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MAK

Full text : Jahrgang 14 (1922) (7)

Nr.  7

Seite  57

Internationale  Sammler-Zeitung.

der  Sammlung  Burdett-Coutts  bezeichnet.  Jedenfalls  ist  seit
langen  Jahren  nicht  eine  Sammlung  zum  Verkauf  gekommen,
die  so  gewaltige  Schätze  umschließt.  Sie  enthält  Gemälde  und
Stiche,  Spitzen  und  alte  Silberarbeiten,  Porzellane  und  Möbel,
kurz  alle  nur  erdenklichen  Kunstsachen;  für  die  Auktion  sind
sieben  Tage  in  Aussicht  genommen.  Unter  den  Bildern  ragen
Werke  von  Holbein,  Reynolds,  Gainsborough,  Raeburn  hervor.
Wegen  des  Dargestellten  wird  besonders  das  berühmte  Porträt
Walter  Scotts  von  Reaburn  hart  umworben  sein.  Unter  den
Gemälden  befinden  sich  auch  vier  Shakespeare-Bildnisse,  um
die  sich  eine  ungeheure  Literatur  entwickelt  hat  und  von  den^n
jedes,  das  Felton-Porträt,  das  Zuccaro-  und  das  Burdett-Coutts-Porträt
  der  Shakespeare-Ikonographie  besondere  Rätsel  aufgibt.
Unter  den  Radierungen  befinden  sich  Arbeiten  von  Lely  bis  zu
Hogarth  und  von  Bore  bis  zu  Brangwyn.  Unter  den  Möbeln
fällt  ein  Stuhl  auf,  dessen  Zeichnung  von  Hogarth  für  den  großen
Schauspieler  David  Garrick  entworfen  wurde  und  der  in  seinen
Schnitzereien  zahlreiche  Anspielungen  auf  Shakespeare  enthält.
Die  Porzellansammlung  umfaßt  hervorragende  Stücke  aus  den
bedeutendsten  englischen  Fabriken.
(Versteigerung  der  Sammlung  Dr.  Julius
Hofman  n.)  Die  Firma  C.  G.  Boerner  in  Leipzig  setzt
in  diesem  Frühjahr  die  Reihe  der  bedeutenden  Kupferstichauktionen ­
  der  letzten  Jahre  mit  der  Versteigerung  der  Sammlung
Dr.  Julius  Hofmann  (Wien)  fort,  die  soeben  angezeigt  wird.
Es  kommt  damit  wiederum  eine  der  berühmten  alten  Kupferstichsammlungen ­
  in  Leipzig  zum  Verkauf,  deren  Anfänge  in  die
siebziger  und  achtziger  Jahre  des  vorigen  Jahrhunderts  zurückreichen, ­
  und  die  noch  entstanden  sind,  wo  der  feine  Sammler
sich  selbstverständlich  darauf  beschränkte,  aus  dem  reichen
Material  alter  Graphik,  das  der  Kunstmarkt  bot,  nur  das  Beste
auszuwählen.  Hofmann  war  aber  nicht  nur  dadurch  in  den
älteren  Kunstkreisen  allenthalben  bekannt,  daß  er  den  meisten
großen  Versteigerungen  persönlich  beiwohnte,  er  hat  sich  auch
wissenschaftlich,  durch  sein  vorzügliches  Handbuch  über  die
Graphik  Goyas  und  durch  manche  andere  Publikation  einen
Namen  gemacht.  Seine  Goya-Sammlung  bleibt  im  Besitz  der
Familie,  ln  seiner  Kupferstichsammlung,  deren  bedeutender  Umfang ­
  und  hohe  Qualität  vielen  Kunstfreunden  eine  Ueberraschung
sein  wird,  hat  Hofmann  versucht,  eine  vollständige  Uebersicht
über  die  europäische  Graphik  vom  15.  bis  in  das  drittel  Drittel
des  19.  Jahrhunderts  zu  geben.  Daß  dabei  eine  mustefgiltige
Zusammenstellung  des  künstlerisch  bedeutenden,  von  bleibendem
Wert  entstanden  ist,  dankt  Hofmann  nicht  nur  seinem  feinen
Kunstverständnis,  sondern  zum  guten  Teil  dem  glücklichen  Umstand, ­
  daß  er  bei  seinem  Sammeln  keinen  geringeren,  als  Geheimrat ­
  L  e  h  r  s  in  Dresden  zum  Berater  hatte.  Es  hat  wenige
Kupferstichsammlungen  gegeben,  die  eine  so  reizvolle  Uebersicht ­
  über  Graphik  enthielten,  fern  von  jedem  Schema  und  jedem
äußerlichen  Vollständigsammeln,  wie  die  Hofmann’sche.
Die  Dubletten  eines  bedeutenden  staatlichen  Kupferstichkabinettes,
  die  C.  G.  Boerner  im  Anschluß  daran  versteigert,
sind  durch  Zusammenlegung  alter  Bestände  entstanden  und  enthalten ­
  besonders  reiche  Werke  Dürers  und  Rembrandts,  daneben

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H  Altkunst  §
y  G.  m.  b.  H.  p
Berlin,  WiHrelmstr.  40  a
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Kupferstiche
alte  Bücher  mit  Jagddarstellunsen
ferner  französische  und  englische  Farbstiche  des
18.  Jahrhunderts  sucht
Hevesi,  Wien,  Mariahilferstraße  13.

