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Nr. 20 
Seite 156 
Internationale Sammler-Zeitung 
der Jahre 1914—1917 hat Vogel nahezu komplett zu 
sammengebracht. 
Von der Münzsammlung Vogel kommen zunächst 
nur die Reihen von Pfalz, Württemberg und Italien und 
etwas später Brandenburg und Braunschweig zur Ver 
steigerung. Hier offenbart sich Vogels Vorliebe für das 
Rarissimum. Stücke, wie der Taler Ludwig V. von der 
Pfalz, der Statthaltertaler Friedrichs II., das Doppeltaler 
klischee Wolfgangs von der Pfalz, der Dicktaler Ulrichs 
von Württemberg, der Dicktaler von Mergentheim, die 
Serie von Helfenstein, der Doppeltaler von Isny, der 
Scudo der Margarethe von Foix, der vierfache Tecton 
Philiberts von Savoyen, ferner die Taler Joachims I. 
und II. von Brandenburg, der zehnfache Dukaten des 
Walther von Plettenberg, der Braunschweiger dreifache 
Taler Christians von Minden, alles das sind Stücke, wie 
sie sich in deutschen Besitztümern nicht zum zweiten 
mal finden. 
GfironiR. 
AUTOGRAPHEN. 
(Nikischs NachlaßbeimLumpenhändler.) Im 
„Drachen“ teilt J. Dietrich mit, daß ein Leipziger Bürger 
einen großen Teil des Nachlasses von N i k i s c h beim Lumpen 
händler erstand —, das Kilo für fünfzig Pfennige. Darunter 
fanden sich Hefte mit eigenhändig geschriebenen Kompositionen 
Nikischs, persönlich gewidmete und handschriftlich signierte 
Partituren von P u c c i n i und Brahms, alte Photographien 
aus Nikischs erster Zeit und ähnliches . . . 
(Ein Manuskript Rollands in derNational- 
b i b 1 i o t h c k.) Romain Rolland hat der Nationalbibliothek 
in Wien das ganze Manuskript seines Romans „Clerambault“ 
mit der folgenden Widmung überreicht: „Eine freundliche Wid 
mung an die Nationalbibliothek, die mir als Quelle unsterblicher 
Musik und Menschlichkeit teuer ist — auch das Grausamste 
konnte sie nicht zerstören.“ Außer diesem Widmungsblatt ent 
hält der Titel das so charakteristische „L’un contre tous“ und 
die Widmung an die Mutter des Autors, worauf in der engen, 
überaus eigenartigen Schrift Rollands auf Oktavblättern der Text 
des ganzen Buches folgt. 
BIBLIOPHILIE. 
(B ü c h e r-V ersteigerung.)In der Buchhandlung Ludwig 
Röhrscheid in Bonn kommen am 16. und 17. Oktober alte 
Bücher zur Versteigerung, die einen lebhaften Wetteifer der 
Bibliophilen hervorrufen werden. Das Antiphonar, die Pergament 
handschrift eines holländischen Miniaturisten aus der Kölner 
Schule des 15. Jahrhunderts, und andere seltene Werke der kirch 
lichen Buchkunst, der Nürnberger Theuerdank von 1517 mit 
seinen Holzschnitten, eine Straßburger Passion von 1507, fran 
zösische Werke des 18. und 19. Jahrhunderts und moderne 
Graphik runden die Sammlung ab, in der auch eine Reihe von 
Autogrammen nicht fehlen. 
BILDER. 
(Ein wichtiger Grecofund.) Don Francisco R o - 
m a n, Bibliothekar in Toledo, hat einen für die Geschichte 
Grecos wichtigen Fund gemacht. Es gelang ihm, in den 
Archiven ein Verzeichnis der Werke des Künstlers aufzufinden. 
Dieses Verzeichnis ist von Grccos Sohn aufgestellt und enthält 
genaue Angaben über Titel, Umfang und Besteller von 200 
Werken des grüßten Toledaners, außerdem den Katalog seiner 
Büchcrsamrnlung. 
NUMISMATIK. 
(Die Münzen desOldenburgischen Fürsten 
hauses.) Die Sammlungen des früheren Großherzogs von 
Oldenburg, deren von Amsterdam aus erfolgende Auflösung 
schon öfters die Oeffentlichkeit beschäftigt hat, nimmt nächstens 
ihren Fortgang: eine Hallesche Münzhandlung kündigt für diesen 
Herbst eine große Versteigerung von Goldmünzen, Medaillen, 
von Oldenburger und Holsteiner Münzen aus dem Besitze des 
Oldenburger Fürstenhauses an. Es sind hauptsächlich die Stücke, 
die das Haus Oldenburg im Laufe der Jahrhunderte von seinen 
Verwandten aus Schweden, Dänemark und Rußland geschenkt 
bekam. Ein goldener Gnadenpfennig Gustav Adolf v. Schweden, 
den er dem Grafen Anton Günther von Oldenburg verlieh, 
emailliert und mit Diamanten besetzt, ist eine besondere Kost 
barkeit. Unter den schwedischen Medaillen, die bis 40 Dukaten 
das Stück schwer sind, stammen viele aus dem in Schweden 
selbst gewonnenen Golde und fehlen sogar im königlichen 
Münzkabinett in Stockholm. Eine erlesene dänische Medaille ist 
das goldene Porträt König Friedrichs 111., das er 1565 auf seinen 
Sieg über die Schweden auf der Astor-Heide prägen ließ. Zum 
Teil noch schwerer sind die goldenen Medaillen aus Rußland. 
