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internationale Sammler-Zeitung
Nr. 16
für den nächsten Vormittag, der beim Erscheinen des
Verkäufers, der die restlichen vier Millionen von Hevesi
in Empfang nehmen sollte, den Mann nach der Herkunft
der Kunstgegenstände zu befragen hätte.
Am darauffolgenden Tage kam der Mann wirklich
und brachte noch einen silbernen Leuchter mit, den
er ebenfalls verkaufen wollte. In diesem Augenblick
trat der im Geschäft wartende Kriminalbeamte an ihn
heran und forderte ihn auf, ihm ins Sicherheitsbureau
zu folgen. Dort gab er dann die gewünschten Auskünfte.
Die Kunstgegenstände waren nicht gestohlen, sondern
waren Eigentum Kleinbergs, der als „Paravent
macher“ aufgetreten war und an Hevesi durch sein
Entzücken über das Relief und die Terrakottafigur ver
anlassen wollte, den Kauf rasch abzuschließen, denn wie
sich nachträglich ergeben hat, waren die angeblichen
Antiquitäten täuschend gemachte Fälschungen.
Kleinberg hatte den „Ringwerfertrick“ inszeniert, um die
Fälschungen als echte Objekte teuer verkaufen zu
können.
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Kunsthandlung
Georg u. Hermann Fromme
Wien I., Stallburggasse Nr. 2.
Fernruf-Stelle: 8/ 1983.
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Gemälde
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Geigenmacfier c ÜDinter.
Ein Freund unseres Blattes schreibt uns: Beim
Blättern in alten Zeitungen stieß ich aut einen Kriminal
fall aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts, der für
die Leser der „Internationalen Sammler-Zeitung“ gewiß
von Interesse sein wird.
Der Bericht, der „Geigenmacher' Winter“ über
schrieben ist, lautet: „Am Pfingstmontag des Jahres 1807
verbreitete sich in Wien plötzlich die Nachricht, der
k. k. Offizial R. v. W a r t e s h e i m sei in seiner
Wohnung in der Stadt, in einem jener Häuser, wo
gegenwärtig die Bodenkreditanstalt steht, ermordet auf
gefunden worden.
Wartesheim war effi stiller, anspruchsloser Mann,
der mit Eifer seinem Berufe oblag und ein sehr be
scheidenes Auskommen fand. Er hatte keine Feinde,
keine Neider, starid zu niemanden in nahe Beziehungen,
ln der Wohnung des Ermordeten fand die Kommission
alles Eigentum desselben vor, der Schreibtisch und das
Geld war unberührt. Der Ermordete hatte seine Fest
kleider an, das Gebetbuch in der Hand, war also im
Begriffe in die Kirche zu gehen; mehrere Wunden im
(Jnterleibe ließen auf ein stumpfes Werkzeug schließen,
das ein Selbstmörder nicht handhaben konnte; auf
einen Kampf deuteten mehrere zertrümmerte Möbel
stücke. An der Leiche fand man bei näherer Unter
suchung in der Hand dunkle Haare vor, welche von
einem Fremden herrühren mußten.
Die Aufregung in der Stadt und den Vorstädten
war eine große. Man setzte einen Preis auf die Hab-
haftmachung des Mörders aus, doch vergeblich. Alle
Welt schien die Hoffnung auf die Entdeckung des Ver
brechers aufgegeben zu haben, nur der Kriminalrat
H e i d e r hielt daran fest. Derselbe hatte nämlich auf
der Stiege, zunächst der Offizialswohnung, einen Uhr
schlüssel gefunden, durch welchen er den Mörder zu
entdecken glaubte.
Der Kommissär lud zur Leichenfeier alle Bekannten
und Freunde des Verblichenen mit dem Bemerken ein,
sie sollten alle um so sicherer erscheinen, als es sich
darum handle, einen Verein zur Entdeckung des Mörders
zu gründen. Der sonst so ernste Kriminalrat war beim
Leichenschmaus wie ausgewechselt. Er wollte sogar ein
Kunststück machen, wozu er sich von allen Personen
die Uhren samt Uhrschlüsseln geben ließ. Man fand
dies zwar anstößig, fügte sich aber dem Verlangen. Als
alle Uhren dem Kriminalrat überreicht waren, fehlte nur
ein Schlüssel, jener des Geigenmachers Winter. Es
paßte nicht nur der gefundene Schlüssel genau zu
Winters Uhr, sondern auch die an ersterem befindliche
Schnur war ganz gleich jener, welche an der Uhr
Winters hing. Auch die abgerissenen Haare in der Hand
des Verblichenen zeigten eine überraschende Aehnlich-
keit mit jenen Winters; eine mikroskopische Unter
suchung ergab dies zur Evidenz. Von nun an wurde
Winter polizeilich strenge überwacht. Polizei-Kommissär
G u 11 e n t h a I wurde, als Kaminfeger gekleidet, hiemit
betraut. Als Winter tags darauf um 4 Uhr früh aus
dem Hause eilte, folgte ihm von ferne der verkleidete
Kommissär, welcher bemerkte, daß Winter im Freien
etwas vergrub. Wie es sich bald herausstellte, waren
dies 8 Stück antike Münzen, in einen Brief Wartes-
heims gewickelt.
Als Winter dieser Fund vorgehalten wurde, verlor
er alle Fassung. Mit dem Verluste seines Raubes hatte
auch das Leben keinen Reiz mehr für ihn. Er gestand,
dass er eine solche Begierde nach diesen Schaustücken
empfunden hatte, dass er seinen intimen Freund, welcher
sie ihm nicht geben wollte, mit kaltem Blute ermordete.
Winter wurde zum Tode verurteilt, aber zu lebens
länglichem, schwerem Kerker am Spielberg in Brünn
begnadigt.
Chronik.
AUTOGRAPHEN. vorliegenden überaus reichhaltigen Material noch Beiträge vöti
(3. Auktion des Dorotheums.) Der Erfolg, den die Q Ut 'i r i < n Ua '’ ta !4 an seuommen werden. Anmeldungen täglich von
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ungen hatten, veranlaßt die Bücher-Abteilung, für den Spätherbst ® sse 0
•ine dritte Versteigerung anzusetzen, zu der außer dem bereits ' r, .