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Internationale Sammler-Zeltung;
Nr. 7
1
ersten Bulgaren-Fürsten, des Battenbergers Alexander,
in dem er sich freimütig über sich, seine Stellung und
sein Land ausspricht. Der Fürst schreibt u. a.: „Seit wir
uns getrennt, habe auch ich schwere Lernjahre durch
gemacht — bei meiner bekannten Leichtfertigkeit fiel,
es mir ganz ungemein schwer, mich in den außer
ordentlichen Ernst meiner Lage zu finden — es fiel mir
schrecklich schwer, meinen Altersgenossen, mit denen
ich so gern verkehrt, valet zu sagen und mich aus
schließlich in dem ernsten Verkehr mit alten Leuten zu
ergehen. Wie nüchtern kommt einem dann die sonst
so schöne Welt vor; wie schnell verliert man seine
Illusionen und Ideale, wenn man mit Menschen verkehren
muß, die keine mehr haben. Ist schon im politischen
Leben zivilisierter Völker den Staatsoberhäupten Manches
geboten, was sie verbittern könne, wie viel mehr in
einem total unzivilisierten Volk, das sich nicht einmal
die Mühe gibt, die nackte Roheit ihrer Gemeinheit zu
bemänteln!“ „ Meine Lage würde ja freilich eine
viel bessere sein, wenn ich mich entschließen könnte
zu heiraten, aber erstens finde ich es fast ein Ver
brechen, eine junge Frau in eine so schwere sorgen
volle Lage zu bringen, 2. sind mir alle Prinzessinnen
mehr oder weniger nicht so sympatisch, 3. wird man
mich doch nicht aus Neigung heiraten lassen und schließ
lich variatio delecfat...“ „ich werde im Frühjahre eine
Erholungsreise machen, ich habe es sehr nötig, ich
werde dabei auch nach Berlin kommen und zwar auf
3—4 Tage zur Frühjahrs-Parade; hoffentlich sehen wir
A. FÖRSTER
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Antiquitäten
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WIEN L, Kohlmarkt 5.
uns dann wieder. Ich freue mich enorm darauf, den
lieben alten Kaiser wieder zu sehen, für den ich eine
unendliche Verehrung habe. Daß Bismarck so wohl
auf, daß er mit Jedermann Krakehl anfängt, hat uns alle
hier sehr gefreut...“ „Das Einzige, was mir in Bulgarien
Freude macht, ist die Armee; dieselbe macht enorme
Fortschritte und wird in 5—6 Jahren eine ganz respek
table Höhe erreichen.“
Gefäfscßte c Bilder.
Die Wiener „Polizeikorrespondenz“ meldet:
Am 13. März wurde gegen den Bilderhändler Phi
lipp U e b e r a 11, V., Ziegelofengasse 29, die Anzeige
erstattet, daß er wertlose Oelgemälde, die er
mit den Signaturen bekannter Meister versah, um Mil
lionenbeträge abgesetzt habe. Das Sicherheitsbureau
wies dem Manne nach, daß er mit Hilfe des Handels
angestellten Hans M a r k y t a n, VI., Mariahilferstraße 45,
auf einem wertlosen Aquarell die Signatur des „R. v.
A 11“ angebracht hatte und es als ein echtes Bild dem
Händler Siegfried S p i r a in der Spiegelgasse zum
Kaufe angeboten hat. Durch die Nachforschungen der
Kriminalbeamten gelang es, ihm auch eine Reihe anderer
solcher Betrügereien nachzuweisen und die gefälschten
Bilder sicherzustellen. Er hatte dabei, um den Käufer
noch mehr in Sicherheit zu wiegen, die verfälschten
Bilder bei Privatpersonen in deren Wohnungen aus
gestellt, um so den Anschein zu erwecken, als sei diese
Privatperson schon lange Jahre in dem Besitz des an
geblichen Originals. Der bisher durch diese betrügerischen
Machenschaften verursachte Schaden beträgt 50 Milli
onen Kronen. Ueberall wurde dem Landesgerichte ein
geliefert.“
Wie wir hören, ist dieser Vorfall nur ein Teil einer
weitverzweigten Bilderfälscheraffäre, die seit Wochen
die Wiener Polizei beschäftigt. Wir werden noch Ge
legenheit haben, auf die Angelegenheit zurückzukommen.
