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Nr. 4
Internationale Sammler-Zeitung
Gfironik.
BIBLIOPHILIE.
(Luxs- und Presedrucke.) Am 8. und 9. Februar
erfolgte bei Paul Graupe in Berlin die Versteigerung einer
nicht näher bezeichnten Sammlung von L u x u s- und Presse
drucken, die in Bibliophilenkreisen großem Interesse begegnete.
Die Preise näherten sich bei den großen Nummern den Taxen,
bei den kleinen wurden sie meist übertroffen.
Nachstehend die wichtigeren Preise in Mark:
Alfred Richard Meyer Presse, Nr. 18 Arnim,
isabella von Aegypten 180. Nr. 34 Balsac, Die menschliche Ko
mödie 295. Nr. 39 Barlach, Der Findling 60. Nr. 46 Beardsley,
The early Work 705. Nr, 47 Beardsley, Aubrey, Early and later
Work 140. Nr. 52 Malory Le Morte d’ Arthur 135. Nr. 63 Beh-
mer, Runge, Von den Fischer un syner Fru 135. Nr. 64 Marcus-
Behmer-Drucke, Ecclesiastes 225. Nr. 75 Die 42zei]ige Guten-
bcrg-Bibel, Faksimile Ausg. 390. Nr. 82 Irrgarten der Liebe,
Insel 105. Nr. 98 Bode, Die italienische Bronzestatuen der Re
naissance 225. Bremer Presse, Nr. 119 Hofmannstal, Die
Wege und die Begegnungen 285. Nr. 120 Tacitus, Germania
550. Nr. 125 Goethe, Urfaust 125. Nr. 128 Dante La divina Co
media 165. Nr. 130 Lieder der deutschen Mystik 100. Nr. 132
Homeros, Ilias graece ex rec. 125. Nr. 147 Freie Bühne, 72
Bde. 155. Nr. 150 Busch, Abenteuer eines Junggesellen 190.
153 Rinder, Cameron 190. Nr. 156 Casanova, Erinnerungen 105.
Chiswick- Press, Nr. 168 The Hollow Land 105. Nr. 191
Dante, La Comedia 175. Nr. 214 Dyonisos-Bücherei 20 Bde. 150.
Nr. 217 Dovess-Press, Browning, Dramatis Personae 150.
Nr. 218 Men and women 200. Nr. 219 Carlyle, Sartor Resartus
120. Nr. 226 Goethe, Die Leiden des jungen Werther 200. Nr. 227
Torquatto Tasso 130. Nr. 129 Keats, Poems 380. Nr. 231 Milton,
Paradise lost 255. Nr. 234 Ruskin, Uno this last 100. Nr. 235
Shakespeare, The Tragical Historie of Hamlet 205. Nr. 237
Sonnets 170. Nr. 238 Anthony and Cleopatra 150. Nr. 239Julius
Caesar 150. Nr. 240 Coriolanus 150. Nr. 241 Venus and Adonis
120. Nr. 242 Shelley Poems 205. Nr. 243 Tacitus, De vita et
moribus fuldi Agricolae über 125. Fl i n h o r n p r e s s e. Nr. 292
Sechter, Tagebuch der indischen Reise 240. Ernst Ludwig
Presse. Nr. 298 Das Buch Esther 290. Nr. 299.Goethe, R.
Wagner, Wieland der Schmied 205. Nr. 319 Rilke, Das Buch der
Bilder 135. Nr. 332 Britting, Das Buch Ruth 110. Nr. 389 Flau-
bert, Mde. Bovary 260. Nr. 395 Faust 225. Nr. 397 Shakespeare,
Hamlet 215. Nr. 405 Friedrich der Grosse. Werke 400. Nr. 418 Gaul,
Vom Fressen der Tiere 105. Nr. 420 Gazette du bon ton, 4
Bände 100. Nr. 424 George, Maximin 320. Nr. 425 Ders.,
Der siebente Ring 100. Nr. 443 Goethe, Sämtl. Werke, Propyläen
Ausg. 1200. Nr. 491 Graphische Gesellschaft 12 Bände 160. Nr.
