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MAK

Full text : Jahrgang 18 (1926) (24)

Nr.  24

Internationale.  Sammler-Zeitung

Seite  191

499  Stehaufglas,  um  1840  12
500  Trinkglas,  30
501  Stengelglas,  um  1830  14
502  Trinkglas,  mit  erh.,  blau  Überfangenen  Tulpen  20
503  Trinkglas,  um  1830  30
504  Zwei  Trinkgläser,  um  1868  36
505  Trinkglas,  um  1850  i
506  Empireglas,  um  1830  50
507  Trinkglas,  um  1830  J
508  Pokalglas,  um  1838  16
509  Trinkglas,  um  1840  18
510  Desgl,  55
511  Desgl.  25
512  Desgl.,  um  1830  50
513  Desgl.  16
514  Pokalglas,  um  1830  22
515  Trinkglas,  um  1840  20
516  Desgl.  20
517  Pokalglas,  um  1840  28
518  Pokalglas,  um  1850  26
519  Pokalglas,  grün,  mit  sechs  runden  Feldern  in  Steindelschliff
  20
521  Glaspokal,  rot,  um  1870  40
523  Trinkglas,  um  1830  60
524  Desgl.  48
525  Trinkglas,  um  1850  24
526  Desgl.  16
527  Krügelglas  mit  Zinndeckel,  Böhmen,  um  1760  75
528  Flakon,  um  1830  30
529  Flakon,  um  1830  13
530  Desgl.  17
531  Zwei  Doppelflakons,  um  1840  8
532  Flakon,  grün,  um  1850  7
533  Drei  Flakons,  um  1850  20
534  Fünf  Flakons,  um  1850  21

535  Flasche,  um  1840  20
536  Flasche,  um  1850  18
537  Flakon,  um  1850  24
538  Desgl.,  um  1840  12
540  Desgl.,  um  1850  17
541  Flasche,  um  1850  13
542  Zwei  Weingläser,  um  1860  6
543  Zwei  Likörgläser,  6
544  Glas,  um  1760  8
Diverses.
545  Kleine  Kommode,  Oesterreich.  220
546  Kleiner  Bücherkasten,  Holländ.  740
547  Großer  Bücherkasten.  Holland.,  18.  J.  1150
548  Sessel.  Holland.  50
549  Stehuhr.  Wien,  um  1830  75
550  Zwei  Engel  auf  Wolken  kniend.  Holzschnitt.
Oesterreich.,  um  1770  170
551  Monstranz,  Kupfer,  Deutsch,  um  1780  20
554  Spazierstock.  Ende  18.  J.  45
555  Ein  Paar  kleine  Messingleuchter  16
556  Zuckerzange  in  Form  eines  Storches.  Silber  24
558  Perlbeutel  25
559  Vier  Geldbeutel.  Biedermeier  16
560  Vier  Portemonnaies.  Biedermeier  30
561  Zinnteller.  Kaiserteller.  Modell  von  Georg  Schmauß
um  1630  140
562  Zinnteller,  Krönungsteller.  Modell  Hans  Spatz
um  1630  170
563  Zinnteller.  Gustav  Adolf-Teller.  Modell  Paulus  Oeham
um  1630  210
564  Zinnteller.  Auferstehungteller.  Modell  Oeham
um  1630  110
Die  Zinnteller  erstand  der  Fabrikant  Herr  J.  C  h  1  u  p  ac
  e  k  in  Krnow  (Jägerndorf).

SRtte  Schweizer  Sfasgemätde.

