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MAK

Full text : Jahrgang 14 (1922) (12)

Seite  96

Internationale  Sammler-Zeitung.

Nr.  12

feinen,  durch  Gold  gehöhten  Malerei  von  Zweigen,
Blüten  und  Getier  umrahmt  hat,  mit  25.000  M.  Einer
der  schönsten  Briefe  Schillers  an  Gottfried  Körner,
aus  Dresden,  mit  den  Schlußworten  „Ich  sehne  mich
ungeduldig  nach  Euer  Umarmung“  wird  auf  12.000  M.,
ein  anderer  Brief  aus  Weimar  an  Goeschen  in  Leipzig,
dem  er  im  Aufträge  Goethes  das  französische  Manuskript ­
  zu  Diderots  „Rameaus  Neffe“  übersendet,  auf
8000  M.  und  eine  einfache  Quittung  von  Schillers  Hand
über  Honorar  für  den  Almanach,  mit  der  Unterschrift
„Schiller,  Jena  27.  Oktober  1798“  auf  5000  M.  geschätzt.
Als  ein  sehr  wertvolles  Stück  (5000  M.)  gilt  auch  ein
Brief  Danneckers  an  Schiller,  dem  er  unter
dem  Datum  „Stuttgardt  den  3.  Dezember  1794“  seine
Freude  kundgibt,  daß  die  von  ihm  modellierte  Schillerbüste ­
  so  freundliche  Aufnahme  bei  dem  Dichter  gefunden. ­
  Da  schreibt  der  Künstler  an  den  Poeten:  „Es
thut  mir  recht  wohl,  daß  Du  so  sehr  damit  zufrieden
bist  und  Freude  daran  hast.  In  Marmor  wird  er  (das
heißt  mein  Schiller)  noch  weit  besser  aussehen.  Ich  will
mir  auch  so  viel  Mühe  geben  etwas  heraus  zu  bringen,
daß  jeder  sagen  muß,  es  ist  gut!  und  es  ist  nicht  eines
jeden  Sache  so  ein  Bild  zum  machen,  ja  lieber  Schiller,
lache  nur  —  lieber  will  ich  sterben,  und  das  sterben
ist  so  meine  Sache  nicht  —  als  der  Welt  nicht  gezeigt
zu  haben,  daß  ich  verdiente,  dein  Bild  gemacht  zu  haben“.
Als  Seltenheiten  sind  ferner  zu  bewerten  ein  Brief

Linn£s,  aus  Upsala  vom  24.  Oktober  1756  mit  Auskünften ­
  über  Bücher,  Pflanzen  und  Gärten  (5000  M.),
ein  Brief  von  Joh.  Georg  Hamann,  dem  „Magus  aus
dem  Norden“,  von  Königsberg  an  Matthias  Claudius
(3500  M.),  ein  Brief  Theodors  Körners  aus  Görlitz,
über  eine  Ferienreise  als  Bergstudent  den  Eltern  berichtend ­
  (2500  M),  ein  eigenhändiges  Manuskript
„Anakreon“  aus  dem  Jahre  1807  (4000  M.)  und  ein
Brief  der  Goethe-Freundin  Charlotte  v.  Stein  an
Knebel  mit  dem  Urteil  über  ein  ihr  geliehenes  französisches ­
  Buch  (3000  M.).
Ein  Brief  Friedrichs  des  Grossen,  aus  Znaitn
am  27.  Februar  1742  in  französischer  Sprache  an  den
Kardinal  Fleury  gerichtet,  worin  er  die  Massnahmen
schildert,  die  er  zur  Einnahme  und  zur  Sicherung  von
Prag  zu  nehmen  gedenkt,  ist  auf  12.000  M.,  ein  Jugendbrief ­
  Katharina  II.,  noch  als  Prinzessin  Sophie  von
Anhalt-Zerbst  am  2.  Januar  1744  geschrieben,  über  ihre
geplante  Vermählung  mit  dem  späteren  Zaren  Peter  111.
ist  auf  6000  M.,  ein  Reisepass,  ausgestellt  in  Fontainebleau ­
  am  6.  November  1810,  mit  dem  voll  ausgeschriebenen ­
  Namen  des  ersten  Napoleon  (was  eine
grosse  Seltenheit  ist)  auf  3000  M.  und  eine  eigenhändige ­
  lateinische  Widmung  des  Papstes  Pius  IX.  auf
seinem  Bilde,  für  den  damaligen  Erzherzog  Johann
von  Oesterreich,  den  später  verschollenen  Johann  Orth,
bestimmt,  auf  3000  M.  geschätzt.

