Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Jahrgang 20 (1928) (5)

Nr.  5

^eite  53

Internationale  S  am  m  l_e_r_-  Z  e  i  tu  n  g.

(Howard  Carters  Beute.)  Howard  Carter  hat
seine  Arbeiten  am  Grabe  Tutanchamons  beendet;  er  hat  an
das  Museum  in  Kairo  aus  Luxor  in  einem  besonderen  Panzerwagen ­
  vierzig  riesige  Kisten  gesandt,  die  alles  enthalten,  was
in  der  vierten  Grabkammer  gefunden  worden  ist.
(Eine  Kunstsammler-Genossenschaft  in
Triest)  Aus  Triest  wird  uns  geschrieben:  Eine  Anzahl  von
Sammlern  hat  sich  zu  einer  Kunstsammler-Genossenschaft ­
  vereinigt,  deren  Zweck  die  Erhaltung  des  nationalen
künstlerischen  Erbgutes  ist.  Zum  Vorstand  der  Genossenschaft
wurde  Herr  Mario  Morpurgo  R.  v.  Nil  m  a  und  zuni
Sekretär  Herr  Doktor  Oreste  B  a  s  i  1  i  o  gewählt.  Bisher  zählt
die  Genossenschaft  bereits  40  Mitglieder.
(Der  echte  Rubens.)  Gast:  Das  Bild  sieht  wie  ein
Rubens  aus.  Parvenü:  Ist  auch  einer.  Hat  mich  hundertfünfzigtausend ­
  gekostet.  Gast:  Ist  es  aber  auch  wirklich
echt?  Parvenü:  Zuverlässig.  Drei  Jahre  Garantie!

MUSEEN.
(Erwerbung  eines  Lukas  Cranach  für  das
k  u  nst  historische  Museum  in  Wie  n.)  Die  Gemäldegalerie ­
  im  Kunsthistorischen  Museum  in  Wien  hat  eine  sehr
wertvolle  Bereicherung  zu  verzeichnen:  ein  Gemälde  von
Lukas  Cranach  dem  Aelteren,  das  in  einer  Landschaft  den
heiligen  Hieronymus  vorstellt,  der  sich  vor  einem  Kruzifix
kasteit.  Dieses  hervorragende  Werk,  das  in  der  altdeutschen
Abteilung  (Kabinett  X)  Platz  gefunden  hat,  gehört  zu  einer
Reihe  von  frühen  Arbeiten  des  berühmten  Malers,  deren
hoher  künstlerischer  und  kunstgeschichtlicher  Wert  erst  in
neuerer  Zeit,  zum  größten  Teil  dank  den  Forschungen  österreichischer ­
  Gelehrter,  erkannt  und  voll  gewürdigt  worden  ist.
Das  Bild  des  heiligen  Hieronymus  stammt  aus  altem,  österreichischem, ­
  geistlichem  Besitz.  Es.  trägt  die  Jahreszahl  1502,
ist  also  in  einer  Zeit  entstanden,  da  Cranach  in  Oesterreich ­
  und  fast  sicher  auch  in  Wien  geweilt  hat.  Dadurch
ist  es  für  ein  Wiener  Museum  ganz  besonders  interessant.
Die  emailartige  feine  Durchbildung,  die  leuchtende  Färbung,
der  höchst  lebendige  Ausdruck  der  Heiligenfigur  und  die
durch  köstliche  Einzelheiten  reizvolle,  an  die  heimatlichen
Gegenden  erinnernde  Landschaft  machen  das  verhältnismäßig
kleine  Gemälde  zu  einer  neuen  Zierde  der  an  altdeutschen
Werken  schon  sehr  reichen  Galerie.
(Vom  Wallraf  -  Richartz  -  Museu  in.)  Aus
Frankfurt  a.  M.  wird  uns  gemeldet:  Im  Hinblick  auf  das
Bedauern,  das  zahlreiche  Kunstfreunde  darüber  äußerten,  daß
aus  der  Leibi-  Kollektion  das  Gemälde  Wilhelm  Leibis
„Mädchen  am  Fenster“  (von  1899)  weggegeben  wurde,  um  die
Erwerbung  des  Gemäldes  von  Hans  von  Mar  des  „Rast  am
Waldesrand“  (von  1863)  zu  ermöglichen,  wurde  der  Beschluß
gefaßt,  das  genannte  Werk  von  Leibi  zurückzuerwerben.  Der
Kunsthändler  Carl  Nicolai  in  Berlin  hat  dies  dadurch  ermöglicht, ­
  daß  er  sich  bereit  'erklärte,  auf  die  Erfüllung  des
Kaufvertrages  für  das  genannte  Gemälde  vorf  Marces  zu  verzichten ­
  und  es  wieder  zurückzunehmen.
(Prager  Kunstgewerbe  museu  m.)  Aus  Prag
wird  uns  berichtet:  Dem  Kunstgewerbemuseum  ist  votn
Bankhaus  Petschek  eine  nennenswerte  Geldspende  zugeflossen, ­
  die  es  ihm  ermöglichte,  durch  erlesene  Gegenstände
die  berühmte  Glas-  und  Porzellanabteilung  zu  ergänzen.
(Das  Wilhelm  -Bu  sch-Haus  in  Gefahr.)  Das
Geburtshaus  von  Wilhelm  Busch  in  Wiedensahl  ist  in
Gefahr.  Die  Beschaffenheit  des  Gebäudes  zwingt  den  Besitzer,
einen  Verwandten  von  Wilhelm  Busch,  zu  umgestaltenden
Aenderungen.  Der  Heimatbund  Niedersachsen  möchte  die
Stätte  in  ihrem  ursprünglichen  Bauzustand  bewahren  und  damit ­
  die  Errichtung  eines  Buschmuseums  verbinden.  Ein  Aufruf
des  Heimatbundes  Niedersachsen,  der  u.  a.  die  Unterschriften
des  Kultusministers  Dr.  Becker  und  Reichskunstwarts  Dr.
R  e  d  s  1  o  b,  von  Gerhart  Hauptmann,  Thomas  Mann,
Herbert  Eulen  b  erg  trägt,  erbittet  Spenden  zum  Ankauf
des  Hauses  auf  das  Postschekkonto  Hannover  26  889
Heimatbund  Niedersachsen  e.  V.  „Buschspende“.

