internationale Sammler-Zeitung
Seite 43
Nr. 6
2. Kunsthandbücher — Illustrierte Bücher.
Balzac, Nr. 1355 Oeuvres Illustrees 105. Bartsch, Le
Peintre-Graveur 500. C a 11 o t, Nr. 1366 Recherches sur la vie
et les ouvrages 90. Chodowiecki, Nr. 1371 Richardsoll,
S. Clarissa Harlowe 140. Nr. 1373 Engelmann, Daniel Chodowieckis
Sämtl. Kupferstiche 80. Drevet, Nr. 1382 Catalogue
Raisonnö de ieur Oeuvre 70. Friedrich der Große,
Nr. 1398 Memoires pour servir a 1’ histoire de Brandebourg 95.
Gavarni, Nr. 1400 La Correctionelle 260. Nr. 1401 Les Entragers
ä Paris 50. Nr. 1402 Bedolliöre 70. Geßner, Nr. 1404
Ouevres complettes 50. G o 11 z i u s, Nr. 1406 Icones imperatorum
romanorum 65, Menzel, Nr. 1442 lllustr. zu den Werken
Friedrichs des Gr. 530. Ostade, Nr. 1456 L’ouevre grave
d’Adrien van Ostade 220. Piranesi, Nr. 1462 Varie vedute
di Rola antica e Moderna 165. R o s s i, Nr. 1480 II nuovo
Splendori di Fabriche 100. Voltaire, Nr. 1511 La Pucelle
d’Orleans 105.
Gfironik,
BIBLIOPHILIE.
(Die Bibliotheken in der Sowjet Ukraine.)
Der bekannte Bibliologe J. Mezenko teilt in „BilSovyk“ interessante
Einzelheiten über das gegenwärtige Bibliothekswesen
mit. Die größte ukrainische Bibliothek ist die „Allgemeine
Nationalbibliothek der Ukraine“ („Vsenarodnja bibliotekaUkrainy“
in Kiey) mit einem Bestand von über 1,000.000 Bücher (Doubletten
u. a. nicht eingerechnet). Es gibt außerdem eine ganze Reihe
von verschiedenen kleineren Bibliotheken, darunter viele Studienund
Fachbibliotheken, 2150 Volksbüchereien, 2764 Lesehallen
und 1206 Volkshäuser mit einer halben Million Bücher.
(Entdeckung eines frühen Kor an- Manu sk
r i p t e s.) Dr. M i n g a n a, Kustos an der „Rylands Library“
in Manchester, entdeckte kürzlich im nahen Osten ein altes
syrisches Manuskript, in dem er Teile einer bisher unbekannten
Koran-Uebersetzung fand. Ueber diese bemerkenswerte Entdeckung
berichtet er im „Bulletin der Rylands Library“: Die
Bedeutung dieser Uebersetzung liegt darin, daß sie eine Fassung
des Korans vermittelt, die nicht nur im Einklang mit dem offiziellen
Text, sondern ganze Verse enthält, die nicht in dem
offiziellen Text gefunden werden. Dies ist für den mohammedanischen
Glauben und für seine Anschauungen über das
Sammeln und Festsetzen des heiligen Textes eine Frage von
großer Bedeutung, da nach Ansicht des Mohammedaners der
Text des Korans zu einer gewissen Zeit end- und letztgültig
festgelegt worden ist, und es niemals andere erlaubte Verse,
die der maßgebende Text nicht erhält, gegeben hat oder heute
gibt. Bekannt ist, daß einer der frühesten Kalifen alle existierenden
Abschriften des Korans, deren er habhaft werden konnte,
gesammelt und veranlaßt hat, daß eine große Reihe von Stellen,
die damals erlaubt und im Umlauf waren, aus dem Text entfernt
wurden. Von dem revidierten Text wurden sechs offizielle
Abschriften anerkannt und nach Aegypten, Syrien, Medina,
Mekka, Kufa und Basra gesandt. Dann ließ der Kalif alle
früheren Abschriften zerstören, sodaß nur noch der offizielle
Text verblieb. Es wird nun vermutet, daß das neue syrische
Manuskript einen Text vorstellt, dessen der Kalif habhaft zu
werden trachtete und als nicht orthodox oder ihm auf irgend
eine Weise anstößig zu zerstören gedachte. Darum stammt das
Manuskript aus einer Periode vor dem offiziellen Koran, als
seine Form noch im Fluß und variierend war. Untermischt mit
anderen koranischen Stellen, die der Autor nach seinen eigenen
Angaben aus dem Koran zitiert, die er für echt koranisch hält
und in jeder Hinsicht mit ihnen verfährt genau so wie mit den
authentischen Koranversen. Bei einer Nachprüfung wurde entdeckt,
daß diese Stellen sich nicht in dem heutigen Koran
befinden. Unter ihnen sind einige, die sich auf keine andere
Quelle als auf den Koran zurückführen lassen und auch nach
Geist und Buchstaben durchaus koranisch erscheinen. Außerdem
hat Dr.Mingana andereStellen in mohammedanischer Literatur
als tatsächlich von dem Propheten gesprochen angeführt gefunden,
aber diese sind nach Ansicht der mohammedanischen
Gläubigen über den Koran keine so wichtige Entdeckung, wie
die vollständig neuen Sprüche.
BILDER.
(Das Schicksal eines Lincoln-Porträts.)
