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MAK

Full text : Jahrgang 16 (1924) (24)

Seite  190

Internationale  Sammler-Zeitung

Nr.  24

Unterrichtsministcr  beantragt,  daß  die  Sammlung  gesetzlich  der
Szechßnyi-Sammlung  des  Nationalmuseums  angegliedert  und  als
separate  Gruppe  unter  der  Bezeichnung  Bibliotheca  Hungaria
Apponyana  geführt  werde.  In  der  Sammlung  sind  Zeitungen
aus  dem  Jahre  1474,  die  über  Ungarn  schreiben,  und  die  Jahrgänge ­
  jener  vier  deutschen  Zeitungen  enthalten,  die  über  die
Schlacht  bei  Mohacs  und  die  nachfolgenden  Epochen  berichten.
(Erstdrucke  von  K  o  p  e  r  n  i  k  u  s.)  Aus  Moskau
wird  uns  berichtet:  Die  öffentliche  staatliche  Bibliothek  in
Sowjetrußiand  übernahm  eine  Partie  von  Büchern  aus  dem
16.  Jahrhundert.  Darunter  wurden  einige  sehr  bedeutende  Exemplare ­
  von  Erstdrucken  der  Arbeiten  von  Kopernikus
gefunden.
NUMISMATIK.
(M  ü  n  z  e  n  f  u  n  d.)  Im  Anwesen  des  Gasthofes  „zum
wilden  Mann“  in  Pfreimd  (Bayern)  wurden  400  Silbermünzen
aus  dem  17.  Jahrhundert  gefunden.  Die  Münzen  tragen  den
Namen  der  Landgrafen  von  L  e  u  c  h  t  e  n  b  e  r  g,  die  von  1332
bis  1632  die  Herrschaft  über  die  Stadt  innehatten.
(Der  Schatz  in  d  e  r  H  ö  h  1  e.)  Ein  englischer  Geistlicher ­
  fand  in  einer  Höhle  in  Staffordshire  einen  aus
Münzen  und  drei  goldenen  Ringen  bestehenden  Schatz.  Die
Sachen  stammen  aus  dem  neunten  Jahrhundert  n.  Chr. r  die
Münzen  aus  den  Regierungszeiten  der  angelsächsischen  Könige
Alfred,  Et  helred  u.  a.  Interessant  ist,  daß  nach  englischem
Gesetz  ein  „coroner’s  inquest“  gehalten  wurde  (wie  es  gleicherweise ­
  nach  einem  Mord,  Selbstmord  usw.  stattfindet),  um  zu
entscheiden,  welcher  Art  der  Fund  sei.  Entscheidet  die  Jury,
daß  es  „verstecktes  Gut“  ist,  so  fällt  es  an  die  Krone,  ist  es
nur  verlorenes,  so  fällt  es,  falls  sich  kein  Eigentümer  meldet,
an  den  Finder.
PHILATELIE.
(Neue  österreichische  Marken.)  Die  neue
Portoerhöhung  brachte  eine  Anzahl  neuer  Werte  u.  zwar  erschienen ­
  700  K  braun  (Aehrenmuster),  800  K  violett  (Aehren),
1500  K  orange  (Hammer  und  Zange)  und  4000  K  dunkellila  auf
blauem  Papier  der  altösterreichischen  Levantemarken.
(Camoes-Marken.)  Portugal  hat  die  angekündigte
Cainoes-Serie  ausgegeben.  Es  liegen  folgende  Werte  vor:
2  Centavos  hellblau,  3  C.  orange,  4  C.  grau,  5  C.  gelbgrün,  6
C.  kirschrot,  alle  Werte  mit  der  Abbildung  Camoes'  in  Ceuta.
8  C.  rotbraun,  10  C.  blauviolett,  15  C.  olivgrün,  16  C.  weinrot,
20  C.  rotorange.  Darstellung:  Camoes  rettet  die  Lusitiaden  vor
dem  Schiffbruch.  25  C.  hellila,  30  C.  schwarzbraun,  32  C.  blaugrün, ­
  40  C.  ultamarin,  48  C.  bräunlichlila.  Abbildung:  Brustbild
des  Dichters.  50  C.  zinnober,  64  C.  grün,  75  C.  violett,  80  C.
gelbbraun,  96  C.  karmin.  Darstellung:  Titelblatt  der  ersten  Ausgabe ­
  der  Lusiaden.  Umschrift:  „Die  Lusiaden  von  Louis  de
Camoes.  Mit  königlichem  Privilegium.  Gedruckt  in  Lissabon
mit  Genehmigung  der  Heiligen  Inquisition  und  des  Ordinariates:
im  Hause  des  Antonio  GoQalncz,  Buchdrucker  1572“.  1  Escudo
schiefer,  1.20  E.  sepia  1.50  E.  Scharlach,  1.60  E.  schwarzblau,
2.  E.  hellolivgrün.  Darstellung:  Die  letzten  Augenblicke  Camoes’.
2.40.  E.  blaugrün:  grün,  3  E.  dunkelblau:  blau,  3.20  E.  schwarz:
grünlich  4.50  E.  schwarz:  gelb,  10  E.  sepia:  rosa.  Darstellung:
Grab  des  Dichters.

