  Helbing.  Sammlung  Leo
Lehmann  (Frankfurt  a.  M.),  Ostasiatisches  Kunstgewerbe,
und  Prof.  Karl  Seiler,  Kostümsammlung.
2.  bis  10.  Mai.  Wien.  Dorotheum.  Sammlung  Erzherzog
Ludwig  Viktor  aus  Schloß  Kiesheim  bei  Salzburg.  Gemälde,
Aquarelle,  Miniaturen,  Mobiliar,  Keramik,  Tapisserien  usw.
3.  Mai.  Frankfurt  am  Main.  C.  G.  Boerner,  Leipzig,
Josef  Baer  &  Co.  und  C.  Lang,  Frankfurt.  Sammlung  Rudolf
Busch  (Mainz).  Erster  Teil.  Kupferstiche  alter  Meister,  besonders ­
  Dürer  und  Rembrandt.
5.  und  6.  Mai.  Frankfurt  am  Main.  Josef  Baer  &  Co.
und  C.  Lang.  Sammlung  Rudolf  Busch  (Mainz).  Zweiter
Teil.  Mittelalterliche  Handschriften  und  Miniaturen.
6.  bis  1.2.  Mai.  Köln.  Matth.  Lempertz.  Sammlung.
Landesgerichtsrat  Morlo  (Köln).  Ostasiatische  und  europäische ­
  Kunst.
9.  Mai  und  folgende  Tage.  Frankfurt  a.  M.  A.  C.  Prestel.
Handzeichn  Ungen  alter  Und  neuer  Meister,  Kupferstiche  aus  den
Kabinetten  von  Donaueschingen  (Fürst  Fürstenberg),  Braunschweig ­
  (Landesmuseuni),  Weimar  (früher  Großherzogliches
Museum).
10.  Mai.  Berlin.  Rudolph  Lepke,  Gemälde  alter  Meiste/..
14.  bis  18.  Jahrhundert.  Mitteldeutsche  Privatsammlung  und
Beiträge  aus  anderem  Besitz.
17.  bis  20.  Mai.  Wien.  Glückselig  &  Wärndorfer.
Möbel,  Antiquitäten  und  Holzskulpturen.
18.  Mai  und  folgende  Tage.  Rostock.  Ludwig  Grabow.
Münzen  und  Medaillen  verschiedener  Länder,  darunter  zahlreiche ­
  Goldmünzen  und  alte  Thaler.
23.  Mai  und  folgende  Tage.  München.  Kunstantiquariat:
Geoig  C.  Steinicke.  Graphik  des  16.  bis  19.  Jahrhunderts,.
Bibliothek  von  Inkunabeln,  Seltenheiten  usw.
            
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