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MAK

Full text : Jahrgang 18 (1926) (20)

Seite  162

Internationale  Sammler-Zeitung

Nr.  19

Orientalist  Prof.  Ernst  H  e  r  z  f  e  I  d  in  einem  Bericht  der
Deutschen  Literaturzeitung  eine  kürzlich  in  der  persischen
Stadt  Hamadan  gefundene  G  o  1  d  t  a  f  e  1  mit  einer  dreisprachigen ­
  Keilinschrift.  Von  Bedeutung  sind  schon  die
äußeren  Umstände,  unter  denen  die  Tafel  zutage  trat;  sie
fand  sich  nämlich  zwischen  den  Quadern  eines  antiken  Fundaments, ­
  was  beweist,  daß  die  alte  babylonisch-assyrische
Sitte,  Metalltafeln  in  die  Fundamente  hervorragender  Bauwerke ­
  zu  legen,  unter  Darius,  aus  dessen  allerersten
Zeiten  das  Denkmal  stammt,  noch  fortlebte,  daß  man  also  mit
Sicherheit  erwarten  darf,  Stücke  ähnlicher  Art  in  Pasargadae,
Persepolis  und  anderen  achämenidischen  Ruinenstätten  zu
finden.  Wichtig  ist  das  Fundstück  ferner  dadurch,  daß  es  die
genaue  Lage  der  alten  Stadt  Agbatana  zweifelsfrei  dartut,
sowie  durch  die  Angabe  der  Reichsgrenzen  zur  Zeit  des
Darius.  Der  Wortlaut,  der  in  Altpersisch,  Elamisch  und  Babylonisch ­
  wiedergegeben ­
  ist,  bietet  auch
in  allen  drei  Versionen ­
  neue  oder  doch
seltene  Wörter.
(Wichtige
Fund  e.)  In  Sinope
hat  man  wichtige
archäologische  Funde ­
  gemacht.  Arbeiter ­
  fanden  eine  vollständige ­
  Villa  mit
prächtigem  Mosaikboden ­
  und  zahlreichen ­
  wertvollen
antiken  Vasen.
(Hallwyl-Aus-Stellung
  in
S  t  o  c  k  h  o  1  m.)  Im
NordischenMuseum
zu  Stockholm  hat
Prof.  L  i  t  h  b  e  r  g
eine  Ausstellung
eingerichtet,  die  die
Resultate  der  von
ihm  geleiteten  Ausgrabungen ­
  am
Stammsitz  der  Grafen ­
  von  H  a  11  w  y  1
dem  Publikum  in
Schweden  bekannt
geben  will,  wo  die
Besitzerin  des
Schlosses,  die  Witwe ­
  des  vor  ein  paar
Jahren  verstorbenen
Grafen  Walther  von
H  a  11  w  y  1  lebt.

VOM  KUNSTMARKT. ­

(Der  Nachlaß
des  Freiherrn
Philipp  von  Haas-Teichen.)DerAuk-

  Prof.  Adamkiewicz,
  über  deren
günstigen  Verlauf
noch  berichtet  werden ­
  soll,  läßt  das
Auktionshaus
Glückselig  in
Wien  die  des  Nachlasses ­
  des  Freiherrn
Philipp  Haas-Teächen
  (Wien),des  sog.
Teppich-Haas,  folgen.  Die  Versteigerung,  für  die  drei  Tage
festgesetzt  sind  (2,  3.  u.  4.  November),  erstreckt  sich  in  erster
Linie  auf  gutes  Mobiliar  Wiener,  süddeutscher,  italienischer
und  englischer  Provenienz.  Hervorheben  möchten  wir  insbesondere ­
  einen  italienischen  Prunkschrank  mit  Lapis-  und
Marmoreinlagen,  ein  paar  Buffetschränke  im  Renaissancestil
und  einen  rosenholzfurnierten,  sehr  reich  intarsierten  Pfeilerschrank ­
  aus  der  Mitte  des  19.  J.  In  der  Möbelabteilung  befindet ­
  sich  auch  ein  kostbarer  Elfenbeinhumpen  mit  silbernem
Deckel,  der  um  1700  in  Frankfurt  erzeugt  worden  sein  dürfte.
Unter  den  Gemälden  fällt  ein  Hauptwerk  von  Julius
Blaas  „Durchgehendes  Pferd“  auf,  das  mit  5000  S  bewertet
ist  Gut  vertreten  sind  auch  Dombrowski,  Hugo  C  h  a  r  1  emont,
  N.  M  ü  h  1  i  g,  B  e  n  s  a,  Peter  und  von  älteren
Meistern  der  Isabey-Schüler  Rodolphe  Bell,  Louis  Amise,

