Nr. 19
Seite 159
internationale Sammler-Zeitung
Gaferie SRudoff SReicfierf sen.
Nach den Sammlungen Reich und Lederer bringt
C. J. Wawra in Wien jetzt die Galerie Rud. Reichert
sen. zur Versteigerung.
Die Lebensarbeit eines Sammlers von Geschmack
und Urteil liegt vor uns, um in ihrer Geschlossenheit
aufgelöst zu werden. Gewiß, der Seidenindustrielle
Rudolf Reichert sen., der in sich den Drang zum
Sammler von Gemälden fühlte, hat auch — 1 und wel
chem Sammler bliebe dies erspart?! — sein Lehrgeld
reichlich gezahlt: in seinen Tagebuchaufzeichnungen
bekennt er treuherzig, daß er im Anfang oft „daneben
gegriffen habe“. Aber diese „Jugendsünden“ wurden
später auf die eine oder die andere Art wettgemacht
und so repräsentieren die 61. Gemälde, die der Auktions
katalog vereinigt, eine Auslese, wie sie nicht häufig
in Privatsammlungen anzutreffen ist.
Mit einer einzigen Ausnahme, einem römischen
Straßenbild des feinen Richard Parkes Bonnington
hat Reichert nur zeitgenössische Werke gesammelt, ln
erster Linie gehörte die Liebe des bodenständigen
Wieners den heimischen Meistern, seinen Alt, Petten
hofen, Jakob Emil Schindler, Waldmüller, doch schlug
sein Herz ebenso warm für die Kunst der Münchener
und Düsseldorfer, für Grützner, Herkomer, Hugo Kauff-
mann und andere und auch an hervorragenden Erzeug
nissen des Auslandes ging er nicht achtlos vorüber. Er
hatte die Genugtuung, nicht nur erstklassige Bilder,
sondern auch Hauptwerke der Künstler erstanden zu
haben, die den Ruhm seiner kleinen Galerie hinaus-
trugen, so Waldmüllers figurenreiche Komposition
„Grossvaters Geburtstag“ vom Jahre 1849, Petten-
k ofens „Verwundetentransport“ vom Jahre 1853,
Grützners „Gebetläuten im Bräustübchen“, über
dem der goldige Humor des Künstlers leuchtet.
Besser als Arpad Weixelgärtners etwas flüch
tiges Vorwort informiert den Sammler die dem Katalog
beigegebene Schätzungsliste über den Wert der Bilder.
Darnach rangiert an erster Stelle Pettenkofens
„Verwundetentransport“, der auf 60 Millionen Kronen
geschätzt ist. Es folgen Waldmüllers „Großvaters
Geburtstag“ und Herkomers „Der Erstgeborene“
mit einem Schätzwert von je 50 Millionen Kronen,
Grützners „Gebetläuten im Bräustübchen“ und
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Kunsthandlung
Georg u. Hermann Fromme
Wien I., Stallburggasse Nr. 2.
Fernruf-Stelle: 8/ 1983.
Gemälde
Hoderner Heister
18. u. 18. Jahrh.
Angebote aus Privatbesitz erbeten.
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Schreyers „Wallachische Schwärzer“ mit je 40 Mil
lionen. Jakob Emil Schindler, der noch nicht so
vergessen ist wie Weixelgärtner meint — in den meisten
Auktionen der letzten Jahre wurden Bilder von ihm mit
bestem Erfolge versteigert — reiht sich mit drei Land
schaften an („Gschwandnermühle bei Goisern“, „Motiv
bei Weißenkirchen“ und „Bei Lundenburg“), die mit je
20 Millionen bewertet sind. Es wurden ferner taxiert:
Alexander Calames „Motiv vom Brienzer See“ und
„Gebirgsbach“ mit je 18 Millionen, Defreggers
aus dem Jahre 1872 stammendes herziges Bildchen „Das
neue Brüderl“ mit 17 Millionen, Jean Baptiste De
tailles, „Les lncroyabies au Jardin du Luxemburg“
mit 15 Millionen, Rudolf von Alts „Die Riva degli
Schiavoni“ mit 15 Millionen, Hans Bartels „Fischer
am holländischen Strand“ mit 12 Millionen und so fort
bis herab zu Tina Blaus „Landschaftsstudie“, die mit
2 Millionen figuriert.
Alles in allem ist der Schätzwert der 61 Gemälde
735 Millionen Kronen. Wer aber Wawras nur
zu vorsichtige Art des Schätzens kennt, wird nicht
überrascht sein, wenn das Ergebnis der Auktion, die
am 14. Dezember stattfindet, diese Summe weit hinter
sich lassen wird.
