Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Jahrgang 21 (1929) (7)

Nr.  7

INTERNATIONALE  SAMMLER  -  ZEITUNG

Seite  77

Die  Siäser  der  Sammlung  JCerzfelder.

Die  Kunstäfoteilung  des  Dorotheums  in  Wien  bringt
vom  15.  bis  18.  April  die  Versteigerung  einer  Kunstsammlung ­
  aus  dem  Nachlasse  Eugenie  und  Ernst  Herzfelder. ­
  Die  Kollektion  umspannt  eine  komplette
Glaser-Sammlung,  eine  Sammlung  von  Silberschmiedearbeiten ­
  und  Porzellan.  Die  bedeutendste  von  den  dreien
ist  die  Kollektion  der  Gläser.  Es  sind  darin  vom  Anfang
des  17.  bis  zür  Mitte  des  19,  Jahrhunderts  fast  alle  bedeutenden ­
  Arten  von  Erzeugnissen  der  Glashütte  und
ihren  Verzierungsformen  vertreten,  ausschließlich  deutsche ­
  Gläser,  die  von  der  hohen  Handwerkskunst  vergangener ­
  Epochen  ein  Zeugnis  ablegen.

Diese  Schwarzloth-Malereien,  welche,  mit  Gold  gehöht,
zu  den  reizendsten  Verzierungen  der  deutschen  Barocke
gehören  und  sich  auch  auf  den  zeitgleichen  Porzellanen
und  Fayencen  vorfinden,  waren  der  erste  Anfang  einer
transparenten  Bemalung  auf  Hohlgläser  (Tafelgläser,
das  ist  Fenster,  bemalte  man  schon  in  alten  Zeiten  mit
transluciden  Farben).  Neben  dieser  Art  von  Ausschmückung ­
  erhält  sich  die  Emailverzierung  noch  während ­
  des  18.  Jahrhunderts  fort,  wird  aber,  wenn  wir  von
wenigen  Beispielen  aus  den  letzten  Dezennien  absehen,
mehr  von  der  bäuerlichen  Art  der  Glaswaren  absorbiert,
So  finden  wir  Emailmalereien  auf  Schnapsflaschen  sogar

Fig.  3.  Hoher  Humpen  aus
Diamant
Süddeutsch
Die  süddeutschen  Gläser  mit  den  Emailfarben  aus
dem  Anfänge  und  der  Mitte  des  17.  Jahrhunderts  sind
durch  einen  schönen  Humpen  mit  dem  alten  Reichswappen ­
  in  kostbarer  alter  Holzmontierung,  durch  einen
anderen  mit  der  Darstellung  einer  Sauhatz  und  kleine
Becher  etc.  repräsentiert.  Diese  Art  der  Emailmalerei
drängte  schon  um  die  Mitte  des  17,  Jahrhunderts  zu  einer
befriedigenden  Lösung  und  es  sind  der  Nürnberger  Maler
Johannes  Schaper  und  gleichzeitig  Spengler  in
Konstanz,  welche  zu  jener  Zeit  auch  Fayencen  der  süddeutschen ­
  Manufakturen  bemalten,  die  beginnen,  Glas
mit  transluciden  Emailfarben,  vorderhand  nur  lehmschwarz, ­
  dem  sogenannten  Schwarzloth,  zu  bemalen.

iunkelblauem  Glas  mit  dem
gerissen,
um  1600.
bis  in  die  ersten  Jahre  des  19.  Jahrhunderts,  die  aus
süddeutschen,  schlesischen  und  böhmischen  Glashütten
stammen.  Inzwischen  verschwindet  die  Transparentmalerei ­
  auf  Gläsern  vollkommen,  wenn  wir  von  den
späteren  Nürnberger  Hausmalern  Preissler  u.  a.,  die
noch  im  18.  Jahrhundert  in  Schapers  Art  Gläser  bemalten, ­
  absehen,  vollkommen,  bis  sie  in  den  Werkstätten
Gottlob  und  Samuel  Mohns  in  Dresden,  des  Wieners
Anton  Kothgasser,  des  Berliners  Karl  Scheidt
u.  a.  zu  Beginn  des  19.  Jahrhunderts  wieder  zu  neuem
Leben  erwachen.
Wie  Schaper,  waren  auch  alle  Transparentmaler  des
19.  Jahrhunderts  als  Hausmaler  auf  keramischen  Erzeugi


            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.