Nr. 5
INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG
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Damit drücken wir auch die Grenze aus. Alles weitere
gehört in den Bereich der Phantasie und nur der
Enthusiast vermag das »strahlende Schwarz tief rotbraun
oder grün, so voll, sonor wie venezianische
Farben« zu sehen und beim Anblicke einer Radierung
flutende Farbigkeit, glühende Farben, ein Funkeln
und Sprühen zu empfinden (Hamann, Rembrandts
Radierungen). Ob die Schürze grün oder
rot, die Tapete hellblau, rosa oder vielleicht nur
grau ist, können wir aus dem Ton-in-Ton-Bild nicht
entnehmen und der Künstler muß darauf verzichten,
uns den Eindruck, den er empfangen hat, voll wiederzugeben.
Ein farbiger Fleck im Schwarz-Weißen
mag uns wohl gelegentlich an die Buntheit der Natur
erinnern — ich denke an eine bunte Schürze in
einem Blatte Ungers aus Lovrana, an ein paar rote
Flecken auf einer Zeichnung Luigi Kasimirs aus
Brüssel, um das Schwarz-Weiß-Rot eines Schilderhauses
oder einer Fahne hervorzuheben — das sind
so kleine Spielereien. Mehr will auch Schmutzer
nicht bieten, wenn er einmal ein paar Blumen auf i
der Platte malt (129), ja sogar, wenn er die |
sitzende Barrison (112) koloriert.
In Konkurrenz mit dem Gemälde tritt er als |
Radierer nicht und der primitiven Darstellung der
vielfarbigen Natur mit einigen wenigen Farbplatten
geht er geflissentlich aus dem Wege. »Eines der
vorzüglichsten Kennzeichen des Verfalles der
Kunst,« sagt Goethe in der Einleitung zu den Propyläen,
»ist die Vermischung der verschiedenen Arten
derselben.« Der französische Farbenstich ist der
Anfang des Verfalles der Kupferstichkunst, mit ihm
beginnt das geistreiche Tändeln, die Unwahrheit des
Unzulänglichen, das Kompromiß zwischen Naturtreue
und technischen Möglichkeiten. Dafür war
der ehrliche Schmutzer nicht zu haben. Ob er den
Höhepunkt seiner Kunst erreicht hat oder nicht —
es ist bei den augenfälligen Fortschritten, die jedes
neue Jahr seiner Tätigkeit mit sich brachte, mit Gewißheit
anzunehmen, daß er besonders in der Radiertechnik
noch ungeahnte Ueberraschungen gebracht
hätte — von der gewonnenen Höhe stieg er nie herunter.
Für Mode, Modelaunen und, was dasselbe ist,
für Halbheiten war Schmutzer nie zu haben. Vom
| ersten bis zum letzten Striche war und blieb er
! einer der liebenswürdigsten, offensten und ehrlich-|
sten Künstler, die je die Erde trug,
392. JCunstauktion des 5)orotheums.
Die 392. Kunstauktion des Dorotheums
fiel in die Tage der abnormalen Kälte, was naturgemäß
den Besuch der Versteigerung beeinträchtigte,
Nichtsdestoweniger .wurden die wichtigeren Objekte
zu guten Preisen abgesetzt.
Nachstehend das Ergebnis der dreitägigen Auktion
(11. bis 13. Februar), in Schilling:
Neuere Oelgemälde und Aquarelle.
