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MAK

Full text : Jahrgang 16 (1924) (21)

Nr.  21

Internationale  Sammler-Zeitung

Seite  167

voller  Möbel  auf  den  Markt.  Ein  Saal  zeigt  Mobiliar  der
italienischen  Renaissance  mit  zahlreichen  guten
Buffets,  einem  Refektorium  und  mehreren  anderen  Tischen,  Kabinettschränken, ­
  Majoliken  und  dergleichen,  in  zwei  anderen
Räumen  sind  deutsche  und  italienische  Möbel  aus  der  Zeit  von
zirka  1700  bis  1800  nebst  zahlreichem  Hausrat  und  Antiquitäten
dieser  Periode  untergebracht;  daneben  ein  Zimmer  enthält
französisches  und  englisches  Prunkmobiliar  von  1750  bis  1810.
In  der  Halle  befinden  sich  vorzügliche  süddeutsche  Renaissancemöbel. ­
  Insbesondere  sei  auf  die  große  Anzahl  von  Sitzgelegenheiten ­
  (Renaissancefauteuils  mit  und  ohne  Tapisserien,  Renaissancestühle, ­
  französische  und  englische  Louis  XVI.-Sessel  etc.)
hingewiesen.  Unter  den  zu  versteigernden  Bronzen  sei  die
Nr.  189  „Christus  am  Marterpfahl“  von  Giovanni  daBologna
hervorgehoben,  daneben  befinden  sich  einige  vortreffliche  venetianische
  Bronzen,  die  aus  der  Sammlung  Guggenheim
stammen.  Schließlich  kommt  bei  Glückselig  &  Wärndorfer  auch
diesmal  eine  große  Anzahl  von  Keramiken,  Metallgegenständen ­
  und  Textilien  zur  Versteigerung.
(Die  Miniaturensammlung  Warneck.)  Das
Kunstauktionshaus  Leo  Schidlof  in  Wien  bringt  am  19.  November ­
  den  zweiten  Teil  der  Miniaturensammlung  Warneck
zur  Versteigerung.  Hatte  schon  der  erste  Teil  der  Sammlung,
der  im  heurigen  Frühjahr  unter  den  Hammer  kam,  durch  die
hohe  Qualität  der  Stücke  die  Aufmerksamkeit  der  Liebhaber
auf  sich  gezogen,  so  erscheint  der  zweite  Teil  geradezu  als
eine  Revue  der  besten  Miniaturmaler  des  18.  Jahrhunderts.  Es
marschieren  auf  Künstler,  wie  Fragonard,  Augustin,  Brabey,
Dumont,  Hall,  Isabey,  Sucardi,  Vestier  und  wie  all  die  Vertreter ­
  der  Glanzzeit  der  Miniaturkunst  heißen.  Fast  ausnahmslos ­
  sind  es  Meisterstücke,  die  auf  kostbaren  Dosen  montiert  sind.
Der  Miniatursammlung  geht  am  17.  und  18.  November  eine
Versteigerung  voraus,  die  Gemälde  hervorragender  Meister  des
19.  Jahrhunderts,  darunter  Bilder  von  Rudolf  v.  Alt,  A.  Achenbach, ­
  Dielmann,  Marko  sen,  Fresenius,  Lenbach  'und  Waldmüller, ­
  ferner  den  reichhaltigen  künstlerischen  Nachlaß  Wilh.
Richters,  eine  Altwiener  Porzellansammlung,  Möbel,  Arbeiten ­
  in  Glas  und  Silber,  eine  Tapisserieverdure  u.  a.  enthält.
(Kunsthandlung  Fromme.)  Die  Kunsthandlung
Fromme  in  Wien  teilt  uns  mit,  daß  einer  ihrer  bisherigen
Chefs,  Herr  Georg  Fromme,  aus  der  Firma  ausgeschieden  ist.
Alleininhaber  der  Firma  ist  nun  Herr  Hermann  Fromme,  der
schon  unter  Wawra  die  Kunsthandlung  mit  Erfolg  geleitet  hat
