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MAK

Full text : Jahrgang 18 (1926) (8)

Seite  64

Inter  nationale  Sammler-Zeitung

louse-Lau  trec  mit  Mk.  175.—  noch  immer  preiswert  war.  —
Wie  uns  die  Bücherstube  Hans  Götz  mitteilt,  findet  die  nächste
Auktion  am  14.  und  15.  Mai  am  selben  Ort  statt.  Es  wird  da
eine  der  bedeutendsten  Hamburger  Privat-Sammlungen  bibliophiler ­
  Werke  aus  Vorkriegszeiten,  z.  T.  in  kostbaren  Handeinbänden ­
  zur  Versteigerung  gelangen.  Der  illustrierte  Katalog
erscheint  am.  15.  April  und  wird  an  Interessenten  kostenlos  abgegeben. ­


HANDSCHRIFTEN.
(Wertvolle  äthiopische  Handschriften  entdeckt.) ­
  ln  Marseille  ist  dieser  Tage  der  indochinesische  Postdanipfer
  „Compiegne“  angekommen.  An  Bord  des  Schiffes  befand
sich  der  Abbate  G  r  e  b  a  u  t,  der  von  der  vatikanischen  Bibliothek ­
  in  Rom  in  einer  wichtigen  philologischen  Mission  nach
Aethiopieti  entsandt  worden  war.  Im  Auftrag  des  Direktors  der
vatikanischen  Bibliothek  sollte  er  in  Abeba  nach  Material
suchen,  das  für  den  Katalog  der  alten  äthiopischen  Handschriften
der  Bibliothek  Verwendung  finden  sollte.  Zu  seiner  freudigen
Ueberraschung  entdeckte  er  im  Verlaufe  seiner  Forschungsarbeiten ­
  an  die  100  Handschriften  von  höchster  Bedeutung, ­
  die.zum  Teil  in  der  Gezsprache,  dem  Dialekt  der  in
Aethiopien  eingewanderten  Araber,  und  zum  anderen  Teil  im
klassischen  Aethiopisch  geschrieben  sind

PHILATELIE.
(Neuheiten.)  An  Neuheiten  werden  gemeldet:  Dänemark ­
  Farbenänderung  20  Oere  rot.  Liechtenstein  20  Rappen
rot.  Monako  45  Centimes  grau  (Kopf  des  Fürsten  nach  links).
Rußland.  Die  Marken  zu  1,  2  und  3  Rubel  sollen  in  geänderter ­
  Zeichnung,  mit  dem  Kopf  Lenins,  erscheinen.  —  Die  Juventute-Marken
  der  Schweiz  für  1926  werden  die  Wappen  der
drei  letzten  noch  nicht  verwendeten  Kantonsmarken  (Aargau,
Basel-Land  und  Thurgau)  zeigen.  Im  nächsten  Jahre  soll  eine
Gedenkausgabe  zum  100.  Todestage  Pestalozzis  erscheinen
(7.  Deutscher  Philatelisten  tag  in  der
Czechoslovakei.)  Für  den  vom  22.  bis  26.  Mai  in
Marienbad  stattfindenden  7.  Deutschen  Philatelistentag ­
  ist  folgendes  Programm  festgesetzt  worden.  22.  Mai.  9  Uhr
vorm.  Eröffnung  der  Börse,  nachm.  Vorbesprechung  des  Verbandsausschußes, ­
  9  Uhr  abends  Begrüßungsabend.  23.  Mai,  Ab
9  Uhr  Börse,  10  Uhr  Verbandstag,  2  Uhr  nachmittags  Philatelistentag, ­
  abends  8  Uhr  Reunion  und  Tombola.  24.  Mai  9  bis
12  Uhr  Börse,  ab  2  Uhr  Auktion,  abends  Besuch  des  Palais  de
danse.  25.  und  26.  Mai.  Auktion  Prehnalek-Hannahei  m.
(13.  Italienischer  Philatelistentag.)  Der  13.
Italienische  Philatelistentag  wird  vom  22.  bis  28)  Mai  in  Brescia ­
  abgehalten  werden.

