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MAK

Full text : Jahrgang 19 (1927) (6)

Nr.  6

Internationale  Sammler-Zeitung

Seite  51

der  Katalog  selbst  herangezogen  werden.  Hingewiesen ­
  sei  nur  noch  auf  die  Kollektion  der  Waffen  aus
Abessinien,  Siam,  Sumatra,  Borneo,  Celebes,  Java,
Bali  und  Japan,  die  das  Beste  darstellen,  was  das
Morgenland  an  solchen  Dingen  hervorgebracht  hat.
Die  Waffenschmiedekunst  der  Sundainseln  findet
ihresgleichen  auch  nicht  im  Abendland.  Die  prachtvoll ­
  damaszierten  Klingen  der  Krise,  Schwerter,
Dolche,  ihre  reich  und  kunstvoll  ornamentierten
Silberscheiden,  ihre  mit  Gold,  Silber  und  Elfenbein

‘Versteigerung  der
Aus  Hamburg  wird  uns  geschrieben:
Am  25.  und  26.  wurde  in  der  Bücherstube  Hans
G  ö  t  z  auf  der  Großen  Bleichen  der  erste  Teil  der
Bibliothek  des  Grafen  von  B  1  o  m  e  —  Heiligens
  t  e.d  t  e  n  versteigert.
Die  Auktion  begann  unter  grosser  Beteiligung.
Auswärtige  Bibliotheken  und  Händler  aus  Berlin,
München,  Bremen  und  Kiel  waren  veitreten.  Auffälligerweise ­
  fehlte  die  Hamburger  Stadtbibliothek,  obwohl  er
sich  gewissermassen  um  die  klassische  grosse  Privatbibliothek ­
  Hamburgs  handelte.  Das  Interesse  konzentrierte ­
  sich,  wie  immer  bei  solchen  Sammlungen,  auf
die  wertvollen  und  bekannten  Stücke,  während  die  hier
weniger  bekannten  französischen  Geschichtswerke  zum
Teil  sehr  billig  zu  haben  waren,  wenn  man  den  prächtigen ­
  Erhaltungszustand  der  Bände  in  Betracht  zieht.
Die  M  100.—  wurden  zuerst  überschritten  bei  den
archäologischen  Werken.  So  brachten  die  Etrusques’-schen
  A-ltertümer  (Nr.  17)  M  110,  die  8  Bände  über
Herkulanum  (Nr.  19)  M  300  (dreifache  Taxe);  die  4
Foliobände  über  die  Ruinen  von  Pompeji  M  400.—
(halbe  Taxe).  Heiss  umstritten  waren  die  vier  Baskervilledrucke,
  allerdings  Prachtexemplare;  sie  erzielten
M  48.—  bis  M  160—.  Von  den  Chroniken  vermochte
die  Burchard’sche  (56)  nur  M  60.—  zu  erzielen,  die
Friesische  stieg  auf  M  65—,  die  Gottfried’schc  auf  M
60.—;  der  Tratziger,  die  handgeschriebene  Hamburger
Chronik  brachte  M  46.—.  Von  den  italienischen  Geschichtswerken ­
  vermochte  nur  der  Muratori  mit  M  55
die  Schätzung  zu  übersteigen;  alles  andere  war  billig.  Die
niedersäschische  Chronik  von  Spangenberg  (160)  stieg
auf  M  75.—,  die  schöne  oidenburgische  des  Hamelmann
  auf  M  liO.—.  Eine  Thüringische  Chronik  von
1684  brachte  M  70.—.
Um  die  französischen  Geschichtswerke  stritten
sich  meistens  dieselben  Interessenten.  Hier  konnte
man  manches  Stück  ausserordentlich  billig  erwerben,
so  eine  17bändige  Geschichte  Frankreichs  in  schönen
Quartlederbänden  mit  Kupfern  für  M  55.—;  andere
Werke  mit  Vignettenschmuck,  wie  der  Henault  (292)

montierten  Griffe  bilden  Perlen  eines  Kunstgewerbes,
das  wir  mit  Staunen  betrachten.  Alles  in  Allem  geben
die  Silber-  und  Bronzegeräte,  Götterfiguren  in  Gold,
Schmuck-  und  Zierstücke,  Cldisonnes  und  Porzellangefässe,
  die  Schnitzereien  in  Holz,  Elfenbein,  die
figürliche  und  dekorative  Keramik  der  verschiedenen
Länder  und  das  Kleinmaterial  volkskundlicher  Prägung ­
  einen  weiten  Ueberblick  über  die  „ethnographische“' ­
  Kunst  naher  und  ferner  Erdteile.

