Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Jahrgang 18 (1926) (19)

Seite  154

Internationale  Sammler-Zeitung

Nr.  19

ein  Sternörnament  hat,  lithographiert  und  in  folgenden  Farben
gehalten:  1  Kopeke  rot,  2  Kopeken  blau,  5  Kopeken  orange,
8  Kopeken  grün,  10  Kopeken  violett,  30  Kopeken  braun,  50
Kopeken  schieferblau,  1  Rubel  blaugrün,  3  Rubel  rotweinfarben,
  5  Rubel  tiefblau.  Die  Rubelwerte  haben  dieselbe  Zeichnun
  wie  die  Kopekenwerte,  sind  aber  größer,  und  die  Schritt
ist  in  mongolischen  Buchstaben.

VERSCHIEDENES.
(Chodowiec.ki-Ausstellungen.)  Am  16.  Oktober ­
  jährt  sich  zum  200.  Male  der  Geburtstag  Daniel  Chodowieckis.
  Zur  Feier  des  Malers  und  Kupferstechers  veranstaltet ­
  das  Märkische  Museum  in  Berlin  eine  große  Chodowiecki-Ausstellung,
  für  die  auch  das  Kaiser-Friedrich-Museum
eine  Reihe  von  Bildern  des  Meisters  lieh.  Im  Kupferstichkabinett ­
  in  Berlin  ist  bereits  am  3.  Oktober  eine  Chodowiecki-Ausstellung
  eröffnet  worden.
(Die  Galerie  Commeter)  zeigt  im  Oktober  außer
einer  Kollektion  Gemälde  von  Edvard  Munch  eine  umfangreiche ­
  Kollektion  graphischer  Arbeiten  dieses  Künstlers,
darunter  eine  große  Anzahl  seltener  und  früher  Arbeiten.
(Professor  Karl  A  1  b  r  e  c  h  t  f.)  Aus  Königsberg ­
  wird  gemeldet:  Hier  starb  im  Alter  von  65  Jahren  der
Lehrer  an  der  staatlichen  Kunstakademie,  Professor  Karl
A  1  b  r  e  c  h  t.  Der  Verstorbene  widmete  sich,  dem  Drängen
des  Elternhauses  folgend,  zunächst  dem  kaufmännischen  Beruf. ­
  Seine  künstlerische  Ausbildung  erhielt  er  in  Weimar,  von
wo  er  nach  fünfjähriger  Abwesenheit  in  seine  Vaterstadt  Hamburg ­
  zurückkehrte.  Durch  Ludwig  Dettmann  wurde  er  in  Erkenntnis ­
  seiner  Begabung  im  Jahre  1906  an  die  Königsberger
Akademie  berufen.  Sein  Bekanntwerden  im  Reich  verdankt
Aibrecht  der  Großen  Berliner  Kunstausstellung  im  Jahre  1914.
Der  Sammler  D  e  t  e  r  kaufte  eine  große  Zahl  Albrechtscher
Bilder.  Auch  eine  Reihe  von  Galerien  hat  Werke  von  ihm  erworben, ­
  so  die  Berliner  National-Gqlerie,  die  Galerien  von
München,  Weimar,  Hamburg  und  Königsberg.
(Käthe  K  o  11  w  i  t  z.)  Aus  Kopenhagen  wird  berichtet: ­
  Durch  eine  größere  Kollektion  von  Arbeiten  der  in
Dänemark  bisher  wenig  beachteten  Käthe  Kollwitz  lernten
die  kunstinteressierten  Kreise  Kopenhagens  im  Kunstsalon
Frandsen  die  in  ihrer  starken  Akzentuierung  und  scharf  umrissenen
  Persönlichkeit  den  Dänen  anfangs  schwer  zugängliche ­
  Künstlerin  schätzen,  nachdem  die  Presse  in  manchen
Artikeln  für  sie  geworben  hatte.  Es  wurden  in  ziemlich  kurzer ­
  Zeit  100  ihrer  Arbeiten  verkauft,  ein  beachtenswertes
Resultat  im  Hinblick  auf  die  bisherige  Kühle  gegenüber  der
deutschen  Graphik.

MUSEEN.
(Neuerwerbungen  des  Kaiser-Friedrich-Museums.)
  Die  Gemäldegalerie  des  Kaiser-Fricdrich-Museums
  in  Berlin  hat  die  Altdeutsche  Abteilung  jetzt  durch
zwei  Ankäufe  bereichert.  Es  ist  eine  Madonna  mit  weiblichen
Heiligen  von  Lucas  C  r  a  n  a  c  h,  die  der  reichen  Cranach-Sainmlung
  des  Museums  ein  wichtiges  Werk  seiner  kirchlichen
Kunst  einfügt,  und  ein  Bild  des  kölnischen  Meisters  aus  dem
Anfänge  des  16.  Jahrhunderts,  den  man  nach  seinem  Hauptwerk ­
  in  der  Münchener  Pinakothek  den  „Meister  des  Bartholomäus-Altars“ ­
  zu  nennen  pflegt.  Dieser  interessante  Künstler, ­
  der  in  seiner  manieristischen  Haltung  in  der  rheinischen
Malerei  damals  ziemlich  allein  stand,  hat  in  der  Berliner  Neuerwerbung ­
  den  Tod  Mariens  gemalt.

