Nr. 2
INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG
Seite 19
512 J. Wolfrum, Bosnische Volkstrachten 32
513 Konvolut von 21 Oelskizzen 60
515 Zuber, Bismarckkop! 8
Miniaturen.
516 Zwei E gl o misebild er, je ein lagernder Hirsch ... 20
517 Johann H o r r a k, Sitzende Frau in schwarzem
Kostüm 50
518 Herr mit schwarzen Locken 15
520 Porzellanbild „Quelle" nach G. Schrödter .... 30
522 Dame im Rokokokostüm 24
523 Mutter mit Kind, um 1820 20
524 Herse geht zum Tempel der Diana, Nach Jean
Boeckhorst 65
525 Zwei Miniaturen, Dame in weißer Bluse, um 1860
Herr in Schubert-Tracht 32
527 Sitzende Dame in Biedermeierkostüm 50
531 Aquarell-Gruppenbildnis: Offizier mit Frau und Kind 15
532 Bildnisminiatur, Ulanenoffizier, um 1812 15
533 Dame in weißem Empirekostüm, Elfenbein 10
Skulpturen,
535 Holzrelief, Ecco Homo 25
536 Holzstatuette der Mariazeller Mutter Gottes .... 15
542 Zwei kniende Leuchterengel, Holz vergoldet .... 50
543 Drei Holzfiguren, Hochreliefs, 17. J 45
544 Zwei vergoldete Holzrähmchen 25
545 Drei 'Holzskulpturen 90
546 Heilige Anna, Selbdritt 170
Graphik.
556 Konvolut von zirka 20 Auktionskatalogen 50
557 Alte Meister, 20 Blatt, meist Kopien von A. Dürer . 35
558 Ansichten, Sechs Blatt 17
559 F. B a s s e t, ,,A quelque chose malheur est bon" . 7
560 S. B e h a n, Moses und Aaron 22
561 „Salzgrubenfahrt am Dürrenberg" 4
562 F. Boucher, Zwei Amoretten 70
563 Nach B u g u e t, Napoleum Gallorum primus Imp, . 13
566 S. Kleiner, Delineatio et scenographia monasterii
Gottvicensis 20
567 Chodowiecki, Hochzeits-Zeremonien 35
568 Le Bain de Gastein, Gez. und gest. von J. J. Strüdt . 11
570 H a 1 b o u, Les intrigues amoureuses 22
571 L. Kasimir, Schloßhof mit Obelisk 30
572 Sieben Halbleinwand- und Halbledermappen mit ca.
1000 Reproduktionen von Juwelier- und Schmuck
arbeiten 30
573 Sechs Halbleinwandmappen mit ca. 1000 Reproduk
tionen von Wand- und Gitterfüllungen 17
574 L. van Leyden, Johannes der Täufer 25
575 J. Loutherbourg, Das Künstlercafe 2
576 W. N u 11 e r, George Tierney Esqu 22
577 Porträts, Sechs Blatt, darunter Ad. Nässavius, Rom,
Imperator, Von P. van Sompel 12
578 R i d i n g e r, 10 Blatt aus versch. Folgen 35
579 F, Schmutzer, Bei der Blumenhändlerin .... 30
580 Schweizer Ansichten 22
581 Desgleichen 28
582 S. Smith und Sharp, Niobe 10
583 Theatralia 40
584 Acht Blatt aus der Folge von Vasquez 200
585 Fünf Blatt aus der Folge der Karikatur-Lithographien
von A. Zampis 30
586 Wiener Sport, Fünf Darstellungen 10
Chronik.
BIBLIOPHILIE.
(Fontanes unvollendeter Brose-Roman.) Ueber den Ro
man „Allerlei Glück"', an dem Fontane von 1876 bis 1879
arbeitete und der drei Bände umfassen sollte, machte Professor
J. P e t e r s e n in der Preußischen Akademie der Wissenschaf
ten nähere Mitteilungen. Ein erster Entwurf mit der Ueber-
schrift „Neiw Novel“ nimmt das Schicksal, Fräulein Idas von
Wangenheim, die 1871 in ein Kloster gegangen war, zum Aus
gangspunkt. In einer zweiten Phase werden drei Gesellschafts
kreise, der bürgerlich-patrizische, der konsisto;rialrätlich-philo-
sophische und der aristokratisch-lebemännische, einander ge-
genüibergestellt; drei Freunde aus der Provinz werden einge
führt, von denen jeder einen andern Lebensweg einschlägt, als
ihm ursprünglich zugedacht war: der Juristensohn wird Maler,
der Superintendentensohn Mönch, der Adelige Lebemann.
