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staltungen des Künstlerhauses erfreuten sich damals der 
größten Beliebtheit und waren die Clous der Saison. 
Dann in den Achtzigerjahren fing der helle Stern 
von Ernest Lafite an zu verblassen, Krankheit suchte 
ihn heim, die vielen glänzenden Freunde und Bewunderer 
wendeten sich nach und nach von ihm ab, so daß er 
am Ende seines Lebens ziemlich verlassen war. Charles 
Lafite aber erlebte gerade in diesen Tagen noch einen 
Aufschwung und es begann sogar eine neue Schaffens 
periode für ihn. Es wurde damals die Gesellschaft der 
Kunstfreunde des österreichischen Touristenklubs ge 
gründet und Lafite neben dem verdienstvollen Maler 
Anton Hlavacek zum künstlerischen Leiter dieser 
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strebsamen Vereinigung berufen. Das gemeinsame Ar 
beiten mit den kunstbegeisterten viele jüngeren Leuten 
wirkte gut auf den Künstler, der sich zu früh zurück 
gezogen hatte, ein und die Arbeiten aus diesen Jahren 
weisen eine ganz andere, viel modernere Technik auf. 
Die Farben sind kräftiger, der Pinselstrich breiter, eine 
neue Schaffensperiode des Künstlers deutlich erkennbar 
und Kunstverständige werden den neuen Einfluß deut 
lich herausfinden. 
Es fängt in diesen Arbeiten sich schon die neue 
Zeit anzukündigen an, während die Bilder der früheren 
Periode geradezu klassisch in ihrer Ruhe und Klarheit 
anmuten. 
Internationale Sammler-Zeitung 
2)r. 3Fgnaz Schwarz. 
Still und bescheiden, wie er gelebt, ist Dr. Ignaz 
Schwarz von uns gegangen. Erst 58 Jahre alt, hat 
ihn der Tod am Morgen des 18. Dezember aus 
dem Kreise seiner Familie, aus der Schar seiner 
Freunde und Berufsgenossen gerissen, die in dem 
schlichten Antiquar einen Gelehrten schätzten, zu dem 
sie in wissenschaftlichen Nöten gläubig ihre Zuflucht 
nahmen. Besonders auf den Gebieten der Ikonographie 
und Bibliographie war Dr. Schwarz eine anerkannte 
Spezialität. Kunsthändler und Sammler, aber auch Kunst 
gelehrte von Ruf zogen ihn vertrauensvoll heran, wenn 
es galt, wissenschaftliche Rätsel zu lösen, ein myste 
riöses Blatt zu bestimmen, den Plattenzustand eines 
Kupferstichs mit Sicherheit festzustellen, die Seltenheit 
eines Druckes zu prüfen, biographische Details zu er 
gänzen und w'as dergleichen hilfswissenschaftliche Klein 
arbeit mehr ist, die so unentbehrlich sie für den For 
scher ist, doch noch immer nicht genugsam gewürdigt 
wird. In dieser Kleinarbeit, die in den Katalogen kon 
serviert ist, die der Feder des Dr. Schwarz entstammen, 
liegt die eigentliche Bedeutung des zu früh Heimge 
gangenen, der dabei allerdings noch Muße fand, eine 
Reihe bedeutender größerer historischer oder ikono- 
graphischer Werke zu schaffen und reiches Material für 
weitere Arbeiten zu hinterlassen, die ihm posthumen 
Ruhm bringen dürften. 
Dr. Ignaz Schwarz widmete sich dem Studium der 
Medizin, doch zog ihn bald mehr die historische als 
die praktische Seite der Wissenschaft an. Aus seiner 
Beschäftigung mit medizinischen Handschriften ging 
1890 seine „Geschichte der Medizin in Ungarn“ her 
vor, die die Aufmerksamkeit der Fachkreise auf ihn 
lenkte. Diesem Werke folgten die „Beiträge zur Geschichte 
des ungarischen Apothekenwesens im vorigen Jahr 
hundert“ und mehrere kleinere Arbeiten, die in ungari 
scher Sprache verfaßt, über Ungarn hinaus wenig Ver 
breitung fanden. Den künftigen Bibliographen kündete 
seine „Bibliotheca Zrinyiana“ an (Wien 1893), die einen 
sehr wertvollen Beitrag zur Zrinyi-Literatur lieferte. Auf 
das Gebiet, auf dem er das Ersprießlichste leisten sollte, 
wies die Dissertation hin, mit der er in Würzburg sich 
den Doktorhut erwarb. Sie betitelte sich „Die medi 
zinischen Handschriften der königlichen Universitäts 
bibliothek in Würzburg“ und ist ein wichtiges Hilfs 
buch für jeden Forscher geworden, der die Bibliothek 
in Würzburg benützt. 