VOM  KUNSTMARKT.
(Eine  Kleinkunst-Auktion  bei  Wawra.)  Die
Sammlung,  die  C.  J.  Wawra  am  25.  Oktober  in  seinen
Auktionsräumen  Wien,  III.,  Lothringerstraße  14  zur  Auflösung
bringt,  gehört  zu  den  apartesten,  die  wir  je  gesehen  haben.
Kleinkunst-Auktion,  das  Wort  charakterisiert  die  Versteigerung ­
  am  besten.  Eine  Wiener  Patrizicrin,  Frau  Julie  We  r  t  -
ii  e  i  m  e  r  entäußert  sich  all  der  lieblichen  Erzeugnisse  der
Kleinkunst,  die  sie  von  Kindheit  an  mühevoll  zusammengetragen ­
  und  zu  einer  außerordentlichen  Sammlung  gestaltet
hat:  Dingelchen,  die  jedes  junge  Herz  höher  schlagen  lassen,
Kästchen  und  Necessaires  aus  Perlmutter,  vielfach  mit  eingelegten ­
  Guachebildchen  von  Wiegand,  Miniaturgeräte  für
Küche  und  Salon,  ein  allerliebstes  Puppenservice,  eine  vollkommene ­
  Kücheneinrichtung  für  Kinder  etz  etz.  Einen  breiten
Raum  in  der  Sammlung  nehmen  die  einst  so  beliebten  T  r  a  -
gantfigürche-n  ein,  die  aus  den  Werkstätten  von  Dehmel,
  Schelle  u.  anderen  Zuckerarbeiten-Künstlern  hervorgegangen ­
  sind.  Man  staunt  über  die  Menge  der  Figürchen,
die  Frau  Wertheimer  zusammengebracht  hat,  darunter  Franz

Josef  in  ungarischem  Krönungsornat,  die  populärsten  Künstler
der  Zeit,  Nestroy  in  seiner  Rolle  als  Sansquartier,  Scholz  als
Kaminfeger,  Carl  Treumann  als  Schulmeister,  Direktor  Carl
als  Staberl  und  auf  einem  Fasse  reitend,  Fanny  Eßler  als
Millimadl,  Frau  Schönfeld-Neumann  als  Spinnerin,  die  Komikerin ­
  Einöckl  mit  dem  Einkaufskorb  etz.  In  den  Rahmen
paßten  wohl  auch  die  reizenden  Altwiener  Gratulationskarten, ­
  die  in  einem  selten  guten  Zustande  sind,  die  originellen ­
  Spielkärtchen  und  was  dergleichen  noch  da  ist.
—  Neben  der  Sammlung  Julie  Wertheimer  kommen  bei  Wawra
auch  wertvolles  altes  Porzellan  (Wien,  Meißen,  Niederweiler, ­
  Schlaggenwald  etc.),  Silberschmiedearbeiten
aus  dem  16.  Jahrhundert,  Biedermeiergläser  und
-Becher  zur  Versteigerung;  von  Bildern  meist  Italiener  des
17.  Jahrhunderts,  daneben  gute  moderne  Meister,  wie  Hamza,
Isidor  Kaufmann,  Joh.  Ender  u.  a.
(Handzeichnungen  von  Kokoschka.)  In  Verbindung ­
  mit  der  Bildersammlung  Theodor  Schall  und  der
Ostasiatica-Sammlung  Richard  S  e  1  i  g  s  o  h  n,  von  denen  schon
in  der  „Internationalen  Sammlerzeitung“  die  Rede  war,  bringen ­
  Paul  C  a  s  s  i  r  e  r  und  Hugo  Helbing  am  26.  Oktober  bei
Paul  C  a  s  s  i  r  e  r  in  B  e  r  1  in  Arbeiten  des  rasch  und  jung  berühmt ­
  gewordenen  und  was  die  Hauptsache  ist,  berühmt  gebliebenen ­
  K  o-k  oschka  zur  Versteigerung.  Es  handelt  sich
zweifellos  um  Stücke  aus  dem  Besitze  eines  kürzlich  verstorbenen ­
  Berliner  Sammlers,  der  zum  Künstler  in  nahen  Beziehungen ­
  gestanden  ist.  Die  Qualität  der  allermeisten  von  den
76  Blättern  ist  einwandfrei  hoch.  Und  ist  es  gleichmäßig  für
die  ganze  Spanne  der  sechzehn  Jahre,  aus  denen  die  Objekte
herriihreri.  Erfreulich  stark,  sowohl  quantitativ,  wie  qualitativ,
ist  die  Vorkriegszeit  vertreten,  die  ja  für  Kokoschka  wesentlich ­
  ist  und  hier  wieder  sowohl  die  „Träumende  Knaben-“
wie  die  „Columbus-Zeit“.  Besonders  schön  sind  die  Landschaftsbilder, ­
  die  zur  „Tre  Croci“-Zeit  hintiberleitcn,  wenn  sie
nicht  sogar  aus  ihr  stammen.  —  Dieser  Versteigerung  sieht
man  allerorten  mit  dem  lebhaftesten  Interesse  entgegen,  weil
es  die  erste  große  Kokoscka-Auktion  ist,  die  ohne  Zweifel
für  die  Preisbildung  der  nächsten  Jahre  von  maßgebender
Bedeutung  sein  wird.
(Versteigerung  der  Sammlung  John
Quin  n.)  Am  28.  Okt.  wird  im  Hotel  Drouot  in  P  a  r  i  s  die  Versteigerung ­
  der  Sammlung  John  Quinn  stattfinden.  Die  Erben ­
  des  Sammlers  haben  nach  seinem  Wunsch  ein  Bild  der
Sammlung:  Le  Cirque  von  S  e  u  r  a  t  dem  Louvre  geschenkt.
Jetzt  schon  ist  die  Aufmerksamkeit  der  Käufer  auf  zwei  Bilder ­
  gerichtet:  La  Montagne  Sainte  Victoire  von  Cezanne
und  La  Bohemienne  endormie  von  Rousseau  (aus  dem
Salon  des  Independants  1897).  Es  sei  ferner  genannt:  Rouault,
Derain,  Dufy,  Laurencin,  Matisse,  Gris,  Redon,  Pissarro.

