Nr. 14
internationale Sammler-Zeitung.
Seite 111
Oettinger’s Moniteur des dates, Dresde et Leipzig
1866—68 bringt dasselbe, wie oben, nur ohne Bibliographie.
Der Text ist — trotz des franz. Titels —
deutsch. SupplementbäncTe hiezu gab H. Schramm
1873, 1880 und 1882 heraus.
Die Unzahl der nach den versch. Gesichtspunkten
geordneten Spezial werke sind angeführt in:
Arnold, R£b. F. Allgemeine Bücherkunde zur neueren
deutschen Literaturgeschichte. II. Aufl. Berlin, Trübner
1919. kl. 4.
Ein Werk, das uns auch sonst gute Dienste leisten wird,
und das wir zur Anschaffung nachdrücklich empfehlen.
Adreßbücher.
Adreßbuch für Autographen und Porträtsammler:
Hrsg. v. E. Fischer v. Röslerstamm. Graz, Leikam
1887.
Das einzige deutsche Spezialwerk. Kleinere Listen bringen
die erwähnten Zeitschriften. — Allgem. Adreßbücher findet man
in Arnolds Bücherkunde angegeben.
Vanbianchi, Carlo Raccolte e accoplitori di autografi
in Italia. Milano (Manuale Hoepli) 1899.
Fälschungen.
Votiert, A. Der Prozeß wegen betrügl. Anfertigung
Schillerscher Handschriften gegen den Architekten
G. H. K. J. V. v. Gerstenberg zu Weimar. Jena
1856. gr. 8.
Faux autographes: affaire Vrain Lucas. Etüde par
Et. Charavay. Paris 1870.
Die Literatur der Graphologie
beginnt mit dem Bologneser Camillo B a 1 d i, der um
1622 zu Capri ein Traktat erscheinen ließ über die
Art, wie man aus einem Sendschreiben die Natur und
Eigenschaft des Schreibers zu erkennen vermag. Nach
ihm kamen Raveneau, Lavater, Grohmann, Morreau de la
Sarthe, Hocquart, Struve, Schlüter, Schwiedland u. a. mit
Versuchen, die aber folgelos blieben.
Die Vorläufer der modernen Graphologie sind Adolf
H e n z e und Jean H Mic hon. Henze war ein Sonderling,
der in jeanpaulisierendem Stil zahlreiche graphologische
Skizzen entwarf. * Michon jedoch war bereits
ein wenn auch nur laienhafter Systematiker, der auf
Grund seiner durch Jahrzehnte fortgesetzten Sammeltätigkeit
von Handschriften und ihrer Vergleichung in
seinem 1875 ersch. „Systeme de Graphologie“ sozusagen
die Bauernregeln der Graphologie aufstellte.
Eine weitere Förderung als Wissenschaft erhielt
die Graphologie nunmehr ausschließlich in Deutschland.
Neben den Schreibsachverständigen W. Langenbruch-Berlin
und W. W. Busch- München als Praktiker
(letzterer begründete die „Deutsche grapholog. Gesellschaft“
[D. g. G.J, aus dessen Kreis sämtliche derzeit
wichtigen Arbeiten hervorgingen), steht Wilh. Preyer,
dessen 1895 erschienenes Werk „Zur Psychologie des
Schreibens“ auch heute noch jeder, der sich mitforschend
betätigen will, kennen muß. Seine bleibende Errungen-*)
Seine 1862 erschienene „Chirogrammatomanie“ hat
heute nur mehr Kuriositätswert.
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Kunsthandlung
Georg u. Hermann Fromme
Wien I., Stallburggasse Nr. 2.
Fernruf-Stelle: 8/ 1983.
Gemälde
Moderner Meister
18. u. 19. Jahrh.
Angebote aus Privatbesitz erbeten.
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schaft ist der rein graphische Teil, der zuerst die handschriftlichen
Merkmale in allgemeine Bewegungsarten
zerlegt.
Die 1897 beginnenden Publikationen der D. g. G.,
welche 1908, mit der Auflösung der G. abgeschlossen
sind, werden vereint in den beiden Werken
Meyer, Georg. Die wissenschaftlichen Grundlagen der
Graphologie. Fischer 1901.
Klage, Ludw. Die Probleme der Graphologie. Barth
1910.
Während Meyer mit seiner exakten Ausdrucksweise
den Anschluss an die schulpsychologische Wissenschaft
erreichte, befasst sich Klage mit der charakterologischen
Seite. Beide-Werke sind in ihrer gegenseitigen Ergänzung
augenblicklich das Beste, was wir auf diesem Gebiete
besitzen.
Im Gange der Dinge trat inzwischen immer deutlicher
eine natürliche Dreiteilung der Handschriftenforschung
hervor: Untersuchung der Entstehungsbedingungen
der persönlichen Schreibbewegung (Ausdruckslehre)
— Handschriftendeutung (Charakterkunde) —
gerichtsgrapholog. Identitätsuntersuchung (unter Heranziehung
von'Optik und Chemie).
Meyer und Schneickert lieferten 1907—9 im „Archiv
für gerichtl. Schriftexpertise“ wertvolle Arbeiten; Klage
bebaute das Gebiet der Ausdruckslehre und Charakterkunde:
Prinzipien der Charakterologie, Leipzig, Barth
1919 und Ausdrucksbewegung und Gestaltungskraft.
Leipzig. Engelmann 1913.
Keineswegs ernst zu nehmen ist jedoch die Literatur
zur Praxis der Handschriftendeutung, die heute
noch bestenfalls auf der Stufe von Micheux steht. Ausdrücklich
gewarnt sei vor Lombroso, zu dessen Popularität
leider Reklams Universalbibliothek reichlich beigetragen
hat. Wer eines der älteren graph. Kochbücher
lesen will, nehme L. Meyers (pseud. F. Laura v. Albertini)
1895 ersch. „Lehrbuch der Graphologie“ zur Hand.
330. 3iunstaußtion im ‘Dorotheum.
(Schluß) *
Nachtrag. Gemälde.
Nr. 276 Deutsch um 1600, Adam und Eva K 95.000. Nr. 277
Deutsch um 1760 Reiterkampf aus dem siebenjährigen Kriege
K 40.000. Nr. 278 Franzos, um 1860, Zwei Frauen im Laubwald
K 75.000. Nr. 280 Adolf Kaufmann, Im alten Föhrenwald
K 300.000. Nr. 282 E Klemm, Stilleben mit Globus K 160.000.
Nr. 283 Maler H. v. K., Don Quichote und Sancho Pansa K 65.000.
Nr 284 Oesterreichisch um 1700, Die Eroberung von Ofen
*) Siehe die Nummern 11, 12 und 13 der „Internationalen
Sammlerzeitung“.
K 500.000. Nr. 285 Desgl., Entsatz von Wien 1683 K 500.000.
Nr. 286 Oesterreichisch um 1720, Der Sieg des Prinzen Eugen
bei Belgrad 1717K450.000. Nr.287 Schönbrunner, Gottfried
von Bouillon legt seine Waffen am heiligen Grabe nieder K 405.000.
Nr. 288 Süddeutsch um 1750 Grablegung Christi K 110.000.
Aquarelle.
Nr 290 Thomas Ender, Bruck im Pinzgau K 80,000. Nr. 291
Louis Thibeaux, Stehender älterer Herr in braunem Ueberrock.
K 50:000.