Gfironiü.
BIBLIOPHILIE.
(Eine Münchhausen-Ehrung derDeutschen
Bücherei.) Die Gesellschaft der Freunde der Deutschen
Bücherei zu Leipzig, deren Aufgabe es ist, die Bestrebungen
der Deutschen Bücherei in grosszügiger Weise zu stützen und
zu fördern, bringt als Jahresgabe für ihre Mitglieder ein Büch
lein von Börries Freiherr v. Münchhausen; „Drei Idyllen“
in denen der Dichter der „Ritterlichen Lieder“ und der kraft
vollen „Balladen“ sich auch als Meister schlichtester, innigster,
Stimmungskunst zeigt. Die Veröffentlichung ist zugleich als
Huldigung für den Dichter gedacht, dessen 50. Geburtstag auf
den 20. März d. J. fiel.
(Versteigerung einer kunsthistorischen
Bibliothek.) Bei der von Dr. Ignaz Schwarz in Wien
durchgeführten Versteigerung einer kunsthistorischen Bibliothek
(siehe Nr. 6) würden werters folgende Millionen preise
in Kronen erzielt:
Nr. 699 Baalbek, Ergebnisse der Ausgrabungen und Unter
suchungen 27. Nr. 719 Cichorius, Die Reliefs der Trajanssäule
1'2. Nr. 725 Exploration archeologique de Delos 1'5. Nr. 726
Antike Denkmäler, herausg. vom k. deutschen archäol. Institut
44. Nr. 735 Die antiken Gemmen 15. Nr. 742 Hartwig, Die
^riechJVleistgrechalen 4 2. Nr. 747 Hiller-Gärtringen, Die Insel
Thera 2'2. Nr. 794 Riezler, Weißgrundige attische Lekythen 2'2.
Nr. 819 Tischbein, Homer nach Antiken gez. 2 3. Nr. 830 Dass.,
Franz. Ausg. 1'6. Nr. 903 Die kirchl. Kunst Finnlands 1'4.
Nr. 930 Uhde, Baudenkmäler in Grossbritannien 1'5. Nr. 955
Ebhardt, Die Burgen Italiens 12. Nr. 957 Palast-Architektur
von Oberitalien und Toskana 7'2. Nr. 958 Patzak, Die Rennais-
sance- und Barockvilla in Italien 11, Nr. 970 Folnesic, Bau-und
Kunstdenkmale des Küstenlandes 1‘8. Nr. 986 Meinert, Die
schöne Landbaukunst 1'4. Nr. 997 Muthesius, Das engl. Haus 2.
Nr. 1091 Paoletti, L’architettura e la scultura del Rinascimento
in Venezia 31. Nr. 1109 Schweitzer, Die Skulpturen im städt.
Suermondt Museum zu Aachen 1'9. Nr. 1121 Beschreibung der
Bildwerke der christlichen Epochen 7, Nr. 1124 Dbsjardins La
vie et 1’ oeuvre de Jean Bologne 1'4. Nr. 1146 Goldschmidt,
Denkmäler der deutschen Kunst 4. Nr. 1169 Leisching, Figur.
Holzplastik 2'3. Nr. 1191 Le Musee de sculpture du Palais du
Trocadero 2. Nr. 1238 Hefner-Alteneck, Trachten und Gerät
schaften vom frühen Mittelalter 9. Nr. 1248 Ortwein & Scheffers,
Deutsche Rennaissance 1'5. Nr. 1312 Davillier, Recherches sur
l’orfevrerie en Espagne 2'5. Nr. 1313 Die Manufaktur Friedrichs
des Grossen 8. Nr. 1325 Berling, Das Meissner Porzellan 2'7.
Nr, 1332 Hof mann, Geschichte der bayer. Porzellan-Manufaktur
Nymphenburg 1'9. Nr. 1339 Walcher, Bunte Hafnerkeramik der
Rennaissance 1‘4. Nr. 1351 Chippendale, The Gentleman house