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Internationale Sammler-Zeitung
Nr. 16
lieh im Zusammenhang mit der Herbstausstellung der Akademie
stattfinden.
(Zum 5 0. Geburtstag von Oskar Moll.) Prof.
Oskar Moll, der bekannte Maler und stellvertretende Direktor
der Kunstakademie Breslau feiert in diesen Tagen seinen fünfzigsten
Geburtstag. Nachdem zur Ehrung dieses Künstlers das
Museum in Breslau im letzten Monat schon eine groß angelegte
Jubiläumsausstellung veranstaltet hat, folgt im Herbst dieses
[ahres eine Sonderausstellung der Werke dieses Künstlers in der
Berliner Nationalgalerie.
(Ein Friedrich-Bayer-Fenster.) Zum Andenken
an den verstorbenen Gründer der Farbenfabrik in Leverkusen
bei Köln soll dort im Sitzungssaal des Weltunternehmens ein
monumentales Glasfenster nach dem Entwurf des Malers Dietz-Edzard
angebracht werden. An das Friedrich-Bayer-Fenster,
das fünf Meter hoch wird, legt man zurzeit in den Vereinigten
Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei in Berlin-Treptow die
letzte Hand. Bevor das Fenster, das glasmalerisch ganz neue
Wege geht, seinem Zweck übergeben wird, wird es voraussichtlich
im Berliner Schloß-Museum ausgestellt werden.
(Der Rom preis für ein jungesMädchen.) Man
meldet aus Paris: Den Rompreis der Pariser Kunstakademie
hat in diesem Jahre eine junge Malerin Adette P a u v e r t erhalten.
Es ist das erstemal, daß eine Malerin in dieser Weise
ausgezeichnet wurde und das viertemal, daß der Große Preis
einem jungen Mädchen zufällt. Die drei früheren Preisträgerinnen
waren eine Bildhauerin und zwei Schülerinnen des Konservatoriums
für Musik. — Adette Pauvert ist 22 Jahre alt und entstammt
einer Malerfamilie. Vater, Mutter und Schwester sind
gleichfalls Maler. Das preisgekrönte Bild stellt die „Legende
des hl. Romanus“ dar.
(Märkische Keramik.) Aus Berlin wird uns geschrieben:
Im Lichthof des früheren Kunstgewerbe-Museums in
der Prinz-Albrecht-Straße wird vom 15. September bis 31. Oktober
eine Ausstellung neuer Märkischer Keramik
stattfinden, die durch das Keramische Ortsmuseum in
V e 11 e n veranstaltet wird. Die Ausstellung soll zeigen, auf
welch bedeutungsvoller Höhe das keramische Kunstschaffen in
der Mark Brandenburg gegenwärtig steht.
(Auf der Schmetterlingfarm.) Eine der merkwürdigsten
Zuchtstätten, die es in der Welt gibt, ist die
Schmetterlingsfarm zu B ex 1 e y in Kent. Hier werden auf einem
Gebiet von weniger als 40 a Millionen von Schmetterlingen und
Schwärmern in jedem Jahr gezogen, die dann die Reise nach
allen Teilen der Welt machen. Der Londoner Zoolog.-Garten
z. B. wird von der Schmetterlingsfarm tagtäglich mit neuen
Arten versorgt, die in dem Insektenhaus Aufnahme finden. Im
vergangenen Jahr sind allein für den Londoner Zoo von der
Farm 89.000 Stück einer bestimmten Schmetterlingsart, der
schönen Schildpatt- und pfauenschwanzfarbigen Vanessa gezüchtet
worden. Wenn man die Farm besucht, so findet man
die Pappelbäume, die den Hauptbestand des Grundstückes.
bilden, mit großen Beuteln aus Seidengarn bedeckt und der
ganze Platz macht den Eindruck, als sei er mit Ballons verziert.
Diese Beutel, von denen mehr als 800 benutzt werden, halten
die Scharen der Raupen ab, sich zu zerstreuen und schützen
die Larven vor den Vögeln und ihrem grimmigsten Feind, der
Ichneumon-Fliege. Hier wird auch eine seltene gelbschwarze
Schmetterlingsart gezüchtet, die 3:3V 2 Zoll mißt und die einzige
Schmetterlingsart mit einer „Duftdrüse“ im Kopf ist. Wenn
dieser Schmetterling angegriffen wird, dann schleudert er eine
scharfrichende Flüssigkeit von sich, die den Feind vertreibt.
Von den Schwärmern oder Dämmerungsfaltern werden 3000
Stück an den Pappeln gezogen, die die größten Beutel aufweisen.
Diese Insekten sind außerordentlich gefräßig, und 20 Stück von
ihnen fressen ein 3 Fuß im Durchmesser große Pappel in vier
Tagen von allen Blättern leer. Der Leiter der Schmetterlingsfarm,
Dr. N e w m a n, sammelt beständig neue Arten, um sie
in großen Stil zu züchten, und hat kürzlich von einer einzigen
Expedition in die Umgegend nicht weniger als 15.000 Raupen
mitgebracht.
VOM KUNSTMARKT.
