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MAK

Full text : Jahrgang 21 (1929) (23)

Seile  258

INTERNATIONALE  SAMMLER  -  ZEITUNG

Nr.  23

79  Dens.,  Brief,  1  S  800
80  Desgl  800
156  Mozart,  Brief,  IS  1100
175  Paganini,  II  Palpiti  1700
212  Schubert,  Entzückung  an  Laura  1000
213  Ders.,  Ländler  (6  Walzer  aus  opus  9)  700
215  Schumann,  Der  150.  Psalm  für  Sopran  und  Al  t  .  .  720
216  Ders.,  Ouvertüre  et  Chor  fürs  große  Orchester
Oeuvre  1,  Nr.  3  565
217  Ders.,  3  Bruchstücke  von  Entwürfen  zu  Klavierwerken  260
219  Ders.,  Andante  (G-dur  %)  für  Pianoforte  340
220  Ders,,  Entwurf  zum  Schlußsatz  der  als  „Concert  Sans
orchestre“  erschienenen  F-moll  Klaviersonate,  op.  14  410
223  Ders.,  Quartett  Es-dur,  op.  47  2550
224  Dens.,  12  Romanzen  für  Frauenchor  1700
226  Ders.,  Klaviersonate  für  die  Jugend  fD-dur),  op,  118,
Nr.  2  505
227  Ders.,  Concertallegro  mit  Introduktion  für  das  Pianoforte ­
  1450
228  Ders.,  2  Musikmanuskripte  zur  Ouvertüre  von  „Hermann ­
  und  Dorothea“  800
232  Ders.,  Thema  mit  Variationen  für  das  Pianoforte,
öVa,  16zeil  1650
242  S  m  e  t  a  n  a,  Polka  Nr.  1,  1.  Heft,  öp.  12  (s.  Fig.  3)  .  1050
243  Ders.,  Polka  Nr,  2,  1,  Heft,  op.  12  1000
244  Dens.,  Polka  Nr.  1,  Heft  2,  op.  13  900
245  Ders.,  Polka  Nr.  2,  2.  Heft,  op.  13  1100
276  Rieh.  Wagner,  Lithogr.  1.  Ausg.  der  Partitur  zu
,,Tannhäuser''  680
278  Weber,  Große  Sonate  f.  Pianoforte  in  As-dur,  op.  39  4000
Tabulaturen,
309  M  a  t  e  1  a  r  t,  Intavolatura  de  Leuto  705
310  Mil  io  ni,  Vero  e  facil  rnove  d'imparare  a  sonare
C  1640  790
311  De,sgl„  1673  815
312  Mouton,  Pieces  de  Luth  sur  differ  955
Dichter,  Schriftsteller  etc.
494  Schiller,  Brief  an  Körner,  3'A  S  900
532  Voltaire,  Ode  sur  le  temps  present,  2/4  S  650
679  Katharina  Elisabeth  Goethe,  Die  Mutter  des  Dichters, ­
  Brief,  2  S  650

BIBLIOPHILIE.
(Ein  kostbarer  Erstlingsdruck  verschwunden.)  Aus
Leningrad  wird  gemeldet:  In  der  Bibliothek  der  Akademie
der  Wissenschaften  ist  das  Verschwinden  einer  wertvollen
Inkunabel  festgestellt  worden.  Es  handelt  sich  um  einen  im
Jahre  1466  in  Mainz  erschienenen  Erstlingsdruck,  der  die
Werke  Ciceros  in  lateinischer  Sprache  enthält.
(Versteigerung  der  Schloßbibliothek  Lindau.)  Aus  Hamburg ­
  wird  uns  berichtet:  Die  Versteigerung  der  Schloßbibliothek ­
  Lindau  in  der  Bücherstube  Hans  Götz  hatte  einen
befriedigenden  Erfolg.  Goethes  Briefwechsel  mit  Bettina
brachte  Mark  65.—.  Der  „Westöstliche  Divan“,  1819,  M,  135.—,
Novalis,  Heinrich  von  Otterdingen,  Mark  250,—,  Die  „Merianschen
  Chroniken"  zwischen  Mark  135,—  und  165.—.  Das
„Theatrum  Europaeum"  blieb  unverkauft.  Der  „Moliere“
von  1675  ging  mit  Mark  880.—  fort.  Geschichtswerke  waren
durchschnittlich  außerordentlich  billig.  Die  illustrierten  Bücher
übten  mit  die  größte  Anziehung  aus.  Brentanos  Gockel,
Hinkel  und  Gakeleia  ging  auf  Mark  160.—,  ein  zweibändigem
,,Caesar“  auf  Mark  105.—.  Der  „Lavater“  dagegen  vermochte ­
  diesmal  nur  Mark  600.—  zu  erzielen,  zwei  Serien  von
M  o  n  n  i  e  r,  koloriert,  Mark  390,—.  Die  Pocci-Sammlung  blieb
mit  Mark  380.—  zusammen.  Die  sehr  seltene  Geschichte  von
den  sieben  Schwaben  mit  den  Lithographien  von  Schwind,  die
lange  Jahre  nicht  angeboten  war,  erzielte  den  guten  Preis  von
Mark  225.—.  Auf  die  Abteilung-Schleswig-Holstein  wurde  naturgemäß ­
  am  meisten  geboten.  Die  'Hamelmannsche  Chronik
brachte  diesmal  Mark  75.—;  ein  mit  Mark  35.—  geschätzter
plattdeutscher  Druck,  Hamburg  1614,  ging  auf  Mark  105.—;
die  Handschrift  des  Jütschen  Lows  wurde  von  der  Familie  zurückgekauft. ­


