Nr. 7
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Internationale Sammler-Zeitung.
der Sammlung Burdett-Coutts bezeichnet. Jedenfalls ist seit
langen Jahren nicht eine Sammlung zum Verkauf gekommen,
die so gewaltige Schätze umschließt. Sie enthält Gemälde und
Stiche, Spitzen und alte Silberarbeiten, Porzellane und Möbel,
kurz alle nur erdenklichen Kunstsachen; für die Auktion sind
sieben Tage in Aussicht genommen. Unter den Bildern ragen
Werke von Holbein, Reynolds, Gainsborough, Raeburn hervor.
Wegen des Dargestellten wird besonders das berühmte Porträt
Walter Scotts von Reaburn hart umworben sein. Unter den
Gemälden befinden sich auch vier Shakespeare-Bildnisse, um
die sich eine ungeheure Literatur entwickelt hat und von den^n
jedes, das Felton-Porträt, das Zuccaro- und das Burdett-Coutts-Porträt
der Shakespeare-Ikonographie besondere Rätsel aufgibt.
Unter den Radierungen befinden sich Arbeiten von Lely bis zu
Hogarth und von Bore bis zu Brangwyn. Unter den Möbeln
fällt ein Stuhl auf, dessen Zeichnung von Hogarth für den großen
Schauspieler David Garrick entworfen wurde und der in seinen
Schnitzereien zahlreiche Anspielungen auf Shakespeare enthält.
Die Porzellansammlung umfaßt hervorragende Stücke aus den
bedeutendsten englischen Fabriken.
(Versteigerung der Sammlung Dr. Julius
Hofman n.) Die Firma C. G. Boerner in Leipzig setzt
in diesem Frühjahr die Reihe der bedeutenden Kupferstichauktionen
der letzten Jahre mit der Versteigerung der Sammlung
Dr. Julius Hofmann (Wien) fort, die soeben angezeigt wird.
Es kommt damit wiederum eine der berühmten alten Kupferstichsammlungen
in Leipzig zum Verkauf, deren Anfänge in die
siebziger und achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückreichen,
und die noch entstanden sind, wo der feine Sammler
sich selbstverständlich darauf beschränkte, aus dem reichen
Material alter Graphik, das der Kunstmarkt bot, nur das Beste
auszuwählen. Hofmann war aber nicht nur dadurch in den
älteren Kunstkreisen allenthalben bekannt, daß er den meisten
großen Versteigerungen persönlich beiwohnte, er hat sich auch
wissenschaftlich, durch sein vorzügliches Handbuch über die
Graphik Goyas und durch manche andere Publikation einen
Namen gemacht. Seine Goya-Sammlung bleibt im Besitz der
Familie, ln seiner Kupferstichsammlung, deren bedeutender Umfang
und hohe Qualität vielen Kunstfreunden eine Ueberraschung
sein wird, hat Hofmann versucht, eine vollständige Uebersicht
über die europäische Graphik vom 15. bis in das drittel Drittel
des 19. Jahrhunderts zu geben. Daß dabei eine mustefgiltige
Zusammenstellung des künstlerisch bedeutenden, von bleibendem
Wert entstanden ist, dankt Hofmann nicht nur seinem feinen
Kunstverständnis, sondern zum guten Teil dem glücklichen Umstand,
daß er bei seinem Sammeln keinen geringeren, als Geheimrat
L e h r s in Dresden zum Berater hatte. Es hat wenige
Kupferstichsammlungen gegeben, die eine so reizvolle Uebersicht
über Graphik enthielten, fern von jedem Schema und jedem
äußerlichen Vollständigsammeln, wie die Hofmann’sche.
Die Dubletten eines bedeutenden staatlichen Kupferstichkabinettes,
die C. G. Boerner im Anschluß daran versteigert,
sind durch Zusammenlegung alter Bestände entstanden und enthalten
besonders reiche Werke Dürers und Rembrandts, daneben
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alte Bücher mit Jagddarstellunsen
ferner französische und englische Farbstiche des
18. Jahrhunderts sucht
Hevesi, Wien, Mariahilferstraße 13.
Kunstantiquariat C. G. Boerner
8. — 12. Mai
Versteigerung der Kupferstichsammlung
Dr. Julius Hofmann, Wien
Vollständige Uebersicht über die Graphik des
15. bis 19. Jahrhunderts in einer reichen Zusammenstellung
ausgewählter Abdrucke. Dabei
Dubletten eines bedeutenden
staatlichen Kupferstichkabinetts
Kupferstiche alter Meister, dabei umfängliche
Sammlungen von Dürer und Rembrandt.
Katalog mit 52 Lichtdrucktafeln und vielen Textillustrationen
80 Mark.
Leipzig -- Universitätsstrasse 26.
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aber ein interessantes Material, zum Teil sehr kostbarer alter
Graphik vom 15. bis in das 18. Jahrhundert. Die Kataloge erscheinen
Anfangs April in der gewohnten Ausstattung.
(S ch w e i z e r Veduten) der besten Meister und Inkunabeln
von Ludwig Richter verspricht die für den 27. April
angesagte Versteigerung bei Hans Goltz (München) deren gutausgestatteter
und wissenschaftlich vorbildlich gearbeiteter
Katalog soeben zum Versand gebracht wird. Die Namen der
geschätztesten Künstler aus der Zeit des behaglichen Reisens
vom 18. Jahrhunderts bis zur Stahlstich-Epoche der dreißiger
Jahre des 19. Jahrhunderts wie Aberli, Birmann, Bleuler, Bodmer,
Descourtis, Hegi, Lamy, Lory, Meier, Wetzel etc. werden nicht
verfehlen, das internationale Sammler-Publikum, besonders aber
die Ludwig Richter-Gemeinde im höchsten Masse zu interessieren.
(Rud. Bangel G. m. b. H. in Frankfurt a. M.) versteigert,
wie schon gemeldet, im Anschluss an die Frühjahrsmesse
am 11. April die Sammlung erster alter Meister des verstorbenen,
früher in London ansässig gewesenen Professors
Dr. M i c h e 1 s o n. Die Kollektion enthält einige hervorragende
Werke niederländischer, deutscher, französischer und italienischer
Herkunft, so von A. v. Dyck einen anerkannten frühen hl. Sebastian
und eine kleine aber äusserst eindringliche Grablegung
Christi, von Cranach eine 1548 datierte Lucretia, weiters
Bouchers vorzüglich komponierte Marquise de Pompadour auf
dem Ruhebett (1743), zwei wuchtige Patriarchen von Jakob
J o r d a e n s, eine höchst interessante Bauernszene des oft mit
Breughel verwechselten Marten van Cleve, ein sympathisches
Frauenporträt von Barth, v. d. Heist (datiert 1659), Arbeiten
von Berchem, Rachel Ruyscb, Philipp van Dyck, W. v. d. Velde,
v. Goyen, von Italienern unter anderem ein grosses Konzert
von C a n t a r i n i. Weiterhin gelangen Handzeichnungen
erster Meister der deutschen, holländischen, französischen und
italienichen Schule des 16. bis 18. Jahrhunderts zur Versteigerung.
Der reich illustrierte Katalog Nr. 1030 ist bereits erschienen.
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AUSSTELLUNGEN.
Brünn. Mährischer Kunstverein. Ausstellung der
Prager Künstlervcrcinigung M a n e s.
Berlin. Graphisches Kabinett J. B. Neumann. Brömse-Ausstellung
und 36 Radierungen von Eduard Manet.