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i n t e r » ;i t i o n a 1 e S a m m 1 e r - Z e i t u n g.
Nr. 4
BILDER.
(Ein S p a r t a c us - B i 1 d?) Neben großartigen Wanddekorationen
und Gemälden, die bei der Fortführung der
Ausgrabungen in Pomp e j i gefunden wurden, macht jetzt
Professor Majuri, der Direktor des Nationalmuseums in
Neapel, ein Bild bekannt, das eins der ganz seltenen Beispiele
historischer Malerei des Altertums darstellt. Das Gemälde,
keineswegs vergleichbar den zahlreichen Kritzeleien an pompejanischen
Wänden und Hausmauern, zeigt zwei Fechter, die
gegeneinander ausfallen, einen Trompetenbläser, der ein Signal
gibt, dazwischen aber zwei Reiter: der eine flieht, wendet
sich um und hält seinem Verfolger den Rundschild entgegen,
er ist aber schon eingeholt, und sein Gegner trifft ihn mit
der langen Stoßlanze am Oberschenkel. Ueber dem Kopfe
des Fliehenden steht in oskischer Schrift der Name des Spartacus,
des berühmten Sklavenrevolutionärs, über dem Kopfe
seines Gegners der Name Felix aus Pompeji. Majuri glaubt,
es handle sich um irgendein Kampfspiel, und der Name des
Spartakus sei nur unter dem Einfluß des Sklavenhelden gewählt,
der ja am Vesuv sein Hauptquartier hatte. Dr. K.
Lehmann- Hartleben in Heidelberg hält es aber fiir
unwahrscheinlich, daß man irgend jemand in Pompeji nach
dem gewiß dort nicht geschützten Räuberhauptmann nannte.
Offenbar hat das Haus in Pompeji wirklich dem siegreichen
Gegner des Spartakus gehört. Denn von dem Historiker
Appian weiß man, daß Spartakus von einer Lanze am. Schenkel
verwundet wurde, wie es auf dem Wandbild dargestellt
ist Im Stil zeigt das Bild die hellenistische. Malweise.
Suche zu kaufen
Gemälde ungarischer
Heister des 19.
Jahrhunderts
Max He’vesl
Wien, B„, Habsburgergasse Nr. 5
Telephon 7 83 39 :: Telephon 7 83 59
PHILATELIE.
(Neuheiten.) Danzig: Nachporto: 15 Pf. blauschwarz,
3 G. blau-rot. — Luxemburg: 60/75 C. rot. —
Kuba: Gedenkmarken, verschiedene Zeichnungen: 1 C.
(grün), 2 C. (karmin), 5 C. (blau), 8 C. (braun), 20 C. (gelbgrün),
30 C. (violett), 50 C. (rosa), 1 Pes, (schwarz), —
Mexiko: Gedenkmarken aus Anlaß des Panamerikanischen
Postkongresses. Zeichnungen mit Wasserzeichen: 5 C.
(orange), 50 C. Flugpost (schwarzblau-rot). — Ne uf u n d -
land: Verschiedene Darstellungen: 1 C. (grün), 2 C. (rot),
3 C. (rotbraun), 4 C. (lila), 5 C. (grün), 6 C. (ultramarin),
8 C. (gelbbraun), 9 C. (dunkelgrün), 10 C. (dunkelviolctt),
12 C. (karmin), 15 C. (dunkelblau), 20 C. (grau), 30 C, (dunkelbraun).—
S. ü d w e s t a f r i k a: Freimarken mit schwarzem
Aufdruck S. W. A.: A d (grün-schwarz), I d (rotschwarz),
2 d (lila-schwarz), 6 d (orange-grün), 1 sh (blaubraun),
2/6 (braun-blaugrün), 5/— (grün-schwarz), 10/—
(braun-blau), 1 L (rot-olivgrün).
VERSCHIEDENES.