VOM  KUNSTMARKT.
(Die  Sammlung  des  Marchese  Pietro  L  a  n  z  a
di  A  j  e  t  a),  die  am  20.  März  und  den  folgenden  Tagen  bei
Rud.  L  e  p  k  e  in  Berlin  W.  35  zur  Versteigerung  kommt,
enthält  in  erster  Linie  italienische  Renaiss  an  ce-Möbel,
vor  allem  eine  große  Anzahl  von  Kredenzen  größeren  und
kleineren  Formates.  Unter  den  Sitzmöbeln  stehen  ein  paar
Truhenbänke  —  Casapanca  —  obenan.  Sessel  und  Stühle  finden ­
  sich  in  reicher  Anzahl  in  der  Sammlung,  ebenfalls  aus  der

Suche  zu  kaufen
Gemälde  ungarischer
Meister  des  19.
Jahrhunderts
Max  H  e  v  e  §  i
Wien,  I.,  Habsburgergasse  Nr.  5
Telephon  7  83  59  ::  Telephon  7  83  59

Renaissance  und  zum  Teil  aus  dem  Barock,  auch  verschiedene
Tische,  Spiegel  u.  a.  sind  dabei.  Unter  den  Skulpturen
steht  obenan  die  Holzbüste  eines  Herrn  in  Allongeperücke  von
einem  Nachfolger  des  Lorenzo  Bernini  aus  dem  Finde  des
17.  Jahrhunderts.  Von  der  Quattrocentoplastik  sind  mehrere
reizvolle  Madonnenreliefs  und  verschiedene  kleinere  Skulpturen ­
  in  Holz  zu  erwähnen.  Aus  dem  17.  und  18.  Jahrhundert
findet  man  Büsten  in  Marmor,  darunter  eine  von  Antonio
Canova  signierte,  1798  datierte  Arbeit.  Auch  einigen  kleineren ­
  antiken  Marmorskulpturen  (Köpfen)  begegnet  man.  Die
kleineren  kunstgewerblichen  Arebiien  bestehen  aus  barocken
Altarleuchtern  in  Holz  und  Metall,  Bronzen,  Mörsern  u.  dgl.
Im  Anschluß  an  diese  Sammlung  bringt  die  Versteigerung ­
  eine  Sammlung  chinesischer  Kunst,  die  sich  aus
mannigfaltigem  Material  zusammensetzt.  Das  Schwergewicht,
liegt  auf  der  K  e  r  a  m  i  k  und  dem  Porzellan.  Ans  früher
Zeit  sind  besonders  zwei  große  grün  glasierte  und  irisierende
Vasen  (Han)  zu  nennen,  ferner  ein  Ochse  der  Tang-Zeit.  Die
Ming-Zeit  ist  durch  einige  Blauweiß-  und  Blanc  de  Chine-Porzellane
  vertreten.  Am  zahlreichsten  sind  die  Blauweiß-Porzellane
  der  Kang-Hsi-Periode:  große  Vasen,  Ingwertöpfe
und  Schalen  von  sehr  delikater  Form.  Ebenfalls  sind  gute
Famille-verte  und  Famille-rose  Porzellane  da,  schließlich  einige
Skulpturen  und  Bronzegeräte.
Der  illustrierte  Katalog  Nr.  1997  ist  durch  Rud.  Lepke
zu  beziehen.  Die  Ausstellung  ist  geöffnet  vom  17.  bis  19,  März
von  10  bis  2  Uhr.
(Vom  Margraf-(Konzer  n.)  Aus  Berlin  wird
uns  gemeldet:  Professor  Dr.  Hermann  Sch  in  i  t  z  ist  nach
seinem  Ausscheiden  aus  der  Verwaltung  des  Berliner  Schloßfnuseums
  in  die  Direktion  der  Antiquitätenabteilung  des  Konzerns ­
  Margraf  &  Co.  in  Berlin  eingetreten.
