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Internationale Sammler-Zeitung
Nr. 19
Orientalist Prof. Ernst H e r z f e I d in einem Bericht der
Deutschen Literaturzeitung eine kürzlich in der persischen
Stadt Hamadan gefundene G o 1 d t a f e 1 mit einer dreisprachigen
Keilinschrift. Von Bedeutung sind schon die
äußeren Umstände, unter denen die Tafel zutage trat; sie
fand sich nämlich zwischen den Quadern eines antiken Fundaments,
was beweist, daß die alte babylonisch-assyrische
Sitte, Metalltafeln in die Fundamente hervorragender Bauwerke
zu legen, unter Darius, aus dessen allerersten
Zeiten das Denkmal stammt, noch fortlebte, daß man also mit
Sicherheit erwarten darf, Stücke ähnlicher Art in Pasargadae,
Persepolis und anderen achämenidischen Ruinenstätten zu
finden. Wichtig ist das Fundstück ferner dadurch, daß es die
genaue Lage der alten Stadt Agbatana zweifelsfrei dartut,
sowie durch die Angabe der Reichsgrenzen zur Zeit des
Darius. Der Wortlaut, der in Altpersisch, Elamisch und Babylonisch
wiedergegeben
ist, bietet auch
in allen drei Versionen
neue oder doch
seltene Wörter.
(Wichtige
Fund e.) In Sinope
hat man wichtige
archäologische Funde
gemacht. Arbeiter
fanden eine vollständige
Villa mit
prächtigem Mosaikboden
und zahlreichen
wertvollen
antiken Vasen.
(Hallwyl-Aus-Stellung
in
S t o c k h o 1 m.) Im
NordischenMuseum
zu Stockholm hat
Prof. L i t h b e r g
eine Ausstellung
eingerichtet, die die
Resultate der von
ihm geleiteten Ausgrabungen
am
Stammsitz der Grafen
von H a 11 w y 1
dem Publikum in
Schweden bekannt
geben will, wo die
Besitzerin des
Schlosses, die Witwe
des vor ein paar
Jahren verstorbenen
Grafen Walther von
H a 11 w y 1 lebt.
VOM KUNSTMARKT.
(Der Nachlaß
des Freiherrn
Philipp von Haas-Teichen.)DerAuk-
Prof. Adamkiewicz,
über deren
günstigen Verlauf
noch berichtet werden
soll, läßt das
Auktionshaus
Glückselig in
Wien die des Nachlasses
des Freiherrn
Philipp Haas-Teächen
(Wien),des sog.
Teppich-Haas, folgen. Die Versteigerung, für die drei Tage
festgesetzt sind (2, 3. u. 4. November), erstreckt sich in erster
Linie auf gutes Mobiliar Wiener, süddeutscher, italienischer
und englischer Provenienz. Hervorheben möchten wir insbesondere
einen italienischen Prunkschrank mit Lapis- und
Marmoreinlagen, ein paar Buffetschränke im Renaissancestil
und einen rosenholzfurnierten, sehr reich intarsierten Pfeilerschrank
aus der Mitte des 19. J. In der Möbelabteilung befindet
sich auch ein kostbarer Elfenbeinhumpen mit silbernem
Deckel, der um 1700 in Frankfurt erzeugt worden sein dürfte.
Unter den Gemälden fällt ein Hauptwerk von Julius
Blaas „Durchgehendes Pferd“ auf, das mit 5000 S bewertet
ist Gut vertreten sind auch Dombrowski, Hugo C h a r 1 emont,
N. M ü h 1 i g, B e n s a, Peter und von älteren
Meistern der Isabey-Schüler Rodolphe Bell, Louis Amise,
B a 1 a y u. v. a. Zu den Liebhabereien
des Freiherrn von Haas zählten auch ostasiatische
Kunstgegenstände und indopersische Ziergeräte,
unter denen sich manch wertvolles Stück befindet.
Zur Versteigerung kommen weiters eine Sammlung von zirka
50 Fächern des 18. und 19. Jahrhunderts, eine Kollektion
von alten Schlössern und Schlüsseln, Porzellane,
darunter zwei Prunkvasen, Wien, Blaumarke, Jahresstempel
99, und eine kleine, aber vorzügliche Gläsersammlung.
Besichtigung am 31. Oktober und 1. November von 10—6 Uhr.
Der Katalog, wie immer ein Prachtstück, kostete 20 S, gewöhnliche
Ausgabe 2 S.
Das Auktionshaus Glückselig teilt uns mit: Technische
Gründe veranlassen uns, die Ende Nov. angesetzte Aution um
Woche zu verschieben; sie wird in der Zeit vom 30. No-v.
bis 2. Dezember
abgehalten werden.
(Die 30. Versteigerungbei
Jac. Hecht.) Das
Kunst-Auktionshaus
Jac. Hecht, Charlottenburg,
Kantstr.
Nr. 162, Ecke Joachimsthalerstr.
(frühere
„Rakete“) veranstaltet
am 2. November
seine 30.
Versteigerung. Der
illustrierte Katalog
enthält u. a. eine
Reihe Gemälde
bekannter Meister
des 19. Jahrh. bis
zur Gegen wart (Max
Liebermann,Oswald
Achenbach, F. v.
Uhde, Verboeckhoven,
Picasso,Chagall,
Vlaminck, Jaeckel,
Struck, Kandinsky,
Genin etc.)
Eine Anzahl von
Perser - Teppichen
und Brücken in
erlesenstenQualitäten,
adeligem
Besitze entstammend,
werden im
Rahmen dieser Versteigerung
zwangsweise
verkauft werden.
Aus früherem
fürstlichen Besitze
sind kostbare s i 1-berne
Geräte
mit dem Wappen
des Khediven von
Aegypten der Auktion
beigegeben
worden. Von alten
Meistern seien ein
prachtvolles Interieur
von Verkolje
und ein gutes Seestück
von Willaerts
genannt. Eine
Sammlung ostasiatischen
Kunstgewerbes,
vorwiegend
chinesischen Ursprungs
aus den
Perioden J'ang, Jüan,
Ming und Khang-hsi
wird neben antikem und modernem Mobiliar, Aubussons,
Seidenstickereien, Ausgrabungen und Antiquitäten verschiedener
Art zum Ausgebot gelangen.
(Kunstauktion bei H e 1 b i n g in München.) Am
16. und 17. November findet bei Hugo Helbing in Müchen,
eine Auktion von alten Bildern, Skulpturen, Möbeln, Keramik
und sonstigen Antiquitäten verschiedener Gebiete aus dem
Nachlaß des Fürstlich Thurn und Taxis’schen Oberbaurates
Max S ch u 1 tz e (Regensburg-Partenkirchen) und aus anderem
Besitze statt. Unter den verschiedenen Gebieten weist die
Keramik eine Anzahl sehr schöner Steinzeugkrüge des 16.
und 17. Jahrh. auf, welche den Werkstätten von Raren,
Frechen, Kreussen usw. entstammen. Bei den Porzellanen
sind vor allem Meissen und Höchst mit einigen sehr guten
Stücken vertreten. An edlen und unedlen Metallen sind
Ein Holzschnitt Wechtiins: „Die Verspottung Christi“.
Aus dem Auktionskatalog der Dubletten der Sammlung Friedrich August II. von Sachsen.
Versteigerung bei C. G. Boerner in Leipzig, 10.- 12 November.