330.  Jiunstauktion  im  ‘Dorotheum.
(Fortsetzung)  *

Handzeichnungen.
Nr.  93  Josef  Engelhart,  Ruhende  Dame  K  90.000.  Nr.  94
Karl  Joseph  Geiger,  Triurnphzug  eines  römischen  Imperators
K  40.000.  Nr.  95  Haunold,  Konvolut  mit  ca.  29  Blatt  Bleistiftzeichnungen ­
  und  Aquarellen  K  18.000.  Nr.  96  Lebrun,  Der  Tod
der  Niobiden  K  20.000.  Nr.  97  Julius  Payer,  17  Blatt  Skizzen
von  der  Nordlandrcise  des  „Tegetthoff“  K  80.000.  Nr.  98  Carl
Schweninger,  Zwei  MännerköpfeK30.000.  Nr.  99  Weh  1  e,  Mutter
und  Kind  K  80.000.  Nr.  100  Alfred  Wesem  ann,  Rehfamilie
K  22.000,  Nr.  101  Ders.,  Sieben  Blatt  grosse  Aquarelle  und
Zeichnungen  von  J.  Führich,  Stoll,  Geyer,  Holmberg  etc.  K  40.000.
Nr.  102  16  Bl.  Zeichnungen  und  Aquarelle  von  P.  P.  Müller,
Ernst  Lafite  etc.  K  30.000.
Miniaturen.
Nr.  103  Kavalier,  K  90.000.  Nr.  104  Alexander  I.  von  Russland ­
  (?)  K  130,000.  Nr.  105  Königin  Elisabeth  von  England
K  350.000.  Nr.  106  Junge  Dame  K  240.000.  Nr.  107  Junge  schöne
Frau,  sig.  Bell,  K  900.000.  Nr.  108  Doppelminiatur  K  100.000.
Nr.  109  Satyr  und  Nymphen,  nach  W.  ßougereau,  Bez.:  Rud.
Hannich,  Wien,  K  230.000.  Nr.  110  Oesterreichisch  um  1780,
Junge  Dame  mit  gepudertem  Haar  K  70.000.  Nr.  111  Junge
blonde  Dame  K  210.000.  Nr.  112  Sandauer  Lackdose  mit  Bildnisminiatur ­
  K  26.000.
Stiche.
Nr.  113  Baudouin,  „Rose  et  Colas“,  K  100.000.  Nr.  114
J.  Cazenave,  „Le  coup  de  tonerre“  K  200.000.  Nr.  115
Deutsche  Meister,  Proben  der  Buchillustration  vom  15.—17.  J.
K  145.000.  Nr.  116  Dürer,  „Apocalipsis  cum  figuris“,  Die
Offenbarung  Johannes,  B.  60—75  K  6,500.000.  Nr.  117  Alessandro
Magna  s  co,  „Paulus.  —  Pemen“,  Bartolomeo  Gazalis  sc.
K  360.000.  Nr.  118  B.  Picart,  „Ceremonies  et  coutumes  religieuses
  de  tous  les  peuples  du  monde“.  Amsterdam,  J.  F.  Bernard
1723  K  320.000.  Nr.  119  F.  P  i  r  a  n  e  s  i,  „Fantarie  dei  carceri“
K  140.000.
Plastik.
Nr.  120  Die  liegende  Prinzessin  Pauline  Borghese  nach
Canova  K  250.000.  Nr.  121  Marmorstatuette  des  heiligen  Sebastian, ­
  Friaulisch.  17.  J.,  K  40.000.  Nr.  122  —  des  Apostels  Petrus,
Venez.,  18.  J.,  K  50.000.  Nr.  123  Sitzendes  Liebespaar  mit  Hund,
Venezianisch,  18.  J.,  K  155.000.  Nr.  124  Terrakottarelief,  Thronende ­
  Madonna  mit  dem  Kinde  im  Arme,  Florentinisch,  Ende
15.  J,,  K  130,000.  Nr.  125  Terrakottastatuette,  Stehender  Bettler
mit  erhobener  Hand,  Italienisch,  17.  J  ,  K  30.000.  Nr.  126  Terrakottagruppe, ­
  Der  sitzende  Johannes  mit  der  schmerzhaften.
Muttergottes  im  Arm,  Oberital.,  18.  J.,  K  30.000.  Nr.  127  Holzstatuette ­
  des  auferstandenen  Heilandes,  Alpenländisch,  um  1480,
K  32.000.  Nr.  129  Holzfigur  der  Madonna,  Spanisch,  17.  J.,
K  55.000.  Nr.  131  Holzstatue  des  Apostels  Johannes,  Salzburg,
*  Siehe  Nr.  11.