und  sich  durch  sein  Verständnis  für  die  Bedürfnisse  des  Marktes,
wie  durch  sein  konziliantes  Wesen  einen  großen  Kundenkreis ­
  im  In-  und  Ausland  erworben  hat.  Herr  Hermann  Fromme
dient  vielen  unserer  hervorragenden  Sammler  als  Vertrauensmann ­
  bei  Auktionen  in-  und  außerhalb  Wiens;  wir  erinnern  nur
daran,  daß  er  bei  der  vorjährigen  Alt-Auktion  bei  Boerner  in
Leipzig  den  größten  Teil  der  Aquarelle  für  Wiener  Sammler
erstanden  hat.
(Die  Einrichtung  eines  baltischen  Schlosses)  wird
durch  eine  Auktion  beim  Kunstauktionshaus  Matth.  Lempertz
in  Köln  am  20.—22.  November  unter  den  Hammer  kommen.
Altes  Kunstgewerbe  aus  fürstlichem  Besitz,  sowie  Doublettenbestände
  eines  Museums  sind  hinzugekommen,  um  das  Ganze
abzurunden.  Die  stattliche  Reihe  von  zirka  170  Möbeln  bietet
treffliche  Beispiele  für  den  ostdeutschen  Möbelstil  von  der  Mitte
des  18.  Jahrhunderts  bis  zum  ausgehenden  Klassizismus.  Es
handelt  sich  mit  wenigen  Ausnahmen  um  fournierte  und  eingelegte ­
  Möbel  der  angegebenen  Stilperiode:  Komplette  Zimmer-Einrichtungen,
  große  imposante  Kleider-  und  Leinwandschränke,
Schreibschränke  und  Kommoden,  zierliche  Sitz-  und  Polstermöbel. ­
  Am  zweiten  Auktionstage  werden  kostbare  Silber-  und
Gold  sch  miede  arbeiten  aus  dem  16.  bis  18.  Jahrhundert  ausgeboten, ­
  sowie  eine  Anzahl  guter  Porzellane  von  Meißen,
deutsche  Enghalskrüge  aus  Fayence  von  Frankfurt  und  Hanau,
Steinzeugkrüge  von  Siegburg,  Raeren,  Westerwald.  Der  dritte
Auktionstag  umfaßt  eine  Kollektion  von  zirka  350  o  s  t  a  s  i  ati
  sehen  Kunstsachen:  Frühchinesische  Grabkeramiken  von
höchster  Bedeutung,  Porzellan  und  Steinzeug  von  der  Mingdynastie
  bis  zum  Anfang  des  19.Jahrh.,  eine  Reihe  alter  Buddhafiguren ­
  und  sonstiger  Bronzen,  zirka  80  Netzuke  und  Okimono
etc.  Besonders  erwähnenswert  ist  ein  sehr  großer  flandrischer
Gobelin  von  etwa  1680  mit  sehr  vielen  Figuren  in  reich  abgestufter ­
  Landschaft,  der  am  ersten  Tag  nach  den  Möbeln  zum
Ausgebot  gelangt.
(Die  Frankentaler  Porzellan-Sammlung
Wurz.)  Am  9.  Dezember  und  den  folgenden  Tagen  kommt  bei
Rudolph  L  e  p  k  e  in  B  e  r  1  i  n  die  Sammlung  des  kürzlich  verstorbenen ­
  Herrn  Jean  Wurz  aus  Mannheim  zur  Versteigerung.
Es  handelt  sich  um  eine  ausgesprochene  Spezialsammlung,  wie
sie  noch  kaum  auf  dem  Kunstmarkt  erschienen  ist.  Sie  ist  dem
Frankentaler  Porzellan  gewidmet,  enthält  namentlich
ganz  außergewöhnliche  Gruppen  —  zum  Teil  Unica  —  und  gibt
überhaupt  ein  abgerundetes  Bild  über  die  Früh-  und  Blütezeit
der  pfälzischen  Manufaktur,  deren  Erzeugnisse  ja  zu  den  reizvollsten ­
  Schöpfungen  deutscher  Porzellankunst  gehören.  Vieles

