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INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG 
Nr. 17/18 
solle sich lieber darum kümmern, wo die dem Museum ab 
handengekommene Münzwalze geblieben sei. In einem spä 
teren Schreiben an den Propst Dr. W eingartner stellte 
Dr. Möser viel präziser die Behauptung auf, daß eich die 
Walze in der Enzenberg'schen Sammlung, und zwar unrecht 
mäßig, befinde. Dr. Möser behauptete weiter, es sei sehr 
wahrscheinlich, daß der 1923 verstorbene Vorstand des 
Museums, Hofrat Franz W i e s e r, unerlaubterweise, im 
Tauschwege, die Prägewalze in die Enzenbergsche Sammlung 
gelangen ließ. Dr, Berg teilte die Anwürfe dem Sohne des 
Hofrates Wieser und dem Grafen Enzenberg mit, die durch 
Dr. Steidle wegen Beleidigung des Andenkens ihrer Väter 
die Ehrenbeleidigungsklage gegen Möser einbrachten. — Auch 
Dr, Berg klagte, weil er sich durch die Vermutung, die ver 
schwundene Prägewalze könne sich in der Enzenberg'schen 
Sammlung befinden, beleidigt fühlte. Man mute ihm damit 
zu, daß er Unrechtes Gut wissentlich vor den rechtmäßigen 
Besitzern verheimliche. Graf Sieghard Enzenberg stützte seine 
Klage gleichfalls auch auf letzteren Umstand. 
In der Verhandlung vor dem Bezirksgericht gab Dr. Möser 
den Sachverhalt im wesentlichen zu, erklärte jedoch, daß er 
damit niemand beleidigen wollte. Schließlich vertagte der 
Richter die Verhandlung, da zur völligen Klärung des Sach 
verhaltes die Aufnahme eines umfangreichen Beweismaterials 
erforderlich sei. 
(Die bayrische Goethe-Gedenkmünze.) Während Oester 
reich uns noch den im Frühjahr angekündigten Goethe-Doppel 
schilling schuldig ist, ist eben die Festmünze erschienen, die 
das bayrische Hauptmünzamt anläßlich der 100. Wiederkehr 
von Goethes Todestag geprägt hat. Die von Prof, Theodor 
G e o r g i i entworfene Münze zeigt den scharf umrissenen 
Kopf des Dichterfürsten, die Umschrift lautet: Johann Wolf 
gang von Goethe. Das prächtige Erinnerungsstück wird öffent 
lich verkauft und der Reinerlös der Deutschen Volksspende 
für Goethes Geburtsstätte zur Verfügung gestellt. Nähere Aus 
kunft erteilt das Bankhaus Joh, Witzig & Co,, München 2 M, 
dem der Versand der Festmünze übertragen wurde. 
PHILATELIE. 
(Neuheiten.) Aus Anlaß der mit 1. September in Oester 
reich erfolgten Erhöhung einzelner Postgebühren werden fol 
gende neue Postwertzeichen ausgegeben: 
Briefmarken: 12-Groschen=Marke (blaugrün) mit dem 
Bilde Traunsee; 64-Groschen-Marke (olivgrün) mit dem Bilde 
Hohenems; ferner die bestehende 24 - Groschen - Marke (Bild 
Hohensalzburg) in der Farbe (blauviolett) der bestehenden 
30-Groschen-Marke und umgekehrt die bestehende 30-Groschen» 
Marke (Bild Seewiesen) in der Farbe (karminrot) der be 
stehenden 24 - Groschen - Marke; die bestehende 40-Groschen- 
Marke (Bild Innsbruck, ehemalige Hofburg) in der Farbe (vio* 
lett) der bestehenden 50-Groschen-Marke und umgekehrt die 
bestehende 50-Groschen-Marke (Bild Wörther See) in der Farbe 
(dunkelblau) der bestehenden 40-Groschen-Marke. 