VERS  CH  IE  D  EN  ES.
(Antiquitätenhandlung  M.  Salomo  n.)  Aus
Dresden  wird  uns  geschrieben:  Die  seit  etwa  90  Jahren  bestehende ­
  Firma  M.  Salomon  in  Dresden,  die  sich  als  Antiquitätenhandlung, ­
  besonders  auf  den  Gebieten  der  Porzellane
und  Gemälde  alter  Jahrhunderte,  eines  Weltrufes  erfreut,  hat
ihre  Geschäftsräume  von  der  Prager  Straße  nach  ihrem  eigenen
Hause  Schloßstraße  26  (Erd-,  "Zwischen-  und  erstes  Geschoß)
verlegt.  Architekt  Leopold  Lustig  hat  dieses  alte  Dresdner
Haus  in  ein  modernes  Geschäftshaus  umgebaut,  dessen  interessante ­
  Innenarchitektur  und  schöne  raumkünstlerische  Gestaltung ­
  volles  Lob  verdienen.  Am  Vormittag  des  23.  März  fand
im  Saale  des  ersten  Stockwerkes  ein  feierlicher  Eröffnungsakt
statt,  dem  zahlreich  geladene  Gäste,  u.  a.  die  Leiter  der  staatlichen ­
  und  städtischen  Museen,  Vertreter  der  Regierung  und
der  Stadt,  Künstler  und  Kunstgelehrte  beiwohnten.  Der  Inhaber,
Herr  Eugen  Salomon,  begrüßte  die  Versammlung,  ganz  besonders ­
  Geheimrat  Dr.  Heyn  als  Vertreter  des  Volksbildungsministeriums, ­
  und  Direktor  Dr.  Großmann,  den  Vertreter
des  Rates,  und  betonte,  daß  er  den  soliden  und  richtunggebietenden ­
  Grundsätzen  seiner  Vorgänger  treu  bleiben  wolle.
Hierauf  hielt  Geh.  Regierungsrat  Dr.  Bruck,  Profesor  der
Kunstgeschichte  an  der  Technischen  Hochschule,  eine  längere
Rede,  in  der  er  der  Geschichte  der  Firma  gedachte,  die  der
Großvater  des  jetzigen  Inhabers  1839  gegründet  hat,  nachdem
der  Urgroßvater,  1775  geboren,  schon  Handel  mit  Antiquitäten
getrieben  habe.  Im  Namen  hiesiger  und  auswärtiger  Kunsthistoriker ­
  beglückwünsche  er  die  Firma  und  wünschte  ihr
weiteres  Blühen  und  Gedeihen.  Dann  betonte  der  Redner,  daß
an  den  Universitäten  viele  Gebiete  der  Kunst  und  namentlich
das  Kunstgewerbe  sehr  stiefmütterlich  behandelt  würden  und
daß  jungen  Kunsthistorikern  dadurch  viel  verloren  gehe.  Rühmend
müsse  er  hervorheben,  daß  die  Firma  Salomon  durch  Belehr-Nr.

