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Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 15 
Sabaudiae 18 imperialibus ducatis Lipsiae emtus sit et 
8 ducatis in Catalogo Bibliothecae Uftenbachianae praetii 
censeatur. Praesertim haec editio quae prima rarissimaque, 
cum 60 Exemplaria tantum ex prelo ducta, inter allos 
pene perditos libros sub tecto domini patris mei inveni 
ego 178.. regento Josepho II. imperatore Germaniae, 
Friderico II. reg Borussiae. Zu deutsch: des P. Pompo- 
natius Buch über die Unsterblichkeit der Seele, wegen 
zu starker Hinneigung zum Atheismus verbrannt, ist 
äußerst selten, zumal es vom Prinzen Eugen von Sa 
voyen zu Leipzig um (80, kaiserliche Dukaten gekauft 
und im Katalog der Uffenbachischen Bibliothek mit 
8 Dukaten veranschlagt ist. Diese Ausgabe, welche die 
erste und zugleich seltenste ist, da nur sechzig Exem 
plare aus der Presse kamen, habe ich unter dem Dach 
meines Herrn Vaters im Jahre 178 . gefunden unter 
der Regierung Josephs II., Kaisers von Deutschland und 
Friedrich II., Königs von Preußen. 
Was zunächst festgestellt werden soll: diese Notiz 
ist gewiß echt, das heißt sie ist wirklich zwischen 1780 
und 1786 (Todesjahr Friedrichs des Großen) einge 
tragen worden, nachdem die durch das Feuer im Vor 
satzblatt entstandenen Lücken unterklebt waren. Die 
letzte (Einer-) Stelle der Jahreszahl ist in der Hand 
schrift absichtlich weggelassen und mit zwei Punkten 
angedeutet. Der Inhalt der Eintragung ist, soweit das 
festzustellen ist, insofern richtig, als die erste Auflage 
in der Tat auf dem Scheiterhaufen geendet hat. Das 
vorliegende Exemplar müßte, was wohl öfter vorge 
kommen sein mag, aus dem brennenden Haufen heim 
lich entfernt und so gerettet worden sein. Da übrigens 
die zu verbrennenden Bücher meist in dicken Paketen 
verschnürt ins Feuer geworfen wurden, stark zusammen 
gepreßtes Papier aber bekanntlich schlecht brennt, so 
kann dieses Exemplar auch nach erfolgtem Autodafee 
aus der kalten Asche noch in diesem ziemlich wohl 
erhaltenen Zustande herausgeholt worden sein. 
Trifft diese Annahme auf unser Exemplar zu, so 
haben wir es hier, ganz abgesehen von der Bedeutung 
des Inhalts der Schrift, gewiß mit einer kostbaren 
Seltenheit zu tun. Ein Blick auf den Druck aber be 
raubt uns aller romantischen Illusionen und weckt die 
schwersten Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Ver 
fassers der handschriftlichen Eintragung. Lettern wie 
Ausstattung des Buches scheinen bei unbefangener Be 
trachtung etwa der Zeit um 1700 anzugehören. Soviel 
von diesem Werk bekannt ist, wurde im Jahre 1534 
überhaupt kein Druck davon veranstaltet, der erste 
(vernichtete) Druck ist früher aus der Presse gekommen. 
Hingegen weiß man, daß viel später Nachdrucke erfolgt 
sind, die absichtlich in das Jahr 1534 zurückdatiert 
wurden. Mit einem solchen Nachdruck haben wir 
es wohl auch hier zu tun. Ob die Brandspuren zu 
Fälschungszwecken künstlich gemacht wurden, ob etwa 
der Schreiber der Notiz, der seinen Namen nicht nennt, 
selbst wissenschaftlich an der Fälschung beteiligt ist, 
darüber ist keine Klarheit zu gewinnen. Ebensowenig 
darüber, ob Prinz Eugen wirklich dieses Buch für 
18 Dukaten gekauft hat und so selbst ein Opfer des 
Schwindels geworden ist, was schon darum recht un 
wahrscheinlich klingt, weil zu Eugens Lebzeiten die 
Druckerschwärze an dem Buche noch kaum trocken 
gewesen sein kann. So macht es mehr den Eindruck, 
als sollte dieses fatale Schriftwerk durch Verbindung 
mit dem Namen Prinz Eugens künstlich noch „wert 
voller“ gemacht werden. Wie immer es sich verhalten 
mag, das Büchlein ist ein Schaustück, das in einem 
Museum der Fälscherkünste einen Ehrenplatz einnähme. 
Gfironiß. 
AUTOGRAPHEN. 
(Verkauf des Barth’schen Autographen 
albums.) Louis Barth hat sein berümtes Autographen-Album, 
von dem wiederholt in der „Internationalen Sammlerzeitung“ 
die Rede war, an den Generaldirektor J. B r i n ri e r in Berlin 
um 140 Millionen Mark verkauft. Das Album enthält 2004 Ein 
tragungen von Weltgrößen in 45 Sprachen und 442 Bilder von 
bedeutenden Künstlern. Noch am 25. August hatte der deutsche 
Reichspräsident Ebert Herrn Barth empfangen und ihm in 
sein Buch die Worte geschrieben: „Mit Ausdauer arbeiten, 
niemals verzweifeln.“ Am selben Tage verkaufte Barth dem 
anscheinend nur noch die Eintragung Eberts gefehlt hatte, das 
Album, von dem er, wie er oft behauptete, sich niemals trennen 
wollte. 