Nachmarken : Neuausgabe einer 24-Groschen-Marke 
und einer 39=Groschen-Marke in der Form, Ausstattung und 
Farbe der bestehenden Nachmarken der zweistelligen Gro- 
schenwerte; Neuauflage der mit Ende Dezember 1929 außer 
Verkehr gesetzten 12-Groschen-Marke. 
Postganzsachen; Neuausgaben von Postkarten 
ohne Bild und Doppelpostkarten ohne Bild zu 12 Groschen 
und 24 Groschen in der Farbe der neuen Briefmarken zu 
12 Groschen (blaugrün) und zu 24 Groschen (blauviolett), ferner 
von Doppelpostkarten ohne Bild zu 30 Groschen in der Farbe 
der neuen Briefmarken zu 30 Groschen (karminrot); Neu 
ausgabe von Bildpostkarten zu 12 Groschen, 24 Gro 
schen und 30 Groschen in der Farbe der neuen Briefmarken 
zu 12 Groschen (blaugrün), 24 Groschen • (blauviolett) und 
30 Groschen (karminrot); Neuausgabe von Kartenbriefen 
zu 24 Groschen mit der Postganzsachenmarke in der Farbe der 
neuen 24-Groschen-Marke (blauviolett); Neuausgabe von In 
land spoetanwei Rungen mit der Postganzsachenmarke 
zu 24 Groschen in der Farbe der neuen 24=Groschen-Marke 
(blauviolett). Der Verkaufspreis dieser neuen Postganzsache 
beträgt 27 Groschen (24 Groschen Beförderungsgebühr, 3 Gro 
schen Papierzuschlag), 
Die Gültigkeit behalten bis auf weiteres: die be 
stehenden Briefmarken zu 18 Groschen, 24 Groschen, 30 Gro 
schen, 40 Groschen, 50 Groschen, 60 Groschen; die bestehen 
den Nachmarken zu 35 Groschen; die bestehenden Postkarten 
zu 10 Groschen, 18 Groschen (blaugrün), 18 Groschen (karmin 
rot); Doppelpostkarten zu 10 Groschen, 18 Groschen, 24 Gro 
schen- Kartenbriefe zu 20 Groschen; Postanweisungsvordrucke 
für den Inlandverkehr ohne aufgedruckte Marke; Umschläge, 
Karten usw. mit dem bestehenden unmittelbaren Briefmarken 
aufdruck zu 10 Groschen, 20 Groschen, 30 Groschen, 40 Gro 
schen. Die hier aufgezählten Postwertzeichen werden nicht 
mehr hergestellt; die vorhandenen Bestände sind aufs 
zubrauchen. 
Im Spätherbst wird eine Serie neuer Wohltätig 
keitsmarken ausgegeben werden, über die vorläufig nur 
das eine bekannt ist, daß in ihrem Rahmen die 50-Groschen- 
Marke das Bildnis de® Altbundeskanzlers Seipel tragen 
wird. Es wäre ein Akt der Pietät Oesterreichs, für den kürz 
lich verstorbenen Bundeskanzlers a. D. Dr, Johann Schober, 
wenn auch sein Bildnis auf einer Wohltätigkeitsmarke auf 
scheinen würde, 
Belgien bereitet eine Gedenkmarke zur Erinnerung 
an den Stratosphärenflug des Prof Piccard vor. 
(Die Briefmarkensammlung des Zaren unter dem Hammer.) 
Aus London wird uns gemeldet: Die berühmte Briefmarken 
sammlung, die dem letzten Zaren Nikolaus II. gehörte, 
w-ird zugunsten eines Londoner Krankenhauses versteigert wer» 
den. Die Sammlung ist gegenwärtig im Londoner Warenhaus 
Selfridge ausgestellt. 
(Schenkung von drei philatelistischen Bibliotheken.) Der 
Preußischen Staatsbibliothek sind, wie uns aus 
Berlin gemeldet wird, drei umfangreiche philatelisti- 
,s c h e Bibliotheken durch Schenkung zugekommen. Eine von 
ihnen war Eigentum des Berliner Philatelisten-Klubs. Damit 
dürfte die Staatsbibliothek in bezug auf ihre Bestände an 
pbilatelistischer Literatur unter den öffentlichen Bibliotheken 
der Welt an erster Stelle stehen. 