VOM  KUNSTMARKT.
(Ein  unbekannter  Waldmüller.)  Das  Dorotheum ­
  in  Wien  bringt  in  seiner  nächsten  Kunstauktion,  die
am  15.,  17.  und  19.  Dezember  vor  sich  geht,  neben  zwei  hervorragenden ­
  Werken  Waldmüllers,  dem  „Alten  Bettler  mit
seinem  Sohn“  und  einem  „Stilleben“  mit  figural  getriebenem
Silberpokal,  einer  blauen  Fayencevase  mit  roten  Rosen  und
.Maiglöckchen  ein  bisher  unbekanntes  Gemälde  des  Künstlers
„Seifenblasen“,  das  von  Dr.  Frimmel  expertisiert  und  auf
50  Millionen  geschätzt  ist.  Außerdem  finden  wir  in  der  Sammlung ­
  sehr  gute  Arbeiten  von  Benczur  (DerHühnerdieb),  Rud.
Fuchs  (Salome),  Fritz  Oswald,  Emil  Jakob  Schindler
und  anderen.  Die  Abteilung  Aquarelle  und  Miniaturen  verzeichnet ­
  Namen  wie  Rudolfv.  Alt,  Daffinger,  Griepenkerl.
Von  Balthasar  Wiegand  ist  eine  Serie  seiner  geschätzten  Altwiener ­
  Ansichten  vorhanden.  Die  Antiquitäten  bieten  eine  reiche
Auswahl  an  Prunkkrügen,  Leuchtern,  Uhren,  Möbeln  etc.,  darunter ­
  ein  Empire-Herrensalon,  der  aus  der  Möbelfabrik  M.  Danhauser ­
  in  Wien  stammt  und  um  1820  verfertigt  wurde.
(Kunstwerke  auf  Teilzahlung.)  Die  Werkhilfe
bildender  Künstler,  eine  im  Neuen  Rathaus'  von  B  e  r  1  i  n  -
Schöneberg  eingerichtete  gemeinnützige  Organisation,  die
Zweigstellen  in  München,  Leipzig  und  Frankfurt  a.  M.  besitzt,
übernimmt  den  Verkauf  von  Kunstwerken  auf  T  e  i  1  z  a  h  1  u  n  g.
Die  Einrichtung  gibt  den  Künstlern  die  Möglichkeit,  Freunden
ihrer  Werke,  deren  wirschaftliche  Sicherheit  allerdings  verbürgt