(Versteigerung bei Henri <Pi.) Bei der vom 
19. bis 21. Juni bei Henrici in Berlin abgehaltenen Auto 
graphenauktion wurden folgende namhafte Preise erzielt: Nr. 47 
Blücher, Brief M 6800. Nr. 82 Christine von Schweden, 
Br. M 9000. Nr. 119 Eon de Beaumont, Br. M 3500. Nr. 118 
Elisabeth S t u a r t, Br. M 4000. Nr. 158 Friedrich II. 
von Preußen, Br. M 12000. Nr. 242 Franziska v. Hohenheim, 
Br. 5500. Nr. 249 Kaiserin Katharina II., Br. M 6200. Nr. 285 
Prinz Louis Ferdinand, Exerzitienbuch M 2500. Nr. 297 
Königin Luise, Br. M 3850. Nr. 316 Maria Antoinette, 
Br. M 3800. Nr. 343 N a p o 1 e o n, Br. M 5600. Nr. 343 N e 11 e 1- 
beck, Br. M*S600. Nr. 458 Seb. Bach, 2'S. M 3600. Nr. 463 
Beethoven, 2 S. M 7600. Nr. 473 Brahms, Stammbuch 
blatt M 3550. Nr. 551 Liszt, 8 S. M 7500. Nr. 524 Mendels 
sohn, Musikmanuskript, 7y a S. M 13800. Nr. 589 Nanette 
Mozart, 2'/, S. M 3450, Nr. 676 R. Wagner, 3 S. M 1500. 
Nr. 679 M a r s c h n c r, 5 Br. M 7300. Nr. 682 C. M. Webe r, 
Musikmanuskript M 3850. Nr. 693 Zelter, 3 S. M 1700 Nr. 825 
Bürger, 4 S. M 1360. Nr. 1015 Goethe, Brief aus der 
Frühzeit 1775, 1 S. M 16.000. Nr. 1018 Goethe, Vierzeiler m. N. 
M 65.000. Nr. 1033 Goethe Haarlocke M 6400. Nr. 1136 Th. 
Körner, 3 S. M 2500. Nr., 1277 Schiller, 3 S. M 15.000. 
Nr. 1279 Schiller, 3‘/ a S. M 12.900. Nr. 1320 Charlotte- 
v. S t e i n, 3 S. M 5200. Das Schubertmanuskript, das wie wir 
schon gemeldet haben, M 91.500 erreichte, wurde von Antiquariat 
Halle in München erstanden. Die nächste Autographenauktion 
bei Henrici findet Ende September statt. 
BIBLIOPHILIE. 
(Die erste Shakespeareausgabe.) Eine Stiftung, 
die fünf Sechstel des Kaufpreises aufbrachte, hat jetzt das kost 
barste englische Buch ins Britische Museum gebrächt, die Folio- 
Ausgabe S h a k e s p e a r e s aus dem Jahre 1623. Von dem 
schon dem Museum gehörigen Exemplar unterscheidet sich das 
jetzt erworbene durch den unvollendeten Zustand des in Kupfer 
gestochenen Porträtkopfes Shakespeares. Die Erwerbung dieses 
zweiten Folio-Shakespeares für das Britische Museum ermög 
licht es nun, die vielberufenen Titelblätter des berühmten Druckes 
auch auszustellen; auf der einen Seite das Kupferstichbildnis 
Shakespeares von D r o e s h o u t, auf der anderen Seite der 
Buchtitel mit den huldigenden Versen seines Dichterfreundes 
Ben J o n s o n. 
(Inkunabel-Versteigerung.) Das Antiquariat von 
Matth. Lempertz (P. Haustein und S ö h n e) in Bonn 
versteigerte am 25. Juli die von uns in Nr. 12 besprochene, aus 
etwa 400 Drucken bestehende Rheinische Inkunabel-Bibr 
1 i o t h e k. Da der Katalog schon seit Mitte Mai der Oeffent- 
lichkeit übergeben worden war, war die Spannung in den 
Kreisen der Bücherfreunde auf eine ziemlich lange Probe ge 
stellt. Man erwartete von dieser einzigartigen Kollektion ein 
Ereignis auf dem Büchermärkte, wie es seit langer Zeit nicht 
vorgekommen war; man erwartete hohe, sogar sehr hohe Preise. 
Nun, da die Versteigerung vorüber ist, müssen sich selbst die 
jenigen, die vorher am höchsten taxiert hatten, eingestehen, 
dass die Wirklichkeit die kühnsten Erwartungen hinter sich ge 
lassen hat. Die erzielten Preise sind in der Geschichte des 
Büchermarktes ohne Beispiel, selbst wenn man die fünf- und 
sechsstelligen Zahlen in Goldmark übersetzt. — Die bei der 
Auktion zusammengekommenen Liebhaber und Antiquare aus 
dem In- und Auslände zeigten ihr Interesse durch flottes unbe 
denkliches Steigern, sodass die ganze Sammlung in knapp 7 
Stunden verkauft war. Den grössten Preis brachte Nummer 
339: Ptolomaeus, Cosmographia, Ulm 1482, die für 155.000 
Mk. zugeschlagen wurde. Die nächsthöchsten Preise gingen
	        
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