(Versteigerung der Sammlung Manus.) Aus London 
wird uns berichtet: Eine der berühmtesten Markensammlungen 
der Welt w-ird hier im Herbst versteigert werden. Sie gehörte 
dem verstorbenen Amsterdamer Kaufmann Manus und be 
steht ausschließlich aus Marken des britischen Reiches. Sie 
enthält die größten Raritäten, so z. B, die 1 d und 2d Post 
office Mauritius (aus der Duveen-Sammlung) und eine der 
vier bekannten, ungebrauchten Kap Wood-Block-Fehldrucke. 
(Auktionen im Dorotheum.) Das Wiener Dorotheum 
nimmt am 20, September seine Briefmarkenauktionen wieder 
auf. In der ersten, für vier Tage anberaumten Versteigerung, 
kommt u. a. eine Afrikasammlung, die viele hohe Werte 
englischer Kolonien mit Specimen-Aufdruck enthält und eine 
Europa - Sammlung von ungebrauchten Marken, unter den 
Hammer. 
VERSCHIEDENES. 
(Ausstellung der Sammler.) Wir erhalten folgende be 
achtenswerte Anregung: „Es gehört zur Charakteristik des 
echten Sammlers, daß er seine Schätze — und jede Sammlung 
repräsentiert letzten Endes einen Edelwert — profanen Augen 
nicht gern preisgibt, denn für den Dritten bedeutet „die An 
häufung gleichwertiger Dinge" eben nur Spielerei oder Tand. 
Das Sichversenken in die Sammlung, die Liebe zur Entdeckung 
neuer Stücke, die reine Freude an dem Seltenheitswert -- 
all das weiß nur der echte Sammler zu_ würdigen. Gleichwohl 
sind die Fälle nicht selten, da sich die Pförtchen und Deckel 
von den Truhen, Laden und Schränken öffnen und die Vor 
hänge der Schaustücke zurückrollen, um die Pracht der 0b= 
jekte den Beschauern zu erschließen. Wie viele -wertvolle 
Sammlungen befinden sich, der Ungunst der schrecklichen 
Wirtschaftsnöte zum Trotz, in Privatbesitz! Wie ist man er 
staunt, in den Händen mancher einfacher Menschen Samm 
lungen erlesenster Kunstwerke, unschätzbarer Kleinodien und 
seltsamster Prachtstücke zu finden, die auf große Sachliebe, 
tiefes Verständnis und bewunderungswürdigen Sammelfleiß 
schließen lassen. Solche Raritäten sind aber würdig, Sach 
kennern und Liebhabern zugänglich gemacht zu werden. Auch 
Kuriositäten besitzen kulturellen Wert. Die Sammlung von 
winzigen Damen-Portemonnaiekalendern aus frühester Zeit, von 
Segelschiffen aus Elfenbein geschnitzt, von Talismanen, von 
Münzen mit fehlerhaften Inschriften, von Zeichnungen, welche 
Träume darstellen und vieler anderer Seltenheiten, müßten 
eigentlich jeden Sammler interessieren. In Wien gibt es solcher 
Raritäten eine Menge. Vielleicht ließe sich ein Kreis von 
Interessenten bilden, die ihre Sammlungen der Oeffentlichkeit 
zugänglich machen und erkläre ich mich bereit, eine diesbe 
zügliche Aktion zu fördern. 
Rechtsanwalt Dr. Heinrich Herbatschek, 
Wien, I„ Rosenbursenstraße 2.“ 
(Die angeblichen Kunstschätze von Korompa.) Kürzlich 
ging durch die Tagespresse die Nachricht, daß im Schlosse 
Korompa in der Slovakei Bilder alter Meister von un 
ermeßlichem Werte gefunden worden seien. Man sprach von 
einem Lionardo da Vinci, Bildern von Rembrandt, Rubens etc.
	        
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