sein  muß,  ihre  Arbeiten  zu  verkaufen,  auch  wenn  diese  Kunstfreunde ­
  zurzeit  nicht  über  die  nötigen  Barmittel  verfügen.  Der
Verkauf  erfolgt  durch  die  Werkhilfe  durch  Kaufvertrag;  nach
dessen  Abschluß  wird  dem  Künstler  sofort  die  volle  Kaüfsumme
ausgezahlt.  Der  Käufer  hat  ein  Drittel  der  Kaufsumme  als
Anzahlung,  den  Rest  in  Raten  direkt  an  die  Werkhilfe  abzuführen. ­
  Für  die  entstehenden  Unkosten,  besonders  die  Zinsen
und  etwaige  Verluste,  werden  25  Perzent  der  Verkaufssumme
erhoben,  die  in  die  Kaufsumme  eingerechnet  werden.
(Eine  neue  S  c  h  i  d  1  o  f  -  A  u  k  t  i  o  n.)  Durch  den  außerordentlichen ­
  Erfolg  ermutigt,  den  die  (an  anderer  Stelle  besprochene) ­
  Miniaturenauktion  War.neck  hatte,  veranstaltet  das
Kunstauktionshaus  Leo  Schidlof  noch  vor  Weihnachten  (17.
bis  19.  Dezember)  eine  neue  Auktion.  Sie  bietet  eine  ganze  Anzahl ­
  ausgezeichneter  Oelgemälde,  Miniaturen  und  Kupferstiche:
ihr  Schwergewicht  liegt  aber  in  den  Gläsern  und  Porzellanen.
Seit  der  Auktion  Max  Strauß  ist  in  Wien  keine  Giassammlung
von  solcher  Qualität  versteigert  worden,  wie  die  jetzt  unter  den
Hammer  kommende  Sammlung  des  Sektionschefs  a.  D.  Doktor
Moriz  Ertl.  Der  Katalog  verzeichnet  163  Nummern,  unter  denen
sich  prachtvolle  Ranftbecher  mit  Ansichten  von  Kothgasser,
Arbeiten  von  Egermann  u.  a.  befinden.  Unter  den  Porzellanen
sind  Alt-Wien,  Meißen,  Ludwigsburg,  Paris  und  Herend  gut
vertreten.  Die  Abteilung  Gemälde  weist  folgende  klangvolle
Namen  auf:  Julius  von  Blaas  (Der  Pferdemarkt),  Jaroszynski
(Eine  böse  Geschichte),  ten  Kate  (Die  Gratulanten),  Ranftl
(Liebespaar),  Albert  Theer  (Zwei  Seestücke);  ein  nicht  signiertes ­
  Damenporträt  ist  wohl  als  ein  Werk  des  älteren  Lampi
anzusprechen.  Unter  den  Kupferstichen  ragen  Blätter  von  Valentin ­
  Green,  Janinet,  Angelika  Kauffmann,'  Moreau,  le  Jeune,
Morland,  Reynolds,  Smith,  Ward  und  Wheatley  hervor;  die
Miniaturenabteilung  ist  von  Künstlern,  wie  Anreiter,  Barrois,
Engleheart.  Le  Gros,  Peter  Rochard,  Saar,  Robert  Theer  und
Vernet  vorzüglich  bestritten.
(Versteigerung  bei  Ja  c.  Hecht  in  Berlin.)  Die
am  2.  und  3.  Dezember  bei  Jac.  Hecht  in  Berlin  durchgeführte ­
  Auktion  (siehe  die  Besprechung  in  Nr.  23)  nahm  bei
reger  Beteiligung  von  Sammlern  und  Kunstfreunden  einen  sehr
flotten  Verlauf.  Preise  über  10  0  Millionen  G  o  1  d  m  a  r  k
erzielten:  Nr.  26  Große  Satsuma-Deckelvase  225.  Nr.  28  Große
Satsuma-Cloisonnevase  180.  Nr.  30  Satsuma  -  Schüssel  115.
Nr.  32  Desgl.  210.  Nr.  33  Perserteppich,  Schirwan,  180  <110  cm
350.  Nr.  46  Silberne  .  Keksdose,  Louis-XVI.-Form,  250  g.  110,
Nr.  47  Silberner  Zuckerkasten,  Empire,  375  g.  120.  Nr.  61  Silberne ­
  Teekanne,  Louis  XVI.-Stil,  350  g.  120.  Nr.  71  Goldener