BILDER.
(Entdeckung  einer  Greco-Zeichnung.)  In  der  graphischen
Sammlung  der  Münchener  Pinakothek  ist  eine  Zeichnung  von
G  r  e  c  o  entdeckt  worden,  deren  Unterschrift,  wie  Dr,  Engelbert ­
  Baumeister  im  Münchener  Jahrbuch  der  bildenden
Kunst  nachweist,  der  Art  entspricht,  wie  Vasari,  der  berühmte ­
  Maler  und  Verfasser  der  großen  Künstlergeschichte,
die  von  ihm  gesammelten  Handzeichnungen  zu  beschriften
pflegte.  Greco  ist  gleichzeitig  mit  Vasari  1570  bis  1574  in  Rom
gewesen.  Die  Zeichnung  zeigt  einen  muskelstarken  nackten
Mann  in  einer  Pose,  die  an  Michelangelo  erinnert.

(Ein  Giotto-Fund.)  Bei  Renovierungsarbeiten  in  der
Sakristei  der  Klosterkirche  in  San  Francesco  in  Assisi  hat
man  hinter  einer  an  die  Kirchenmauer  angebauten  Wand  ein
unbekanntes  Fresko  von  Giotto  entdeckt.  Es  stellt  die
Jungfrau  mit  dem  Jesusknaben  auf  weißem  Thron  unter  einein
von  gedrehten  Säulen  getragenen  und  mit  Goldornamenten
geschmückten  Scharlachbaldachin  dar.  auf  der  einen  Seite  den
hl.  Franz,  der  seine  Hände  mit  den  Wundmalen  weist,  auf  der
andern  die  hl.  Klara,  eine  Lilie  tragend;  im  Firmament  schweben ­
  Engelsköpfe,  Das  Bild  ist  drei  Meter  hoch  und  zweieinhalb ­
  Meter  breit  und  vorzüglich  erhalten;  nur  ein  ganz  kleiner
Teil  ist  durch  den  Bogen  eines  im  17,  Jahrhundert  angebrachten ­
  Gewölbes  zerstört.

NUMISMATIK.
(Die  Versteigerung  bei  Heß.)  Bei  der  am  21.  Oktober
bei  Adolf  iH  e  ß  Nachf.  in  Frankfurt  a.  M.  abgehaltenen
Auktion  wurden  folgende  bemerkenswerte  Preise  (in  Mark)
notiert:
Bamberg,  Taler  o.  J.,  Joh.  Christoph  Neusfädter,  1638  .  1525

