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INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG 
Nr. 20 
raern umfaßt die Ostade-Sammlung, darunter 
viele seltene, frühe Zustände; das gleiche gilt auch 
von dem Rembrandt-Oeuvre, in dem beson 
ders Abraham und die Engel, Triumph des Mar- 
dochai, Christus lehrend, Petrus und Johannes, der 
Stern der Heiligen drei Könige, nackte Frau mit 
Füßen im Wasser, hervorragen. Von Zasinger 
dürfte das interessante Genreblatt »Die Umarmung« 
in seiner prächtigen Tonfülle ungewöhnlich zu nen 
nen sein. 
An die Kupferstich-Sammlung schließt sich eine 
kleine, aber interessante Abteilung von ca, 70 Num 
mern Handzeichnungen mit schönen Blättern 
von Blechen, Castiglioni, Chodowiecki, Führich, 
Goltzius, Gravelot, Koch, Neureuther, Overbeck 
(mit großen dekorativen, in der Literatur bekannten 
Kartons, Allegorien auf das Familienleben darstel 
lend), Quaglio, Zuccarelli etc. an. Besondere Er 
wähnung verdienen: Ein Bildnis Moses Mendelssohns 
in Oel von dem Berliner Hofmaler Frisch, ein rei 
zender Mädchenkopf in Oel von Moritz von 
Schwind, ein Bildnis des Philosophen Johann 
Georg H a m a n n’s, des »Magus des Nordens«, in 
Kreide, 
Endlich sind noch Abteilungen von Ansichten 
und deutschen Künstlern des 18. und Anfang des 
19. Jahrhunderts angeschlossen. 
Der Katalog mit 892 Nummern und 32 Abbildun 
gen in Lichtdruck ist zum Preise von RM, 3.—- zu 
. haben. 
Vermögen in Cuftpostmarken. 
Von Wilhelm Wflke (Hamburg). 
Vor mir liegt ein interessanter Bericht, der sich 
mit der Wertsteigerung der Luftpostmarken be 
schäftigt. 
In Amerika, dem Land der Luftpost 
sammler, erfreuen sich die Luftpostmarken schon 
seit Jahren größter Beliebtheit. Flugpost ist das 
Sammelgebiet, das alt und jung anzieht. Diese Ent 
wicklung des Briefmarkensammelns ist nicht ver 
wunderlich, denn wir wissen, daß die amerikanische 
Postverwaltung aus dem Interesse für Luftpost 
rechtzeitig Nutzen gezogen hat. Wir deutschen 
Sammler bewundern immer wieder die geschickte 
Aufmachung der amerikanischen Luftpostsachen, 
Ein Erstflugtag ist in Amerika nahezu ein 
Festtag. Die Neueröffnung von Flugplätzen ist 
fast unbegrenzt, da günstige Landeflächen von Natur 
her im ganzen Lande vorhanden sind. Die Einrich 
tung einer kleinen Station und das Aufziehen einer 
Signalflagge genügen, um ein geeignetes Stück Land 
zum Flugplatz zu erklären. Der erste Abflug von 
dem neuen »Lufthafen«, kurz Erstflug genannt, wird 
auch für die Postsendungen festlich begangen. Diese 
Sonderstempel enthalten zumeist einen Hinweis auf 
den Erstflug. Oftmals sind es auch sehr ansprechende 
Bildstempel. Es ist erstaunlich, wie die Findigkeit der 
amerikanischen Post immer wieder neue und an 
ziehende Darstellungen, Formen und Farben für die 
Erstflugstempel bringt, so daß der Sammeleifer trotz 
der großen Zahl der bereits herausgekommenen Luft- 
postscempe! nicht nachläßt, sondern neue Freunde 
findet — nicht zum Schaden der U.-S.-A.-AIR MAIL, 
die dabei ein recht gutes Geschäft macht. 