um  1720,  K  35.000.  Nr.  Q2  Tabernakelportella.  Holzrelief,  Christus
im  Kelche  zwischen  zwei  Engeln,  Venez.,  17.  J.,  K  50.000.  Nr.  133
Reliquienkruzifix  aus  Buchsholz,  Gröden,  18.  J.,  K  2ö00.
Mobilar.
Nr.  157  Schreibtisch,  2.  H.  18.  J.  K  120.000.  Nr.  158  Hohe
Standuhr,  österr,  Louis  XVI.-Zeit  K  195.000.  Nr.  159  Salontischchen, ­
  Louis  XVJ  K  100.000.  Nr.  160  Pfeilerkästchen  österr.,
um  1750  K  350.000.  Nr,  162  Kleinere  Schreibkommode,  letztes
Viertel  18.  J.  K  340  000.  Nr.  164  Schreibkommode,  österr.  Mitte
18.  J.  K  330.000.  Nr.  165  Desgl.  K  530.000.  Nr.  166  Hohe
Kommode  K  520.000.
Keramik.
Nr.  169  Henkelkrug  aus  mährischer  Fayence  1788  K  6000.
Nr.  170  Desgl.  aus  oberösterreichischer  Fayence,  Marke  E  ,
um  1800  K  14.000.  Nr.  171  Desgl.  K  22.000.  Nr.  172  Desgl.
K  16.000.  Nr.  173  Vase  aus  Wiener  Porzellan,  1846  K  40.000.
Nr.  174  Zwei  Teller  aus  Straßburger  Fayence,  18.  Jahrh.  K  20.000.
Nr.  175  Schale  mit  Untertasse  aus  Klösterle-Porzellan,  um  1720
K  135.000.  Nr.  176  Runde,  gedrehte  Schüssel  17.  J.  Sächsisch
oder  Schweiz.  K  22.000  Nr.  177  Runde  Fächerschüssel,  Hanauer
Fayence,  um  1730  K  35.000.  Nr.  178  Vase  aus  Sövres-Porzellan,
1896  K  28.000  Nr.  179  Siegburger  Schnelle,  um  1580  K  54.000.
Nr.  180  Miniatur  auf  ovaler  Porzellanplatte,  Antigone  und  Ismcne
K  120.000.  Nr.  182  Unbemalte  Gruppe  aus  Meißner  Porzellan,
darstellend  die  Liebesbrücke,  um  1775  K  470.000.  Nr.  184  Deckelschale, ­
  Sevres,  um  1765  K  360.000.  Nr.  185  Runde  Spielkumme
aus  Meißner  Porzellan,  um  1730  K  450.000.  Nr.  186  Colombine,
Meißner  Porzellan,  um  1750  K  500.000.  Nr.  189  Schokoladeschale,
Meißen,  um  1735—40  K  610.000.  Nr.  190  Desgl.  K  480.000.
Nr.  191  Große,  einförmige  Groteskvase  aus  Meißner  Porzellan
(Model!  G.  Kirchner)  K  1,900.000.  Nr.  192  Der  Winter,  Wiener
Porzellan  K  750.000.  Nr.  193  Der  Herbst,  Wiener  Porzellan,
K  750.000.  Nr.  198  Stehendes  Musikantenpaar,  Mitte  18.  Jahrh.
K  1,100.000.  Nr.  199  Deckelkassette,  Nymphenburg,  um  1760
K  2,000.000.  Nr.  202  Der  Dudelsackbläser  und  die  junge  Mutter,
Wiener  Porzellan,  um  1770  K  2,000.000.  Nr.  203  Zwei  Teller,
Wiener  Porzellan,  1818  K  80.000.  Nr,  204.  Schlaggenwalder
Schale  K  50.000.  Nr.  205  Zwei  ovale  Porzellanschüsseln,  Elsässisch
  K  20.000.
Aus  dem  Nachlasse  Caroline  Pichler.
Nr.  206  Frühstückservice  aus  Wiener  Porzellan,  um  1800
K  1,000.000.  Nr.  207  Schale,  Wiener  Porzellan,  1819  K  220.000.
Nr.  208  Tintenzeug  aus  veilchenfarbenem  Lithyalinglas.  Böhm.
Biedermeier.  K  300.000.  Nr,  110  Stammbuch,  auf  dem  Deckel
Miniatur  mit  der  Darstellung  der  Stephanskirche,  von  Wigand
K  300.000.  Nr.  211  Vier  zylinderische  Gläser,  2.  Hälfte  d.  18.  J.
K  190.000.  Nr.  212  Gebetbuch  der  Karoline  Pichler  K  4000
und  Nr.  213  Stahlpetschaft  mit  Wappen  der  Familie  v.  Greiner
K  1800,  (Schluß  in  der  nächsten  Nummer.)
            
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