(Oesterreichs größte P j a k a t s a m m 1 u n g
verkauft.) Unser Artikel über Oesterreichs größte Plakatsammlung,(siehe
No. 24 vom 15. Dezember 1927) hat rasch
eine unerwartete Wirkung gehabt. Kaum war er erschienen,
fuhr beim Besitzer Herrn Dr. Ottokar M a s ch a ein Fremder
vor, der die Sammlung auf der Stelle ankauft.e und
auch gleich mitnahm. Dr. Mascha ist seitdem schwer
krank und so konnten wir noch nichts Näheres über den
Kauf erfahren; in höchstem Grade bedauerlich aber ist, daß
sich unsere Museen die Gelegenheit entgehen ließen, diese
einzigartige Sammlung, die in einer solchen Vollständigkeit
gewiß nie wieder mehr zusammengebracht werden kann, zu
erwerben.
(Das Gra p h i s c h e Kabinett in Miinche n) veranstaltet
Februar bis März im Kunstmuseum S t. Gallen
eine Ausstellung: „Französische M e i s t e r g r a p h i k
im 19. -Jahrhundert, nebst einer Sammlung China- und
Japan- Holzschnitt e.“
VOM KUNSTMARKT.
(Das Dorotheum in Wien) veranstaltet vom 27.
bis 29. Februar eine interessante W ohnuiigsauktio n,
indem sie den Nachlaß des vor einem halben Jahre verstorbenen
Präsidenten der „Slovenska Banka“ Emil E i s ne r in
dessen Palais, 111. Bez., Reisncrstraße 40, zur Versteigerung
bringt. Die prächtig ausgestattete Wohnung enthält außer
einer großen Anzahl gediegener Möbel (darunter zwei
Barockgarnituren, Tabernakelkästen, Steenwayflügel), zahlreichem
Tafelsilber, Geschirr, Porzellan und Glas, prächtigen
Teppichen und Textilien vor allem zwei für die Sammler interessante
Gruppen: Sehr gute gotische Holzskulpturen
und alte Gemälde. Unter den ersteren fallen eine frühe
Schutzmantelmädonna, eine lebensgroße Salzburger Madonna
um 1450, eine kleinere Madonna mit dem Kinde mit guter Fassung,
um 1480, eine entzückende Statuette einer weiblichen
Heiligen vorn Ende des 15. Jahrhunderts und ein hl. Laurentius
besonders auf. Von prächtiger dekorativer Wirkung sind
zwei große österreichische Barockfiguren jugendlicher
Mönchsheiliger mit schönster alter Vergoldung.
Unter den zahlreichen alten Gemälden nennen wir:
Zwei Brustbilder der trauernden Maria und Johannis, sienesisch
um 1350, Fondo d’oro-Tafeln von internationalem Wert;
ein großes Tondo mit Maria, dem Christkind und Johannesknaben,
eine gute Arbeit der sienesischen Hochrennaissance
in wuchtigen Empirerahmen. Von größtem' wissenschaftlichen
Interesse ist das monumentale Oelbild im Speisezimmer mit
der Darstellung der „Vier Jahreszeiten“, dessen Bestimmung
auch für den Spezialisten der Barockmalerei ein Problem darstellt.
Die Zuweisung des Kataloges an Peter Brandei, den
wuchtigen Prager Barockmaler, scheint sehr plausibel, da als
Autor am ehesten ein deutscher Meister unter italienischem
Einfluß in Frage kommt. Unter den Holländern finden wir
ein schönes Stilleben um 1650, ein Kircheninterieur, Schule
Steenwyck, ein Schlachtenbild von Huchtenburgh. Am
stärksten vertreten sind die barocken Italiener. Der
Katalog 1 enthält treffliche Bilder von Luca Giordano,
Piazzetta, Rosa da Tivoli, Borg o,g n o n e u. a. Vorzüglich
die Landschaft mit der Bärenjagd von einem genuesischen
Meister und die große Dornenkrönung von einem
Neapolitaner des 17. Jahrhunderts. Unter den wenigen modernen
Bildern finden wir F. A. Kaulbach und K n a u s.