AUSSTELLUNGEN.
Brünn.  Mährischer  Kunstverein:  Ausstellung
der  „Wiener  Sezession“  und  Oktober-November  Ausstellung
des  Wieners  Malers  Prof.  P  i  c  k  -  M  o  r  i  n  o.
Dresden.  Internationale  Kunstausstellung  1926.
—  Neue  Kunst  Fides.  Jusout  Abbo,  Plastik,  Aquarelle.
Düsseldorf.  Galerie  Flechthei  m.  Neue  Bilder  von
Rudolf,  L  e  v  y  und  V  1  a  m  i  n  c  k.
Hamburg'.  Galerie  Commeter.  Gemälde  und  graphische ­
  Arbeiten  von  Edvard  Munc  h.
Leipzig.  Kunstverein.  Plastik  und  Gemälde  von  Kar
Burckhardt  f,  Plastik  und  Zeichnungen  von  G.  H.  Wolff
Stuttgart.  Kunsthaus  S  c  h  a  11  c  r.  Elsässische  Künstlergruppe' ­
  „Are“.  Gemälde  von  W,  Rupprech  t,  J.  B  r  ä  c  k  1  e,
M.  Buhl.  —  Oktober—November:  J.  W.  F  e  h  r  1  e  (Plastik),
Reinhold  Nägele  (Gemälde),  Ernst  B  a  r  1  a  c  h  (Graphik  und
Handzeichnungen).
AUKTIONEN.
Oktober.  Berlin.  Karl  Ernst  H  e  n  r  i  c  i.  Porträts,  Kupferstiche, ­
  Handzeichnungen,  sowie  eine  Goethe-Sammlung.
Oktober.  Berlin.  Jac.  Hecht.  Sammlungen  B.  und  J.
Antike  Möbel,  Prunk-  und  Stilmobilien,  Gemälde  alter  und
neuer  Meister.
16.  Oktober.  Berlin.  Hollstein  &  Puppe  1.  Eine  fast
vollst.  Sammlung  von  Radierungen  D.  Chodowietkis.
16.  Oktober.  Berlin.  H  o  11-s  t  e  i  n  &  P  u  p  p  e  1.  Eine  fast
vollständige  Sammlung  von  Ra-dierungen  D.Ch  o  d  o  w  iec  kis
18.  u.  19.  Oktober.  Berlin.  Hollstein  &  Puppe  1.  Kupferstiche ­
  alter  Meister  des  16.  bis  18.  Jahrhunderts.
19.  bis  21.  Oktober.  Berlin.  Rudolph  Lepke.  Erste  Versteigerung ­
  aus  den  Beständen  der  Firma  Edmund  Meyer,
Kunst,  Literatur,  Graphik.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.