Nr. 14
Internationale Sammler-Zeitung
Seite 113
NUMISMATIK.
(Münzen des Krösus.) 30 Goldmünzen, die unter der
Regierung des berühmten Lyderkönigs Krösus geschlagen
wurden und zu den frühesten Goldmünzen überhaupt gehören,
wurden von den amerikanischen Hrchäologen in den Ruinen von
Sardes, der alten Hauptstadt des antiken Königreichs Lydien,
entdeckt. Die Münzen, vorzüglich erhaltene Goldstatere, datieren
aus der Zeit zwischen 651 v. Chr., dem Jahre, in dem Krösus
den Thron bestieg, und 546, wo der persische König Cyrus die
Hauptstadt einnahm und das Lydierreich vernichtete. Vor dieser
Entdeckung waren nur fünf solcher lydischer Statere bekannt,
die sich alle im Britischen Museum befinden. Aber nur eine
dieser Münzen befand sich in einem guten Zustand, während
die neuaufgefundenen Stücke wie neugeprägt wirken. Der .
Archäologe der Columbia-Universität, Dr. Leslie S h e a r, der
diesen Fund in amerikanischen Blättern bekanntmacht, berichtet,
daß die Münzen in einem kleinen Tongefäß zwischen den Ruinen
eines Grabes gefunden wurden. Wahrscheinlich wurden sie au
dieser Stätte von einem reichen lydischen Kaufmann während
der Belagerung der Stadt durch Cyrus, die 14 Tage dauerte,
verborgen. Uebcr den endgültigen Besitz der Münzen besteht
noch Unklarheit, da die Ruinen in dem Gebiet des griechischen
Mandats nach dem Vertrag von Sevres liegen, der bestimmt,
daß in Fällen solcher Entdeckungen die Hälfte an das Museum
von Konstantinopel und die Hälfte an die Ausgrabenden kommen
solle.
(G e d e n k m ü n z e der Gesellschaft deutscher
Naturforscher.) Anläßlich der Hundertjahrfeier der Gesellschaft
deutscher Naturforschen und Aerzte hat der Professor
der Chirurg. Universitätsklinik, Dr. Kl ei n s c h m i d t in Leipzig,
eine künstlerische Plakette geschaffen. Die in Bronze ausgeführte
Gedenkmünze trägt auf der Vorderseite das Profilbildnis des
Gründers der Gesellschaft, des großen Naturforschers Lorenz
Oken, die Rückseite zeigt das Stadtrelief Leipzigs aus dem
Gründungsjahre 1822 mit dem Grimmaischen Tore.
PHILATELIE.
(Neue deutsche Flugpostmarken.) ln den nächsten
Tagen gibt die deutsche Reichspostverwaltung neue Flugpostmarken
in den Verkehr, die nach Entwürfen des Stuttgarter
Graphikers Professor Aufsesser hergestellt worden sind.
Zunächst kommen eine dunkelbraune 25-Pf., eine hellbraune
40-Pf., eine lila 50-Pf-, eine rote 60-Pf. und eine hellgrüne
80-Pf.-Marke heraus. Die Marken sind ebenso groß wie die normalen
deutschen Wertzeichen. In wenigen Wochen folgen die
etwas größeren Markwerte, 1 Mark dunkelgrün, 2 Mark rotbraun,
3 Mark blau, 5 Mark hellbraun. Alle Werte von 25 Pf. bis 5 Mark
tragen die gleiche Zeichnung. Ein von oben herabstoßender
stark stilisierter Vogel, den Kopf unten, den Schwanz oben, die
Flügel ausgebreitet, nimmt die Mitte des Markenfeldes ein, im
Halbkreis darunter steht in Antiqua: Deutsche Flugpost.
Die Wertbezeichnung steht oben in beiden Ecken. In der Ausführung
erinnert die neue Marke an die tschechoslowakischen
Hellerwerte von 5 bis 20 Heller.
(Ein ganzes Buch über eine Marke.) Ein englischer
Philatelist, Charles Nissen mit Namen, hat ein ganzes
Buch über eine Marke geschrieben. Das Werk, das 116 Seiten
umfasst, behandelt ausschliesslich die erste schwarze englische
Pennymarke von 1840. Nissen, der die ganze Geschichte dieser
Marke sein ganzes Leben lang studiert hat, weist mehr als
3000 Exemplare nach, von denen 2800 in Faksimile reproduziert
werden und deren verschiedene Absonderheiten und Nuancen
genau beschrieben sind.
