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MAK

Full text : Jahrgang 21 (1929) (5)

Nr.  5

INTERNATIONALE  SAMMLER  -  ZEITUNG

Seite  59

bin  altmodisch  genug,  das  Anständigste  auch  lür  das  Gescheiteste ­
  zu  halten  —  wäre,  wenn  Ihr  Protege  seine  Bilder  direkt
an  die  Secession  mit  den  nötigen  Anmeldeformularen  senden
würde.  Schon  aus  Selbsterhaltungstrieb  nehmen  wir  alles  an
was  überhaupt  nur  einigermaßen  Talent  verrät:  aber  ich  werde
mir  den  Namen  Ihres  Schützlings  noch  ganz  besonders  merken.
Hoffentlich  sind  seine  Bilder  so  gut,  daß  er  meine  Protektion
nicht  nötig  hat.  Sind  sie  aber  unter  dem  Niveau  unserer  Ausstellungen, ­
  so  kann  ich  Ihnen  doch  nicht  helfen.  Oder  hilft  es
einem,  wenn  er  auf  der  Ausstellung  ein  schlechtes  Bild  hat?
Höchstens,  daß  der  Verfertiger  sieht,  wie  schlecht  er‘.s  gemacht
hat.  „Halt  dich  grade,  damit  der  Herr  Doktor  sieht,  wie  schief
du  bist“,  sagte  die  Mutter  zur  Tochter,  die  verwachsen  war."

MUSEEN.
(Ein  Berliner  Frans  Hals  in  Kopenhagen.)  Das  männliche
Porträt  von  Frans  Hals,  das  1927  vom  Kaiser-Friedrich-lMuseum
  in  Berlin  im  Tausch  gegen  die  große  Rubens-Landschaft
abgegeben  worden  ist  und  einige  Wochen  in  Kopenhagen  ausgestellt ­
  war,  ist  jetzt  mit  Unterstützung  des  Ny-Carlsberg-Fonds
  vom  Kopenhagener  Museum  für  Kunst,  das  bisher  von

Kaffeetratsch),  Loeffler  (Das  gefährliche  Schaufenster)  usw.
Das  Aquarell  ist  vertreten  durch  Carl  Goebel,  Alois  Greil,  Richard ­
  Schwager  u.  a.  Hochwertiges  Material  bietet  die  reichhaltige ­
  Abteilung  „Mobiliar“,  Wir  nennen:  Eine  italienische
Sitzgarnitur  um  1800,  einen  französischen  Konsoltisch,  Mitte
18.  .Jahrhundert,  auf  zwei  geschweiften,  reich  geschnitzten  Füßen ­
  (siehe  unsere  Abbildung  Fig.  5),  Vitrinen  aus  der  Biedermeierzeit ­
  und  im  Stile  Louis  XVI,,  ein  Paar  Eckschränke,
fianzösisch,  Mitte  18.  Jahrhundert.  Unter  den  Uhren  ist  die
Konsoluhr  mit  Schildpatt-,  Perlmutter-  und  Messingeinlagen  in
reich  geschwungener  und  vergoldeter  iBronzefassung,  das  Werk
ist  signiert  Julien  le  Roy.  A,  Paris,  am  Gehäuse  die  Signatur
J.  P.  Latz.
(97,  Kunstauktion  bei  Albert  Kende.)  Die  vom  4.  bis  6.  Februar ­
  bei  Albert  Ken  de  in  Wien  abgehaltene  Versteigerung,
die  viele  Bilder  aus  ehemaligem  kaiserlichen  Besitz  brachte,
verlief  bei  zahlreicher  Beteiligung  von  Interessenten  aus  den
Nachfolgestaaten  sehr  flott.  Waldmü  Ilers  Genrebild
„Junge  Mutter  an  der  Wiege  ihres  Kindes“,  das  mit  4803  S
ausgerufen  wurde,  fand  kein  Angebot,  doch  wurden  nach  der
Beendigung  der  Auktion  sofort  Verhandlungen  wegen  freihän-Fig.

