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MAK

Full text : Jahrgang 15 (1923) (8)

Seite  60

Internationale  Sammler-Zeitung

Nr.  8

Die  Reihe  dieser  in  Kupferdruck  hergestellten  Marken  wird  aus
neun  Werten  (100,  120,  160,  180,  200,  240,  400,  600  und  1000  K)
bestehen,  der  amtliche  Verschleißpreis  wird  das  Sechsfache
des  Nennwertes,  der  Preis  eines  Satzes  daher  18.000  Kronen
betragen.  Die  Marken  zeigen  in  der  Reihenfolge  der  angegebenen
Werte  Ansichten  aus  Bregenz,  Salzburg,  Fisensiadt,  Klagenfurt,
  Innsbruck,  Linz,  Graz,  Melk  und  Wien.  Die  Markenwerte
und  Markenbilder  sind  nach  der  Einwohnerzahl  der  Bundesländer
gereiht,  aufsteigend  vom  Bundesland  mit  der  kleinsten  Einwohnerzahl. ­
  Die  Auflagenhöhe  ist  mit  190.000  Sätzen
festgesetzt,  darüber  hinaus  werden  noch  zwischen  15.000  und
50.000  Stück  jedes  Einzclwertes  ausgegeben.  Außerdem  werden
in  künstlerisch  äusgestatteten  und  mit  fortlaufenden  Nummern
1  bis  250  versehenen  Mappen  Sätze  ausgegeben,  die  auf
Japanpapier  gedruckt  sind  (Vorzugsdrucke).  Jede  Mappe
enthält  einen  ganzen  Satz.  Die  Mappen  tragen  die  eigenhändige
Fertigung  des  Graphikers  Dr.  Rudolf  J  u  n  k  und  des  Kupferstechers ­
  Professor  Ferdinand  S  c  h  i  r  n  b  o  c  k,  von  denen  der
Entwurf  und  Stich  herrührt.  Der  Satzpreis  für  diese  Vordrucke
beträgt  250.000  K.  Einzelne  Werte  solcher  Vorzugsdrucke  werden
nicht  abgegeben.  Der  Verkauf  der  Wohltätigkeitspostmarken  wird
durch  einzelne  Postämter  in  den  genannten,  nach  Bedarf  auch
in  anderen  Orten  und  durch  die  „Geschäftsstelle  für  Wohltätigkeitspostmarken, ­
  W  i  e  n,  I.,  Dominikanerbastei  15“  durchgeführt.
Bei  dieser  G  eschäftsstelle  können  Vorausbestellungen
gemacht  werden,  jedoch  nur  auf  vollständige  Sätze  zu  18.000  K.
Sie  sind  nur  s  c  h  r  i  f  11  i  „  h  mit  eingeschriebener  Postkarte ­
  während  der  Zeit c  vom  23.  April  bis  einschließlich  3.  Mai
zulässig  und  an  die  erwähnte  Geschäftsstelle  zu  richten.  Die
Vorzugsdrucke  werden  nur  auf  abgesonderte  Bestellung  abgegeben. ­
  Die  Voreinsendung  von  Geld  hat  nicht  stattzufinden.  Der
A  u  f  g  a  b  e  s  c  h  e  i  n  ist  aufzubewahren,  da  die  Marken
nur  gegen  Einziehung  des  Aufgabescheines  ausgefolgt  werden.
Unmittelbare  Bestellungen  aus  dem  Auslande  bleiben  unberücksichtigt ­
  V  o  r  dem  23.  ds.  oder  nach  dem  3.  Mai  zur  Post
eingelieferte  inländische  Bestellungen  werden  nur  dann  berücksichtigt, ­
  wenn  die  verfügbare  Satzanzahl  durch  die  rechtzeitig
eingebrachten  Bestellungen  nicht  auigebraucht  ist.