Unter dem übrigen erwähnen wir eine große goldene Medaille 
von 418 Gramm Gewicht, dieder alte Kaiser Wilhelm 1871 aus Anlaß 
des Frankfurter Friedens dem damaligen Großherzog Nikolaus 
Friedrich Peter von Oldenburg geschenkt hatte. 
(D r. E d u a r d F i a 1 a f.) In P r a g ist am 7. Oktober 
der bekannte Numismatiker Dr. Eduard Fiala im 69. Lebens 
jahre gestorben. Fiala hinterläßt eine großartige Sammlung von 
Münzen und Medaillen Böhmens und der anderen slavischen 
Länder. Besonderes Interesse hatte er für die Gepräge der 
Przemysliden, die in seiner Sammlung denn auch in einer unge 
wöhnlichen Reichhaltigkeit anzutreffen sind. 
(Das Notgeld von Herne.) Aus Herne wird uns 
gemeldet: Der Stadt Herne sind bei der Einlösung ihres Not 
geldes große Verluste entstanden, deren Höhe auf 119.000 Gold 
mark geschätzt wird. In einer Erklärung der Stadtverwaltung 
zu dieser Angelegenheit heißt es: Bei der Nachzählung des zum 
30. September d. J. als letztem Einlösetag aufgerufenen Stadt 
notgeldes hat sich herausgestellt, daß ein Betrag von 115.484 
Goldmark mehr bei der Stadtkasse eingegangen ist, als ins 
gesamt Notgeld durch Druck hergestellt und verausgabt wurde. 
Zu diesem Betrag kommen noch kleinere Beträge, so daß sich 
ein Gesamtfehlbetrag von 118.628 Goldmark ergibt.“«Das städtische 
Rechnungsamt hat insgesamt 1,418.168 Goldmark in Druckauftrag 
gegeben. Die Staatsanwaltschaft hat auf Grund einer besonderen 
Anzeige die gerichtliche Untersuchung eingeleitet. 
Es ist anzunehmen, daß bald eine restlose Aufklärung erfolgen 
wird. 
VERSCHIEDENES. 
(Kunstpflege in Augsburg.) Augsburg läßt sich 
nunmehr auch die Pflege der bildenden Kunst angelegen sein. 
In großzügiger Weise hat sie die schöne, umfangreiche und 
wertvolle R öh re r s c h e Sammlung in Unterschondorf er 
worben, welche neben ägyptisch-syrischen und griechischen 
Kunstgegenständen eine große Anzahl Zeichnungen, Gemälde 
und Holzplastiken von Rokokomeistern, darunter verschiedene 
Augsburger, umfaßt. Auch für die Pflege zeitgenössischer Kunst 
wurde ein Etatposten heuer zum ersten Male ausgeworfen. 
(Kokoschka-Austeilung in Wien.) Am 13. Oktober 
eröffnete die Neue Galerie in Wien, I. Grünangergasse 1 — 
als Ergänzung der im Juli d. J. an der gleichen Stelle gezeigten 
graphischen Schau, eine Kollektivausstellung von Gemälden 
Oskar Kokoschka aus den Jahren 1907—1915. Die meisten 
der hier gezeigten Werke bilden das Material für die geplanten 
großen Auslandsausstellungen Oskar Kokoschkas, deren erste im 
Februar 1925 in Ne^w-Y^ork stattfindet. 
(Ein D ü r e r - E r f o 1 g.) Im Kunstverein für Böhmen 
(Rudolfinum) sind gegenwärtig gleichzeitig mit Radierungen der 
bekanntesten modernen Künstler die wunderschönen Albertina- 
Faksimile ausgestellt. Von der ausgestellten Graphik wurden bis 
jetzt drei Stück verkauft. Albrecht Dürers Handzeichnung 
„Junger Feldhase“ hat bereits den dreiundfünfzigsten Käufer ge 
funden. 
MUSEEN. 
(Ein abgelehntes Geschenk.) Wie man uns aus 
Köln meldet, ist die große künstlerische Stiftung des Herrn 
von Garvens in Hannover, über die wir seinerzeit Mitteilung 
machten, von der Kölner Stadtverwaltung abgelehnt worden. 
Die berühmte, etwa neunzig wertvolle Stücke aufweisende 
Gemäldesammlung, die der Besitzer unter im ganzen günstigen 
Bedingungen der Stadt für das Wallraf-Richartz-Museum ange- 
boten hatte, enthält unter anderem ausgezeichnete Bilder von 
Nolde, Jawlensky, Delauney, Paula Modersohn, v. Chagall, Ko 
koschka, Kirschner, Leger, Rousseau, Kandinsky, Munch, George 
Groß, Campendonk, Braque, Schmidt-Rottluff, Ensor, Klee, Franz 
Marc sowie eine Plastik von Archwenko. Mit der Annahme der 
Sammlung hätte man dem Wallraf-Richartz-Museum eine geradezu 
glänzende Erweiterung der modernen Abteilung verschafft. Für 
die Ablehnung werden finanzielle Gründe angegeben — es 
scheint jedoch zweifellos, daß die Stadt sich die hervorragende
	        
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