In  der  Eröffnungssitzung  der  Antiquarischen  Gesellschaft ­
  in  Zürich  sprach,  wie  uns  von  dort  berichtet ­
  wird,  Landesmuseumsdirektor  Professor  Dr.
L  e  h  m  ann  über  Restaurationen  und  Fälschungen
von  alten  Glasgemälden.  Seine  Ausführungen  zeigten,
daß  die  erhaltenen  Schweizer  Glasgemälde  einen  starken ­
  Zusatz  an  fremden  Bestandteilen  üufweisen.
Allerdings  handelt  es  sich  dabei  in  der  überwiegenden
Mehrzahl  der  Fälle  nicht  um  Fälschungen  mit  betrügerischer ­
  Absicht,  sondern  um  Rekonstruktionen
verdorbener  Stücke,  die  durch  irgend  einen  Zufall
beschädigt  worden  sind.
Vorausgeschickt  werden  muß,  daß  es  fast  ausschließlich ­
  die  sog.  „K  a  b  i  n  e  11  s  c  h  e  i  b  e  n“  sind,
die  im  Laufe  der  Zeit  derartige  Veränderungen  erlitten ­
  haben.  So  kam  es  vor,  daß  bernische  Adelige
die  Wappenschilde  ihrer  väterlichen  und  mütterlichen
Ahnen  durch  einen  Glasmaler  zusammenstellen  ließen,
um  die  Fenster  ihrer  besten  Wohnräume  damit  zu
zieren.  Dabei  waren  die  Glasmaler  zuweilen  naiv
genug,  um  selbst  auf  die  Wappenscheiben  längst  Verstorbener ­
  das  Herstellungsdatum  einer  viel  späteren
Zeit  zu  setzen.  Wenn  darum  die  nachweisbaren  Lebensdaten ­
  der  Wappenträger  oder  die  Stilformen
nicht  mit  den  auf  den  Scheiben  aufgemalten  Jahreszahlen ­
  übereinstimmen,  so  darf  man  daraus  nicht
ohne  weiteres  auf  Fälschungen  schließen.  Bei  der
starken  Produktion  im  Gewerbe  des  Glasmalers  kam
es  vor,  daß  die  Behörden  diese  Leute  in  Zeiten  der
Not  unterstützen  mußten.  Dabei  ließen  die  Regierungen ­
  Wappenscheiben  auf  Vorrat  als  Notstands-*
arbeiten  anfertigen.  War  das  Lager  groß  und  blieben
die  Schenkungen,  den  Zeitumständen  entsprechend
beschränkt,  dann  wurde  zuweilen  befohlen,  die  rückständigen ­
  Jahreszahlen  auf  den  Scheiben  zu  ändern,
d.  h.  sie  mit  den  vorgerückten  Jahren  wieder  in
Einklang  zu  bringen.  Darum  konnte  es  Vorkommen,
daß,  wenn  inzwischen  der  Hersteller  eines  solchen

Glasgemäldes  gestorben  war,  dieser  eine  Jahreszahl
erhielt,  die  jünger  war  als  sein  Todesjahr.  Waren
Glasgemälde  durch  mechanische  Einwirkung  oder
durch  chemische  Einflüsse  beschädigt,  so  nahm  man
schon  in  alten  Zeiten  Restaurationen  vor,  indem  man
die  stark  zerstörten  Glasmalereien  zum  Ausflicken
der  weniger  beschädigten  verwendete.  So  entstanden
kaleidoskopartige  Scheiben  in  bunter  Farbenpracht,
aber  ohne  einheitliches  Bildwerk.  Gelegentlich  kommt
es  vor,  daß  spätere.  Generationen  ihre  Restaurierungsarbeiten ­
  durch  Inschriften  melden.  So  besitzt  das
Schweizerische  Landesmuseum  eine  Wappenscheibe
des  Anthoni  O  e  r  i  von  Zürich,  gemalt  1578  von  Josef
Murer,  erneut  durch  des  Stifters  Söhne  1604,  durch
die  Enkel  1663  und  durch  die  Urenkel  1687.
Als  dann  im  18.  Jahrhundert  der  Niedergang  der
Glasmalerei  erfolgte,  wurden  häufig  alte,  gute  Wappenscheiben ­
  ihrer  alten  Inschriften  beraubt,  um  mit
Inschriften  und  Daten  des  18.  Jahrhunderts  als  Stiftungen ­
  in  öffentliche  Gebäude  zu  dienen.  Das  19.  Jahrhundert ­
  brachte  ein  Wiedererwachen  der  Glasmalerkunst ­
  zunächst  durch  die  Brüder  Jakob  und  Georg
Müller  in  Schaffhausen,  dann  durch  Joh.  Emanuel
W  y  ß  und  durch  Dr.  Rudolf  S  t  a  n  t  z  in  Bern.  Ein
wissenschaftliches  Interesse  wandte  man  den  alten
Glasgemälden  in  Basel  zu,  wo  der  Germanist  Wilhelm
Wacker  nagel  im  Jahre  1856  seine  Schrift  „Die
deutsche  Glasmalerei“  erscheinen  ließ.  Durch  Ferdinand ­
  Keller,  Wilhelm  L  ü  b  k  e  und  Johann
Rudolf  Rah  n  in  Zürich  wurden  Behörden  und  Privatpersonen ­
  in  langjähriger  Werbearbeit  für  die  Erhaltung ­
  der  lange  genug  vernachlässigten  Glasmalereien
gewonnen.  Nun  setzte,  und  zwar  meistens  in  guten
Treuen,  das  Bestreben  nach  Nachahmung  der  alten
Scheiben  ein,  wobei  die  neuen  Glasmaler  beweisen
wollten,  daß  ihre  Kunst  der  ihrer  Vorgänger  nicht
nachstehe.  Auch  die  Kunstgewerblichen  Lehranstalten
betrieben  einige  Zeit  hindurch  die  möglichst  genaue
            
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