MAK
Zentralblatt für Sammler, Liebhaber und Kunstfreunde. 
Herausgeber: Norbert Ehrlich. 
14. Jahrgang. Wien, 15. September 1922. Nr. 15. 
FRn unsere FFreunde. 
Ein Buchdruckerstreik, der mehr als einen halben 
Monat dauerte und sich über ganz Oesterreich erstreckte, 
hat das Erscheinen der ersten September-Nummer ver 
hindert. Dem Ausstand fiel nicht nur die angekündigte 
Messe-Ausgabe zum Opfer, auch unser Herzenswunsch, 
die „Internationale Sammler-Zeitung“ vom Herbst an in 
erweiterter Gestalt erscheinen zu lassen, muß zunächst 
noch zurückgestellt werden. Denn die traurigste Folge 
des Streikes ist, daß sich die ohnehin prekäre Lage der 
Zeitungen noch verschärft hat. Es mußten dem Druckerei 
personal Konzessionen gemacht werden, die den Bestand 
der Unternehmungen aufs äußerste gefährden. Die Her 
stellungskosten sind auf das Zehnfache der bisherigen 
Preise gestiegen; dazu die weit darüber schon hinaus 
gehenden Papierpreise, die hohen Honorare, das viel 
fach verteuerte Porto etc. etc. Der Selbstkostenpreis 
eines einzelnen Exemplares der „Internationalen 
Sammler-Zeitung“ stellt sich nunmehr höher, als der 
Betrag, der bisher als Jahresabonnement bezahlt wurde. 
Angesichts dieser Verhältnisse wird uns der Entschluß 
wahrlich nicht leicht, unser Blatt weiter erscheinen zu 
lassen. Wir tun es in der Ueberzeugung, daß den Samm 
lern an der Erhaltung ihres einzigen Organs gelegen ist, 
daß sie ungerne das Blatt missen werden, das sie mit 
dem Kunstmarkt verbindet, aus dem sie verläßlich er 
fahren, was auf dem Spezialgebiet ihres Interesses vor 
geht, wie es um die Preisbewegung steht, wo und wann 
Auktionen stattfinden und was sonst dem Sammler zu 
wissen nottut. Diese Ueberzeugung gibt uns den Mut, 
die Sache der Sammler weiter zu führen, aus ihr schöpfen 
wir aber auch die Hoffnung, daß unsere Freunde willig 
einen Teil der großen Mehrkosten auf sich nehmen. 
Der Preis der „Internationalen Sammler-Zeitung“ 
stellt sich jetzt pro Jahr wie folgt: 
Für Oesterreich auf K 12.000. 
„ Ungarn ung. K 1200. 
„ Tschechoslowakei . . tsch. K 50. 
„ Polen poln. Mark 4000. 
„ Deutschland M 400. 
„ Jugoslawien D 50. 
„ Rumänien Lei 80. 
„ Italien Lire 30. 
Für das übrige Ausland . . . Frcs. 25. 
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Der Zentralverein für Zeitungsunternehmungen und 
der Verband der Fachpresse ersuchen uns um Aufnahme 
folgender Erklärung: 
„Die gesamte österreichische Fachpresse, dieses 
wichtige Verständigungsmittel im internationalen Handel 
und Gewerbe, dieses beste Propagandamittel für unser 
gesamtes wirtschaftliches Staatsleben steht in Gefahr, 
durch einen in schamlosester Weise betriebenen Wucher 
der österreichischen Papierfabrikanten zugrunde gerichtet 
zu werden. Von Monat zu Monat, von Woche zu Woche 
sind seitens der Papierfabriken die Preise kontinuierlich 
gesteigert und Papier selbst zu den stets erhöhten Preisen 
der Fachpresse vorenthalten worden, welche dadurch 
gezwungen wurde, zu noch höheren Preisen zur Deckung 
des Bedarfes sich des Schleichhandels zu bedienen. 
Papier, welches in Friedenszeiten 26 Heller per Kilo 
gramm gekostet hat, sollen nach den neuesten Diktaten 
der Papierfabriken die österreichischen Fachblätter mit 
einem Preise von ca. 5000 Kronen per Kilogramm 
bezahlen, welcher nebenbei nur für die erste Hälfte des 
Monats September Giltigkeit haben soll und welchen 
zu steigern in nächster Zeit die Papierfabriken sich Vor 
behalten. 
Wenn auch zugegeben wird, daß durch eine enorme 
Verteuerung der Preis der zur Papierfabrikation erforder 
lichen Rohmaterialien sowie durch die enorme Steiger 
ung, der zur Erzeugung notwendigen Kohle eine starke 
Verteuerung gerechtfertigt erscheint, so ist dies in den 
gegebenen Dimensionen als eine durchaus wucher 
ische zu erklären und nur dadurch möglich, dass das 
fertige Produkt, das Papier, selbst ein wichtiger vom 
valutastarken Auslande stark begehrter Exportartikel ist. 
Diesen sogenannten in Gold errechneten Welthandels 
preis soll nun die österreichische Fachpresse bezahlen, 
obwohl naturgemäß ihre Einnahmen nicht im entfern 
testen diesen Welthandelspreisen entsprechen können. 
Der Verband der Fachpresse, in welchem alle her 
vorragenden Fachblätter Wiens und der Bundesstaaten 
Oesterreichs vereinigt sind, von welchem ein großer 
Teil den Verbänden und Fachorganisationen der Indu 
strie, des Handels und Gewerbes als wichtigste Ver 
ständigungsmittel dienen, erklären hiemit, daß die öster 
reichische Fachpresse, die unter den schweren Lasten 
der ihr aufgebürdeten Herstellungskosten, insbesondere 
aber unter dem gekennzeichneten Papierwucher unbe 
dingt zusammenbrechen muß, wenn nicht rechtzeitig 
wirksame Massnahmen zum Schutze derselben durch 
geführt werden. Sind die österreichischen Fachblätter 
für den Staat und für die in demselben befindliche 
wirtschaftliche Organisation eine Notwendigkeit, dann 
ist es eine gebieterische Pflicht d^r Regierung und der
	        
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