  B  a  1  a  y  u.  v.  a.  Zu  den  Liebhabereien
des  Freiherrn  von  Haas  zählten  auch  ostasiatische
Kunstgegenstände  und  indopersische  Ziergeräte, ­
  unter  denen  sich  manch  wertvolles  Stück  befindet.
Zur  Versteigerung  kommen  weiters  eine  Sammlung  von  zirka
50  Fächern  des  18.  und  19.  Jahrhunderts,  eine  Kollektion
von  alten  Schlössern  und  Schlüsseln,  Porzellane,
darunter  zwei  Prunkvasen,  Wien,  Blaumarke,  Jahresstempel
99,  und  eine  kleine,  aber  vorzügliche  Gläsersammlung.
Besichtigung  am  31.  Oktober  und  1.  November  von  10—6  Uhr.
Der  Katalog,  wie  immer  ein  Prachtstück,  kostete  20  S,  gewöhnliche ­
  Ausgabe  2  S.
Das  Auktionshaus  Glückselig  teilt  uns  mit:  Technische
Gründe  veranlassen  uns,  die  Ende  Nov.  angesetzte  Aution  um
Woche  zu  verschieben;  sie  wird  in  der  Zeit  vom  30.  No-v.
bis  2.  Dezember
abgehalten  werden.
(Die  30.  Versteigerungbei

Jac.  Hecht.)  Das
Kunst-Auktionshaus
Jac.  Hecht,  Charlottenburg, ­
  Kantstr.
Nr.  162,  Ecke  Joachimsthalerstr.
  (frühere ­
  „Rakete“)  veranstaltet ­
  am  2.  November ­
  seine  30.
Versteigerung.  Der
illustrierte  Katalog
enthält  u.  a.  eine
Reihe  Gemälde
bekannter  Meister
des  19.  Jahrh.  bis
zur  Gegen  wart  (Max
Liebermann,Oswald
Achenbach,  F.  v.
Uhde,  Verboeckhoven,
  Picasso,Chagall, ­
  Vlaminck,  Jaeckel,
  Struck,  Kandinsky,
  Genin  etc.)
Eine  Anzahl  von
Perser  -  Teppichen
und  Brücken  in
erlesenstenQualitäten,
  adeligem
Besitze  entstammend, ­
  werden  im
Rahmen  dieser  Versteigerung ­
  zwangsweise ­
  verkauft  werden. ­
  Aus  früherem
fürstlichen  Besitze
sind  kostbare  s  i  1-berne
  Geräte
mit  dem  Wappen
des  Khediven  von
Aegypten  der  Auktion ­
  beigegeben
worden.  Von  alten
Meistern  seien  ein
prachtvolles  Interieur ­
  von  Verkolje
und  ein  gutes  Seestück ­
  von  Willaerts
genannt.  Eine
Sammlung  ostasiatischen ­
  Kunstgewerbes, ­
  vorwiegend
chinesischen  Ursprungs ­
  aus  den
Perioden  J'ang,  Jüan,
Ming  und  Khang-hsi
wird  neben  antikem  und  modernem  Mobiliar,  Aubussons,
Seidenstickereien,  Ausgrabungen  und  Antiquitäten  verschiedener ­
  Art  zum  Ausgebot  gelangen.
(Kunstauktion  bei  H  e  1  b  i  n  g  in  München.)  Am
16.  und  17.  November  findet  bei  Hugo  Helbing  in  Müchen,
eine  Auktion  von  alten  Bildern,  Skulpturen,  Möbeln,  Keramik
und  sonstigen  Antiquitäten  verschiedener  Gebiete  aus  dem
Nachlaß  des  Fürstlich  Thurn  und  Taxis’schen  Oberbaurates
Max  S  ch  u  1  tz  e  (Regensburg-Partenkirchen)  und  aus  anderem
Besitze  statt.  Unter  den  verschiedenen  Gebieten  weist  die
Keramik  eine  Anzahl  sehr  schöner  Steinzeugkrüge  des  16.
und  17.  Jahrh.  auf,  welche  den  Werkstätten  von  Raren,
Frechen,  Kreussen  usw.  entstammen.  Bei  den  Porzellanen
sind  vor  allem  Meissen  und  Höchst  mit  einigen  sehr  guten
Stücken  vertreten.  An  edlen  und  unedlen  Metallen  sind

Ein  Holzschnitt  Wechtiins:  „Die  Verspottung  Christi“.
Aus  dem  Auktionskatalog  der  Dubletten  der  Sammlung  Friedrich  August  II.  von  Sachsen.
Versteigerung  bei  C.  G.  Boerner  in  Leipzig,  10.-  12  November.
            
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