Der Frankfurter Maler Travers malte 1864—65 ein lebensgroßes
Porträt des Präsidenten Lincoln, das sehr viele Bewunderer
fand. Ein Gesetzesvorschlag wurde im Kongreß
zwecks Ankauf des Bildes für 15.000 Dollar eingebracht. Das
Gesetz konnte jedoch nicht passieren, der Künstler verlor die
Geduld, kehrte nach Deutschland zurück und verkaufte das
Porträt an eine Frau Webster, die im amerikanischen Konsulardienst
stand. Die Annahme des Vorschlages zögerte sich
noch bis zum Jahre 1892 hinaus. Dann ward das Bild erworben
und in der National Gallery in Washington untergebracht. Der
„Congressional Record“ und die Kataloge registrierten das Bild
unter G. W. F. Travis. So blieb das, bis man vor kurzem das
Bild reinigte. Nun kam die Signatur deutlich heraus. Sie lautet:
W. F. H. T r a v e r s. Der Leiter der National Gallery in Washington
erklärte bei der Entdeckung des richtigen Malernamens
über das Bild: „Es ist das würdigste Porträt Lincolns, von
welchem Standpunkt man es auch betrachten mag. Ich kenne
keines, das den Vergleich mit ihm aushält. Es hat ein Meister
gemalt, der den Einfluß der holländischen Meister des 17. Jahrhunderts
zeigt“. Frkf. Z.
(Ein wichtiger Freskenfund in Neapel.) Bei
Restaurierungsarbeiten, die in der kleinen Kirche Santa Maria
Succurre Miseris in Neapel vorgenommen wurden, entdeckte
man unter der Krypta die Mauern einer älteren Kirche, an deren
Wänden sich vortrefflich erhaltene Fresken befinden. Diese
hervorragenden Werke, die aus dem 14. Jahrhundert stammen,
besitzen einen großen kunstgeschichtlichen Wert. Die Regierung
hat sie denn auch sofort als Nationaleigentum erklärt, um sie
gegen jeden Schaden zu schützen, der bei weiteren Arbeiten an
der Kirche hervorgerufen werden könnte.
NUMISMATIK.
(M ü n z f u n d e.) Aus Rom wird uns gemeldet: In der
Citta Sant Angelo in den Abruzzen hat ein Bauer 90 Kilogramm
römische Münzen gefunden, die von den Sachverständigen
als Kupferasse aus der Zeit der Könige und den
ersten Jahren der römischen Republik erkannt wurden. Außerdem
wurden einige als Silbersesterzen erkannt. — Ausgrabungen,
die auf Veranlassung des englischen Innenministers in den Ruinen
des Schlosses Richborough in Döal gemacht werden, haben
zu sehr interessanten archäologischen Entdeckungen geführt.
Das Ministerium gibt bekannt, daß bis jetzt 9000 römische
Münzen gefunden worden sind, von denen einige goldene so
frisch erhalten sind, als kämen sie soeben neugeprägt aus der
königlichen Münze. Auch die Ausbeute an Waffen jeglicher Art
ist sehr groß.
PHILATELIE.
(Neuheiten.) Ungarn hat eine 10 000 Kronen-Marke
erscheinen lassen. Sie zeigt das Madonnenmuster, ist grauviolett,
in der Mitte hellblau. — Aus Spanien liegt ein weiterer
Wert in der neuen Zeichnung vor: 10 Peseta ockerbraun. —
Das Saargebiet bereitet eine ganz neue Briefmarkenserie
vor; ebenso ist in Litauen eine neue Ausgabe in Vorbereitung.
(Der 3 1. Deutsche Philateiisten-Tag) findet
vom 7. bis 10. August in Hamburg statt. Verbunden mit diesem
Tage ist eine Postwertzeichen-Ausstellung für deutsche Sammler
mit einer besonderen Abteilung für jugendliche Sammler vom
1. bis 9. August. Anfragen wegen Auskunft über die Tagung
sind an den 1. Vorsitzenden, Architekten Ernst Vicenz, Hamburg
24, Freiligrathstraße 13, oder den 2. Vorsitzenden, C. Genschow,
Hamburg 22, Richardstraße ld, Anfragen, die Ausstellung
usw. betreffend, an den Leiter der Ausstellung, Hugo
Hart mann, Hamburg 37, Hagedornstraße 49, zu richten.
VERSCHIEDENES.
(Gründung einer selbständigen Genossenschaft
der Grazer Antiquitätenhändler.) Wir erhalten
folgende Mitteilung: Am Sonntag, den 11. Jänner 1. J.,
hatte die Gewerbebehörde in Graz die konstituierende Versammlung
der Genossenschaft der Antiquitätenhändler einberufen, die
unter dem Vorsitze des Vertreters der Gewerbebehörde durchgeführt
wurde. Die Wahl hatte folgendes Ergebnis: Genossenschafts-Vorstand
Rudolf Frank; Stellvertreter Bruno Knaipp;
Ausschußmitglieder die Herren: Josef Payer, Eugen Wagner,
Samuel Weiß, Philipp Eisenstädter; Ersatzmitglieder:
Frau Maria Pirz und Herr Raimund Grabner; Schriftführer
Herr Eugen Wagner; Kassier Herr Philipp Eisenstädter;
Rechnungsprüfer die Herren v. Zoff und Wilhelm Eisenstädter.