Nr. 19
internationale Sammler-Zeitung
Seite 151
Mädchens M 1,100.0'0. Nr. 666 Venus M 1.4T.000. Nr. 667
Venus, nach dem Bade M 1,300.000. Nr. 668 Junge Schäferin
M l,30iV.00. Nr. 669 Leda M 4,800.00'.
Charles Melchior Descourtis, Nr. 684 Frederique
M 480.000. Nr. 685 VAmant M 1,100.000. Nr. 621 Breve t, Louis
Alexandre .de Bourbon M 420.000. Nr. 735 Ders., Hyacinthe
M 460.000. Nr. 737 Ders., Hyacinthe M 360.000. Nr. 750 Pierre-
lmbert D r e v e t, Jacques Benigne M 480.000. Nr. 849 Charles
Eisen, Le Matin M 300.000.
Honore Fragonard, Nr. 861 L’ameire M 900.000. Nr. 869
Le Verrour M 600.000. Nr. 870 La Culbute M 1,400.000. Nr. 871
Le Chiffre M 620.000. Nr. 872 L’Education M 320.000. Nr. 874
Le Baiser M 600.000. Hubert Gravelot, Nr. 897 Illustrationen
M 350.000. Jean Baptiste Greuze, Nr. 899 La Philosophie
:M 680.0C0. Jean Baptiste H u e t, Nr. 963 La jeune Bergere
M 76L' 00. Francois J a n i n e t, Nr. 968 La Bacchante engeree
M 850.000. Nr. 969 Amour Tu fais M 3,90 ! '. 00. Nr. 970 Le Baiser
de l’Amour M 33°. 1 oo. Nr. 971 Les Comediens M 6,100.000.
Nr. 972 La Noce M 2,600.000. Nr. 973 Repas des Noissoneurs
M 75 '/To. Nr. 979 Colonade M 1,69 '.000. Nr. 980 Reste du Palais
M 440/ 00. Nr. 981 Francois Janinet, Villa Madame M 3,8'0.00 .
Nr. 982 Ders. Reste d’un anciens M 1,70/0 0. Nr. 983 Ders. Made
moiselle du T. M 1,900.000. Nr. 1013 Nikolaes Lancret, Die Ele
mente M 40/.OO ’. Nr. 1014 Tageszeiten M 320.000. Nr. 1015 Die
Jahreszeiten M 3 :0/00. Nr, L46 Le Printems M 1,250.' 0 •
Nr. 1021 Camargo M 65 /000. Nr. 132 Le Jeu Collin-Maillard
M 310.000. Nr. 1 55 Nikolaus Lavreince, Le Mercure
M 3)0.000. Nr. 1056 Ders. Le lever M 350/00. Nr. 1108 S. M.
Moreau le Jeune, Le Bai Masque M 950.000. Nr. 1110 Ders.
Le Modele honnets M 7 0.000. Nr. 1158 J. B. Pater re, Les
Plaisirs M 1/ 50,000,
*:
Kunsthandlung
Georg u. Hermann Fromme
Wien I., Stallburggasse Nr. 2.
Fernruf-Stelle: 8/ 1983.
^ ^ ^ ^ ^ ^ ^
Gemälde
Moderner Meister 1
18. u. 19. iahrh.
Angebote aus Privatbesitz erbeten.
lllil!lilMI!1!l!ll!llillllllll
A. Watteau, Nr. 1488 Les Agreements M 369,COG
Nr. 1485 Assemblee M 400/ 00. Nr. 1486 Cascade M 75\000.
Nr. 1489 Les Champs Elisees M 460.0, 0. Nr. 1490 Les Charmes
M 400.FK.O. Nr. 1508 Lecon d’Amour M 400.0.0. Nr. 1527 Un
baiser M 350.000. Nr. 1534 Panneaux, feste Bachique M 1,050.00j
^Professor Oßersteiner afs Sammter.
Von RUDOLF KAFTAN, Leiter des Uhrenmuseums der Stadt Wien.
Der auch in Sammlerkreisen wohlbekannte Be
gründer der theoretischen Neurologie, Hofrat Professor
Dr. Heinrich Ober steiner, wurde am 22. November
nach vollendetem 75. Lebensjahre zu Grabe getragen.
