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INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG 
Nr. 19 
Fig, 2. Han® Dahl, Am Abend. 
service zu erwähnen, das aus 157 Stücken besteht; 
die Abteilung »K u n s t m o b i 1 i a r« vereinigt an 
tike und moderne Arbeiten. Besonders zu nennen 
wäre ein großer Maria Theresien-Garderobeschrank, 
der mit lichten Hölzern intarsiert ist. Unter 
den Silberarbeiten ist ein schlummerndes Kind, 
das seine Hand auf einer Kugel hält, unter den 
Bronzen eine Kaminuhr mit zwei Ginradolen im Stile 
JCunstwerke der So 
Aus Berlin wird uns geschrieben: 
Im Monate November findet in Rudolph 
L e p k e s Kunst-Auctions-Haus eine Versteigerung 
von Antiquitäten statt, die wertvolle Buch 
schnitzereien, Bronzen, Möbel, Kleinkunst und Ge 
mälde alter Meister aus mehreren bekannten Samm 
lungen enthält. Die anderen Beiträge zeigen ein 
hohes Durchschnittsniveau. Es handelt sich natürlich 
nicht um die einzelnen Werke von großer Qualität, 
aber doch um solche, die häufig Stolz und Zierde 
einer Sammlung gewesen sind. Die wirtschaftlichen 
Verhältnisse bedingen ja auch gerade beim Kunstbe 
sitz, daß die Sammler, die jahrelang den Besitz zu- 
sammengetragen haben, sich jetzt von ihm trennen 
müssen. Man muß ja davon ausgehen, daß es sich bei 
dem Worte ,.Sammler" nicht um Besitzer von Hun 
des fünfzehnten Ludwig. 
Textilien vervollständigen das Material der Ver 
steigerung, die mit der reichhaltigen Kunst- 
b i b 1 i o t h e k eines Wiener Sammlers schließt. 
S. Kende hat den Zeitverhältnissen Rechnung 
tragend, die Objekte billig geschätzt, so daß man 
Gelegenheit hat, billig zu einem oder dem anderen 
Kunstobjekt zu gelangen. 
k und Renaissance. 
derten von Kunstwerken handelt, sondern daß sich 
bei weitem die meisten ihre Wohnung, begeistert 
durch die Freude an alter Kunst, mit einzelnen ihnen 
besonders am Herzen liegenden Stücken umgaben, 
die sie nun der Zeit zum Opfer bringen müssen. 
Von diesem Gesichtspunkt aus gibt diese Versteige 
rung ein gutes Bild, Sie enthält Kunstwerke der Go 
tik und Renaissance, darunter Möbel, Bronzen, fer 
ner Gobelins, Kleinkunst und' eine Reihe ausgezeich 
neter alter Gemälde, sowohl Primitive, als auch 
Werke aus der Blütezeit der italienischen und hol 
ländischen Schulen. Besonders heben wir Porträts 
von J. G. Cuyp, Tintoretto und Kupetzky 
hervor. 
Der illustrierte Katalog (Nr. 2057) ist durch 
Rud. L e p k e, Berlin, W 35, zu beziehen. 
Chronik, 
BIBLIOPHILIE. 
(Das Gorki-Archiv.) Maxim Gorki hat auf die Bitte der 
Akademie der Wissenschaften der Sowjetunion der Veröffent 
lichung seines Archivs zugestimmt. Das Archiv enthält u. a. 
den Briefwechsel Gorkis mit mehreren bekannten ausländi» 
sehen Dichtern und Schriftstellern, darunter vor allem mit 
Bernard Shaw, 
(Francesco Casella f.) Wir lesen in der ,,N. Zur. Ztg.“ 
Im Alter von 74 Jahren ist am 13. September der be 
rühmteste Buchantiquar und Bibliophile Neapel®, Francesco 
Casella, gestorben. Er hatte 1882 die Äntiquariatsbuch- 
handlung seine® Vaters übernommen und also gerade ein hal 
bes Jahrhundert geleitet. Den Anstoß zu seinen bedeutenden 
Beziehungen zum Ausland gab seine Freundschaft mit Lord 
R os eb er y und mit Anatole France. Rosebery besaß da 
mals am Golf von Neapel die Villa am Pallip, die er dann der 
britischen Regierung als Sitz der Botschaft im Sommer schenk 
te. (Seit sechs Monaten ist die Villa Eigentum Italiens.) Rose- 
berys dortige Bibliothek wurde ihm von Casella zusammenge 
stellt, der daraufhin auch der Antiquar der Königin V i c 
toria und de® König®. Eduard wurde. Namentlich letzterer 
besuchte in Neapel jedesmal Casella in seiner Buchhandlung 
gegenüber der alten König-sburg. Ein anderer persönlicher 
Freund Casella® war der heutige Papst, der schon als Biblio 
thekarspräfekt der Ambrosiana in Mailand und der Vaticana in 
Rom sich in vielfachen Beziehungen zu Casella befand. Na 
mentlich die wenig durchforschten Bücherschätze in den Pro 
vinzen Süditaliens kannte er wie kein zweiter, Zu seinem 
größten Schmerz war Casella seit Jahren der . Verkehr mit der 
Außenwelt durch eine sich bis zu völliger Taubheit steigernde 
Schwerhörigkeit allmählich abgeschnitten. Sein Exlibris wies 
auf sie hin: Sento, non Odo. 
Weniger beliebt als bei den Bücherkäufern war Casella 
allerdings wegen seiner niedrigen Angebote bei den Bücher-
	        
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