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MAK

Full text : Jahrgang 23 (1931) (3)

Nr.  3

INTERNATIONALE  SAMMLER  -  ZEITUNG

Seite  35

Ihm  vor  allem  ist  es  zu  danken,  daß  das  Hochstift  über  eine
Bibliothek  von  über  47.000  Bänden  verfügt,
(Ein  Marees  für  das  Kölner  Museum,)  Das  W  a  11  r  a  f-Richartz-Museum
  in  Köln  hat  soeben  durch  seinen
Leiter  Dr  Büchner  aus  der  Berliner  Galerie  Haberstock
das  1868  gemalte  Bild  »Ekloge«  von  Hans  von  Marees  erworben, ­
  wohl  das  letzte  große  Werk  des  Meisters,  das  noch
in  altem  Privatbesitz  war.
(Neuerwerbungen  des  Budapester  Kunstmuseums.)  Man
berichtet  uns  aus  Budapest:  Der  Ausschuß  des  Vereins
der  Freunde  der  Kunstmuseen  hat  ein  Altargemälde  des  Malers ­
  Stefan  Dorffmeister,  sowie  ein  Frauenbildnis  von
Martin  Stock  angekauft  und  dem  Museum  der  Bildenden
Künste  geschenkt.  Dorffmeister,  ein  österreichischer  Meister
des  18,  Jahrhunderts,  siedelte  sich  in  Ungarn  an  und  malte  für
Kirchen  und  Schlösser  begehrte  Gemälde.  Das  jetzt  angekaufte ­
  Bild  ist  die  Oelskizze  eines  Altarbildes,  das  Dorffmeister ­
  für  die  Soproner  Heilige  Geist-Kirche  malte.  Martin
Stock,  der  ebenfalls  im  18,  Jahrhundert  wirkte,  war  zu  Nagyszeben
  geboren,  lebte  und  malte  in  Pozsony,
(Museumsdiebstahl,)  Im  Museum  Massena  in  Nizza
ist  aus  dem  Saal  der  Primitiven  ein  kostbares  Elfembeinkreuz
aus  dem  12.  Jahrhundert  gestohlen  worden.  Das  Kreuz  hat  einen
goldenen  Ring  und  ist  mit  einem  archaischen  Tierkopf  gekrönt. ­


VOM  KUNSTMARKT.
(Der  Weifenschatz  in  Amerika.)  Aus  New  York  wird
uns  berichtet:  Das  städtische  Kunstmuseum  in  Cleveland
hat  für  eine  halbe  Million  Dollar  aus  dem  in  New
York  ausgestellten  Welfenschatz  den  Gertrudis-Golda
  11  a  r  und  zwei  Kreuze  gekauft.
(Auflösung  der  Sammlung  Artur  Specht.)  Am  23.  Februar
gelangt  durch  die  Kunsthandlung  C.  J.  Wawra  in  Wien  die
Sammlung  des  Herrn  Kommerzialrates  Arthur  Specht  (Wien)
zur  Versteigerung.  Es  handelt  sich  hier  um  eine  dem  Umfange ­
  nach  kleine  Kollektion,  welche  aber  durchwegs  Stücke
von  ausgesuchter  Qualität  enthält.  Die  Sammlung  umfaßt  die
verschiedensten  Gebiete,  wie  Glas,  Porzellan,  Möbel,  Textilien, ­
  Arbeiten  aus  Silber,  Elfenbein  und  Holz,  Gemälde  alter
und  moderner  Meister  sowie  antike  und  Vorkriegsteppiche.
Jede  dieser  Gruppen  ist  durch  prächtige  Stücke  vertreten,
die  von  dem  feinen  Geischmacks-  und  Stilempfinden  des  Besitzers ­
  Zeugnis  ablegem

(Die  Kunstbestände  Frederick  Rozendaals  bei  Wertheim.)
Der  Berliner  Kunsthändler  Frederick  Rozendaal  bringt
sein  gesamtes  Lager  an  antiken  Möbeln,  Porzellanen,  Bronzen,
altem  Silber  usw.  zur  Versteigerung.  Die  Auktion  wird  am
4.  und  5,  März  in  den  Räumen  der  Firma  A.  Wert  heim  in
der  Bellevuestraße  stattfinden.
(Frühe  englische  Porträts.)  Bei  Christi  e  in  London
kamen  am  12.  Dezember  frühe  englische  Porträts  unter  den

Hammer.  Namhafte  Preise  erzielten  hiebei  (in  Pfund):
37  Claude  Lorrain,  Hl,  Familie  294
43  Johannes  Woutersz,  Dcrfschulmeister  252
69  Hugh  Barron,  Familie  Egmont  483
71  Sir  William  B  e  e  c  k  y,  Porträt  der  Baroneß  Arden  .  1050
90  T.  Hu  dso  n,  Kinderbildnis  442
123  Reynolds,  Porträt  des  Earl  of  Egmont  2940
135  H  o  g  a  r  t  h,  Jugendbildnis  der  Anna  Wolstenholm  .  2257
162  Vincenzo  F  o  p  p  a,  Anbetung  der  Könige  441