(Math.  Lern  per  tz  in  Köln)  bringt  als  zweite
große  Frühjahrsauktion  am  27.  März  zwei  bedeutende  Privatgalerien
  zum  Angebot:  Die  eine  aus  dem  Besitze  des  Herrn
A.  Salm  (Köln),  die  andere  aus  dem  Besitze,  eines  Berliner
Sammlers.  Eine  weitere  Abteilung  aus  verschiedenem  anderen ­
  Besitz  schließt  sich  diesen  beiden  Sammlungen  an.
Den  Hauptanteil  in  diesem  Angebot  bestreiten  die
großen  deutschen  Meister  des  Impressionismus  und  seiner
Vorläufer.  Kulminierend  ist  Max  Liebermann,  der  unter
anderem  mit  seiner  großen  holländischen  Spinnstube  von  1880
hervorragend  vertreten  ist.  An  früheren  Werken  nennen  wir
einen  prächtig  durchgearbeiteten  Arbeiterkopf  von  Menzel,
ein  Bildnis  des  jungen  Leibi,  darstellend  seinen  Zeichenlehrer ­
  Dreesen,  ein  Feuerbach-Porträt:  Charlotte  Kestner,
einen  alten  Mann  von  Josef  T  s  r  a  e  1  s.  Von  dem  genialen
Düsseldorfer  Gerhard  Jansen  werden  sieben  Werke  gezeigt, ­
  die  seinen  Entwicklungsgang  treffend  veranschaulichen.
Das  Schaffen  H.  von  Zügels  vom  Jahre  1880  bis  zur  Gegenwart ­
  wird  durch  fünf  seiner  charakteristischen  Bilder  vorgeführt. ­
  Den  Freundeskreis  Leibis  sehen  wir  vertreten  durch
Karl  Schuch,  Johann  S  p  e  r  1,  Wilhelm  T  r  ii  b  n  e  r,  die
Karlsruher  durch  Gustav  Schön  leb  er  und  Hans  T  h  o  m  a.
Von  Carl  S  p  i  t  z  w  e  g  sind  sieben  kleinere  Bilder  vorhanden,
von'Adolf  Hengeler  eine  große  Isarlandschaft  „Frühlingswehen“,
  von  Toni  Stadler  drei  reizvolle  Stimmungslandschaften, ­
  von  Hans  von  Bartels  ein  prächtiges  Nordseebild
in  Tempera.  Unter  den  älteren  Meistern  des  Figurenbildes
finden  sich  hervorragende  Werke  von  Ed.  v.  Grützne  r,
F.  v.  Defregger,  Fritz  v.  U  h  d  c,  Ed.  Claus-Meyer,
Ludwig  Knaus.  Schließlich  nennen  wir  noch  eine  Sammlung
von  Handzeichnungen  moderner  Franzose  n,
darunter  eine  sehr  interessante  Folge  von  dreißig  Stück  von
Camillo  Pissarro.
(Sa  m  m  1  u  n  g  F  r  h.  v.  Schoe  n  e  bec  k.)  Aus  Freibürg
  i.  Br.  wird  uns  mitgeteilt:  Die  Versteigerung  des  zweiten ­
  Teiles  der  Sammlung  des  verstorbenen  Freiherrn  von
Schoenebeck  findet  im  April  im  Casino  Wintergarten
statt.
(Verschobene  Auktione  n.)  Das  Auktionshaus
für  Altertümer,  Glückselig,  Ges.  m.  b.  H.  in  Wien,  teilt
uns  mit,  daß  ihre  für  den  -2.bis  4.  April  angesetzt  gewesene
Auktion  auf  die  Zeit  vom  17.  bis  2  0.  April  verschoben
wurde.  —  Paul  Graupe  in  Berlin  teilt  uns  mit,  daß  die
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.