Meines Erachtens ist nur aus dieser Entwick 
lung heraus Amerika zum führenden Land der Luft 
postler geworden. Es liegt ja einmal im Menschen, 
immer das als etwas Besonderes zu betrachten, was 
erstmalig veranstaltet wird. Habe ich oben von 
dem großen Aufschwung dieses modernen und allge 
mein interessierenden Sammelgebiets gesprochen, so 
soll jetzt mit einigen Beispielen versucht werden, das 
in der Ueberschriftzeile versprochene »Vermögen in 
Luftpostmarken« aufzurechnen. Die Beträge, die für 
seltene Luftpostmarken angelegt werden, sind phan 
tastisch hoch. Den Rekord hält die hellblaue 
5-Cents-Luftpostmarke von Honduras, 
die mit rund 2500 Dollar bewertet wird. Aber 
selbst bei dem höchsten Gebot bleibt dieses kleine 
Stückchen Papier sehr schwer erreichbar, denn nur 
sieben »bemittelte« Sammler können sich in den 
Besitz der erhalten gebliebenen Exemplare teilen. 
Dann kommt Neufundland mit seinen zwei Ge 
denkmarken an die Flüge von H a w k e r und D e 
P i n e d o. Diese beiden Seltenheiten haben einen 
Verkaufswert von 1800 Dollar. Die kolumbiani 
sche Luftpostmarke von 1921 kostet 500 
Dollar, und ein paar Spezialitäten der Philippi 
nen werten etwa 250 Dollar. 
Die Liebhaberei, Luftpostmarken zu sammeln, 
ist naturgemäß noch nicht alt, da der erste Versuch 
in Amerika, Post durch die Luft zu befördern, am 
23. Oktober 1911 stattfand. Aber in den letzten 
Jahren ist das Interesse für diesen jungen Zweig der 
Philatelie sehr stark gestiegen, und damit natürlich 
auch die Preise. Ein bedeutender Fachmann versi 
chert die etwa ungläubigen Leser, daß jemand, der 
mit einiger Umsicht und gutem Verstand in den letz 
ten fünf Jahren 700 Dollar in Luftpostmarken an 
legte, jetzt leicht über eine Sammlung verfügen 
könnte, die einen Verkaufswert von 5000 Dollar re 
präsentiert. Der Luftpostsammler hat also von vorn 
herein die Gewißheit, daß sein Geld gut angelegt ist. 
Die einzige vollständige Sammlung von Luftpost 
marken soll inNewY ork der Finanzmann Clarence 
P r i c e besitzen. Hervorragend ist auch die Luft 
postsammlung des bekannten Pianofabrikanten Theo 
dore S t e i n w a y. 
Chronik. 
AUTOGRAPHEN. 
(Die Versteigerung bei J. A. Stargardt.) lieber die am 
29. September bei J. A. Star gar dt in Berlin abgehaltene 
Autographenauktion wird uns von dort berichtet: Bismarcks 
Briefe an seinen Jugendfreund Gustav Scharlach (siehe 
Nr. 18) gingen zurück, weil die Taxe von 3550 Mark nicht 
erreicht werden konnte; nur das Konvolut seiner Steuerakten, 
unter denen sich ein Mahnzettel des Berliner Magistrats vom 
1. August 1871 befand, wurden für 350 Mark verkauft. Auch 
die Ode Voltaires an die Kaiserin Maria Theresia 
und bedeutsame Briefe von Schiller, Heinrich Leopold Wagner 
und Büchner blieben ohne Gebot. Dagegen erreichten einig« 
gleichfalls wertvolle Stücke, die nicht ganz so hoch im Kurs 
liegen, recht ansehnliche Preise. 450 Mark brachte ein Briag 
Friedrich des Großen an den Feldmarschall Prinzen 
Georg von Hessen-Kassel, 450 Mark eines der Memoranden 
Mirabeaus aus der Zeit seiner Tätigkeit als geheimer 
Agent Frankreichs in Berlin, 275 Mark ein Schreiben der 
Dichterin Annette v. Droste-Hülshoff über ihre Mine 
raliensammlung und 206 Mark ein französicher Brief von Karl 
Marx.
	        
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