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Frauenbildnis (Junges Mädchen mit of
fenem rotblondem Haar), von Robert
R u ß „Bauerngehöft“, von Carl von
Saar „Der Maler Rahl“, von S c h ö d 1
ein Stilleben (Auf einer alten geschnitz
ten Truhe, über die ein Perserteppich
gelegt ist, stehen und liegen ein alter
Foliant, ein Helm mit geschlossenem
Visier, ein Schwert, ein Handschuh und
zwei Silberbecher.)
Den modernen Meistern reihen sich
die alten Meister an, von denen wir her
vorheben möchten die Gemälde von
A m i g o n i (Selbstporträt), Willem
Claesz Heda (Stilleben mit Zitronen,
Weintrauben, Austern etc.), Sir Thomas
Lawrence, (Männerbildnis), und
Gottfried S ch a 1 k e n (Der Trompeter).
Wertvolle Kupferstiche von Earlom,
Raulino, Schmutzer,- Tromleson u. a.
leiten dann zu den Gläsern über,
unter denen wir eine Arbeit von Mild-
ner, deutsche Pokale aus dem 18. Jahr
hundert, Biedermeiergläser etc. finden.
Die Abteilung „Porzellan“ weist sehr
gute Arbeiten der Manufakturen Wien,
Meißen, Ludwigsburg, Elbogen u. a.
auf. Schließlich sei noch auf die präch
tigen Textilien, Bronzen und Möbel hin
gewiesen, die Kunstfreunden schon aus
der Villa Eisner-Eisenhof bekannt sind,
deren Schmuck sie bildeten.
Fig. 2. Romako: Admiral Tegetthoff.
Gfironifi.
AUTOGRAPHEN.
(Schillers „Breite und Tief e“.) Im Rahmen einer
Bücherauktion des Dorotheums wurde am 24. Februar
Schillers drcistrophiges Gedicht „Breite und Tiefe“ um
1500 S verkauft. Ersteher war der Wiener Buchhändler Saar.
Eine Haarlocke Schillers, deren Echtheit vom Dichter
Ludwig August Frankl verbürgt war, war mit 400 S ge
schätzt und mit 100 S ausgerufen worden, fand aber kein
Angebot. Ein Musikmanuskript Beethovens, zwei zwölf
zeilige Seiten in Quartformat, die Skizzen zum ersten Satz
der im Jahre 1801 vollendeten Klaviersonate in D-Dur, op. 28
enthaltend, wurde von 400 auf 950 S hinaufgesteigert.
BIBLIOPHILIE.
(Chamberlains Bibliothek.) Houston Stewart
Cha m b^c r 1 a i n hat der Stadt Bayreuth seine Bibliothek
etwa 7000 Bände — sowie seine Marmorbüste vermacht mit
der Bestimmung, daß die Bücher in der Städtischen Bibliothek
einen Raum erhalten und dort auch die Büste Aufstellung
finde. Der Stadtrat nahm die Stiftung an.
(9 7 Musikbände aus dem 18. Jahrhundert.)
Aus Piemont wird gemeldet, daß in einer dortigen Ge
meinde eine Bibliothek von 97 Musikbänden aus dem XVIII.
Jahrhundert aufgefunden wurde, die nunmehr in der National
bibliothek in Turin Aufstellung gefunden hat. Die Biblio
thek enthält verschiedene Autogramme von Vivaldi und
Stradella, sowie Erstdrucke von Gluck, Filidor, Pergolese,
Ratneau u. v. a. 43 Bände enthalten Theatermusik, 22 Bände
enthalten Lieder und 5 Bände Kirchenmusik. Von Vivaldi
sind bisher nur zwei Werke bekannt, während .in der
Sammlung deren zwölf vorhanden sind, von denen mehrere
bisher nur dem Namen nach bekannt waren. Ferner befinden
sich dort von Vivaldi Konzerte, Arien, Kantates- und geistliche
Lieder, die alle bisher unbekannt waren. Von Stradella
sind zwei bisher unbekannte Opern auf gefunden
worden.
BILDER.
(E in neuentdeckt er Rubens.) In einer Auktion
bei Rud. Lepke hat 1917 der Berliner Sammler Oskar
Skalier das Bildnis eines älteren Herrn erstanden, das als
Werk eines unbekannten flämischen Meisters bezeichnet war.
Bei Skalier sah es der Kunstschriftsteller Dr. Bremmer,
der es als eine Arbeit des Rubens agnoszierte, zum min
destens, fügte er bei, brauche sich Rubens dieses Bildnisses
nicht zu schämen. Der Berliner Rubensforscher Dr. Ludwig
Burchard, der jetzt ein großes Werk über den Meister
vorbereitet, hat es mit Bestimmtheit für ein Werk des Rubens
erklärt, und er meint, es sei insofern auch eine Seltenheit,
als es der ersten Zeit des Künstlers angehört, das heißt
den Jahren, die seiner ersten Italienreise (1600 bis 1609) vor
angingen. Aus dieser Zeit des großen Flamen war bisher nur
ein einziges Werk bekannt: eine Miniatur auf Kupfer, die
1597 datiert ist, den Kopf eines Feinmechanikers vorstelit und
sich im privaten Besitz in Newark befindet. Der neuentdeckte
Berliner Rubens aber dürfte 1598 gemalt sein, als der einund
zwanzigjährige Maler Meister in der Antwerpener Malergilde
wurde. Diese Ansicht des Rubens-Forschers Burchard ist auch
von Wilhelm v. Bode bestätigt worden.
(Rückgabe eines Feßty-Gemäldes.) Aus
Nagyvärad wird uns berichtet: Im Laufe der Vermögens
liquidierung der durch die Trianoner Grenze entzweigeschnit
tenen Komitate wurde dem bei Ungarn verbliebenen Teile des
Biharer Komitats das Gemälde „Die Verlobung des Fürsten
Zsolt“ von Arpäd F e ß t y zuerkannt. Das Bild, das sich vier
Jahre lang im Museum der unter dem Vorsitze des Bischofs
Johann Karäcsonyi wirkenden Archäologischen und
Historischen Gesellschaft befunden hatte, wurde nun an die
Grenze befördert und den Vertretern des Komitats Bihar über
geben. Es wird im großen Saale des Komitatshauses zu
Berettyoujfalu untergebracht werden. Interessant ist
die Entstehungsgeschichte des Bildes. Aus Anlaß des Millen
niums hatte eine Festgeneralversammlung des Komitats Bihar
beschlossen, durch Feßty ein historisches Gemälde für den