UHREN.
(Dr. Antoine Feil] f.) Mit dem angesehenen Hamburger
Rechtsanwalt Dr. Antoine F e i 11 ist einer der größten
deutschen Uhrensammler dahingegangen. Auf dem Gebiete der
mechanischen Uhr dürfte sich überhaupt kaum eine zweite
private Sammlung mit der messen können, die er hinterlassen
hat. Ob Dr. Antoine Feill Bestimmungen betreffs seiner Sammlung
getroffen hat, ist bisher nicht bekannt geworden.
VOM KUNSTMARKT.
(269. Kunstauktion bei C. J. Wawra). Die vom
10. bis 14. Mai von C. J. Wawra in Wien abgehaltene
Kunstauktion war vom besten Erfolg begleitet. Der Erlös beträgt
56,193.180 Kronen, wozu noch der 20%ige Aufschlag hinzukommt.
Für die Schätzung der einzelnen Objekte sprechen die
nachstehenden Preise:
Oelgemälde und Aquarelle. Nr. 1 Oswald
Achenbach, Bucht v. Neapel K 4.400. Nr. la A1 o 11, Revoir
bei St. Remo K 540.000. Nr. 2 Franz A11, Aus Venedig K 150.000.
Nr. 3 Desgl. K 160.000. Nr. 4 Ders. Bei Sorrento K 90.000.
Nr. 5 Jakob A 11, Kohlenschacht bei Mährisch-Ostrau K 210.000.
Nr. 6 Ders., Ansicht aus Italien K 200.000. Nr. 7 Rudolf Alt,
Donnerbrunnen in Wien K 140.000. Nr. 8 Bensa, Liebesbrief
K 190,000. Nr, 9 Berghinz, Florettfechter K 70.000. Nr, 10
ANTIKE
TAPISSERIEN
GOBELINS
VERDUREN
MUSEALE
TEPPICHE
Öffentliche Bibliothek Frankl
geöffnet von 9 bis 6 Uhr. Wien I., Kohlmarkt 4. 1
Breitwiese r, Sandgruben auf der Türkenschanze K 45.000.
Nr. 11 S. Brunner, Aus Ulm K 12.0(1). Nr. 12 und 13 Franz
M.S.v. Burgau, Pflanzen und Tiere K 510.000. Nr. 14 F. Burger,
Stilleben K 100.000. Nr. 15 Darnau t, Mühle aus Westfalen
Kj4l0.000. Nr. 16 Louis David, Insurgent K 90.000. Nr. 17
Cesare D e 11’ a c q u a, Der Kaufmann von Venedig K 60.000.
Nr.^18 Deutsch, 18. Jahrh., Venus K 350.000. Nr. 19Ditscheiner,
Landschaftsstudie K 45.000. Nr. 20 Ders., Gebirgstal K 75.000.
Nr. 21 Anton Ebert, Verlassen K 110.000. Nr. 22 Kinderporträt
K 75.000. Nr. 22a Marie E g n e r, Mühle in Niederösterreich
K 160.000. Nr. 23 Thomas E n d e r, Ansicht von Castellruth
K 45.000. Nr. 24 Das Grödnertal K 65.000. Nr. 25 Ponte
St. Christofolo K 55.000. Nr. 26 Sträiden K 60.000. Nr. 27 Ponte
Alto K 45.000. Nr. 28 Ansicht des Nonntales K 75.000. Nr. 29
S. Pietro K 70.000. Nr. 30 Ruine Castellbell K 170.000. Nr. 31
Almhütte im Hochgebirge K 25.000. Nr. 32 Franz Eybl, Frauenbildnis
K 240.000. Nr. 33 Josef Feid und F. Gauermann,
Aus den Praterauen K 950.000. Nr. 34 L. H. Fischer, Motiv
bei Korfu K 40.000. Nr. 34a Ghisolfi, Biblische Darstellung
K 140.000. Nr. 35 Karl G o e b e 1, Aus Eisenerz K 70.000. Nr. 36
Aus Tirol K 110.000. Nr. 37 Friesach K 70.000. Nr. 38 Alois
Greil, Architekturstudie K 75.000. Nr. 39 F. C. Gubig, Aus
Italien k 65.000. Nr. 40 Erwin Günter, Bei Helgoland K 240.000.
