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INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG
Nr. 8
425 Standuhr, 18. J 200
426 Dreiteiliger Paravent, Savonnerie, Ende 18. J. . . . 5300
427 Aubusson, Anf. 19. J. 615 : 645 cm 4600
428 Desgleichen, 495 : 405 cm 2300
429 Shiras, 373 : 158 600
430 Belutschistan, 155 : 108 160
Diverses.
438 Radschloßbüchse, deutsch, 17. J 480
439 Ein Paar Radschloßpistolen, deutsch, 2. H, 17, J. . 2100
441 Ein Paar Zinnleuchter, um 1800 15
442 Zwei Zinnpitschen, 18. J 30
444 Konvolut, bestehend aus Tischglocke (Bronze, mit
Elfenbeingriff), Spielwerkdose und Lampion, 18. J.
445 Tintenzeug, 18. J
447 Uhr, Bronze, Empirezeit
448 Ein Paar ovale und eine runde Zinnschüssel. 18.
449 Ein Paar kleine Zinnschüsseln
450 Kanne und Zuckerdose, Zinn
455 Kleine Zappleruhr
456 Statuette (Terrakotta), Maria Immaculata. Bemalt,
auf Holzsockel
461 Sechs Schablonen, China
Gesamtsumme
. . 30
. . 30
. . 110
J, . 50
. . 20
. . 55
. . 35
. . 35
. . 16
144.957
Chronik.
BIBLIOPHILIE.
(Die Bücherstube Hans Götz in Hamburg) ist von der
Gioßen Bleichen 31 in die Rottenbaumchaussee Nr. 1
übersiedelt. Hier hat auch am 12. und 13. April die Verstei
gerung der Bibliothek der Grafen von B 1 o m e auf Schloß
Salzau in Hollstein stattgefunden, über deren Verlauf wir in
der nächsten Nummer berichten werden,
BILDER.
(200.000 Dollar für einen falschen Romney.) Aus New
York wird uns berichtet: Der bekannte Kunsthändler
Howard Young verkaufte vor einigen Wochen dem Präsi
denten der Cadillac-Automobilwerke, Lawrence Fisher in
Detroit ein Gemälde des berühmten englischen Porträtmalers
Sir George Romney, das Elisabeth, Herzogin von Shuter-
land, darstellt. Der Kaufpreis betrug 200.000 Dollar. Young
hatte das Gemälde im Dezember v. J. in England, angeblich
von einem Mitglied des Hauses der Herzoge von Sutherland,
um 150.000 Dollar gekauft. Nun hat es sich herausgestellt, daß
der angebliche Romney nicht das Originalporträt der Her
zogin von Sutherland, sondern eine mäßige Kopie des
Bildes ist. Der Herzog von Sutherland hat nämlich vor einigen
Tagen durch seinen Sekretär einen Brief an den Kunsthändler
Young gerichtet, worin er mitteilt, daß das Porträt seiner Ur
großmutter, der Herzogin Elisabeth von Sutherland, gemalt
von Sir George Romney, sich nach wie vor in seinem Besitz
befindet. Das fragliche Gemälde, welches Mr. Fisher von
Young gekauft habe, sei somit eine Fälschung. Young blieb
nichts anderes übrig, als Fisher in Detroit die 200.000 Dollar
zurückzuerstatten und das unechte Gemälde wieder zurück
zunehmen. Howard Young hat sich mit dem falschen Romney
an Bord des „Leviathan" nach Southampton eingeschifft und
wird versuchen, seinerseits die 150.000 Dollar zurückzubekom
men, die er dem mysteriösen „Mitglied des Hauses der Her
zoge von Sutherland“ für das Bild gezahlt hat.
Nach dem „Daily Telegraph" hat sich herausgestellt, daß
das Werk von dem berühmten englischen Porträtisten Ellis
Roberts auf Wunsch von Lord Ronald Sutherland-Cower
vor etwa 30 Jahren zweimal kopiert worden ist.
Gleichfalls auf Wunsch des Lords sei eine weitere Kopie von j
dem Maler W o 11 s hergestellt worden. Diese beiden Tat
sachen werden dem „Daily Telegraph“ von dem Maler Roberts
mitgeteilt, der hinzufügt, daß das Originalgemälde zur Anfer
tigung der Kopien in sein Atelier gesandt wurde. Nach Be
endigung seiner Arbeit nahm Lord Ronald Sutherland-Cower
eine der Kopien für das Original. Diese Kopie wurde in die
Wohnung Lord Ronalds gesendet „und“ — fügt der Maler in i
seinem Briefe hinzu — „ich habe mich oft gewundert, was
wohl aus der anderen Kopie geworden ist.“ Der Maler Ro
berts glaubt, daß die andere von ihm angeferligte Kopie so
wie das Original im Besitz des gegenwärtigen Herzogs von
Sutherland seien, von dem man wisse, daß er eine Kopie des
Romney-Bildes besitze. Die von Watts gleichzeitig angefer
tigte dritte Kopie sei nach den Angaben von Lord Ronald für
den Herzog von Westminster bestimmt gewesen. Nur
diese Tatsache, so heißt es in dem Schreiben weiter, habe den
Widerstand des Malers, den er dem Plan des Kopierens des
Romney-Gemäldes ursprünglich entgegengesetzt habe, brechen
kennen. Er sei daraufhin mit Lord Ronald zum Herzog gegan
gen, der dann seine Einwilligung gab, unter der Bedingung,
daß auch für ihn eine Kopie angefertigt werde. So seien die
beiden Kopien gleichzeitig entstanden.
