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MAK

Full text : Jahrgang 19 (1927) (8)

Nr.  8

Seite  74  InternationaJ  e  Sammle  r  -  ZeA  t  u  n  g

Presse“  eine  kleine  Ausstellung  aus  der  Geschichte  der  Presse,
auf  dem  Ministerialdirektor  Kaestner  über  „Volksbildung
und  Menschenformung“  spricht.  Sie  wird  Zeitungen  und  Zeitschriften ­
  des  15.  bis  zum  18.  Jahrhundert  vorführen,  u.  a.  die
geschriebenen  Zeitungen  der  älteren  Zeit,  wie  sie  die  Handschriften-Abteilung
  besitzt,  dann  die  ältesten  Flugschriften  aus
dem  Besitze  der  Bibliothek  und  alles  Material  über  die  Anfänge ­
  besonders  auch  des  gelehrten  Journalismus.

MUSEEN.
(Neuerwerbungen  der  Münchner  Staatsgalerien.) ­
  Durch  Abgabe  aus  den  Beständen  der  Residenz
ist  die  Alte  Pinakothek  in  München  um  zwei  wertvolle
Porträte  Christoph  Ambergers  sowie  einen  hl.  Jakobus
von  Ribera  bereichert  worden.  Aus  dem  Kunsthandel  ist
weiter  eine  Himmelfahrt  Mariä  des  Domenico  F  e  t  i,  aus
Privatbesitz  ein  sehr  bedeutendes  Bildnis  von  Bernhard
Strigel  angekauft  worden.  In  die  Neue  Pinakothek
sind  zwei  Porträte  .loh.  Friedr.  Aug.  Tischbeins  gekommen, ­
  zwei  Herren  Chatelein  darstellend  und  aus  den  Jahren
1791  und  1794  stammend,  ferner  u.  a.  drei  W  a  1  d  m  ü  11  e  r,
ein  S  p  i  t  z  w  e  g  (Hinter  der  Bühne)  und  die  Maifeier  von
B  ö  c  k  1  i  n.  Für  die  Neue  Staatsgalerie  sind  während
des  letzten  Jahres  Schloß  Hemberg  von  T  r  ü  b  n  e  r,  zwei
aus  der  letzten  Schaffenszeit  C  o  r  i  n  t  h  s  stammende  Ansichten ­
  von  Luzern,  ein  Slevogt,  zwei  große  U  h  d  e  s,  zwei
Landschaften  von  Haid  er,  zwei  Thomas  W  r  i  g  h  t  von
Venedig  von  Kokoschka  und  ein  Porträt  Munchs  erworben ­
  worden.
(Neuerwerbungen  der  Gottfried  Keller-Stiftung.)
  Der  Schweizer  Bundesrat  hat  beschlossen,  die
neuesten  Erwerbungen  der  Gottfried  Keller-Stiftung  wie  folgt
als  Leihgaben  in  Verwahrung  zu  geben:  Die  Landschaft:
„Der  Frühling“  von  Paul  Robert  dem  Kunstmuseum  La
Chaux-de-Fonds;  das  Porträt  des  Abbe  Huber  (Pastell)  von
La  Tour  dem  Kunstmuseum  in  Genf;  ein  Doppelbildnis  der
Eltern  des  Künstlers  und  ein  Stilleben  von  Felix  V  a  11  o  11  o  n
dem  Kunstmuseum  Lausanne;  ein  vom  Jahre  1774  datierter
Steckborner  Turmofen  in  Wil  der  historischen  Sammlung
der  Museumskommission  von  Wil.

