MAK
Nr. 16 
INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG 
Seite 149 
caccini amführen. Dieses früher dem Greco zuge 
schriebene Bild kann als eine der geistvollsten Pro 
ben des manieristisch orientierten mailändischen 
Frühwerkes angesprochen werden und veranschau 
licht die Verbindung mit Venedig und Parma einer 
seits (Tintoretto und Parmigianino) sowie mit Spanien 
(Greco) anderseits. 
Im Maria-Theresien-Saal sind in geschmackvoller 
Anordnung Bilder, Skulpturen, Waffen, Textilien, 
Erzeugnisse des Kunstgewerbes, Gegenstände aus 
Glas, Keramik und Metall ausgestellt, die zum 
großen Teile aus dem Nachlaß des Großindustriellen 
Heinsheimer stammen, der in einer geschlos 
senen Auktion zur Versteigerung gelangen wird. 
Unter den modernen Bildern befindet sich ein 
Damenporträt von Renoir, das mit 1Q,000 S aus 
gerufen werden wird. Ein W a 1 d m ü 11 e r aus dem 
Jahre 1840, „Lachender Bauernbursche", steht zwi 
schen den Genrebildern und von Bildnissen. Bilder 
von Landleuten sind bei Waldmüller ziemlich selten, 
da er im Wiener Boden wurzelt und fast ausschließ 
lich Angehörige des städtischen Bürgertums gemalt 
hat. Das Bild, das auf 6000 Schilling geschätzt ist, 
wird bloß mit 2000 Schilling ausgeboten werden, 
Pettenkofen ist mit einem „Ungarischen Esels 
gespann" vertreten, das alle Vorzüge dieses ge 
schätzten Meisters zeigt. Man sieht ferner einen 
ausgezeichneten Liebermann („Spaziergänger 
im Walde“), ein „Fischermädchen" von Canon und 
einen sehr guten Fendi („Vor dem Versatzamt"), 
Beachtung verdienen in der Ausstellung weiters 
eine vortrefflich erhaltene gotische Madonna 
aus Holz, eine Bronzebüste von Houdon und eine 
Bronzebüste, die Louis XIV, als Knaben darstellt. 
Die Ausstellung, die noch manche Bereicherung 
erfahren dürfte, bleibt bis zum 7, September 
geöffnet. 
Sammlung Dr. S. «M., ^München. 
Bei der am 5. und 6. Juli in der Galerie H e 1 - 
bing in München abgehaltenen Versteigerung 
der Sammlung Dr. G. M. (München), wurden fol 
gende Preise (in Mark) erzielt: 
Deutsche und französische Fayencen, italienische Majoliken. 
16 Große blaulbemalte iVase mit Goldbronzemontierung, 
franz., 2. H. 18 J 220 
17 Gießfuß mit Becken, Rouen, um 1725 250 
Silberarbeiten, 
100 Ein Paar Kandelaber für vier Kerzen,, Augsburg, 
Markus od. Matth. Wolff igest, 1716 (R 3 726), 2155 g 420 
108 Getrieb. ziseliert. Deckelpokal, Deutsch, Ende 16, J. 240 
109 Vergoldeter Ananaspokal, Straßburg, Paul Oelinger, 
Meister 1612, 380 g 225 
115 Tafelbesteck, «000 g 40(0 
Kleinplastik und Plastik. 
131 Oberb,ayer. um 1500, Der heil, Johannes d. T, . . . 500 
136 Florenz um 1500, Maria mit dem Kinde 450 
Metallarbeitern 
154 Turinförmige Tischuhr von 1567, Bronze 950 
Möbel des 16. und 17, Jahrhunderts, 
174 Kleine Kredenz, Toskana, um 1500 210 
175 Dreitürige Kredenz mit Hermen, Bologna, 16, J, . . 80b 
179 Runder Tisch mit 'geschweiften Standbrettern, Mittel- 
italien, 16. J 360 
180 Achteckiger Kasten tisch, Italien, 16, J 240 
183 Rechteckiges Tischchen, Spanisch, 17. J 205 
187 Zehn Stühle, Renaissancestil . 360 
189 Ein Paar Armstühle, Italien, um 1700 265 
191 Ein Paar geschnitzte Henri III. Stühle, Französisch, 
Ende 16, J 800 
Möbel des 18. Jahrhunderts. 
