Nr. 5
Internationale Sammler-Zeitung.
Seite 49
547 J. E. Ridinger. „Ein Hirsch von 14 änden Bast
abstreifend“ 60
548 Ders. Aus: „Besondere Ereignisse u. Vorfallenheiten
bey der Jagd“. Sechs Blatt 45
549 J. H. R o o s. Beest-boekje. 1. u. 2. deel. Zwei Folgen
vor! elf Originalradierungen 38
550 Schweizer Künstler. L’Occupation. Fünf Blatt Aquatinta
in Braun von J. M. Wocher, 1785 45
551 — Vier Probedrucke von J. M. Wocher 45
552 —- Drei Soldatenszenen von R. Th. Meyer und „Der
Teil-Schuß“ von C. Meyer 32
553 J. Silvestre. „Diverses Vues et Perspectives nouvelles
de Rome, Paris et des autres lieux.“ 35
554 P. Tonkins. Zilia. Miss Drax inv. Punktiermanier
in Farben und kolorierte Illustration zu: „Peruvian
Letters“ 40
Das Gesamtergebnis der Auktion beträgt rund
1 5 0.000 Schilling.
SammfergfücR.
In der „Internationalen Sammlerzeitung“ vom
15. Dezember 1927 ist von dem merkwürdigen Zufall
berichtet worden, daß der Berliner Antiquar Paul
Gottschalk bei
der Versteigerung
der Sammlung
Josef Liebesk
i n d durch Karl
Ernst H e n r i c i
ein Fragment
einer Handschrift
Handels erstand,
das einen
seit Längerem in
seinem Besitz befindlichen
Brief
vollkommen ergänzte.
Man sollte es
kaum für möglich
halten, daß sich
dieser Zufall jetzt
wiederholte. Der
bekannte Schopenhauerforscher
Dr. Robert Gruber
in Wien, der
nächst dem Schopenhauer-Archiv
in Frankfurt am
Main und" [der
ehern.königlichen
Bibliothek in Berlin
die größte
Sammlung von
Handschriftendes
Philosophen sein
Eigen nennt, hatte
bei einer Henrici-Auktion
im Jahre
1910 einen Brief
Schopenhauers
an den Geheimen
JustizratDorguth
ddto. 26. Oktober
1852 erworben,
von dem die
Unterschriftsichtlich
abgeschnitten
war. Es war
nicht der einzige der Schopenhauer-Briefe, die auf
diese Weise verstümmelt wurden.
Die Tochter Dorguths hatte es so mit vielen
Briefen des Philosophen an ihren Vater gemacht; sie
schnitt die Unterschriften weg und verschenkte sie
an Autographen-Liebhaber. Dr. Gruber hatte natürlich
nie gehofft, die fehlende Unterschrift zu seinem
Briefe zu erhalten; wie groß war aber seine Ueberraschung,
als er jüngst im Katalog der Autographen-Äuktion
Stargar dt in Berlin ein Schopenhauer-Fragment
angeboten fand, das nach dem Reste der
Anschrift und nach dem Poststempel an „einen Geheimen
Rat in
Leipz'g“ gerichtet
bezeichnet war.
Dr. Gruber war es
sofort klar, daß es
der Geheime Rat
nur Dorguth sein
müsse understand
das Handschrift-Fragment.
Er hatte
gut getroffen.
Das erworbene
Stück paßte genau
zu seinem
Briefe. So haben
sich nach vielen
Jahren zwei Trennungsstücke
eines Schopenhauer-Briefes
wieder in einer
Hand zusammengefunden.
Der
Poststempel in
Leipzig ist nur
ein Durchgangsstempel
— der
Brief war an Geheimen
Justizrat
Dorguth in Magdeburg
adressiert.
Wie selten
solche Zufälle
sind, das beweist
die Geschichte
von der Handschrift
von Schuberts
Lied „Der
Tod und das
Mädchen". Ein
Stiefbruder von
Franz Schubert,
Hermann Schubert,
war Geistlicher
geworden.
Er war Kapitular
zu den Schotten
in Wien und erteilte im Gymnasium des Schottenstiftes
Religionsunterricht. Dieser Bruder war im
Besitze der Originalhandschrift des Liedes „Der Tod
und das Mädchen“ und er führte sie einer ganz sonderbaren
Verwendung zu. Alljährlich wenn ein Abiturient
besonders schön maturiert hatte, schnitt er
ein Stückchen von der kostbaren Handschrift herunter
und zeichnete damit den glücklichen Prüfungskandidaten
aus. Im Laufe der Jahre waren drei der
Fig. 2. Defregger: Beim Spiel. (Sign, und datiert 98)
Auktion^C. J. Wawra, Wien. (29. Februar und l.März.