Nach seiner Uebersiedlung nach Wien trat Dr. 
Schwarz bald in Beziehungen zum Kunsthandel, die 
für sein weiteres Leben bestimmend sein sollten. 
Der Kunsthändler S. K e n d e, dessen schöne Schwä 
gerin er später heiratete, betraute den jungen Gelehrten 
mit der Abfassung seiner Auktionskataloge, die durch 
wissenschaftliche Exaktheit sehr angenehm von den 
Katalogen abstachen, die bis dahin üblich waren. Es 
konnte daher nicht fehlen, daß man auf Dr. Schwarz 
in Kunstkreisen aufmerksam wurde und ihm die Kata 
logisierung von Sammlungen übertrug. Eine Frucht 
dieser Tätigkeit ist unter anderen der große zweibän 
dige „Katalog einer Ridinger-Sammlung“, den er im 
Aufträge des Großindustriellen Rudolf R. v. Gutmann 
in Wien verfaßte. 
Einen größeren Wirkungskreis erhielt Dr. Schwarz, 
als ihn Gilhofer & Ranschburg in ihre wissenschaft 
liche Abteilung beriefen. Im Dienste dieser großen 
Auktions- und Verlagsfirma verfaßte Dr. Ignaz Schwarz 
eine große Anzahl wertvoller Kataloge, die ebenso von 
seiner tiefen Gelehrsamkeit, wie von seiner Gründlich 
keit Zeugnis ablegten. Er beschränkte sich aber nicht 
auf diese Berufsarbeiten. 1909 erschien bei Braunmüller 
in Wien sein Werk „Das Wiener Ghetto. Seine Häuser 
und seine Bewohner“, das Licht in die bis dahin ganz 
dunkle Partie der Wiener Stadtgeschichte des Mittel 
alters brachte. Während man - z B. bis dahin ange 
nommen hatte, daß das Wiener mittelalterliche Ghetto 
(Judenplatz und Umgebung) nur dreißig Häuser umfaßte, 
wies Dr. Schwarz deren 69 nach, wobei jedes einzelne 
Haus mit seinem letzten jüdischen Besitzer und dem 
jetzigen Standorte, genau urkundlich belegt wurde. 
Auf dem eingeschlagenen Wege schritt Dr. Schwarz 
in der „Geschichte der Juden in Wien bis zum Jahre 
1625" fort, die er im Aufträge des Wiener Altertums 
vereines für dessen großangelegte Geschichte Wiens 
verfaßte. Die verdienstvolle Arbeit ist 1913 auch als 
Separatdruck erschienen. Ein Jahr darauf überraschte 
uns Dr. Schwarz mit einer herrlich ausgestatteten 
Publikation über „Die Wiener Straßenbilder des Rokoko. 
Die Wiener Ansichten von Schütz, Ziegler, Janschsa 
1779—1798". Der DichterH.Bartsch schrieb ein schwung 
volles Vorwort zu dem Werk, das heute ein biblio 
philes Rarissimum ist. Von größeren Arbeiten des Dr. 
Schwarz nennen wir noch : Aus der ersten Zeit des 
Wiener Buchdrucks (1482—1486; enthalten in Langer 
Dolchs „Oesterreichische Bibliographie des 15. und 
16. Jahrhunderts" (Wien 1913), Das Wiener Donau 
brückenprojekt des Juden Isac von Krakau (1589), 
Wien 1914, Wolfgang Gwährlich, Ein Wiener 
Bibliophile des 15. Jahrhunderts (Wien 1915) und Ge 
schichte des Wiener Apothekerwesens im Mittelalter 
(Wien 1917) Von dem Ansehen, das Dr. Schwarz in 
den Berufskreisen genoß, zeugt die Tatsache, daß er 
von der deutschen Buchhändlervereinigung in Leipzig 
eingeladen wurde, für die Festgabe aus Anlaß des 7-0. 
Geburtstages des Leipziger Verlegers Hiersemann 
einen wissenschaftlichen Beitrag beizusteuern. Er schrieb 
für diesen Zweck „Die Memorabilien des Augspurger 
Buchdruckers Erhard Ratdolf (1462—1523).
	        
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