Kunstantiquariat  C.  G.  Boerner

8.  —  12.  Mai
Versteigerung  der  Kupferstichsammlung
Dr.  Julius  Hofmann,  Wien
Vollständige  Uebersicht  über  die  Graphik  des
15.  bis  19.  Jahrhunderts  in  einer  reichen  Zusammenstellung ­
  ausgewählter  Abdrucke.  Dabei
Dubletten  eines  bedeutenden
staatlichen  Kupferstichkabinetts
Kupferstiche  alter  Meister,  dabei  umfängliche
Sammlungen  von  Dürer  und  Rembrandt.

Katalog  mit  52  Lichtdrucktafeln  und  vielen  Textillustrationen
  80  Mark.

Leipzig  --  Universitätsstrasse  26.
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aber  ein  interessantes  Material,  zum  Teil  sehr  kostbarer  alter
Graphik  vom  15.  bis  in  das  18.  Jahrhundert.  Die  Kataloge  erscheinen ­
  Anfangs  April  in  der  gewohnten  Ausstattung.
(S  ch  w  e  i  z  e  r  Veduten)  der  besten  Meister  und  Inkunabeln ­
  von  Ludwig  Richter  verspricht  die  für  den  27.  April
angesagte  Versteigerung  bei  Hans  Goltz  (München)  deren  gutausgestatteter
  und  wissenschaftlich  vorbildlich  gearbeiteter
Katalog  soeben  zum  Versand  gebracht  wird.  Die  Namen  der
geschätztesten  Künstler  aus  der  Zeit  des  behaglichen  Reisens
vom  18.  Jahrhunderts  bis  zur  Stahlstich-Epoche  der  dreißiger
Jahre  des  19.  Jahrhunderts  wie  Aberli,  Birmann,  Bleuler,  Bodmer,
Descourtis,  Hegi,  Lamy,  Lory,  Meier,  Wetzel  etc.  werden  nicht
verfehlen,  das  internationale  Sammler-Publikum,  besonders  aber
die  Ludwig  Richter-Gemeinde  im  höchsten  Masse  zu  interessieren. ­

(Rud.  Bangel  G.  m.  b.  H.  in  Frankfurt  a.  M.)  versteigert, ­
  wie  schon  gemeldet,  im  Anschluss  an  die  Frühjahrsmesse ­
  am  11.  April  die  Sammlung  erster  alter  Meister  des  verstorbenen, ­
  früher  in  London  ansässig  gewesenen  Professors
Dr.  M  i  c  h  e  1  s  o  n.  Die  Kollektion  enthält  einige  hervorragende
Werke  niederländischer,  deutscher,  französischer  und  italienischer
Herkunft,  so  von  A.  v.  Dyck  einen  anerkannten  frühen  hl.  Sebastian ­
  und  eine  kleine  aber  äusserst  eindringliche  Grablegung
Christi,  von  Cranach  eine  1548  datierte  Lucretia,  weiters
Bouchers  vorzüglich  komponierte  Marquise  de  Pompadour  auf
dem  Ruhebett  (1743),  zwei  wuchtige  Patriarchen  von  Jakob
J  o  r  d  a  e  n  s,  eine  höchst  interessante  Bauernszene  des  oft  mit
Breughel  verwechselten  Marten  van  Cleve,  ein  sympathisches
Frauenporträt  von  Barth,  v.  d.  Heist  (datiert  1659),  Arbeiten
von  Berchem,  Rachel  Ruyscb,  Philipp  van  Dyck,  W.  v.  d.  Velde,
v.  Goyen,  von  Italienern  unter  anderem  ein  grosses  Konzert
von  C  a  n  t  a  r  i  n  i.  Weiterhin  gelangen  Handzeichnungen
erster  Meister  der  deutschen,  holländischen,  französischen  und
italienichen  Schule  des  16.  bis  18.  Jahrhunderts  zur  Versteigerung.
Der  reich  illustrierte  Katalog  Nr.  1030  ist  bereits  erschienen.
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AUSSTELLUNGEN.
Brünn.  Mährischer  Kunstverein.  Ausstellung  der
Prager  Künstlervcrcinigung  M  a  n  e  s.
Berlin.  Graphisches  Kabinett  J.  B.  Neumann.  Brömse-Ausstellung
  und  36  Radierungen  von  Eduard  Manet.
            
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