aus  der  Sammlung  ist  durch  die  große  Publikation  von  F.  A.
H  o  f  f  m  a  n  n,  München,  die  zahlreiche  Abbildungen  aus  ihr  enthält, ­
  auch  weiteren  Kreisen  bekannt  geworden.  Wir  wollen,
sobald  uns  der  Katalog  vorliegt,  auf  die  Sammlung  noch  zurückkommen. ­


AUSSTELLUNGEN.
München.  S  t  a  a  t  s  g  a  1  e  r  i  e.  50  Jahre  deutsche  Malerei.
—  Hans  Goltz.  Sommer-Ausstellung.
Wien.  Neue  Galerie.  Oskar  Kokoschka.

AUKTIONEN.
3.  bis  5.  November.  Wien.  G  lüc  k  se  1  igu.  Wärndorfer.
Italienisches  und  österreichisches  Mobiliar  etc.  des  17.  u.  18.  Jahrh.
3.  bis  5.  November.  Berlin.  Hollstein  ÄPuppel.  Kupferstiche ­
  alter  Meister,  darunter  umfangreiche  Werke  von  Dürer,
Rembrandt  und  ein  fast  komplettes  Werk  von  Ostade  in  frühen
Plattenzuständen.
4.  und  5.  November.  Frankfurt  a.  M.  Leo  Hamburger.
Sammlung  Geheimrat  Vogel  (Chemnitz)  I.  Abt.,  Kunstmedaillen.
5.  und  6.  November.  München.  Hugo  H  e  1  b  i  n  g.  Antiquitäten, ­
  alte  Möbel,  alte  Gemälde  usw.,  vorwiegend  aus  süddeutschem ­
  Privatbesitz.
5.  bis  8.  November.  Wien.  Dorotheum.  Freiherrliche
Riesenfels’sche  Familien-Fideikommißbibliothek.  Schloß
Seisenegg.  1.  Teil.
6.  und  7.  November.  München.  Galerie  H  e  1  b  i  n  g.  Antiquitäten ­
  aller  Art.
10.  November.  Frankfurt  a.  M.  Leo  Hamburger,  Geheimrat ­
  Vogel,  II.  Abt.,  Pfalz,  Württemberg  und  Italien.
10.  und  11.  November.  Berlin.  Paul  Graupe  (Berlin)  und
Emil  Hirsch  (München)  Bibliothek  Viktor  Manheimer.
Von  Gottsched  bis  Hauptmann.
10.,  11.,  13.  und  14.  November.  Wien.  Palais  Batthyany.
I.,  Bankg.  8,  durch  das  Dorotheum.  Kunstmobiliar  des.  17.,
18.  und  19.  Jahrhunderts.  Holzskulpturen,  Teppiche,  Bronzen,
Gemälde  alter  und  moderner  Meister,  Kupferstiche,  Stoffe,  Ostasiatisches ­
  Kunstgewerbe.
11.  November  u.  f.  T.  Berlin.  Rudolph  Lepke.  Modernes
Mobiliar  und  Kunstgewerbe.
11.  bis  14.  November.  Bonn.  M.  Lempertz.  Büchersammlung ­
  aus  altem  rheinischem  Adelsbesitz.
13.  November.  Leipzig.  C.  G.  Boerner.  Handzeichnungen
alter  und  neuer  Meister  des  15.—19.  Jahrhunderts,  dabei  die
Handzeichnungssammlung  des  verstorbenen  Geheimrates  A.
Köster  (Leipzig).
14.  und  15.  November.  Leipzig.  C.  G.  Boerner.  Kupferstiche ­
  des  15.—18.  Jahrh.,  Dubletten  des  Britischen  Museums
und  der  Albertina.  Goya-Sammlung  Dr.  Jul.  Hofmann  f  (Wien).
17.  und  18.  November.  Wien.  Leo  Schidlof.  Gemälde
erster  Meister,  vorwiegend  des  19.  Jahrh.  —  Künstler.  Nachlaß
Wilhelm  Richter.  Altwiener  Porzellansammlung,  Möbel  etc-17.
  u.  18.  November.  Zürich.  Hugo  Helbing  (München)  und
Messikommer  (Zürich)  Sammlung  Dr.  Theo  Frick,  Zürich.
18.  bis  20.  November.  Luzern.  Gilhofer  &  Ranschburg.
  Kupferstiche  aus  fürstlichem  und  anderem  Privatbesitz.
19.  November.  Wien.  Leo  Schidlof.  Miniaturensammlung ­
  Warn  eck  f.  (2.  Teil.)
20.  bis  22.  November.  Wien.  Dorotheum.  Gemälde
alter  und  moderner  Meister,  Aquarelle,  Miniaturen,  Skulpturen,
Antiquitäten,  Kunstmobiliar,  Altwiencr-Silbergeräte,  Teppiche,
Bronzen.
20.  bis  22.  November.  Köln.  Math.  Lempertz.  Baltische
Schloß-Einrichtung,  Deutscher  Fürsten-  und  Museumsbesitz,
Möbel  des  Barock  und  Klassizismus,  altes  Kunstgewerbe,
Ostasiatica.
24.  bis  26.  November.  Wien.  Glückselig  und  Wärndorfer. ­
  Nachlaß  Regierungsrat  Kail.  Ostasiatische  Sammlung. ­
  Netsukcs,  Lacke,  Keramik,  Schwerter  etc.
25.  u.  26.  November.  Berlin.  Rudolph  L  e  p  k  e.  Antiquitäten
Gemälde  alter  und  neuerer  Meister.
25.-27.  November.  Hannover.  Hans  v.  d.  Porten  und
Sohn  Sammlung  Becker  (Schwerin)  mit  einer  Auswahl  deutscher
Meister  des  19.  Jahrhundert,  moderne  Franzosen  und  moderne
Graphik.
27.  und  28.  November.  Berlin.  Max  Perl.  Sammlung
Paul  Davidsohn,  Berlin-Grunewald,  Bildnisminiaturen,  Gemälde, ­
  Porzellane,  Manuskripte,  Buchminiaturen,  Kunstbibliothek.
Ende  November.  Zürich.  Hugo  H  e  1  b  i  n  g  (München)  und
Messikommer  (Zürich)  Bibliothek  Prof.  Dr.  Saitschick.I.Abt.
Deutsche  Literatur.
            
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