VOM  KUNSTMARKT.
(Oelgemälde,  Aquarelle  und  Handzeichnung ­
  e  n.)  Die  am  30.  April  bei  Hugo  H  e’l  b  i  n  g  in  München ­
  stattfindende  Auktion  von  „Oelgemälden,  Aquarellen
und  Handzeichnungen“  aus  ausländischem  und  deutschem  Besitze ­
  weist  wieder  beste  Namen  unserer  deutschen  Künstler
auf;  insbesondere  sei  auf  einen  Spitz  weg  „Einsiedler  bei
der  Weinprobe“  hingewiesen,  bei  welchem  der  Künstler  seinem
Humor  freien  Lauf  lassen  konnte.  Es  wären  weiter  noch  zu
nennen:  Jul.  Adam,  H.  v.  Bartels,  H.  Best,  A.  Burger,  F.  v.
Defregger,  F.  Friedländer,  C.  Fröschel,  F.  Grassel,  Th.  Gurlitt,
H.  von  Habermann,  A.  Hengeler,  A.  Jank,  Hugo  Kauffmann,
A.  Köster,  C.  Kronberger,  D.  Langko,  F.  v.  Lenbach,  A.  Lier,
W.  Löwith,  F.  Preller  d.  J.,  W.  Räuber,  G.  C.  L.  Richter,
Ph.  Röth,  F.  Roubaud,  E.  Schleich  d.  Ae.,  Rb.  Schleich,  A.
Schreyer,  C.  Seiler,  J.  Seyler,  W.  Velten,  L.  Willroider,  J.
Wopfner,  H.  v.  Zügel.  Vom  Ausland  wären  zu  nennen:  R.  P.
Bonnington,  J.  Chelminski,  E.  Isabey,  F.  A.  Renoir,  und
Zeichnungen  von  J.  F.  Millet,  Pissaro,  Gavarni,  Maildal.  Der
illustrierte  Katalog  gelangt  Mitte  April  zur  Ausgabe,  Preis
1  R.-M.  —  Alle  die  Auktion  betreffenden  .  Auskünfte  über
Schätzungen  und  dergl.  erteilt  die  Firma  Helbing.
(Kunstauktion  in  München.)  Am  22.  April  erfolgt ­
  bei  Hugo  Helbing  in  München  eine  Versteigerung
von  Antiquitäten  und  Gemälden  alter  Meister  vorwiegend  aus
süddeutschem  Adels-  und  Privatbesitz.  Unter  der  Keramik
finden  sich  neben  Porzellan  aus  deutschen  Manufakturen
dieses  Mal  hauptsächlich  schöne  Erzeugnisse  der  Fayence-Manufakturen
  Delft  Frankfurt  und  Hanau.  Besonders  hinzuweisen ­
  ist  auf  eine  gute  Sammlung  geschliffener  und  geschnittener ­
  Gläser  des  17.  bis  19.  Jahrhunderts.  Hierauf
folgen  Waffen,  Zinngefäße,  Arbeiten  in  Schmiedeeisen,  Orientteppiche, ­
  Textilien  und  ostasiatische  Kunstgewerbe.  Manches
reizvolle  Stück  ist  unter  den  Möbeln  und  Einrichtungsgegenständen ­
  z.  B.  einige  schöne  alte  Spiegel.  Unter  den  Gemälden
interessieren  vor  allem  einige  Bilder,  die  sich  ehemals  im
Besitz  des  sächsischen  Königshauses  befanden,  neben  Werken
von  Agricola,  Tischbein,  Koch  u.  a.  Aus  der  reichen  Abteilung
der  Skulpturen  seien  hervorgehoben  eine  Figur  Johannes  d.  T.
aus  dem  Kreis  der  Erasmus  G  r  a  s  s  e  r,  ein  Relief  „Flucht
nach  Aegypten“  beeinflußt  von  dem  Holzschnitt  aus  Dürers
Marienleben,  eine  trauernde  Maria  aus  dem  16.  Jahrhundert,
ein  Alabaster-Relief,  Kreuzigung,  florentinisch  16.  Jahrhundert.
Eine  Sammlung  von  Graphik,  darunter  niederländische  Malerradierer, ­
  Kostümblätter,  Genreszenen,  eine  reichhaltige  Folge
von  politischen  Karikaturen  des  Jahres  1848,  Monacensia  und

Alte  Stiche  oder  Oelbilder
die  im  Sujet  irgendwie  auf  Kaffee  bezugnehmen,
zu  Reproduktionszwecken  gesucht.
Zuschriften  unter  »Preisangabe  5241«  an
Rudolf  Mosse,  Wien!.,  Seilerstättc  2.