Wir gedenken mit tiefer Trauer des genialen hoch
verehrten Mannes, der mit bewundernswerter Ausdauer
neue Wege auf dem Gebiete der Anatomie und Physi
ologie des zentralen Nervensystems erforschte, um sie
dann in der ihm eigenen liebenswürdigen und schlichten
Art in Wort und Schrift seinen fernher kommenden
Schülern zu weisen. Weltbekannt wurde Professor
Obersteiner namentlich durch sein berühmtes Lehrbuch:
„Anleitung beim Studium des Baues der nervösen
Zentralorgane im gesunden und kranken Zustande“.
Unsterbliche Verdienste hat sich Professor Obersteiner
durch die mühevolle, unter grossen finanziellen Opfern
zustande gebrachte Gründung des Neurologischen In
stitutes der Universität Wien erworben, und sein Name
wird mit den ‘Grössten der alten Wiener Schule ge
nannt werden.
Allein Professor Obersteiner war nicht nur der
bahnbrechende Gelehrte und Forscher, der verehrte,
stets hilfsbereite und wohlwollende Lehrer, sondern er
war auch ein ganz richtiger leidenschaftlicher Sammler.
Er sammelte vor allem, was in irgend einer Weise für
seine Studien wichtig war, z. B. Gehirne der ver
schiedensten Tiere, und legte eine ganz eigenartige
Sammlung von Gehirnpräparaten an, die er
dann dem Neurologischen Institute schenkte. Ferner
suchte und erwarb er aus aller Herren Länder die
einschlägige medizinische Fachliteratur, welche
im Laufe der Zeit eine grosse, viele Tausende von
Werken umfassende Bibliothek bildete, die er
nebst einer bedeutenden Geldsumme ebenfalls seinem
geliebten Institute widmete.
Professor Obersteiner sammelte aber auch vieles
andere, was ihm, dem feinsinnigen Kenner und Freund
alles. Schönen, besonders gefiel und interessierte. Be
kannt ist seine Porzellan-Sammlung mit
manchen äusserst hübschen und seltenen Objekten.
Mit Freude studierte er vor oder nach jeder Neuer
werbung die entsprechenden Literaturbehelfe. Seltsam
ist wohl die fast alle erreichbaren Länder umfassende
Z e i t u n g - S a m m 1 u n g. Ungezählte Zeitungsblätter
in den verschiedensten Sprachen sind da fein säuberlich
geordnet. Eine Fundgrube des Interessanten bilden
auch die grosse, von seinem Vater und von seinem
Schwiegervater, dem bekannten Professor Leides-
dorf, ins Leben gerufene, von Hofrat Obersteiner
immer weiter ausgestaltete Bibliothek und die um
fangreiche Musikalien-Sammlung.
Außer diesen hervorragenden Sammlungen, welche
Professor Obersteiner mit Liebe und Verständnis wäh
rend seines ganzen Lebens pflegte und erweiterte, hatte
er noch eine ganze Anzahl kleinerer Kollek
tionen. Man brauchte oft nur gesprächsweise irgend
einen hübschen oder künstlerisch ausgeführten Gegen
stand erwähnen, z. B. eine schöne Ansichtskarte,
ein Landschaftsbild, einen fein geschliffenen Edelstein,
und lächelnd ging Professor Obersteiner in seinen
Salon, um mit einer stattlichen Sammlung derartiger
Dinge wieder zu kommen, die alle sorgfältig eingereiht
in ihren Kästchen lagen.
Als Sammler von solcher Vielseitigkeit und als
Psychiater hatte Professor Obersteiner ein tiefes Ver
ständnis für andere, welche ebenfalls dieser Leiden
schaft unterworfen waren, und mancher Sammler, auch
der Schreiber dieser Zeilen, verdankt ihm eine
ganz ausserordentliche Förderung.
■ So war also Professor Obersteiner nicht nur der
bahnbrechende Gelehrte von Weltruf, der sich in der
Wissenschaft unsterblich gemacht hat, sondern er war
auch ein stiller, kunstsinniger Sammler, dessen Name
mit der Gründung des Wiener Uhren-Museums
und mit dem „Vereine der Freunde des Uhren-Museums“
dauernd verbunden sein wird.