BibfiotbeR  Btome.
stiegen  wieder  höher  auf  M  75.—.  Die  Memoiren  des
Fürsten  Ligne  auf  M  47.—,  die  von  Retz  auf  M  60.—,
teilweise  weit  über  die  Schätzungspreise.  Die  Abwicklung ­
  verlief  ausserordentlich  rasch,  sodass  um  5 3 / 4  Uhr
das  Pensum  des  ersten  Tages  erledigt  war.
Am  zweiten  Tag  war  die  Beteiligung  noch  stärker
als  am  ersten.  Teilweise  wurden  die  Gegenstände  von
vier  bis  fünf  Interessenten  hinaufgesteigert.  Die  76
Nummern  umfassende  Napoleon  -Sammlung  ging
geschlossen  für  M  1250.—  fort,  was  einem  Durchschnittspreis ­
  von  M  6.—  pro  Band  entspricht.  Die  Memoiren
des  Herzogs  von  Saint  Simon  brachten  M  85.—,  die
Werke  von  Boliau  M  65,  der  Corneille  M  145,  die
Encyclopedie  M  600,  der  Marmontel  M  410,  der  hübsche
Rousseau  M  i7u  und  der  Voltaire  M  260.  Der  italien.
A  r  i  o  s  t  in  den  Maroquin-Bänden  von  Derorne  wurde
mit  M  1250  ausgeboten  und  erreichte  mit  M  2000  einen
guten  Preis.  Die  Werke  von  Dante  brachten  M  155.
Lebhaft  begehrt  war  ein  kleines  mythologisches  Buch
mit  54  kolorierten  Kupfern,  Attribute  und  Symbole  der
antiken  Götter  darstellend;  es  ging  von  M  40  auf  M  140.
Die  Reisewerke  waren  sehr  begehrt,  wenn  auch
einige  die  etwas  hohen  Schätzungspreise  nicht  erreichen ­
  konnten.  So  brachte  das  große  Aegypten-Werk
  nur  M  600,  die  Reise  des  Choris  M  310,  eine
califarnische  Reise  M  175,  das  große  China-Werk
M  110,  die  persische  Reise  M  160,  die  116  Bände  des
Malte-Brun  M  130,  Demidoff’s  Reise  in  Rußland  M  100
(doppelte  Taxe),  die  plattdeutsche  Bibel,  Hamburg
1596  erzielte  M  150.  Die  Schleswig-holsteinische  Literatur ­
  war  sehr  stark  geboten;  hier  vermochten  Hornemanns
  adelige  Güter  in  Holstein  M  520  zu  erzielen.
Skandinavien-Sachen  waren  ebenfalls  lebhaft  umstritten. ­
  Das  Werk  über  den  Elefanten-Ordcn  brachte
M  180,  die  Flora  Danica  M  1700,  der  Olaus  Worin
M  100,  der  Messenius  M  180  und  die  Heims  Kringla
aus  dem  Besitze  von  Michael  Richcy  M  120.
Zusammengenommen  kann  man  mit  Befriedigung
feststellen,  daß  die  Beteiligung  wider  Erwarten  sehr
stark  war  und  die  größten  Stücke  in  Hamburg  bleiben.

377.  ^KunstauRtion  im  ‘Dorotheum.

Am  7.  und  8.  März  veranstaltete  das  Wiener
Dorotheum  seine  377.  Kunstauktion,  bei  der  man
neben  zahlreichen  Sammlern  aus  Wien  und  den  Bundesländern ­
  auch  viele  fremde  sah,  die  sich  an  der
Versteigerung  sehr  lebhaft  beteiligten.  Der  Erfolg
drückt  sich  in  den  Preisen  aus,  die  wir  nachstehend
veröffentlichen.
Es  erzielten  in  Schilling:
Alte  Gemälde,  Aquarelle  und  Pastelle.
1  Altomont  e.  Brustbild  der  Madonna  160
3  Bassano.  Die  Heimkehr  des  verlorenen  Sohnes  1200

4  Carlo  C  i  g  n  a  n  i  zugeschr.  Cimon  und  Pero  im

Kerker  400
5  Job.  Chr.  Brand.  Landstraße  mit  Staffage  240
7  Bourguignon.  Zwei  Schlachtenbilder  400
8  Deutsch,  um  1630.  Herrenbildnis  110
9  Deutsch,  Auf.  18.  ,1.  Zwei  ital.  Ruinenlandschaften  mit
Hirtenstaffage  150
10  Deutsch,  um  1750.  Junger  Fürst.  Pastell  75
11  Desgl.  Um  1750.  Flußlandschaft  50
12  Desgl.  Um  1770.  Junge  Dame  in  Rokoko-Kostüm,  100
13  Desgl.  Großes  Blumenstück  in  Landschaft  360
15  Desgl.  Um  1780.  Jüngling  in  rotem  Rock.  Pastell  60
17  Flämischer  Maler,  um  1600.  Der  hl.  Georg  als
Drachentöter  70
            
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