£rfös: Gießer eine GTIiffiarde.
(Schluß.)*
Bei der Auktion Reich erzielten weiters:
Schnorr von C a r o 1 s f e 1 d, Nr. 290 Anna Schmelcher
K 250.000. Alois Schönn, Nr. 291 Generalprobe K 1,100.000.
Nr. 292 Fischhalle in Neapel K 200.000. Sehr öd 1, Nr. 293
Ochsengespann K 420.000. Nr, 294 Ungar. Bauer K 300.000.
Nr. 295 Am Heimweg K 1,100.000. Nr. 296 Aus dem Prater
K 300.000. Nr. 297 Im Stalle K 1,000.000. Nr. 298 Ochsenkopf
K 1,000.000. Nr. 299 Bei der Sandgrube K 250.000. Nr. 300 Aus
Saalfelden K 500.000. Nr. 301 Widderkopf K 850.000. Nr. 302
Bauer aus dem Neutraer Komitat K 600.000. Nr. 303 Bei der
Arbeit K 900.000. Nr. 304 Ungar. Bauernhof K 750.000. Nr. 305
Kopf eines Schafes K 700.000. Nr. 306 Liegendes Schaf K 650.000.
Nr. 307 Stilleben K 1,000.000. Nr. 308 Desgl. K 2,300.000. Nr. 309
Gerätestilleben K 900.000. Nr. 310 Jagdhund K 850.000. Nr. 311
Küchenstilleben K 1,100.000. Nr. 313 Früchtestilleben K 1,500.000,
Sch rotzberg, Nr. 313 Gräfin Esterhazy K 1,600.000.
Schwaiger, Nr. 314 Aus der Ukraine K 600.000. Schwind,
Nr. 315 Hagar und Ismael K 1,200.000. Nr. 316 Zwei Teilbilder
aus „Aschenbrödel“ K 1,300.000. Nr. 317 Die Königin der
Simandeln K 1,1000.000. Nr. 318 Vier Bl. verseb. Darstellungen
von Engeln K 750.000. Spitz weg, Art des, Nr. 319 Die Kost-
* Siehe die Nummern 18 und 19 der „Internationalen
Sammlerzeitung“.
probe K 5,900.000. Sternfeld, Nr. 320 Sommermorgen K 400.000.
Nr. 321 Interieurstudie K 180.000. Stöhr, Nr. 322 Entwurf zu
einer Madonna K 800.000. Nr. 323 Akt im Freien K 400.000.
Suppantschits eh, Nr. 324 Vorfrühling K 320.000. Nr, 325
Bei der Arbeit K 200.000. Gerard Terhorch, Art des, Nr. 326
Frauenbildnis K 3,600.000. Jos. T e 11 s c h e r, Nr. 327 Herren
porträt K 1,000.000. Nr. 328 K 850.000. Tiepolo zugeschrieben,
Nr. 329 Die Versuchung K 350.000. Traries, Nr. 330 Geigen
künstler K 950.000. Unbekannt, Nr. 331 Kostprobe K 400.000.
Nr. 333 Ungarischer Bauer K 100.000. Nr. 334 Die Großmutter
K 480.000. Nr. 335 Mädchenbildnis K 800.000, Lucas v. Val-
kenborgh, Nr. 336 Die Hungrigen und die Satten K 1,700.000.
Vlämisch, 17. Jahrh., Nr. 337 Madonna mit Kind K 700.000. Joh.
H. Vogl, Nr. 338 Aeltere Frau K.260.000.
Waldmüller, Nr. 339 Der Arzt Sigm. Caspar Fischer
K 17,000.000. Nr. 340 Porträt seines Schwagers Bayer K 7,100.000.
Nr. 341 Damenporträt K 14,000.000. Nr. 342 Frauenporträt ■
K 61,600.000, Nr. 343 Wiener Schule um 1840, Mädchenbildnis
K 200.000, Nr. 344 Donaulandschaft K 950.000, Wind hack,
Nr. 345 Dichter Eötvös K 400.000, Hans W i 11, Nr. 346 Stifts
brücke in Heiligenkreuz K 180.000, Windhager Nr. 347
Selbstporträt K 220.000, Nr. 348 Kritik K 1,000.000, Nr. 349
Neckisches Spiel K 670.000, Nr. 350 Blumenstilleben K 420.000,
Nr. 351 Im Garten K 540.000, Nr. 352 Im Dachstübchen
K 260.000, Nr. 353 Im Sturm K 360.000, Nr. 354 Abendgesell-