VERSCHIEDENES.
(Die  große  Düsscldorfer  Kunstausstellung.)  Dieser
Tage  hat  eine  Versammlung  Düsseldorfer  Künstler  beschlossen,
in  diesem  Jahre  eine  große  Düsseldorfer  Kunstausstellung  zu
veranstalten.  Dabei  soll,  was  besonders  erfreulich  ist,  die  künstlerische ­
  Einheitsfront  wieder  hergestellt  werden;  der  linke  Flügel,
„Das  junge  Rheinland“,  und  der  rechte  Flügel,  der  Düsseldorfer
Künstlerschaft,  die  „Arbeitsgemeinschaft  bildender  Künstler“,
werden  nach  der  vorjährigen  Trennung  wieder  gemeinsam  ausstellen. ­

(Gemäldediebstahl.)  Aus  der  Ausstellung  der  Galerie
Alfred  Flechtheim  in  Berlin  wurde  ein  Gemälde  von  Eugen
Zak  gestohlen.  Es  stellt  einen  weiblichen  Kopf  in  blau-grünen
Tönen  gemalt  dar.  Bezeichnet  ist  es  links  oben  mit  „Eug.  Zak“.
Bildgröße  ohne  Rahmen  Höhe  40  cm,  Breite  32  cm.  Das  Bild
befand  sich  in  einem  Goldrahmen  unter  Glas.

MUSEEN.
(Von  den  Berliner  Muse  e  n.)  Das  Kupferstichkabinett ­
  hat  eine  Anzahl  von  etwa  70  besonders  guten  Slewogt-Drucken
  erhalten,  Probedrucke  und  frühe  Zuständsdrucke  von
Radierungen  und  Steindrucken,  Bildnissen,  Illustrationen  usw.
Der  Berliner  Sammler  B  e  n  a  r  i  c  schenkte  der  graphischen
Sammlung  mehrere  Probedrucke  von  Holzschnitten  des  Dürerschiilers
  Schäufelein.  Von  anderer  Seite  erhielt  das  Kabinett
zwei  Zeichnungen  des  großen  Venezianers  T  i  e  p  o  1  o  geschenkt.
Studiendirektor  Dr.  Draeger  schenkte  der  islamitischen  Abteilung ­
  dieses  Museums  eine  Anzahl  bemalter  Fayencen,  Gläser,
Metallgegenstände,  Stückwerke  aus  persischen  Ausgrabungen,
aus  der  Zeit  des  frühen  und  des  spätem  Islam.  Das  S  c  h  1  o  firn ­
  u  s  e  u  m  erhielt  als'Gcschenk  drei  prachtvolle  Vasen  aus  einer
Berliner  Fayencefabrik  um  1720  von  Cornelius  Funcke.
VOM  KUNSTMARKT.
(Kupferstichversteigerung  bei  Hollstein  &
P  u  p  p  e  1.)  Die  Firma  Hollstein  «SPuppel  in  Berlin
W  15  versteigert  vom  7.  bis  9.  Mai  eine  große,  über  2000  Nummern ­
  umfassende  Kupferstichsammlung,  zum  Teil  aus  Doppelstücken ­
  des  Landesmuseums  in  Braunschweig  bestehend,
die,  das  15.  und  18.  Jahrhundert  umfassend,  einen  Ueberblick
über  die  Graphik  der  Jahrhunderte  gibt,  indem  sic  alle  Teckniken,
auch  eine  schöne  Kollektion  Handzeichnungen,  einschließt.  Die
Qualität  der  Blätter  ist  zum  größten  Teil  eine  hervorragende.
Von  den  alten  Meistern  sind  vor  allen  Dingen  Dürer,  Remb
  r  a  n  d  t  und  die  Klcinmeister  hervorzuheben.  Von  Dürer  seien
Adam  und  Eva,  Die  Geburt  Christi,  die  verschiedenen  Madon-ANTIKE