(U e b e r s i e d 1 u n g.) Aus Berlin wird uns gemeldet:
Die Kunsthandlung J. B. Neumann und die Kunsthandlung
und Verlag Karl Nierendorf haben ihre Ausstellungs- und
Geschäftsräume vpm Kurfürstendamm 238 nach der Lützowstrasse
32/1. verlegt Die Ausstattung der neuen Räume liegt in den
Händen des Dessauer Bauhauses. Die Eröffnung findet Mitte
September mit einer sorgfältig ausgewählten und großzügig
gestalteten Ausstellung statt, an der führende zeitgenössische
Künstler teilnehmen.
(Der Nachlaß Sargents.) Der Verkauf des Nachlasses
des kürzlich bekannten Malers Sargent wurde von Christie
in London durchgeführt. Im ganzen sind erzielt worden: Für
das Oelgemälde „San Vigilio" zahlte man allein 7000 Pfund, für
das Bild „Jesuitenkirche in Venedig“ 3400 Pfund. Einzelne von
den Sargent’schen Aquarellen stiegen bis an 3400 Pfund. Zwei
Studien eines Beduinenführers brachten 3400, bezw. 1050 Pfund.
Zwei Kopien Sargents nach Velasguez Porträt des Prinzen
Balthasar Carlos wurden um 6000, bezw. 1600 Pfund verkauft.
A USSTELLUNGEN.
Berlin. Galerie J. C a s p e r. Joseph Hegenbarth
(Aquarelle). Arthur Grimm (Gemälde).
— Paul Graupe. Französische Maler der Gegenwart.
— Tiedemann und U z i e 11 i. Netsuke und indische
Miniaturen.
Dresden. K ü 11 & Kühn. Nachlaßausstellung Friedrich
Loos. Sonderaussteilung Lovis C o r i n t h.
— Emil Richter. Gemälde, Aquarelle und Graphik von
R. G e n i n, Graphik von H. F r o h n e.
— P. R u s c h. Alte Meister und Handzeichnungen, Dresdner
Romantiker.
Frankfurt a. M. Städel'sches Kunstinstitut. Ausstellung
elsäßischer Kunst des 15.—18. Jahrhunderts.
Max Ziegert. Das Jahr 1848 in der Karikatur.
Heidelberg. Kurpfälzisches Museum. Karl Fohr
und die Maler um ihn.
Magdeburg. Kunsthandlung Heinrichshofer. Magdeburg
im Bilde.
München. Hans Goltz. 100. Ausstellung Paul Klee.
Werke aus den Jahren 1920—1922.
— Moderne Galerie Thannhauser. Aquarelle
und Zeichnungen von K. Rössing.
Stuttgart. Oskar Ger sch e 1. Dürer-Ausstellung.
— Kunsthaus S c h a 11 e r. Gemälde und Handzeichnungen
von Th. Schütz, Graphik von K. K o 11 w i t z und neue französische
Malerei (Vlaminck, Lascaux, Topores etc.).
AUKTIONEN.
Sommer und Herbst. Frankfurt a. M. Leo Hamburger.
Sammlung des verst. Geh. Kommerzienrates Vogel (Chemnitz).
IV. und V. Abteilung.
7. September. Frankfurt a. M. Adolph E. C a h n. Sammlung
Hans M u e 11 e r. (Lebanow & Ko.) Medaillen der Renaissance.
7.-8. September. Leipzig. Leipziger Briefmarkenhändlermesse.
Briefmarkenauktion.
9. September. Frankfurt a. M. Adolph E. Cahn. Sammlung
Krausz (Chicago) Münzen der römischen Kaiserzeit.
11. und 12. September. Hamburg. Bücherstube Hans
Götz. Hamburgensien.
11.—12. September. Berlin. Paul Graupe, Moderne
Graphik, Handzeichnungen, Probedrucke von Corinth, Liebermann,
Slevogt.
Mitte September. Berlin. Jac. Hecht. Erstklassige Stilmöbel
(Auflösung eines bekannten Antiquitäten-Hauses).
Mitte September. Köln. Math. Lempertz. Münzen der
Antike, des Mittelalters und der Neuzeit. Brakteaten und frühe
Denare. Kupfermünzen westphälischer Städte, darunter Nachlässe
Fritz Hölscher (Köln), Schröder (Godesberg) u. a.
Mitte September. Berlin. Karl Ernst H e n r i c i. Handzeichnungen
von Moriz von Schwind.
Mitte September. Berlin. Rudolph L e p k e. Mobiliar und
Kunstgewerbe.
21.—22. September. Berlin. Paul Graupe. Kunstliteratur,
Die Handbibliothek der Kunsthandlung Bourgeois & Co., Köln.
25. September. Berlin. Jac. Hecht. Versteigerung einer
Wohnungs-Einrichtung (Möbel des 18. Jahrhunderts, Teppiche,
Gemälde).
Ende September. Berlin. Rudolph Lepke. Antiquitäten.
1.—2. Oktober. Berlin. Paul Graupe. Deutsche Literatur
von Luther bis Kleist.
1. und 2. Oktober. Hamburg. Bücherstube Hans Götz.
Moderne Vorzugsdrucke, Pressendrucke, illustrierte Bücher und
moderne Graphik.