Nr. 41 Remi v. H a a n e n, Gebirgsbach K 560.000. Nr. 42
Ludwig H a I a u s k a, Bei Golling K 190.000. Nr. 43 Mansch,
Motiv aus Niederösterreich K 600.000. Nr. 44 II a w 1 i C c k,
Kloster bei Hall K 30.000. Nr. 45 Ansicht von Vulpmcs K 50.000.
Nr. 46 Konrad Hoff, Die Antwort K 1,100.000. Nr. 47 Josef
Höger und F. Gauermann, Motiv aus den Praterauen
K 1,300.000. Nr. 48 Paul H o r t i, Landschaft K 90.000. Nr. 49
u. Nr. 50 Italienisch, 18. Jahrh., Landschaften mit Ruinen K 200:000.
Nr. 51 Franz KosIer, Fellachenkind K 62.000. Nr.53 Arthur Kurtz,
Beduine K 110.000. Nr. 54 Wilhelm Langer, Gegend in Niederösterreich
K 56.000. Nr. 55 Thomas L e i t n e r, Wallfahrer
K 48.000. Nr. 56 Gegend im Marchfeld K 85.000. Nr. 57 August
Wilhelm Leu, Aus dem bayrischen Hochgebirge K 1,300.000.
Nr. 58 Josef Mansfeld, In der Küche K 320.000. Nr. 59 Carlo
Marko jun., Landschaft K 110.000. Nr. 60 Meissonier,
Landschaft mit Ruinen K 440.000. Nr. 61 Merode, In der
Halle K 85.000. Nr. 62 Morte n-M ü 11 e r, Gegend in Norwegen
K 240.000. Nr. 63 Peter Paul Müller, Aus Kairo K 35.000.
Nr. 63a und 63b Constance Münch-Bellinghausen,
Blumenstilleben K 190.000. Nr. 64 P i e p e n h a g e n, Mondlandschaft
K 95.000. Nr. 65 Josef Neugebauer, Der Zeitungsleser
K 180.000. Nr. 66 Niederländisch, 17. Jahrh., Monogrammiert
V. S. K 740.000. Nr. 67 Clemena N i e 1 ß e n, Katzenfamilie
K 170.000. Nr. 68 Bengt Nordenberg, Die erste Kommunion
K 5,500.000. Nr. 69. Oberital., 17. Jahrh., Der heilige Paulus und
Nr. 70 Der heilige Andreas K 120.000. Nr. 71 Erwin O e h m e,
Parklandschaft K 220.000. Nr. 72 Friedrich Ortlieb, Der
Gaukler in der Wirtsstube K 920.000. Nr. 73 O 11 e n f e 1 d, Auf
der Flucht K 300.000. Nr. 74 Fr. v. P au singer, Wildfütterung
im Winter K 55 000. Nr. 75 In der Brunftzeit K 380.000. Nr. 76
P e r g e r, Gefangene Kreuzritter K 75.000. Nr. 77 P i 1 o t y,
Nero K 520.000. Nr. 78 Carl P i s c h i n g e r, Heimkehr K 24.000.
Nr. 79 Carl Propst, Daphne K 100.000. Nr. 79a Der Ueberfall
K 400.000. Nr. 80 Josef C. P. P ü 11 n e r, Heimkehr der Fischer
K 90.000. Nr. 81 Ignaz Raff alt, Die Landpost K 1,600.000.
Nr. 82 Karl R a h 1, Männerporträt K 50.000. Nr. 83 Mathias
R a n f 11, Hundeporträt K 1,300.000. Nr. 84 Franz R e i n h o 1 d,
Gebirgslandschaft K 25.000. Nr. 85 Kopie nach Rembrandt,'
Selbstporträt des Künstlers K 40.000. Nr. 86 Rudolf R i b a r z,
Weide in Holland K 150.000. Nr. 87 Eduard Ritter, Die Schulstunde
K 160.000. Nr. 88 Art des Johann Heinrich Roos, Landschaft
mit einer Herde und Nr. 89 Landschaft mit Ruine K 360.000.
Nr. 90 Franz Rüben, Die Koranschule K 140.000. Nr. 92 Robert
Ruß, Motiv aus der Ramsau bei Berchtesgaden K 1,000.000.
Nr, 93 Anton Schiffer, Gebirgslandschaft K 100.000. Nr, 94