497 Grimmelshausen, Simplicissimus 155. Nr. 501 Grünwald,
Handzeichnungen 105. Nr. 531 G. Hauptmann, Ges. Werke in
6 Bänden 120. Nr. 532 Ders., Jubiläunisausg. 150. Nr. 539 Ders.,
Die Weber 105. Nr. 549 Heimann, Prinzessin Sabbath 105. Nr.
584 Holz, Die Blechschmiede 225.
H u n d e r t d r u c k e. Nr, 622 Bocaccio, Der Decamerone
200. Nr. 630 Hypernon, J. 1-2 500. Kelenscott-P ress.
Nr. 673 The Story of Glittering Plain 175. Nr. 676 The Order
of Chivalry 505. Nr. 683 Klassiker der Kunst, 26 Bände 185.
Kleukens-Presse. Nr. 694 Binding, Trauerrede 130 Nr.
696 Keller, Steribles Rede für die Gefallenen 200. Nr. 701 Klinger,
Vom Tode, 1. T. 405. Nr. 702 II. T. 115. Nr. 730 Kubin, Voltaire,
Candide 950. Nr. 734 Kunst und Künstler, J. 1—23 180. Nr. 752
Leibi, Original-Radierungen 100. Nr. 755 Leisching, Bildnis
miniatur in Oesterreich 220. Nr. 757 Lemberger, Bildnisminiatur
in Deutschland 185. Nr. 758 Ders., Bildnisminiatur in Skandi
navien 150. Nr. 759 Ders., Großes Galeriewerk internationaler
Meister der Miniaturmalerei 250. (Schluß folgt).
(Die Memoiren Karoline Jagemanns.) Die
bisher für verloren gehaltenen Memoiren Karoline Jagemanns,
einer der hervorragendsten tragischen Schauspielerinnen und
Sängerinnen ihrer Zeit (1777—1848), der Geliebten des Herzogs
Karl August von Sachsen-Weimar, die der Fürst 1869 zur
Frau von Heygendorff erhob, sind aufgefunden worden. Außer
den Erinnerungen befindet sich in den Memoiren eine Reihe
unveröffentlichter Briefe und Aeußerungen von Goethe, Karl
August, Iffland, E. T. A. Hoffmann, Herder, Wieland, Devrient
u. a. Die Memoiren bilden eine überaus wichtige, neuerschlossene
Quelle zur deutschen Literatur-, Kultur- und Theatergeschichte.
Sie erscheinen im Frühjahr 1926 im Sibyllen-Verlag zu Dresden.
(Französische Büchererzeugung.) Aus Paris
wird uns berichtet: Im Laufe des Jahres 1924 sind einer Statistik
des Buchhändlerverbandes zufolge in Frankreich 9403 Bücher
erschienen gegen 9159 im Jahre 1923. Davon waren 189 philo
sophische, 350 literarische Werke, 350 Gedichtwerkc, 1150 Ro
mane und Novellen, 290 Bühnenwerke und 245 Almanache. Die
Zahl der Bücher über den Krieg nimmt von Jahr zu Jahr be
deutend ab, 1920 waren es noch 257, 1924 nur 76.
(Bibel-Ausstellung.) Im Palais Rumine in Lausanne
wurde durch Prof. Frank Olivier von der Universität Lausanne
eine Bibel-Ausstellung eröffnet.
BILDER.
(Ein neuentdeckte'' Mantegna.) In den Eremitam
zu Padua werden zurzeit umfangreiche Wiederherstellungs
arbeiten vorgenommen. Als man vor einigen Tagen die Ver-
bindungsmaucr der Kirche mit der Kapelle San Cristoforo nieder
riß, welche die berühmten Fresken von Andrea Mantegna
enthält, entdeckte man links von der Kapelle ein glänzend er
haltenes Fresko, das den Leichnam Christi nach der Kreuzab
nahme darstellt. Das Fresko wird dem Mantegna zugeschrieben.
(Renoirs angefangenes Wagner-Porträt.)
