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MAK

Full text : Jahrgang 19 (1927) (20)

Nr.  20

Seite  186

Fig.  8.  Dreiteiliger  Altar  von  Raffaelino  del  Garbo.  (Um  1466—1524).
Sammlung  Dr.  Josef  Kranz,  Haus  Raach  bei  Wien.  Auktion  bei  Rudolph  Lepke  in  Berlin  am  8.  November.

handelte  nur  mit  Bildern  des  englischen  Malers  David  Cox,
die  aus  seinem  Nachlaß  stammen  sollten.

MUSEEN.
(Eine  Rubens-Landschaft  für  Berlin.)  Die  Gemäldegalerie ­
  des  Kaiser-Friedrich-  Museums  in
Berlin  beabsichtigt,  durch  einen  Tausch  (durch  Abgabe
eines  noch  nicht  bestimmten  holländischen  Bildnisses  des  17.
Jahrhunderts)  eine  große  Landschaft  des  Rubens  zu  erwerben,. ­
  die  als  ein  Werk  von  höchster  Bedeutung  bezeichnet
wird.  Das  Gemälde,  das  aus  dem  Kunsterbe  des  Kardinals
Richelieu  stammt,  befand  sich  zuletzt  im  Besitz  des  Lord
Cavendish,  eines  Bruders  des  Herzogs  von  Devonshire.
Dargestellt  ist  ein  Lieblingsthema  des  Landschafters  Rubens:
Szenerie  am  Waldrande  mit  abziehendem  Gewitter.
(Von  den  Wagner-Museen.)  Zwischen  Bayreuth
und  Eisenach  ist  eine  kleine  Fehde  ausgebrochen.  Die  Festspielstadt ­
  Wagners  möchte  ihr  Wagner-Museum,  das  sie  mit
Hilfe  der  vom  Freiherrn  von  Glase  napp  gestifteten  Sammlung ­
  geschaffen  hat,  -  ausbauen  und  bemüht  sich,  das  in  der
Reuter-Villa  Eisenachs  untergebrachte  Wagner-Museum  zu
erhalten.  Die  Eisenacher  wehren  sich  aber  mit  allen  Kräften
dagegen  und  weisen  darauf  hin,  daß  ihre  Sammlung,  deren
Grundstock  von  Nikolaus  Oesterlein  stammt,  für  80.000
Mark  erworben  wurde.  Davon  hat  Eisenach  allerdings  nur
12.000  Mark  bezahlt,  während  der  Rest  durch  Spenden  aufgebracht ­
  wurde.  Die  Stadt  Eisenach  denkt  ihr  Museum  an
einer  noch  zu  schaffenden  Wagner-Gedenkstätte  unterzubringen, ­
  um  den  Besuchern  der  Wartburg  ihren  Besitz  leichter
zugänglich  zu  machen.
(Das  neue  Antikenmuseum  in  Ro  m.)  Wie  uns
aus  Rom  gemeldet  wird,  wurde  das  auf  den  Trümmern  des
Palazzo  Caffarelli,  dem  früheren  Heim  der  deutschen  Botschaft
auf  dem  Kapitol,  errichtete  neue  Antikenmuseum  eröffnet.
Nach  Mussolini  benannt,  deckt  es  nun  eine  Stätte,  die
zehn  Jahre  lang  Schauspiel  nutzloser  Barbarei  war,  wie  die
Italiener  selber  sagen.  Man  suchte  dort  nach  Ueberresten  des
Jupitertempels  und  zerstörte  dabei  gänzlich,  was  vom  Palazzo-Caffarelli
  noch  übriggeblieben  war.  Das  negative  Ergebnis
brachte  das  Witzwort  in  Umlauf:  „Nun  haben  wir  weder
einen  Palazzo  Caffarelli  noch  einen  Jupitertempel.“

Italienische  und  holländische
Handzeichnungen
Ostasiatica,  Netzukes,  Csubas
Porzellan,  Bronzen
Verkauf  an  den  Handel
Max  Hewesi,  Wien  I.,  "e^T
Für  meine  Sammlung  ständig  gesucht:
Alte  optische  Instrumente
wie  Brillen,  Klemmer,  Mikroskope,  Fernrohre,  Laterna  magicas,  Guckkästen, ­
  Zunftzeichen  usf.  auch  Briefe,  Autogramme,  opt.  Bücher  etc.
Otto  Kröner,  München,  Elisenstraße  6

VOM  KUNSTMARKT.
(4  9  0.0  0  0  holl.  Gulden  für  5  2  Bilder.)  Aus
Amsterdam  wird  uns  berichtet:  Die  Versteigerung  der
Berliner  Sammlung  James  Simon  hatte  einen  sensationellen
Erfolg.  Neben  deutschen  und  englischen  Kunsthändlern  waren
bei  Fred.  Müller  auch  französische  und  österreichische
Interessenten  in  großer  Zahl  erschienen.  Für  die  Bilder
wurden  wahre  Rekordpreise  erzielt.  S  e  g  h  e  r  s  Gemälde
„Landschaft“  erreichte  78.000  holl.  Gulden,  das  „Seestück“  von
Jan  van  de  Capelle  den  Riesenpreis  von  72.000  holl.  Gulden, ­
  die  Landschaft  von  Philips  de  Köninck  41.000  Gulden, ­
  der  „Meistertrunk“  von  Brouwers  39.000  Gulden  und
eine  Landschaft  von  G  r  e  c  o  60.000  Gulden.  Im  ganzen  brachten ­
  die  Bilder  rund  490.000  holl.  Gulden.
(Sammlung  Leo  Hirsch.)  Eine  kleine,  aber  erlesene
Sammlung  von  Handzeichnungen  und  Aquarelle  bringt  das
Auktionshaus  Albert  K  e  n  d  e  in  Wien  am  7.  November  zur
Versteigerung.  Es  handelt  sich  um  die  bekannte  Sammlung
Leo  Hirsch  (Wien),  in  der  die  besten  Namen  vertreten  sind.
Wir  begegnen  da  Arbeiten  von  Ajdukiewicz  (Polnisches
Brautpaar),  A  n  g  e  1  i,  Tina  Blau  (Praterstudie),  Rosa  B  o  nheur
  (Pferdetruppe  mit  einem  Wärter),  Wenzel  B  r  o  z  i  k,
(Figuren  aus  der  czechischen  Geschichte),  Wilhelm  Busch
(eigenhändig  geschriebenes  orig.  Gedicht,  dazu  eine  Vignetten-Illustration,
  darstellend  Frosch  und  Rabe  u.  a.),  Daniel
Chodowiecki  (Die  Lautenspielerin),  Lovis  C  o  r  i  n  t  h
            
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