Dieses Schema erweitert sich durch ein Register von Origina
len. Der Roman heißt jetzt Brose-Roman, nach der Hauptfigur,
dem Rentner Brose, in dem Fontane seinen Lehrherrn, den
Apotheker Wilhelm Rose, porträtiert; sein und seines Bruders,
eines germanistischen Universitätsprofessors, Streit um die
Entwicklung eines Neffen wird nun das Hauptmotiv eines Bil
dungsromans. Der Held, ursprünglich als Künstler gedacht,
wird Archäologe, schließlich Anglist. Mit Kegelklub, Theater
schule, Vorstadttheater wird ins Berliner Kleinbürgertum ein
geführt. Trotz aller Komzentrationsversuche herrscht in dem
Roman eine zentrifugale Tendenz, und nicht nur äußere
Gründe zwingen, die Arbeit liegen zu lassen. Kleinere Erzäh
lungen, wie „Schach von Wuthenow", „Grete Minde", „Ellern
klipp" ließen sich leichter zum Vorabdruck bei Zeitschriften
bringen, aber auch Fontanes inneres Künstlertum drängte zur
Novelle. Viele Probleme und Motive des Romans sind in die
späteren Erzählungen übergegangen.
BILDER.
(Ein unerkannter Lionardo im Berliner Museum) Der
Altmeister der italienischen Kunstgeschichte, Professor Adolfo
V e n t u r i, veröffentlicht im neuen Hefte seiner Zeitschrift
»L’Arte« einen Lionardo-Fund, der, wenn er sich bestätigt,
einiges Aufsehen machen wird. Venturi hat im Berliner Kaiser-
Friedrich-Museum eine Plastik, die hier als Werk aus der
Schule des Andrea Verocchio bezeichnet wird, als Schöp
fung des großen Schülers des Verrocchio erkannt, des L i o-
n a r d o. Es handelt sich um die Terrakottabüste Johannes
des Täufers, der seinen Kopf schräg nach hinten wirft und
die Augen verzückt erhebt. Die jugendliche Gestalt trägt das
härene Gewand des Wüstenpredigers. Venturi weist auf die
engen Beziehungen der Büste zu sicheren Schöpfungen des
Lionardo hin, zu Figuren auf der »Anbelung der Könige«
(Uffizien),, zu seinen Studien für die Madonna in der Fels
grotte und zur Madonna Litta.
(Rubens 1 Gemälde „David im Kampf mit dem Bären“.)
Auf Grund eines von Dr. Ludwig Burchard abgegebenen
und von Bode bestätigten Gutachtens ist die Berliner Kunst
handlung Leo Grünpeter in dem Besitz eines Gemäldes
von Rubens gelangt, das bis jetzt unbekannt, beziehungsweise
verschollen war. Das Bild stellt »David im Kampf mit dem
Bären« dar und ist laut R o o s e s eines von den acht Bildern,
die Rubens auf seiner Reise an den spanischen Königshof
im Jahre 1614 aufnahm. Nach der gleichen Quelle erschien
das Bild 1827 auf der Auktion Allimera. Seitdem galt es als
verschollen. Dr. Ludwig Burchard gab über das Bild fol
gendes Gutachten ab: »Das mir vorgelegte Gemälde auf Lein
wand (150 : 115 cm), darstellend den jugendlichen David, wie
er den Riesen würgt) (1. Buch Samuelis, Kap. 17, Vers 34—37)
halte ich für ein Werk von Peter Paul Rubens aus der
Zeit um 1610 1612, Seine Entstehung denke ich mir folgender
maßen: Rubens hat eine Skizze dieser Komposition (31:43
cm) — sie ist uns durch eine Radierung von Guill. Paneels
bekannt — gemalt, in der Absicht, das endgültige große Bild
in Zusammenarbeit mit einem Tiermaler auszuführen. Diese
große Ausführung erblicke ich in der vorliegenden Leinwand,
bei der meines Erachtens die Figur Davids durch Rubens,
drei Tiere durch Frans S n y d e r s ausgeführt sind. Das Bild
galt bisher als verschollen. Als solches ist es in dem Haupt
werk über Rubens von Max Rooses unter Nr. 118 beschrieben
und von Rudolf Oldenbourg in der Sammlung seiner Auf
sätze über Rubens (1922, Seite 41) besprochen und auch
(Abb, 20 nach dem Stich von Paneels) reproduziert." Dieses
Gutachten bestätigt Wilhelm Bode mit den Worten: »Dem
vorstehenden Gutachten schließe ich mich vollinhaltlich an.«
(Van-Gogh-Erwerbung der Sammlung Kröller-Müller.)
Aus Berlin wird berichtet: Frau Kröller-Müller im
Haag hat vor einigen Tagen van Goghs „Boote bei St. Ma
ries" für ihre van-Gogh-Sammlung erworben. Es ist interessant,
daß dieses Bild unter den von de la F a i 11 e angezweifelten
van-Gogh-Bildern steht. Dieser jüngste van Gogh der Haager
Sammlung wurde zur Ausstellung nach Berlin, in die Moderne
Abteilung der Nationalgalerie am Platz vor dem Zeughaus,
gesandt, wo die Schau des Kröller-Müllerschen van-Gogh-Be-
sitzes vor kurzem eröffnet worden ist.