(Silber  des  18,  Jahrhunderts,)  Am  25,  September  fand  in
den  Auktionsräumen  der  Firma  Paul  Graupe  in  Berlin
durch  Hermann  Ball  und  Graupe  die  Versteigerung  von
Silberarbeiten  des  18.  Jahrhunderts  statt.  Wie  zu  erwarten,
hatte  Paris  das  größte  Interesse  an  den  meist  französischen
Arbeiten  und  beteiligte  sich  darum  auch  ungewöhnlich  stark
an  der  Auktion.  Nach  Paris  gingen  unter  anderen  die  beiden
Salzfässer  von  Auguste,  dem  Hofgoldschmied  um  1780,  ifür
10,000  Mark.  Die  beiden  Saucieren  desselben  Meisters,  der  zu
den  geschätztesten  und  phantasievollsten  Silbersohmieden  des
französischen  18.  lafarhuaderts  gehörte,  erzielten  gleichfalls
von  einem  Pariser  Händler  63.000  Mark,  67.000  Mark  wurden,
gleichfalls  von  Frankreich,  für  die  beiden  kostbaren  Terrinen
bezahlt,  die  einmal  dem  Pariser  Generalpächter  Robin  gehört ­
  hatten.  Noch  der  Schluß  der  Silberauktion  bracht  einen
hohen  französischen  Preis  mit  19.500  Mark  für  den  Sa 1  z  von

vier  vergoldeten  Platten,  Paris  um  1760,  mit  graviertem
Wappen.
Nachstehend  'die  namhaften  Preise  (in  Mark):

5  Weinprobeschale,  Paris  1807,  E,  Baligny,  Gew.  310  g  370
7  Terrine  mit  Deckel  und  Untersatz,  Weißsilber,
Augsburg,  1779/80,  Sebald  Heinrich  Blau,  7750  g  .  .  1300
8  Gegenstück,  Joh.  Wilh.  Dammann,  9240  g  1900
10  Ein  Paar  Flaschenkühler,  Weißsilber,  Augsburg,  Anf.
19.  Jahrh.,  4000  g  1600
13  Silberne  Schüssel,  ganz  vergoldet,  Paris,  um  1800,
Odiot,  2310  g  2000
14  Kanne  mit  Deckel,  Silber  vergold.,  Paris,  um  1800,
Odiot,  2000  g  1000
15  Schale,  Silber  verg.,  Paris,  um  1800,  Odiot,  1430  g  .  1200
17  Terrine  mit  Deckel  und  Schüssel,  Weißsilber,  Petersburg, ­
  Mitte  18.  Jahrh,,  Köpping,  9070  g  3000
19  Desgleichen,  Petersburg,  Mitte  18.  Jahrh.,  Köpping,
12.800  g  3600
20  Desgleichen,  Petersburg,  Mitte  18.  Jahrh.,  12.500  g  .  4200
33  Ein  Paar  Salzfässer,  Weißsilber,  Paris,  1768,  Robert-Joseph
  Auguste,  1100  g  10,000
35—36  Zwei  Saucieren  mit  Untersatz,  Weißsilber,  Paris,
1768,  Robert-Joseph  Auguste,  2700  und  2580  g  .  .  63.000
38—39  Zwei  Terrinen  mit  Deckel  und  Untersatzplatte,
Silber  verg,  Paris,  1739,  L.  Robin,  7465  u,  7400  g  .  67.000
41  Ein  Paar  Leuchter,  Weißsilber,  Paris,  1771—1772,
Roettiers,  3750  g  4200
51  d  Ein  Paar  kleine  Salzfässer,  Weißsilber,  Paris,  1768
bis  1769,  Auguste,  352  g  4500
51  e  Ein  Paar  Salzfässer,  Paris,  1772/73,  Roettiers,
356  Gramm  3600
51  n  Satz  von  vier  vergoldeten  Platten,  Paris,  um  1760  19.500
55  Silberdose,  vergoldet,  Mitte  18.  Jahrh  1800
60  Golddose,  oval,  Paris,  1773  .  .  .  1050
62  Perlmutterdose,  Frankreich,  Mitte  18.  Jahrh  650
63  Golddose,  Petersburg,  1775  2950
64  Achatdose,  Deutschland,  Mitte  18,  Jahrh  1300
65  Golddose,  Paris,  Ende  18,  Jahrh,  1900
66  Dose,  Rußland,  Mitte  18.  Jahrh  2500
67  Dose,  Frankreich,  Mitte  18.  Jahrh  1250
70  Golddose,  Paris,  Ende  18.  Jahrh  5000
71  Goldemaildose,  Paris,  1773  1800
72  Desgleichen,  Frankreich,  1780  2200
79  Steindose,  Dresden,  1777,  Neuber  2900
80  Steindose,  Dresden,  um  1780,  Neuber  2200
81  Flacon  in  Goldetui,  Dresden,  um  1780,  Neuber  .  .  8600
90  Gelbe  Lackdose,  Paris,  1764  3600
92  Schwarze  Lackdose,  Paris,  1759,  Ducrollay  2300
93  Golddose,  Paris,  1756  2400
94  Golddose,  Paris,  1778,  Formey  4200
96  Golddose,  Paris,  um  1770  4200
97  Golddose,  Paris,  um  1700,  Formey  5200
98  Golddose,  Paris,  1772  4700
99  Goldemaildose,  Paris,  um  1770  2700
100  Onyxdose,  Berlin,  um  1760  2600
102  Perlmutterdose,  England,  Mitte  18.  Jahrh  1800
103  Golddose,  Paris,  1728/29  4300
104  Golddose,  Paris,  um  1740  4100
106  Golddose,  Frankreich,  2,  Hälfte  18.  Jahrh  5000
109  Golddose,  Paris,  1763/64  4600
110  Golddose,  Paris,  1755,  George  4600
111  Golddose,  England,  18.  Jahrh  3500
113  Golddose,  Paris,  1753,  Stempel:  IM  9900
115  Golddose,  Paris,  1759,  George  7500
118  Golddose,  Stockholm,  1768  13.800
119  Goldemaildose,  Paris,  1768,  J.  Alaterre  3800
120  Golddose,  Paris,  1761  4200
122  Golddose,  Paris  1737  2900

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