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INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG 
Nr. 20 
O ert eI -Mü nchen. 
lang es der 
irma 
Noch in den Kriegsjahren ge- 
Lepke, — trotzdem die drei 
Inhaber im Felde waren und ihrem alten Personal 
die Leitung überlassen mußten, fn den Sammlungen 
k n a u s, Baron A. v. O pp e n h e i m - Köln ähnliche 
Erfolge zu erzielen. Schwieriger wurden die Ver 
hältnisse nach dem Kriege. Aber auch jetzt noch 
lag die Führung der deutschen Kunstauktionen 
in den Händen der Firma Lepke. Unvergessen 
werden jedem Teilnehmer die beiden großen Ver 
bleiben, die der sächsische Staat. 
der seinen Best rebungen großes I nie resse entgegen 
brachte.I )afies nun schließlich gelungen ist,beweist 
der Katalog der 2000. Versteigerung der Firma 
Lepke, der ausschließlich Werke älterer Kunst 
aus jenen russischen Vorräten bringt. 
Das (für den Katalog verfaßte) Vorwort aus der 
Feder von Otto v. F al kegibt Auskunft über eine 
L ii Ile von trefflichen Möbeln des 18. Jahrh.. nament 
lich von I). Roentgen, wie über die französi- 
steigerungen 
namentlich von großen 
zellanen, veranstalten 
1919 in Berlin,die zweite 
1920in Dresden imHau- 
se der Kunstakademie 
auf der Briililschen 
Terrasse: beide sahen 
zum ersten Male nach 
dem Kriege wieder ein 
internationales Publi 
kum. Noch schwieriger 
frühesten Meißener 
ließ: die erste 
Por- 
Abteilung. 
sehe n G o b e I i n s der 
zeichneter Qualität ist 
goldenen Schmuckdosen, 
und größter I 
lcichen Zeit. Von 
faltigkeit 
wurde die Lage durch 
die Inflation, einerseits 
durch das Überhand 
nehmen von Auktionen 
wegen der scheinbar 
günstigen Realisierung 
von Kunstwerken, an 
dererseits durch die Ab 
nah me größerer Samm 
lungen, tlie infolge der 
k a t a s t r o p h a 1 e n wirt 
schaftlichen Lage fast 
alle aufgelöst wurden. 
Einen Höhepunkt in 
dieser Zeit bildete die 
Auktion der Porzellan 
sammlung Darm 
städte r, die in schwe 
rer wirtschaftlicher 
Zeit einen für heutige 
Schätzung des Porzel 
lans außerordentlichen 
Erfolg hatte. Weiterhin 
wurde die Material 
beschaffung schwierig 
durch das Überhand- 
nehmen von »Kunst- 
Auktionshäusern« so 
wohl wie von Kunst 
handlungen, die sich 
gegen die Vorkriegszeit 
vervielfacht haben. Auch neue ernsthafte Sammler 
sind wieder in Berlin wie im Reiche entstanden. 
Von diesem Gesichtspunkt aus kann als sehr 
richtig begrüßt werden, wenn die Sowjet-Regie- 
rung den Überfluß an Kunstwerken aller Art 
in ihren hauptstädtischen Museen und Schlössern 
in Berlin zur Versteigerung bringt. Die alten 
Schätze der Eremitage sind unberührt geblieben 
und so sehr bereichert worden, daß sie dieselben, 
auch mit Hinzuziehung des Winterpalais in 
Leningrad als Ausstellungsraum, nicht gleich 
zeitig zeigen kann. Der Mitinhaber der Firma, 
Herr Hans Carl K r ü g; e r, der mit den maß 
gebenden und kunstliebenden Kreisen Moskaus 
Beziehungen angekniipft hatte, hat jahrelang bei 
et-Regierung in diesem Sinne zu wirken 
wobei er auch die regste Unterstützung 
Fig. 2. Hubert Robert, Forum Romanuni 
Kunstwerke aus den Beständen Leningrader Museen• und Schlösser 
Versteigerung am 6. und 7. November 1928 bei Rud. Lepke, Berlin 
di sehen 
d iirften 
Jan Brueg 
Nicolas M 
auch die Sammlung von 
die von größter Mannig- 
einheit der Arbeit sind. 
Auch die hohe Kunst 
des 18.J ahrh. fehlt nicht. 
Von Houdon (oder 
Pajou?)ei öeTerrakotta- 
biiste. von Lcmoyne 
die Marmorbüste der 
Marie Antoinette, von 
Hubert Robert und 
J. Vernet eine Reihe 
großer d e k o r a t i v e r 
Architekturstücke und 
kleine subtileArbeiten, 
mehrere Köpfe u nd eine 
Zei chn u n g vo n G r e u z e, 
eine Bebens w iirdige 
Amorettenszene von ( . 
van Loo.daran anschlie 
ßend eine Folge von 
Gesellsch aftss tiicke n 
von J. G. Platze r. Aus 
früherer Zeit eine tref f 
liche Madonna v. C i m a, 
eine dem Bellini nahe 
stehende Madonna von 
Bissolo und eine An 
betung des Kindes von 
Defendeine Fe r r a r i. 
Aus derZeit der Floren 
tiner Mani listen drei 
tüchtige Madonnen, ein 
vornehmes Damenpor 
trät von AI. Allori 
sowie von Venezianern 
ein treffliches,dem Pao 
lo Veronese nahestehen 
des Damenporträt von 
Bernardino F aso 1 o und 
ein Porträt des J .B assa- 
no. Unter den wenigen 
Bildern der niederlän- 
Schule, die diesmal ausgewählt wurden, 
das blumenbesäete »Reich der Flora« von 
hei unddasentzüekende Knabenbild von 
nach I )r. Valentiner, R em b randts 
a e s, 
Soll n li tus darstellend, nicht unerwähnt bleiben 
Begrüßen wir es als 
em 
lutes Omen, daß gerade 
Kunst- 
u nd 
b 1 v_ 
das neue lausend der Versteigerungen im 
auktionshaus Lepke mit einer so treffliehen 
eigenartigen Auktion beginnt. Sie bringt nicht nur 
wertvolle und wichtige Kunstwerke für alle Kunst- 
sie ist 
der 
gesucht, 
und den 
deutschen 
Beifall des leider zu fr 
Botschafters Graf R a 
iih ve 
n t z a u 
storbenen sich 
genoß. 
freunde hüben und drüben, sie ist zugleich ein 
Bindeglied, das, durch den Weltkrieg zerrissen, 
der Zusammenarbeit der Völker auf kulturellem 
Gebiet dient und neue Brücken schlagen soll. Es 
ist ein nicht hoch genug anzurechnendes Ver 
dientst der Firma Lepke, durch.die bevorstehende 
Auktion «den Weg dazu angebahnt zu haben, was 
auch für die Firma selbst in Zukunft als 
segensreich auswirken wird I
	        
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