Nürnberg,  Dicker  3  facher  Guldentaler,  1596  530
Würzburg,  Doppeldukat  o.  J.,  Joh.  Phil.  Frh,  von  Schönborn, ­
  1724  495
Leopold  I.,  Medaille  1683  v,  Hrm.  Lüder,  Bremen  und
Hamburg  240
Polen,  Sigismund  L,  Großes  Medaillon,  1527  460
—,  Sigismund  August,  Nottaler,  1564  (iLivl.  Krieg)  .  .  .  300
—,  Sigismund  III.,  Talenklippe,  1614  305
—,  August  III.,  Gold.  Medaille,  1734  (Großkurt)  410
Schweden,  Sigismund-Taler,  1594  315
—,  Sigismund-Taler,  1595  340
Gurk,  Jak.  Max  v.  Thun,  Medaille,  1729  (Hamerling)  .  .  265
Mainz,  Domkapitel,  Dopp.  St.  Martinsgoldgulden,  o.  J.  .  .  450
Jülich,  Cleve-Berg,  Johann  Wilhelm,  1  'A  fache  Spruchtalerklippe,
  1608  760
Zürich,  Dicker  DoppeLtaler,  1559  675
—,  dto.  1624  .  285
Einbeck,  Taler,  1659  485
Hamburg,  Bankportugalöser,  1689,  zu  10  Dukaten  ....  345

(Die  „Semeuse".)  Die  „Semeuse",  das  einstige  Modell  des
Bildhauers  R  o  t  y  zur  symbolischen  Figur,  die  die  iMünzen  und
Marken  Frankreichs  schmückte,  ist  hochbetagt  gestorben.  Zur
Zeit,  da  der  Künstler  sie  zeichnete,  hütete  die  junge  Maria
auf  den  Weiden  der  Auvergne  die  Kühe.  Und  während  ihr
Konterfei  als  Sinnbild  der  Macht  und  des  Reichtums  in  alle
Welt  hinausging,  blieb  sie  immer  in  ärmlicher  Verborgenheit.
Heute  lebt  ihr  Bild  nur  noch  auf  den  Marken  weiter.  Die  klingende, ­
  silberne  „Semeuse"  ist  längst  verschwunden  und  gehörte,
gesetzlich  außer  Kurs  gesetzt,  der  Vergangenheit  an,  bevor  ihr
Urbild  selber  erlosch.

PHILATELIE.
(Versteigerung  in  Frankfurt  a,  M.)  Vom  1'2,  bis  14.  Dezember ­
  veranstaltet  S,  W,  Hess  in  Frankfurt  a.  M.  seine
33.  Briefmarkenversteigerung.  Es  kommen  in  der  Hauptsache
Marken  europäischer  Länder  zum  Ausgebote,  besonders  stark
ist  Deutschland  vertreten,  Ein  außerordentlich  wertvolles  Liebhaberstück
  ist  Bremen,  7  Grote  gezähnt,  auf  einem  der  bekannten ­
  Wulff  -  Briefe;  von  Frankreich  sind  u.  a.  fünf  Ballonbriefe ­
  von  1870/71,  ferner  ein  Fehldruck  1874/75,  15  c,  braun,
rcsa,  mit  regulärer  Marke  10  c,  in  gleicher  Farbe,  .zusammenhängend, ­
  ungebraucht,  mit  Teilen  des  O.  G.  Ein  Prunkstück
ist  eine  Schweizer  Marke  von  1848,  Waadt,  4  C,  schwarz  und
rot,  gepr.  Reuterskjöld,  Schätzwert  2000  Schweizer  Franken.

VERSCHIEDENES.
(Walter  Firle  f.)  In  München  ist  der  Maler  Professor
Walter  Firle,  der  im  Sommer  sein  70,  Lebensjahr  vollendete, ­
  gestorben,  Firle  war  namentlich  durch  seine  religiösen
Kompositionen  bekannt,  die  ihn  durch  die  realistische  Behandlung ­
  biblischer  Themen,  freilich  nicht  auch  durch  ihren  malerischen ­
  Vortrag,  in  die  Gefolgschaft  Fritz  v.  Uhdes  zu  rücken
schienen.  Die  frühesten  Bilder  dieser  Art  versprachen  mehr,
als  Firle  später  hielt.  In  der  ersten  Münchener  Sezessionsausstellung ­
  von  1893  hatte  er  mit  einem  religiösen  Triptychon
großen  Erfolg.  Seine  Gemälde  aus  holländischen  Waisenhäusern, ­
  Sonntagsschulen,  Nähschulen  zeigten,  daß  er  auch  sonst
den  allgemeinen  Anregungen  jener  Jahrzehnte  gern  folgte.  Im
farbigen  Ausdruck  wurden  sie  freilich  mit  der  Zeit  kühler  und
nüchterner.  Auch  als  'Porträtist  hat  Firle  sich  einen  Namen
gemacht,
            
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