Francofortensia  usw.  beschließt  die  Versteigerung.  —  Der
illustrierte  Katalog  erscheint  Mitte  April  und  ist  zum  Preise
von  1  Mark  durch  die  Fa.  Hugo  H  e  1  b  i  n  g  in  München  zu
beziehen,  die  jede,  die  Auktion  betreffende  Auskunft  gerne
erteilt.
(Primitive  und  Bilder  des  16.—18.  Jahrhunderts) ­
  werden  am  3.  Mai  bei  Matth.  Lempertz  in
Köln  versteigert,  unter  ihnen  mehrere  Werke,  die  schon
des  öfteren  in  der  kunsthistorischen  Literatur  beschrieben
und  gewürdigt  sind.  So  vor  allem  die  Anbetung  der  hl.  Drei
Könige  vom  Kölnischen  Meister  des  Aachener  Altares  um
1490,  ein  hervorragendes  Werk  der  Kölnischen  Malerschule
von  wundervoller  Erhaltung  und  höchster  künstlerischer
Qualität.  Die  Zuschreibung  des  Werkes  an  den  genannten
Meister  geht  auf  Max  J.  Friedländer  zurück,  der  es
sowohl  in  seiner  Eyck-Monographie  (Altniederländische
Malerei  Bd.  I)  als  auch  in  den  amtlichen  Berichten  aus  den
preußischen  Kunstsammlungen  1917  und  im  Wallraf-Richartz-Jahrbuch
  (Bd.  1.  1924)  eingehend  gewürdigt  hat.  Das  Bild  ist
in  letzterem  Buch  sowie  bei  Heribert  Reiners  (Die  Kölner
Malerschule)  abgebildet.  Ebenfalls  abgebildet  ist  es  in  1  der
Eyck-Monographie  von  L.  Kaemmerer  (Knackfuß  Bd.  35)
sowie  im  Katalog  der  kunsthistorischen  Ausstellung  in  Düsseldorf ­
  1904.  Damals  galt  es  noch  als  ein  Werk  des  Meisters  der
heiligen  Sippe,  bis  es  dann  nach  seinem  wahren  Ursprung
von  Friedländer  bestimmt  wurde.  Näheres  kann  man  im
Lernpertz’schen  Katalog,  wo  das  Bild  in  Vierfarbendruck
reproduziert  ist,  nachlesen.
Dieser  Katalog  enthält  noch  ein  anderes  Bild,  über  das
die  kunstwissenschaftliche  Erörterung  seit  längerer  Zeit  im
Gange  ist,  nämlich  „die  Hölle“  von  Colyn  de  C  o  t  e  r.  Es
ist  ein  Teilstück  des  bekannten  St.  Aldan-Altares,  einer  Darstellung ­
  des  jüngsten  Gerichts,  die  sich  früher  in  der  Kölner
Kirche  St.  Aldan  befand.  Auch  mit  diesem  bedeutenden  Werk
hat  sich  Max  J.  Friedländer  wiederholt  beschäftigt  (Jahrbuch
d.  preuß,  Kunstsammlungen  1908  und  1910);  eine  eingehende
Beschreibung  des  Bildes  hat  dann  Walter  Cohen  im  Wallraf-Richartz-Jahrbuch,
  Bd.  I.  1924  geliefert.  Es  hing  1921  1922
als  Leihgabe  in  der  Alten  Pinakothek  zu  München  und
November  1922  auf  der  Ausstellung  von  Kunstwerken  alter
Meister  aus  Kölner  Privatbesitz.
ln  dieser  Lempertz-Auktion  werden  dann  noch  eine
Reihe  anderer  hochwertiger  Bilder  des  15.  u.  16.  Jahrhunderts
angeboten  (eine  niederrheinische  Kreuzigung;  mehrere  bedeutende ­
  Werke  von  Cranach-Schulen,  unter  letzteren  die
Lukretia  -eines  in  der  Literatur  völlig  unbekannten  Monogrammisten ­
  J.  W.  1525,  ein  Porträt  von  Hans  M  i  e  1  i  c  h  u.  a.,
sowie  Werke  von  bedeutenden  Niederländern  des  17.  Jahrh.:
Jan  Steen,  David  T  e  n  i  e  r  s,  Jacob  R  u  i  s  d  a  e  1,  Adrian  van
O  s  t  a  d  e,  Gillis  N  y  t  s  etc.
(Gemälde-Auktion  in  Brüssel.)  In  der  Gaierie
G  i  r  o  u  x  in  Brüssel  sind  Bilder  alter  Meister  zu  sehr  guten
Preisen  versteigert  worden.  Eine  Landschaft  von  Hobbema
ergab  300.000  Frcs,  eine  Kirmes  von  D.  T  e  n  i  e  r  s  190.000,  ein
Jagdstück  von  F.  Fijt  60.000  Fr.  Für  ein  Kinderporträt  von
Aelbert  C  y  u  p  wurden  100.000  Fr.  gezahlt.
(Versteigerung  der  Sammlung  Haenert.)
Das  Kunst-Auktions-Haus  Jac.  Hecht,  Berlin,  Charlottenburg, ­
  II.  Kantstr.  162,  versteigert  Ende  April  im  Rahmen
seiner  44.  Auktion  Beiträge  aus  verschiedenem  Besitz,  speziell
Gemälde  alter  und  neuer  Meister,  englische
und  französische  Stilmöbel,  Perser-Teppiche
und  Kunstgewerbe.  Anfang  Mai  findet  die  Versteigerung ­
  der  Sammlung  Haenert  (Halle  a.  d.  S.)  statt.
Haenert  sammelte  bekanntlich  hervorragende  Fayencen
und  Porzellane  aus  deutschen  Manufakturen,  ferner
Holz-  und  Steinplastik  der  Gotik  und  Renaissance ­
  sowie  außerordentlich  interessantes  K  u  n  s  t  g  e  w  e  r  b  e
früher  Epochen.  Der  demnächst  erscheinende  illustrierte
Katalog  XXXXV  mit  Vorwort  wird  in  sehr  geschmackvoller
Ausstattung  dieser  bemerkenswerten  Spezial-Sammlung  gerecht ­
  werden.
(.Gemälde  alter  Meister  bei  Lepke.)  Die
Versteigerung  von  Gemälden  alter  Meister  bei  Lepke  am
29.  März  schloß  bei  208  Bildern,  die  ausgeboten  waren,  mit
einem  Erlös  von  2  1  5.000  Mark.  Der  höchste  Preis  von
7000  Mark  wurde  zweimal  gezahlt.  Ihn  erzielte  zunächst  die
Madonna  des  S  e  11  a  j  o,  die  das  erklärt  beste  Bild  der  Versteigerung ­
  war,  und  mit  ihrem  alten  geschnitzten  Tabernakel-
            
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