Renoir wollte 1881 in Palermo die Bekanntschaft Richard
Wagners machen, in der Absicht, ihn zu malen. Er wurde
von einem Herrn v. Joukowsky, einem leidenschaftlichen
Verehrer Wagners, bei ihm eingeführt. Renoir machte dem
Meister die herzlichsten Komplimente, sprach davon, unter
welchen Umständen er in Paris Wagners Musik gehört und ver
ehren gelernt hätte, nannte die Namen französischer Bewun
derer usw. Das bewog Richard Wagner schließlich, aus seiner
Zurückhaltung herauszutreten und wärmere Töne anzuschlagen.
Er bewilligte dem Pariser eine Sitzung, sagte aber ausdrücklich,
es sei dies das erstemal, dass er einem Modell stehe, er habe
bis jetzt nur Photographen gesessen. Die Sitzung dauerte eine
reichliche halbe Stunde. Renoir erzählte später, daß er Wagners
Porträt tatsächlich zu malen begonnen habe. Während der
Sitzung habe ihm aber das Ehepaar Wagner zu verstehen ge
geben, man halte ihn für einen „Farceur“, der von den ele
mentarsten Regeln der Malerkunst keine Ahnung habe. Infolge
dessen sei die Fertigstellung des Bildes unterblieben.
(Von der Payerschen Nordpolexpeditio n.)
Die Nationalbibliothek hat in den letzten Tagen aus dem Nach
laß des österreichischen Kartographen, Nordpolforschers und
Kunstmalers Julius Ritter v. Payer vierzig Blätter mit Auf
nahmen von der Ostküste Grönlands und vom Franz Josefs-Land,
ferner eine Anzahl Blätter mit Ortsbestimmungen und Azimuten
aus Nordostgrönland und zwei Briefe Payers erworben. Die
Aufnahmen von der Ostküste Grönlands stammen aus den
Jahren 1869 bis 1870, in denen Payer an der zweiten deutschen
Nordpolexpedition unter Karl Kapitän Koldewey tednahm; die
Aufnahmen vom Franz josefs-Land wurden während der öster-'
reichischen Nordpolexpedition 1872 bis 1874 gezeichnet, die
Payer mit Weyprecht leitete.
HANDSCHRIFTEN.
(Eine Handschrift der hl. Theresi a.) Der Schrift
steller Don Riveiro hat einem Bericht aus Badajoz zufolge
in den Ordensarchiven ein wertvolles, von der gelehrten My
stikerin Theresia geschriebenes Manuskript aus dem Jahre
1580 aufgefunden, das sowohl in religiöser wie literarischer Hin
sicht von großem Interesse ist und demnächst veröffentlicht
werden soll.
PHILATELIE.
(Die neuen österreichischen Wohltätig
keitsmarken) gelangen nun definitiv am 8. M ä r z zur
Ausgabe. Unser Phil.-Referent, der sie bereits zu sehen Gelegen
heit hatte, findet sie gegenüber den vorjährigen sehr hübsch,
bemängelt jedoch, daß das Markenbild auf einzelnen Werten
zu verschwommen ist. Es kommen im ganzen 6 V s Millionen
Stück in den Handel, u. zw. 3 g (Freimachungswert) 2 g (Zu
schlag) dunkelsepia 1,000.000 Stück, 8 g und 2 g dunkelblau
1,500.000 Stück, 15 g und 5 g purpurrot 1,500.000 Stück, 20 g
und 5 g dunkelgrün 1,000.000 Stück, 24 g und 6 g dunkelviolett
1,000.000 Stück, 40 g und 10 g dunkelorange 500.000 Stück.
Markenbilder: Szenen aus dem Nibelungenlied, ent
worfen vom akademischen Maler Wilhelm Dachauer, in
Stahl gestochen unter Leitung des Professors Ferdinand Schirn-
böck von seinen Schülern Rupert Franke und Rudolf
Zenziger. 3 + 2 g: Siegfried nach dem Kampfe mit dem
Lindwurm, 8 + 2 g: Günther im Drachenschiff auf der Fahrt
nach Isenland. 15 und 5 g: Der Streit Kriemhildens mit Brun
hilden vor dem Kirchentore. 20 und 5 g: Die Donauweiber
künden Hagen das Schicksal, das die Nibelungen im Hunnen
lande ereilen wird. 24 und 6 g: Rüdiger von Bechelaren empfängt