MAK
Nr. 19 
Seite 161 
internationale Sammler-Zeitung 
Gfironifi. 
AUTOGRAPHEN. 
(3. Auktion im Dorotheum.) Die dritte Autographen- 
Auktion des Dorotheums bringt wieder ein Fragment von 
Schuberts Tod und Mädchen. Es ist das siebente, das bis 
her zustandegebracht wurde und enthält die ersten zweieinhalb 
Takte des berühmten Liedes und als Ueberschrift die Tempo 
bezeichnung „Mäßig“. Auf der Rückseite ist die dritte (erste) 
Strophe des gleichzeitig komponierten „Lied vom Reifen“, mit 
der Echtheitsbestätigung des P. Hermann Schubert, des Stief 
bruders des Tonkünstlers, der den famosen Einfall hatte, das 
Manuskript zu zerschneiden und an Schüler des Schottengym 
nasiums zu verteilen. Das Fragment wird mit K 1,20 .000.— 
ausgerufen werden und wahrscheinlich wie das im Februar d. J. 
Gegenstand lebhaftesten Wettbewerbes sein. Von sonstigen 
interessanten Nummern der Auktion heben wir eine mehrmals 
70.Seiten umfassende Serie von Brucknerbriefen an den 
Chordirigenten Rudolf Weinmann, Briefe Richard Wagners, 
eine kleine Serie von Goethebriefen, eine eigenhändige 
Niederschrift Schillers von seiner „Hymne an den Unendlichen“, 
ein Albumblatt von Grillparzer, einen Brief Heines, 
Autogramme von Napoleon, Kaiserin Maria Theresi a, 
Kaiser Josef II., Blücher und Radetzky hervor. 
BILDER. 
(Neuerwerbung für das Züricher Kunsthaus.) Die 
Vereinigung Züricher Kunstfreunde erwarb für das Züricher 
Kunsthaus die Tafeln des Berner Johannesaltars des 
Meisters mit der Nelke, den man mit dem in Bern in den 
1460er bis 1490er Jahren nachweisbaren Maler Heinrich Bichler 
in Beziehung bringen zu dürfen glaubt. Von den anderen Tafeln 
besitzt das Kunstmuseum in Budapest die Darstellung der vor 
Herodes tanzenden Salome, von der Innenseite eines Flügels, 
der Flügel, der auf der Außenseite den Täufer in der Wüste’ 
auf der Innenseite dessen Enthauptung zeigt, ist als Schenkung 
des Grafen zu Dohna-Schlobiten 1867 ins Johanniterhaus Sonnen 
burg bei Küstrin gelangt. 
PHILATELIE. 
(M i 11 i o n e n p r e i s e für Br i ef m a r k e n.) Aus Berlin 
wird uns gemeldet: Unsere Geldentwertung macht sich auch in 
den Briefmarkenpreisen deutlich bemerkbar. Preise von mehr 
als 100.000 Mark für einzelne Marken waren auf den letzten 
Auktionen ganz gewöhnlich, und in einer großen Anzahl von 
Fällen hob sich der Preis auf eine Million Mark und mehr. So 
erreichten z. B. die Million die Marke von Neufundland zu 
1 Schilling ziegelrot und ebenso die rote Dreiersachsen. Der 
zinnoberrote Merkur von Oesterreich brachte 1,200.000 Mark. 
Der höchste Preis wurde für eine ungebrauchte Doppclgenf ge 
zahlt, die 2 1 /» Millionen Mark erzielte! 
(Fälschung von württem belgischen Dienst 
marken.) Von der württembergischen Dienstmarke zu 25 Pf., 
orange mit dem Aufdruck 25, sind Fälschungen aufgetaucht, bei 
denen der Aufdruck richtig stehend oder verkehrt stehend nach 
gemacht ist. 
VOM KUNSTMARKT. 
(Ergebnisse der Schidlof-Auktion.) Die vom 
30. November bis 7. Dezember in Leo S c h i d 1 o f s Kunst 
auktionshaus durchgefüli-te Auktion ergab 256,309.000 Kronen, 
Millionenpreise brachten: Bilder. Nr. 11 Bensa, Panduren 
einzug K 1,700.000. Nr. 12 Jul. v. Blaas, Ungar. Markt K 2,600.000. 
Nr. 13 Ders., Markt in Ungarn K 2,600.000. Nr. 20 C a 1 a m e 
zugeschr., Landschaft K 1,100.000. Nr. 22 Defregger, Flücht 
linge K 3,800.000. Nr. 24a Dies, Zwei Landschaften K 1,200.000. 