Empirering  mit  Miniatur  unter  Glas  185.  Nr.  85  Japan.  Paravent
515!  Nr.  86  Girandole,  Bronze  510.  Nr.  88-89  Ein  Paar  altchinesische ­
  Bronzevasen  215.  Nr.  90-91  Desgl.  280.  Nr.  96  Biedermeier-Vitrine ­
  230.  Nr.  106  Barock-Kommode  210.  Nr.  115  Englische ­
  Standuhr,  1.  H.  18.  J.  400.  Nr.  116  Maurisches  Tischchen
135.  Nr.  134  Meganck,  Berglandschaft  185.  Nr.  136a  Molenaer,
  Holland.  Flußlandschaft  2150.  Nr.  136b  Breketenkam,
Auf  der  Diele  eines  holländischen  Hauses  sitzt  eine  Alte  in
dunkelbraunem  Kleid  1610.  Nr.  146  Silberne  Psombiichse,  70  g.
105.  Nr.  155-156  Zwei  Empireleuchter  300.  Nr.  159  Lapis  Lazuli-Ei
  in  Gold  montiert  105.  Nr.  162  Empire-Bronze-Schreibzeug  100.
Nr.  177  Pallas  Athene,  Meißen,  Kandier  750.  Nr.  178  Porzellan-Terrine,
  Berlin,  2.  H.  18.  J.  105.  Nr.  188  Gr.  Tischlampe,  auf
japan.  Vase  180.  Nr.  196-197  Zwei  Bronze-Kandelaber  110,
Nr.  199  Elfenbein-Miniatur  um  1840,  russischer  Meister  130.
Nr.  214  Spitzweg,  „Die  Vision“,  unverkauft,  geboten  bis  4250.
Nr.  219Verveer,  Holländische  Dorfansicht  270.  Nr.  220  Gentz,
Szene  aus  dem  russisch-türkischen  Krieg  265.  Nr.  222  T.  Hagen,
An  den  Ufern  eines  Fiußes  eine  Reihe  alter  Häuser  210.  Nr.  223
Ernst  Wenck,  „Mutter  und  Kind“,  Bronze  175.  Nr.  226  Französisch ­
  um  1840,  Ländliches  Interieur  120.  Nr.  228  R.  Duschek,
Seelandschaft  mit  Fischerhäuschen  ICO.  Nr.  231  Scheuerer,
Holzskulptur,  Bildnis  Adex.  v.  Humboldt  115.  Nr.  248  Römischer
Gladiator  aus  Bronze  100.  Nr.  250  Schirwan,  160X100  cm  195.
Nr.  252  Mossul,  182X106  cm  190.  Nr.  253  Lederkassette,  Früh-Renaissance
  100.  Nr.  254  Lehnsessel,  altes  Louis-XVI.-Gestell
300.  Nr.  259  Pieter  Claeis,  Maler  des  16.  J.,  „Der  junge  Feldherr ­
  David“  250.  Nr.  261  Holzskulptur,  Halbfigur  eines  Erzbischofs, ­
  17.  J.  115.  Nr.  334  Miniatur  in  Lederetui,  Damenporträt
135.  Nr.  351a  Gr.  Kourobut  Holzschnitzereien  200.  Nr.  363
Salongarnitur,  Rokoköstil  150.  Nr.  381  Nach  Van  der  Neer,
Holländ.  Kanallandschaft  100.  Nr.  465c:d  Zwei  Delfter  Flaschenvasen ­
  130.  Nr.  501-503  Drei  Satsumavasen  175.  Nr.  508  Ewige
Lampe,  Silber,  Rennaissancestil  100.  Nr.  537-540  Vier  Aquarelle
vom  Grafen  Kesselstadt  130.  Nr.  561  Verdurn,  2X2'40  m  625.
Nr.  620b  Barockschrank  500.  Nr.  633  Pastcllbüdnis  einer  Dame
nach  Vigee-Lebrun  130.  Nr.  637  Messingkrone,  Renaissancestil
200.  Nr.  658  Madonna  mit  Kind,  Holzskulptur,  Spätgothik  175.
Nr.  659/660  Zwei  Empireleuchter  175.  Nr.  667a/b  Frankfurter
Maler  um  1740,  Wintervergnügen  und  Ländliches  Paar  105.
Nr.  670  Antwerpener  Schule  um  1620,  Grablegung  Christi  120
und  Nr.  775/776  Schiller,  Gedichte,  2.  F.,  Leipzig,  Crusius  und
Schlegel,  Charakteristiken  und  Kritiken  1801,  M  150.
            
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