10 Bortignoni, Dominikanerfrater beim Wäschebügeln 1000
13 Jos, Brunner, F'lachlandschaft mit aufsteigendem
Gewitter 400
14 J, Carstens, Obststück (Paradeisäpfel u. Trauben) 130
17 J, Da Hing er, Kuh auf der Alm 80
22 Eichin.ger, Pater Kellermeister im Weinkeller . . 450
23 Egge r-L i e n z, Inneres eines Tiroler Bauernhauses 140
24 Derselbe, Studienkopf eines Jünglings 120
26 Derselbe, Anbetung des Kindes durch die Hirten ... 80
27 E i r i c h, Großes Stillelben mit Früchten. Blumen,
Prunkkrug und kniendem Putto 2’50
29 E n s 1 e r, Fuhrmann mit zwei Pferden und Hund auf
einem Wiesenweg 160
30 Euler, Landschaft mit Pappeln 40
37 Gerbe s, Obststück ?5
40 G u i 11 e r y, Altes bayrisches Landstädtchen mit Postwagen
im Vordergründe 170
46 Hess, Des Jägers Abschied 200
47 Hofbauer, Stilleben mit Heiligenbild 75
48 Art des H o g u e t, Gebirgssee mit Felsenturm ■ ■ - ■ 100
51 Jahn, Dolomitenlandschaft 90
53 Ten Kate, Holländische Bauernkinder am Eise . . 100
55 Josef K r ä 1, Blumenstück SO
56 Lars en, Christus erscheint den beiden Jüngern am
Weg nach Emaus 150
59 Laufberger, Bildnis seines Lehrers, des Malers
Rüben - 120
60 L e i c k e r t, Holland, Kanallandschaft im Winter . . 600
61 Derselbe, Gasse in einem holländ. Städtchen 100
67 Makart, Brustbild der Charlotte .Wolter 300
70 M o z i n, Fischerhäuser in einem bretonischen Hafenstädtchen
mit Segelboot und Kahn 60
77 Oesterreich., um 1830, Bildnis eines blonden Jünglings
in schwarzem Rock 40
79 Paulcke, S. Maria Salute in Venedig 100
81 Pettenkofen, Zwei Zigeunerkinder 550
82 Piepenhagen, Mondscheinlandschaft 75
87 Hermann R e i s z, Gläser- und Topfmarkt in Oberungarn
350
96 August Schaeffer, Der Eibensee bei St. Gilgen . 70
97 Schilcher, Halbfigur einer blonden Schönheit mit
Blumenkörbchen 350
102 S t e i n f e 1 d, Oesterreichische Hochigebirgslandschaft
mit Fluß und Dorf 190
103 Derselbe, Panorama von Ischl mit dem Dachstein . . 220
104 Stoitzner, Frühling im Hochgebirge 350
105 S t o 11, Großes Obststück mit Arra . 175
107 Suppantschitsch, Am Waldesrand 100
110 Tom ec, Meeresstrand bei Ragusa, Sepia 80
111 VaTenta, Frater Küchenmeister 120
Alte Oelgemälde und Aquarelle.
126 Deutsch, um 1700, wohl Chr, Ludwig Agricola,
Bergige Landschaft mit drei Figuren 110
127 Deutsch, um 1700, Jagdstilleben mit toten Hasen, Rebhuhn
und Distel 200
128 Deutsch, 18. Jahrhundert, Großes Fruchtstück .... 350
129 Desgl,, Großes Tafelstilleben mit Prunkbechern und
Früchten 350
134 Richtung des D u g h e t, Entenjäger 850
135 Nach Domenico F e t i, Ecce homo 100
136 Karel van Mander zugesohr.. Zwei Skizzen .... 600
137 Fläm. Schule, 17. J,, Predigt Johannes des Täufers . 220
142 Hamilton, Zwei Pferdebilder . 380
148 Holland., 18. J., Buherin und Bauer am Fenster • . 110
149 Nach Hondecoet-er, Hahn mit Hühnern u, Enten 160
150 Italien, Maler des 17, J,, Histor. Szene 120
152 Italien,, 17. J,, Kopf des Boreas 80
153'Strozzi zugeschr., Brustbild einer jungen Frau . - 210
157 Carlotto, Hiob und seine Frau, Halbfiguren 800
161 Niederländ, Manierist, um 1560, Die heilige Familie
mit Elisabeth und dem Johannesknaben 900
164 Oberitalienisch, 18. J,, Schule des A, Magnasso, Zwei
Landschaften mit Staffage 380
165 Oberitalien., 17. J., Der hl, Anton von Padua in der
Glorie vor dem Christuskinde kniend 220
166 Oesterr, Meister, um 1608, Rudolf II, in schwarzem
Kostüm und Hut 250
167 Jan P e e t e r s, Marine 800
168 Preuß. Maler, um 1780, Der alte Fritz 50
169 Römisch, um 1740, Kreis des P a n n i n i, Ruinenlandschaft
850
170 Risse, Mariä Verkündigung 150
171 Rosa da Tivoli, Hirte auf Schimmel und Ziegen . . . 200
173 Russisches Ikon, 17.—18. J., Weihnachtsbild mit der
Geburt Christi 50
179 Unbekannter Barockmaler, Selene erscheint dem
Endymion 600
180 Venezian. Vedutenmaler vom Ende des 18. J., Blick
von der Piazetta auf die Piazza di San Marco . . . 280
181 Venezian. Vedutenmaler des 18, J., Röm, Ruine . . . 150
Miniaturen und Aquarellbildnisse.
187 Dame mit blondem Haar und blauem Empirekleid
Um 1810 . . . m