Nr. 26 Donck, Gruppenbild K 5,300.000. Nr. 35 Feld h ü tter, 
Landschaft K 1,200.000. Nr. 37 Fleischer, Holland. Bauer 
K 1,600.000. Nr. 50 Cecil van Haanen, Damenporträt K3,200.000 
Nr. 55 Harburger, Der verliebte Schuster K 1,000.000. Nr. 68 
Jäger, In der Schwemme K 4,800.000. Nr. 74 Knoop, Fürst 
licher Besuch K 1,200.000. Nr. 75 Knüpfer, Götz v. Berlichingen 
K 1,600.000. Nr. 77 David Kohn, Poln. Jude, Farbstift K 3,200.000. 
Nr. 78 Ders., Studienkopf K 2,900.000. Nr. 87 Lichtenfeis, 
Landschaft K 3,700.000. Nr. 94 Gabr. v. Max, Amtsgefängnis 
Weinberg K 2,900.000. Nr. 96 Ders., Dornauszieher K 3,600.000, 
Nr. 104 Eglon van der Neer, Lesende Dame K 3,700.000. Nr. 119 
Rau, In der Wirtsstube K 7,000.000. Nr. 120 Reichert, Jagd 
beute K 3,000.000. Nr. 122 Ders., Schafstall K 2,100.000. Nr. 134 
Seifert, Mädchen mit dem Wasserkrug K 1,500.000. Nr. 141 
Tiroler Meister um 1500, Madonna und zwei Heilige K 3,800.000 
Nr. 149 V ar e nn e s-M o n d a s s e, Trinkspruch K 8,100.000. 
Nr. 164 Alb, Zimmermann, Landschaft K 3,100.000, 
ANTIKE 
TAPISSERIEN 
GOBELINS 
VERDUREN 
MUSEALE 
TEPPICHE 
Öffentliche Bibliothek Frankl 
geöffnet von 9 bis 6 Uhr. Wien I., Kohlmarkt 4. 
Miniaturen. Nr. 176 Anreiter, DamenporträtK 1,400.000. 
Nr. 178 Ders., Damenporträt K 3,100.000. Nr. 180 Chinnery, 
Damenporträt K 5,500.000. Nr. 189 Englischer Künstler um 1830, 
Herrenporträt K 2,200.000. Nr. 190Desgl., Damenporträt K 1,400.000. 
Nr. 119 Ipolt, Damenporträt K 1,400.000. Nr. 201 Kasparides, 
Damenporträt K 1,800.000. Nr. 206 T-eltscher, Damenporträt 
K 1,000.000. Nr. 208 Robert The er, DamenbildnisJK 2,700.000. 
Nr. 213 Wigand, Niederlage Murats bei Teterinka K 1,200.000. 
Nr. 216 Ders., Wiens Bürger K 1,700.000. 
An unsere Abonnenten! 
Mit der vorliegenden Nummer schließt der 14 Jahr 
gang der „Internationalen Sammler-Zeitung“. Wer die 
Verhältnisse kennt, wird ermessen können, mit welchen 
Schwierigkeiten jetzt jede Zeitschrift zu kämpfen hat. 
Die fortgesetzte Entwertung der Valuta hat unaufhörlich 
Steigerungen der Papier- und Druckpreise zur Folge 
gehabt, die jede Kalkulation über den Haufen warfen. 
Es war uns bei der Plötzlichkeit, mit der diese Erhö 
hungen, die oft in die Hunderte von Prozenten gingen 
über uns hereinbrachen, gar nicht möglich, die Preise 
zwischen den Herstellungskosten und dem Abonnement 
in irgend einen Einklang zu bringen und so ist schließ 
lich die Differenz zwischen beiden eine so bedenklich 
große geworden, daß wir, soll die „Internationale Samm 
ler-Zeitung“ ihren Freunden erhalten bleiben, uns nun 
genötigt sehen, eine Preisregulierung vorzunehmen. Die 
Erhöhung erfolgt indes noch immer in einem so be 
scheidenen Ausmaße, daß damit noch nicht einmal die 
Papierkosten des Abonnements gedeckt sind. Wer sich 
vor Augen hält, daß jetzt ein einfacher Theaterzettel 
2000 Kronen kostet, wer die Preise für Visitenkarten 
und andere kleine Drucksorten kennt, wird dies ohne- 
weiters zugeben. 
Das Abonnement stellt sich ab 1. Jänner 1923 
ganzjährig für: 
Oesterreich . auf K 25.000 
Deutschland M 2000 
Polen . poln. M 8000 
Ungarn ung. K 1200 
Tschechoslovakei c K 50 
Jugoslavien D 50 
Italien Lire 30 
Rumänien Lei 80 
Alle anderen Staaten . . Sch.-Frcs. 25 
Wir geben uns der Hoffnung hin, daß unsere 
Freunde uns auch itn neuen Jahre treu bleiben und 
dadurch in die Lage versetzen werden, weiterhin die 
Aufgaben zu erfüllen, die wir uns gesteckt haben. 
Verlag und Redaktion 
der 
„Internationalen Sammler-Zeitung“,
	        
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