194 Hoher Schreilbsekretär, Franken (Würzburg), um 1750 500 
195 Hoher Schub ladenschrank, Französisch, um 1770 . . 460 
1% Kleine Kommode auf hohen Füßen, Bez. Recaut, 
Französisch, um 1750 650 
197 Tischchen mit Schublade (Coiffeuse, Französisch, 
um 1750 bis 1760 310 
199 Zierkommode auf hohen Füßen, Süddeutsch, um 1750 200 
200 Halbrunde Marketerie-Kommode, Französisch, um 
1770 Ibis 1780 .300 
201 Zweitüriges eingelegtes Eckschränkchen, Französisch, 
um 1780 290 
202 Kleiner Damenschreibtisch mit Rollverschluß, Fran 
zösisch, um 1780 240 
203 .Damenschreibtisch, Französisch, um 1775 bis 1780 . . 265 
208 Geschnitzter (bemalter Konsoltisah. Südd., um 1760 260 
215 ,Sofa mit Strohgeflecht, Franzos., Louis XV,, um 1750 350 
218 Sofa, 'Französisch, um 1775 bis 1780 250 
Jt23 Gepolstertes ISofa mit hellblauem Seidenbezug, 
Elsaß, um 1775 bis 1780 300 
Einrichtungsgegenstände. 
230 Großer Kristall! - Luster mit sechs Kerzenarmen, 
Böhmen, Ende 18. J 285 
Orientteppiche, Stoffe und Stickereien, 
274 Ghiordes - Gebetteppich, Kleinasien, nach 1800, 
185X135 cm 220 
275 Anatolisclher Teppich, Kleinasien, ,250X125 cm • • • 205 
277 Seichur-Teppich, Oestlicher Kaukasus, 1. H, 19. J., 
278 Schinas-Teppich, Persien, 1. H, 19. J,, 220X137 om . 265 
280 Beschir-Teppich, Zentralasien,, l.H. 19, J., .260 XI35 cm 275 
281 ßocchara - Teppich, Zentralasien, 1. H. 19. J., 
298 Leinenlbehang mit farbiger Seidenstickerei: „Vieux 
Lyon", Lyon, um 1700, 250X165 cm 3Ö0 
299 Desgleichen, 255X183 cm . 340 
Gemälde alter Meister. 
305 Jan Bo.th, Flußlandschaft im Gebirge, 69 X 86 cim . . 450 
312 Jean Baptiste Grenze, Brustbild eines Mädchens, 
54 X 44 cm 160 
317 Johann Kupetzky, Knabe mit Hahn, 42.5X35.5 cm 390 
320 Michiel Jansz Mierevelt, Weibliches Bildnis, 
52X46 cm 210 
321 Frederic de Moucfaeron, Ein Paar Landschaften, 
mit Reiterstaffage, 42X50 cm 300 
322 Isaac de Moucheron, Südliche Landschaft mit 
Figurenstaffage, 44X63 cm 280 
323 Peter Na s m y t h gen. Patrick, Landschaft mit 
Wassermühle, 44 X 55.5 cm 550 
326 Jacob van der 0 os t, Bildnis des Dekans von Guide, 
64 X 49 cm 375 
328 Pieter Snayers, Reitergefecht, 41X54 c,m .... 245 
329 Palamedes Stev.aerts, Reitergelfecht, 61X85 cm. .320 
Chronik. 
AUTOGRAPHEN 
(AutographenVersteigerung.) Der AutogTaphenauikbion, die 
iHellmut Meyer u. Co. in Berlin veranstaltete, war 
gut besucht. Es lag eine Menge von Aufträgen vor, die Preise 
hlieiben jedoch in mäßigen Grenzen. Am besten gingen die 
billigen Stücke von 25 bis 30 Mark, Unter den modernen 
Dichtern war Hermann Hesse am meisten begehrt, ein Ge- 
dichtmianuskript mit eigenhändigem Titel find iSignierung, 
nebst 13 Originialillustriationen in Aquarell und Gouache, 
brachte 170 M, Eine andere Gedichtsammlung (1902) brachte 
120 M. Ein Brief von Stephan George erreichte nicht mehr 
als 50 M. Unter den älteren Dichtern wurde ein Gedicht von 
£ i ch end orif-f mit 120 M. gekauft, ein Brief Schillern 
an Göschen (Weimar 29. III, 1789) brachte 320 M. Lebhaftes 
Interesse fand ein an Harry sDomeila (gerichteter Brief von 
Prof, Einstein. Er wurde mit 45 M. bezahlt, 90 M. erzielte 
ein eigenhändiges, undatiertes Manuskript des Gelehrten, eine 
kurze Zusammenstellung seiner Theorien des Gravitations 
und elektromagnetischen Feldes.
	        
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