Die Schaustellung dauert vom 22. bis 2ü. Februar.
(Kunstversteigerung bei W a w r a.) Das
Kunstauktionshaus C. J. Wawra in Wien leitet am 29. Februar
die Reihe seiner Versteigerungen mit einer z w e i -
tägigen Auktion ein, die in der Hauptsache aus modernen
G c m ü 1 d e n besteht. Es ist wohl überflüssig zu sagen,
daß es ausschließlich Bilder von Qualität sind. Man weiß in
Wien, daß Herr Wawra in der Wahl der Objekte, die er zur
Versteigerung übernimmt, sehr kritisch ist: was nicht vor
1 seinem Kennerauge bestehen kann, wird unbarmherzig ausgeschieden.
Auch „abgeschaut“ darf es nicht sein, d. h. es
darf nicht vorher damit herumhausiert worden sein. Was er
bringt, soll nicht nur gut, sondern, soweit das Wort auf Antiquitäten
anwendbar ist, auch „neu“ sein. Diesmal sind es vorzügliche
deutsche Meister, die er versteigert: Arbeiten
von Defregger, Grützner, Kronberger, Kurtzbauer, Schleich,
Toni Stadler u. a. Eine stattliche Kollektion von Aquarellen
rührt von Münchener Meistern der Vierzigerjahre her. Nicht
weniger gut, als Deutschland, ist übrigens Oesterreich
vertreten. Wir finden Namen wie Rudolf v. Alt, Egger-Lienz,
Jette;!, Gauermann, Greil, Hörmann, Lichtenfels, Jacob Emil
Schindler und Schrödl und von Aelteren: Lampi jun. (ein
prächtiges Bild seines Vaters). Miniaturen, Porzellan, Glas,
Waffen und einige Möbel ergänzen das reichhaltige Material,
das zum Großteil aus dem Nachlaß des bekannten Wiener
Kunsthändlers Eugen A r t i n, zum Teil aus aristokratischem
und altem Wiener Privatbesitz stammt.
(Kunstauktion bei Helbing in München.)
Die Galerie Hugo H e 1 b i n g in München bereitet für den
28. Februar eine Auktion moderner Gemälde, Handzcichnungen
und Aquarelle aus ausländischem, nord- und süddeutschem
Besitze vor. Besonders hervorzuheben wären da von
Claus Meyer, ein „Bauern'disput“ in größerer Komposition
und von F. G. Waldmüller „Das Mutterglück“ 1 . Weiters
wären noch zu nennen: Hans Best, Reiner Dahlen, F. v. Defregger,
E. Ender, Th. Eckenbrecher, C. Ludwig, Hugo Engl,
Ed. Charlemont, E. v. Gebhardt, Herrn. Gröber, B. C.
Koekoeck, Ed. Kurzbauer, C. Kronberger, Arth. Kampf,
A. Lier, W. Löwith, G. v. Max, J. Schmitzberger, A. Seidel,
J. W. Schirmer, Math. Schiesti, Karl Schultze, T. v. Stadler,
F. v. Stuck, Roh. Schleich, A. M. Zimmermann u. a. m., die in
ihren Namen würdigen Qualitäten vertreten sind. Außerdem
ist noch eine Anzahl Künstler mit Namen von Klang vertreten.
Der illustrierte 'Katalog gelangt Mitte Februar zur Ausgabe,
■ Preis Rin 1.—. Auskünfte über Erhaltung und Schätzung der
Bilder durch die' Firma Hugo H e 1 b i n g in München, Wagmüllerstraße
15.
(Henri L a v e d a n’ s Almanachsammlung
ü li t e r dem Ha m m e r.) Der bekannte Schriftsteller Henri