  5.  Franzos,  Konsoltisch,  Mitte  18,  J.
Auktion  Glückselig-Wawra.

Frans  Hals  nur  eine  kleine  Skizze  besaß,  angekaufl  worden.
Der  Kaufpreis,  der  merkwürdigerweise  von  den  offiziellen  Stellen ­
  streng  geheimgebalten  wird,  betrug  400.000  Kronen.
VOM  KUNSTMARKT.
(Das  Auktionshaus  Glückselig  in  Wien)  veranstaltet  vom
12,  bis  14,  März  unter  Mitwirkung  der  Kunsthandlung  C.  J.
W  a  w  r  a  eine  Versteigerung  von  Miniaturen,  Gemälde,  Mobiliar ­
  und  Teppichen.  Es  handelt  sich  in  der  Hauptsache  um  Objekte ­
  aus  dem  Nachlaß  des  Großindustriellen  Eugen  Herzfelder, ­
  doch  sind  auch  Gegenstände-aus  anderem  Besitz  angeschlossen. ­
  Der  Katalog,  wie  bei  Glückselig  immer,  aufs  geschmackvollste ­
  ausgestattet,  stellt  mit  Recht  die  Miniaturen
voran,  die  sich  durch  besondere  Qualität  auszeichnen.  Wir  finden ­
  da  Arbeiten  von  Anreiter,  Daffinger,  Füger,  Lieder,  Saar,
Teltscher,  Adolf  Theer,  Wailand,  Zincke  u.  a.  Unter  den  Gemälden ­
  dominieren  die  alten  Meister.  Es  sind  da  prächtige
Werke*  von  Annibale  Caracci  (Maria  mit  dem  Leichnam
Christi),  D  e  n  n  e  r  (Alter  .  bartloser  -Mann).  V  a  11  o  t  (Die  Dame ­
  mit  den  Narzissen),  Por-denone  der  Ael.tere  (Santa  Conversatione),
  Franz  Christoph  J  a  n  n  e  c  k  (Fest  im  Freien),  Unter ­
  den  modernen  Gemälden  figurieren  Carl  Agricola  (Porträt ­
  eines  Glafen  Bernardo  Caboga),  Norbert  Grund  (Landschaft), ­
  Isidor  Kaufmann  (Polnischer  Jude),  Robert  Ruß
(Rovereto),  Max  Sch  öd  1  (Stilleben),  Josef  Gisela  (Der

digen  Verkaufes  eingeleitet,  die  wahrscheinlich  zum  Abschlüsse
führen  werden.  Nachstehend  die  erzielten  Preise  (in  Schilling):

Gemälde.
3  Bernatzik,  Der  Versehgang  980
5  Eugen  v.  B  1  a  a  s,  Venezianerin  1650
10  ©  r  i  o  s  c  h  i,  Frühling  440
11  B  r  ü  t  i,  Die  Schuldverschreibung  1250
13  Büche,  Alter  Oberösterreicher,  in  Andacht  versunken ­
  120
14  Canon,,  Junges  Mädchen  mit  Blumenkranz  ....  130
14a  Carau-d,  Junge  Dame  in  Rokoko-Toilette  ....  1000
15  Cha-rlemont,  Herbstmorgen  380
16  D  u  r  n  a  u  t,  Aufsteigendes  Gewitter  zur  Erntezeit  .  .  850
17  Dets.,  Frühlingslandschaft  500
18  Derselbe,  Winterlandschaft  350
19  Ditsch  einer,  Bauerngarten  in  Tirol  900
20  D  ü  r  c  k,  Tiroler  Bub  670
21  Dtirac  h,  Christus  am  Kreuz  700
22  Eb-ert,  Junge  Dame  am  Nähtischchen  300
23  E  t  h  o  f  e  r,  Gärtnerin  in  einem  Blumengarten  .  .  .  140
25  Camilla  Fried  lande  r,  Japan.  Stilleben  680
26  Friedr,  Friedländer,  Festvorbereitung  950
27  Derselbe,  Vier  Invaliden  beim  Schachspiel  1350
28  Glücklich,  Junges  Mädchen,  Blumen  in  eine  Vase
ordnend  135
29  G  1  o  ß,  Der  Bibliothekar  400
            
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