HANDSCHRIFTEN.
(Die gefälschten Stradivari-Handschriften.) Aus Mailand
wird uns berichtet: Die Enthüllung der neuen Fälschungsaffäre
mit geschickt nachgeahmten Handschriften Stradivari s,
erregt noch mehr Aufsehen als Anfang des Jahres die Ent
deckung der vermeintlich echten Dokumente, weil von dem
raffinierten Handschriftenfälscher auch Fachleute und biblio
graphische Kenner auf den Leim geführt wurden. Als Haupt
geschädigter hat die Triester Geigenbauerfamilie B i s i a c h in
Mailand für die nach und nach erworbenen 300 Handschriften
insgesamt 50.000 Lire ausgelegt. Haupturheber der Fälschungen
ist der Trödler Zanardi aus Bergamo, der im gerichtlichen
Verhör zugegeben hat, daß er sogenannte künstlerische Nach
ahmungen anfertigen wollte. Erst die gerichtliche Beschlag
nahme der Handschriften hat ihre genaue Prüfung durch fach
kundige Leute ermöglicht. Der Intendant der Mailänder Biblio
theken, Dr, G n o 1 i, versichert im „Corriere“, die Untersuchung
der Dokumente habe an Hand zahlreicher Widersprüche ihres
Inhaltes sowie der Prüfung des Papieres und verschiedener
Stilfehler die raffinierte Fälschung erwiesen. Immerhin seien
die Mystifikationen mit großer Geduld auf Grund eines ge
nauen Studiums der Gedichte Stradivaris hergestellt worden.
NUMISMATIK.
(Emil Bahrfeldt f.) ln Berlin ist im Alter von 79 Jahren
der Münzforscher Emil Bahrfeldt gestorben. Er war eine
Autorität auf dem Gebiete des mittelalterlich-deutschen Münz
wesens. Er schrieb u. a. „Münzwesen der Mark Brandenburg"
(1889 bis 1913, 3 Bände).
(Versteigerung der Sammlung Pflümer.) Bei der Verstei
gerung der Sammlung Pflümer, die Henry Seligmann in
Hannover vom 25.—28. März durchführte, erzielten einige
Hamelenser Sachen Rekordpreise.
So brachte der Goldtaler zu 5 Dukaten 1652 von der
Stadt Hameln M 2375, der Dukat M 530, der Taler von 1556
M 165, von 1608 M 85, die Talerklippe von 1614 M 1400, der
Taler von 1639 M 405, der halbe Taler von 1555 M 400, der
halbe Taler von 1633 M 505, der Vierteltaler von 1556 M 200,
die Doppelschillinge M 40, der 1/96 Taler von 1609 M 80, die
drei Kupfermarken zus. M 150, der Goslarer Dukat M 1500,
das Hildesheimer Zehndukatenstück M 1650, das Probe-40-Frs.-
Stück 1813 von Westfalen M 245. Sehr gut gingen auch die
Kupfermünzen von Westfalen ab. Der Bremer Doppeltaler kam
auf M 225.
PHILATELIE.
(Die Ferrari-Versteigerung in Zürich.) Durch elf Tage,
vom 15. bis 26. April, kommen bei E. Luder-Edelmann
in Zürich die lange vermißten Bestände der in ihren Haupt
teilen in Paris verauktionierten Ferrari-Sammlung
unter den Hammer. Es handelt sich in erster Linie um eine
einzigartige Griechenland-Sammlung, reich an Essais
und anderen Kostbarkeiten, die es nicht ein zweites Mal gibt
So ist die erste Griechenland-Ausgabe in Eckrand-Vierer
streifen mit dem Druckvermerk der Druckerei Meyer in Paris
vorhanden. Der Auktionskatalog, eine philatelistische Sehens
würdigkeit, bringt alle seltenen Stücke in Abbildungen und
| genauer Beschreibung.
(Auktionen.) Im April finden außer der Ferrari-Verstei-
gerung noch folgende Briefmarkenauktionen statt: 18. und 19,
bei Plumridge & Co. in London, am 19., 23. und 24. im
Wiener Dorotheum, vom 22. bis 27. bei Bela Sekula in
Luzern.
(Vernichtete Restbestände.) Unter Aufsicht von Vertre-
! tern der fürstlichen Regierung und der Kreispostdirektion in
I Si. Gallen wurden am 11, März im Regierungsgebäude in
Vaduz die Restbestände der liechtensteinischen Jubiläums
marken 1928 verbrannt. Es kämmen zur Vernichtung: 34.400
Stück zu 10 Rappen, 53.058 Stück zu 20 Rappen, 64.342 Stück
zu 30 Rappen, 71.027 Stück zu 60 Rappen, 33.392 Stück zu
1.20 Franken, 35.108 Stück zu 1.50 Franken. 34.907 Stück zu
2 Franken, 7958 Stück zu 5 Franken.