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MAK

Full text : Jahrgang 22 (1930) (23)

Nr.  23

INTERNATIONALE  SAMMLER  -  ZEITUNG

Seite  263

Neue  au  einen  ausgezeichneten  Platz  erhalten  wurde,  besteht
allerdings,  aber  es  ist  nur  ein  Plan,  ebenso  wie  der,  ein  oder,
zwei  bayerische  Sammlungen  damit  zu  einem  großen  Volkskundemuseum ­
  zu  vereinigen.  Verhandlungen  mit  O'berösterreich
konnten  nicht  abgebrochen  werden,  da  solche  überhaupt  nicht
geführt  wurden,  und  wenn  solche  geführt  werden,  würden  sie
sicher  nicht  scheitern,  da  meine  Ansprüche  meiner  Natur  entsprechend ­
  sehr  bescheiden  sein  werden,«

neuer  Meister,  Aquarelle,  Handzeichnungen,  Miniaturen,  Skulpturen, ­
  Silbergegenstände,  Arbeiten  der  Kleinplastik  und  Keramik. ­
  verschiedene  Antiquitäten,  Mobiliar,  Textilien  u.  a.  enthält. ­
  Von  den  Gemälden  alter  Meister  sei  insbesondere  auf
die  vier  Altarflügel  des  Meisters  des  Antwerpener  Kreuzigungstryptichons
  hingewiesen.  Bemerkenswert  sind  ferner  eine
Landschaft  mit  Regenbogen  aus  der  Rubens-Werkstatt,  ein
de  Clerk  (Urteil  des  Paris)  und  ein  Stilleben  von  Elias

Fig.  3.  Pettenkofen,  Venezianischeis  Mädchen.
Versteigerung  Dorotheum,  1.  bis  3.  Dezember.

VOM  KUNSTMARKT.
(Versteigerung  bei  Glückselig.)  Die  Sammlung  Dr.  G.  v.  T„
die  das  Auktionshaus  für  Altertümer  Glückselig  in  Wien
mit  anderem  Kunstbesitz  vom  9.  bis  11.  Dezember  versteigert,
zeichnet  sich  durch  eine  Fülle  hervorragender  Objekte  aus.
Unter  den  Bildern  möchten  wir  insbesondere  Filippo  Lippis
,,Betende  Madonna“  hervorheben,  die  -unsere  Abbildung  i(Fig.  1)
zeigt.  Eine  „Dame  mit  Narzissen“  weist  auf  V  a  1  1  o  t  hin,,  dem
sie  iPnof.  Hauser  in  München  auch  direkt  zuschreibt.  Unter
den  Miniaturen  finden  wir  Arbeiten  von  Daffinger  (Gräfin
Palffy),  Emanuel  Peteru  a.  Unter  den  Skulpturen  sind  prächtige ­
  Holzgruppen  und  Einzelfiguren  aus  dem  15.  und  16.  Jahrhundert, ­
  meist  österreichischer  Provenienz,  Eine  HoIz-statue  des
Heil,  Florian,  Südtirol  um  1780  (Fig,  2)  erinnert  an  die  etwas
reichere  Figur  Nr,  269  im  Kaiser  Friedrich-Museum  in  Berlin.
Altwiener  und  altdeutsches  Mobiliar,  Arbeiten  in  Zinn,  Glas
und  Porzellan,  sowie  Keramik  und  Textilien  vervollständigen
die  Sammlung,  deren  Besichtigung  sich  empfiehlt.
(406.  Kunstauktion  des  Dorotheums.)  Das  Dorotheum  beschließt ­
  das  Kalenderjahr  mit  einer  dreitägigen  Auktion,  die
vom  1.  bis  3.  Dezember  stattfindet  und  Gemälde  alter  und

V  o  n  c  k.  Von  neueren  Meistern  nennen  wir  den  Waldmüller
  »Wiedererstehen  zum  neuen  Leben«,  den  Füger
(Brustbild  einer  jungen  Dame  mit  Tituskopf)  und  die  drei
Pettenkofen,  von  denen  wir  dem  „Venezianischen  Mädchen“ ­
  (Fig.  3)  den  Vorzug  gefben.  Unter  den  Skulpturen  sind
eine  Statuette  des  heiligen  Paulus,  aus  Niederösterreich  um
1510  stammend,  und  eine  österreichische  Arbeit  um  1515,  ein
holzgeschnitzter,  Iliegender  Engel.  Von  Silbergegenständen  erwähnen ­
  wir  einen  Deckelpokal  aus  Silber,  der  in  Nürnberg
gearbeitet  ist  und  aus  dem  Anfang  des  18.  Jahrhunderts  stammt.
Unter  den  Erzeugnissen  der  Kleinplastik  heben  wir  ein  Flachrelief, ­
  Elfenbeinapplike  einer  sterbenden  Frau,  eine  französische ­
  Arbeit  um  1460,  sowie  eine  Bronzestatuette,  eine  verjüngte ­
  Replik  des  Reiterstandbildes  Marc  Aurels  vom  Kapitol
in  Rom  hervor,  Sehr  gut  sind  Meißner  und  Wiener
Porzellan  vertreten.  Den  Hauptbestandteil  der  Gläser
bilden  böhmische  Gläser  des  17,  und  18.  Jahrhunderts,  von
denen  wir  einen  Pokal  mit  eingestochener  Luftblase  im  Schaft
und  ein  trichterförmiges  Glas  mit  eingestochenen  Luftblasen
im  Schaft  und  der  mit  Diamant  gerissenen  Darstellung  eines
Signifer  und  eines  römischen  Legionssoldaten  erwähnen.
Von  den  Antiquitäten  verdient  ein  Wärmegefäß  für  Holz-
            
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