Nr. 14
INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG
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z’j sein. Da die Versicherung - Gesellschaft auch die P r ä -
m i e n, deren Bemessung die Echtheit des Bildes zugrundelag,
angenommen habe, sei auch die Anerkennung der Echt
heit durch sie unzweifelhaft. Bezüglich des Wertes gaben
die Sachverständigen verschiedene Beträge an; das Gericht
sei daher, nachdem das Schätzungsobjekt nicht vorhanden ist,
aul Grund der Sachverständigengutachten aus freiem Er
messen zu einem Wert von 30.000 Schilling gelangt.
Der Anglo-Danubian Lloyd ist erfreulicherweise abge
blitzt, aber da er nur nach einer bei den Versicherungs-
Gesellschaften zur Regel gewordenen Methode vorging, muß
man fragen, ob nicht endlich mit dieser Methode Schluß ge
macht wird. Es geht nicht an, Versicherungen auf Treu und
Glauben anzunehmen und Treu und Glauben zu verleugnen,
wenn es sich darum handelt, den Versicherungsbetrag zu
liquidieren.
Auflösung der Sammlung d’Abernon.
Aus London wird uns berichtet:
Ein Ereignis auf dem Kunstmarkte bildete die
Versteigerung der berühmten Sammlung des Lord
d‘A b e r n o n, die C h r i s t i e am 28. Juni durch
führte, Das abgebrauchte Wort „Tout Londre" war
diesmal am Platze, alles was zur Gesellschaft
und zur Kunst gehört, war da zu sehen. Besonders
bemerkt wurde, daß Sir Joseph Üuveen im
Auktionssaale erschien, sonst pflegt sich dieser all
mächtige Kunsthändler vertreten zu lassen.
Den Höhepunkt des Interesses erreichte die
Versteigerung bei Ausbietung der Gemälde alter
Meister. Die wichtigsten Bilder der Sammlung
waren die Porträts des Richters Dumring und seiner
Schwester von R h e i n o 1 d s und das schöne Kinder
bildnis „The Mob Cap“. Das Bildnispaar brachte es
auf 3990 Pfund Sterling. Das Kinderporträt, das der
Lord auf der Auktion Burdett Conts im Jahre 1922
für 2100 Pfund Sterling erstand, erreichte diesmal
6300 Pfund Sterling, hat also innerhalb von sieben
Jahren seinen Wert verdreifacht,
Die übrigen Preise waren:
Ghirlandajo, Die Geburt Christi, Tondo,
Holz, 35 in. Durchmesser, 2205 Lst.
M a i n a r d i, Die Jungfrau mit dem Kind und
zwei Engeln, Tondo, Holz, 34 in. Durchmesser,
1995 Lst.'
Moroni, Bildnis des Generals Mario Ben-
venuti in der Rüstung, 45X X 35 Va in., 2903 Lst.
Giovanni B e 11 i n i, Die Ruhe auf der Flucht,
Holz, 32 X /4X'43 in., ehemals in den Sammlungen
J. Forbes und Lord Northwick, 7875 Lst.
Neri di B i c c i, Mariä Himmelfahrt, Altarbild,
Holz, 87 in., aus dem Nonnenkloster der Kirche
Trinitä, Florenz, 7455 Lst.
Lorenzo di C r e d i, Jungfrau mit Kind, dem
kleinen Johannes und einem Engel, Holz, rund,
33 Tg in. Durchmesser, ehemals Sammlung Lord
Northwick, 945 Lst.
Filippo L i p p i, Die Jungfrau, das Kind ver
ehrend , Holz, rund, 36 in, Durchmesser, vordem
Sammlung Lord Northwick, 1050 Lst.
A. van der N e e r, Winterlandschaft, Fluß mit
Schlittschuhläufern und Schiffen, 27 X X 39 X in.,
1785 Lsl.
Mabuse, König in reicher Gewandung, in der
Hand das Szepter, im Hintergründe eine Landschaft,
ein Teil eines Triptychonflügels, Holz, 32 1 - X 20 1 T
in., 3465 Lst,
van G o y e n, Markttag in einem Dorf, signiert
und datiert 1644, 42 X 59 in., 2047 Lst.
van Dyck, Bild John Mordaunt, Graf von
Peterborough, in voller Figur, 85 X 48 in., 9775 Lst,
Derselbe, Bildnis der Gräfin Elisabeth von
Peterborough, in ganzer Figur, 85 X. 48 in., 4725 Lst.
Rembrandt, Die Kreuzabnahme, signiert
;,Rembrandt 1650“, 71 X 78 1 /2 in., 8190 Lst.
van de V e 1 d e, Die Schlacht von Solebay, 1665,
signiert, 41 X 60 X in., ehemals in den Sammlungen
Lord Methuen und Lord Northwick, bei Waagen
und Hofstede, 1680 Lst.
Gainsborough, Brustbild des Generals
Mayrick, 30 X 24X in., 4620 Lst.
Raeburn, Bildnis der Miß LiliaS Campbell,
29 X 24Vi> in,, s. James Greigs, „Sir Henry Rae
burn“, 8400 Lst.
Derselbe, Bildnis James Edgar von Auchingram
mont, 29 X 24 X in., bei Armstrong und Greig, 1876
auf der Raeburn-Ausstellung in Edingburg, 4620 Lst.
R o m n e y, Bildnis William Richard Rombold
im roten Rock, 35 X X" 27X in., bei Ward und Ro
berts, 8610 Lst.
Z o f f a n y, Gruppenbild der Familie Dutton,
40 X 50X- in., 7350 Lst.
Derselbe, Selbstbildnis des Künstlers mit Freun
den, Gruppenbild, 54 v 72 X in., 1155 Lst.
Möbel und Porzellan des Lord d'Abernon er
gaben 15.500 Lst. Von der Einrichtung wurde ein
Ispahanteppich des späten 16. Jahrhunderts mit
1500 Lst. am höchsten bezahlt.
Die Juli-Auktion bei JCenrici.
Aus Berlin wird uns geschrieben:
Es war etwas unvorsichtig von H e n r i c i, daß
er noch für den 5. Juli eine Autographen-Auktion
ansetzte. Ueber einen gewissen Punkt gehts nicht
mehr. Wenn einmal die Saison vorüber ist, so lockt
man die Sammler nicht mehr in den Auktionssaal,
auch wenn man, wie Henrici diesmal, auserlesene
Leckerbissen bietet. Das Facit war schwacher Be
such, meist niedrige Preise und sehr viele „Re
touren“. An die Hälfte der 256 Nummern ging zu
rück und das wäre sicherlich nicht der Fall, wenn
Henrici sich nicht überhastet und die Auktion für den
Herbst verschoben hätte.
Das Hauptobjekt war die erste, 16 Zeilen um
fassende Niederschrift von Goethes Faust,
2. Teil, 1. Akt — Dialog des Knabe Lenker und
dem Herold — die auf 2000 Mark geschätzt, auch
nicht viel mehr als 2310 Mark brachte, Ersteher
war Gottschalk, der das Manuskript im Auf
träge eines amerikanischen Sammlers erwarb. Für
eine aus dem Besitze Riemers stammende Samm
lung von Autographen von Goethe, Schiller und
deren Kreis (Katalognummer 39) wurden 850 Mark
gezahlt.
Der eigenhändige Vierzeiler Goethes
Erinner' ich mich doch spat und früh
Des lieblichsten Gesichts,
Sie dencht an mich, ich denck an sie
Und beyden hilft es nichts
kam auf 300 Mark (die Taxe war 500) und für ein