TAPISSERIEN

GOBELINS

VERDUREN

MUSEALE

TEPPICHE

Öffentliche  Bibliothek  Frankl
geöffnet  von  9  bis  6  Uhr.  Wien  I.,  Kohlmarkt  4

nen,  von  B  e  h  a  m  die  Jungfrau  mit  der  Birne,  aus  der  über
70  Nummern  umfassenden  Rembrandtkollektion  die  verschiedenen
Selbstbildnisse,  Der  Triumph  des  Mardochaeus,  Die  Verkündigung
an  die  Hirten,  Christus  in  Emmaus,  besonders  erwähnt.  Von  'den
übrigen  Meistern  nennen  wir  Altdorfer,  Baidung  Grien,  Bega-Berchem,
  Bol,  Bosch  van  Aken,  Bosse,  Brcughel,  Callot,  Cam.,
pagnola,  Cranach,  Dusart,  Goltzius,  Goudt,  Goyen,  Holbein,
Hollar,  Krug,  Lautensack,  Leyden,  Meckenem,  Nanteuil,  (Turenne,
Louis  XIV.  etc.),  Ostade,  Ploos  van  Arnstel,  Raitnondi,  Rüben-'.
Ruysdael,  Schongauer,  Wiericx,  Zeeman.  Das  18.  Jahrhundert  ist
durch  die  Künstler  Bartolozzi,  Boucher,  Decret,  Schmidt,  Tiepolo,
Watteau,  Wille,  Woollett  u.  a.  vertreten.  Der  Katalog  ist  mit  43
bildungen  geschmückt.
(Graphik  aus  fünf  Jahrhunderten.)  Das  Kunstantiquariat ­
  von  Amsler  &  Ruthardt  in  Berlin  W  8  versendet
einen  illustrierten  Katalog  der  104.  Versteigerung  über  schöne
und  seltene  Graphik  aus  fünf  Jahrhunderten,  die  bei  dieser
Firma  vom  15.  bis  17.  Mai  stattfinden  wird.  Der  Katalog  umfaßt ­
  ungefähr  1400  Nummern  und  enthält  viele  schöne  und
kostbare  Blätter  der  bekannten  großen  Meister  des  14.  bis  19.
Jahrhunderts,  sowie  auch  gute  Arbeiten  von  Künstlern  unserer
Zeit.  Es  ist  eine  Sammlung,  welche  aus  allen  Gebieten  und  aus
jeder  Epoche  gute  Beispiele  aufweist  und  daher  beim  Durchblättern ­
  des  Kataloges  einen.  Ueberblick  über  die  Geschichte
des  Kupferstichs  gestattet.  Figürliche  Darstellungen  religiösen
und  mythologischen  Inhalts  wechseln  mit  Bildnissen,  Landschaften ­
  und  Schilderungen  aus  dem  Volksleben.  Im  Anhang
dieses  Katalogs  befindet  sich  eine  Zusammenstellung  der  für
jeden  Graphik-Sammler  wichtigen  Handbücher,  w'elche  auch
für  die  sorgfältige  Bearbeitung  solcher  Kataloge  erforderlich
sind.  Diese.  Zusammenstellung  ist  eine  dankenswerte  Arbeit,
durch  die  der  Katalog  auch  wissenschaftliches  Interesse  empfängt ­
  und  voraussichtlich  allen  Sammlern  begehrenswert  sein
wird.
(Die'  Frühjahrsversteigerung  bei  C.  G.  Boerner.)
Soeben  ist  der  Katalog  der  diesjährigen  Frühjahrsversteigerung
von  C.  G.  Boerner  in  Leipzig  erschienen.  Ein  starker
Band  mit  16  Lichtdrucktafeln  und  einer  großen  Zahl  Textillustrationen. ­
  Beim  Durchblättern  des  Kataloges  fällt  zunächst  ein
wundervolles  Werk  der  Kupferstiche  und  Radierungen  Altdorfers ­
  im  Umfang  von  annähernd  1  0  Nummern  auf,  das
eine  ganze  Anzahl  großer  Seltenheiten  enthält,  vor  allem  zwei
landschaftliche  Radierungen  des  Meisters,  die  zu  den  gesuchtesten ­
  graphischen  Erzeugnissen  jener  Zeit  überhaupt  gehören.
Es  schließen  sich  die  fast  vollständigen  Werke  von  Barthel
Beham  und  Hans  Sebald  Beham  an,  von  denen  die
            
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