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ung  und  Aufklärung  das  Wissen  sie  aufsuchender  Kunsthistoriker
stets  eifrig  gefördert  habe.  Jedenfalls  sei  der  Antiquitätenhandel ­
  für  Kunsthistoriker  von  großer  Bedeutung.  Dann  beglückwünschte ­
  Direktor  Dr.  Groümann  die  Firma  im  Aufträge
des  Oberbürgermeisters  und  des  Rates  und  dankte  für  die  dem
Stadtmuseum  kostenlos  überwiesenen  Gegenstände  Dresdner
bürgerlicher  Kunst.  Er  bat,  daß  die  Firma  auch  ferner  den
städtischen  Sammlungen  ihr  Wohlwollen  bewahren  möge.  Nachdem ­
  Eugen  Salomon  beiden  Rednern  gedankt  und  des  bereits ­
  40  Jahre  im  Dienste  der  Firma  stehenden  Herrn  Herold
gedacht  hatte,  folgte  ein  Rundgang  durch  das  neue  Haus,  der
den  Reichtum  an  antiken  Möbeln,  Gemälden,  Gold-  und  Silberschmuck, ­
  Porzellanen  und  Plastiken  alter  Zeiten  und  Stile  erkennen ­
  ließ.
(Josef  Winterst-ein.)  Der  Wiener  Kunsthändler  Herr
H  i  r  s  c  h  I  e  r  schreibt  uns:  Mit  Josef  W  i  n  t  e  r  s  t  e  i  n,  dem  wir
am  2.  März  d.  J.  das  letzte  Geleite  gegeben  haben,  ist  eine
markante  Persönlichkeit  aus  dem  Wiener  Kunsthandel  entschwunden. ­
  Kaum  volljährig,  etablierte  sich  der  Verblichene
1882  nach  mehrjähriger  Tätigkeit  in  einem  Bilderexporthause,,
und  der  Erfolg  hat  sein  Selbstvertrauen  glänzend  gerechtfertigt.
Sein  richtiger  Blick,  künstlerisches  Empfinden,  Fachkenntnis,
kaufmännischer  Geist  und  unermüdlicher,  nimmer  rastender
Fleiß  ermöglichten  es  ihm,  aus  bescheidenen  Anfängen  unter
sehr  schwierigen  Verhältnissen  sein  Unternehmen  aufzubauen
und  es  zu  einem  Welthaus  zu  entwickeln.  Sein  Name  und  seine
Firma  wurden  bald  nicht  allein  im  Inland,  sondern  auch  im
Ausland,  speziell  im  Deutschen  Reich,  bestens  bekannt.  Ursprünglich ­
  verlegte  sich  Winterstein  auf  sogenannte  „Exportware“. ­
  Er  beschäftigte  ein  ganzes  Heer  von  Maiern,  deren
Bilder  er  in  grossen  Mengen  ins  Ausland  beförderte.  Später
fing  er  an,  sich  auf  bessere  und  gute  Künstler  zu  verlegen,  mit
denen  sich  eine  lebhafte  Geschäftsverbindung  entwickelte.  So
hat  er  vielen  Wiener  Künstlern  den  Weg  ins  Ausland  gebahnt,
deren  Namen  und  Werke  bekannt  gemacht  und  dadurch  den
Wiener  Kunstmarkt  wesentlich  erweitert.  Aber  auch  Werke  bedeutender ­
  deutscher  und  italienischer  Meister  hat  er  geführt.Winterstein ­
  gehörte  zu  der  immer  seltener  werdenden  Gruppe  von
Kauflcuten  strengster  Reellität,  bei  denen  ein  gegebenes  Wort
ein  Wort  und  eine  Abmachung  ein  Heiligtum  war.  Darum  haben
ihm  auch  seine  Kunden  und  Geschäftsfreunde  durch  mehr  als
vier  Dezennien  volles  Vertrauen  und  Treue  bewahrt,  sogar  die
Söhne  bereits  verstorbener  Freunde  zählen  heute  noch  zu  treuen
Kunden  seines  Unternehmens.  Wie  groß  das  Vertrauen  war,
das  er  genoß,  illustriert  der  Ausspruch  eines  amerikanischen
Geschäftsfreundes,  der  ihm  sagte:  „Wertvoller  als  Ihr  Geschäft
und  als  Ihr  Haus-ist  bei  uns  Ihr  guter  Name“  —  und  der  Sohn
eines  bedeutenden  deutschen  Kunsthändlers  schreibt  in  seinem
Kondolenzbriefe:  „Mein  Vater  pflegte  zu  sagen,  daß  Winterstein
der  vornehmste  Mann  war,  der  ihm  jemals  in  seiner  Branche
begegnet  ist“.  In  seinem  geschäftlichen  Wirken  genau  und  streng,
war  er  dennoch  großzügig  und  warmherzig,  wenn  es  sich  darum
handelte,  einen  armen  Teufel  aus  der  Not  zu  helfen  oder  eine
gute  Sache  zu  fördern.  Auch  in  seinem  privaten  Leben  das
Muster  eines  fürsorglichen  Gatten  und  Vaters  wurde  dieser
treffliche  Mann,  bis  dahin  kerngesund  und  von  seltener  Rüstigkeit, ­
  uns  durch  eine  kurze  tückische  Krankheit  allzufrüh  entrissen. ­
  Alle,  die  ihn  näher  kannten  oder  in  geschäftlichem
Kontakt  mit  ihm  standen,  werden  ihm  sicher  ein  dauerndes,
ehrenvolles  Gedenken  bewahren.
(Vereinigung  der  Antiquitäten-  und  Kunsthändler ­
  in  Wien.)  Bei  der  am  23.  Februar  d.  J.  abgehaltenen
Generalversammlung  wurden  folgende  Funktionäre  gewählt:
Obmann:  Samuel  Glückselig,  Obmann-Stellvertreter:  Rudolf
Berger,  Max  Schaffrane  k,  Schriftführer:  Fritz  Szamek,
Kassier:  Ignaz  Pick,  Ausschußmitglieder:  Dr.  Franz  Kies-1
  i  n  g  e  r,  Heinrich  Ephron,  Max  Oberländer,  Anton
P  e  n  i  z  e  k,  Konrad  Schneider,  Siegfried  S  p  i  r  a,  Franz
T  e  r  z  e  r,  Walter  Winternitz,  Revisoren:  Edwin  Großmann
  und  Albert  K  e  n  d  e.
(Ausstellung  von  Gemälden  des  17.  und  18.  Jahrhunderts.) ­
  Aus  Hamburg  wird  uns  berichtet:  Eine  Ausstellung ­
  von  Gemälden  des  17  und  18.  Jahrhunderts  liegt  augenblicklich ­
  in  den  Räumen  des  Rembrandt-Hauses  (Jac.  Hecht,
Colonnaden  35)  vor.  Es  handelt  sich  um  eine  mit  Umsicht  und
Kennerschaft  zusammengestellte  Serie  altniederländischer,  italienischer ­
  und  französischer  Werke,  die  eine  Anzahl  ausgezeichneter, ­
  zum  Teil  signierter,  bezw.  von  Bode,  Hofstede  de  Groot
u.  a.  attestierter  Stücke  enthält.  Hervorzuheben  ist  ein  „Stillleben ­
  mit  Früchten“  von  A.  de  Heusch,  „Dame  mit  Hündchen“
von  D.  van  de  Pia  es,  „Kircheninterieur“  von  de  Witte,  Landschaften ­
  von  A.  Magnasco,  Salomon  Ruisdael,  A.  K.  Veerboom,
  Genre-Bildchen  von  Ad.  van  Ost  ade  und  dem  älteren
Fr.  v.  Miris.  Ausgestellt  sind  ferner  Werke  von  Vernet,
Beerstraten,  Eekhout,  Panini,  B.  Galliari,  van  Schooten
etc.  Einige  der  ausgestellten  Bilder  reichen  ins;  19.  Jahrhundert
hinein,  oder  gehören  ihm  ganz  an,  so  die  treffliche  Miniatur
der  Fürstin  Soltikoff  von  Fr.  Lagrenee  oder  das  kunsthistorisch
interessante  Bildchen  von  Nie.  de  Keyser.
            
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