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MAK

Full text : Jahrgang 24 (1932) (20)

Nr.  20

INTERNATIONALE  SAMMLER  -  ZEITUNG

Seite  179

ßen  mit  seinem  Kammerdiener  und  Vertrauten
Fredersdorff  in  deutscher  Sprache  stoßen,
Eine  Abteilung  von  über  hundert  Inkunabeln ­
  und  Holzschnittbüchern  bringt
nicht  nur  einige  berühmte  Holzschnitt-Inkunabeln,
wie  die  „Neunte  Deutsche  Bibel  \  den  Straßburger
Horaz,  den  „Schatzbehalter“  und  ähnliche  Hauptwerke ­
  des  15.  Jahrhunderts,  sondern  auch  eine  ganze
Reihe  von  Büchern,  die  Amman,  Burgkmair,  Dürer,
Weiditz,  Schäuf  eiein,  Springinklee  u.  a,  ausgeschmückt ­

  haben,  sowie  das  Fairfax  Murray-Exemplar
des  Dürerschen  „Marienlebens",
Sehr  hübsch  ist  auch  eine  Reihe  von  etwa  zwanzig ­
  Stammbüchern  des  18,  und  19,  Jahrhunderts, ­
  deren  reizende  Einbände  eine  Fülle  von  künstlerischen ­
  und  kulturhistorischen  Seltenheiten  und
Seltsamkeiten  bergen.  Erwähnt  sei  insbesondere  ein
Stammbuch  mit  eigenhändiger  Gedichteintragung
und  einer  reizenden  Federzeichnung  von  Chodow
  i  e  c  k  i.

cKunstwerke  der  Sotik  und  Renaissance.

Die  unter  diesem  Titel  in  unserer  letzten  Nummer ­
  angekündigte  Versteigerung  des  Kunstauktionshauses ­
  Rudolph  L  e  ip  k  e  in  Berlin  ist  für  den  1  0,
und  11.  November  angesetzt  worden.
Das  Schwergewicht  dieser  Versteigerung  liegt,
wie  schon  erwähnt,  in  den  herrlichen  Bronzen,
von  denen  wir  hier  zwei  reproduzieren  können.

Fig.  5.  Giovanni  da  Bologna,  Ueberraschte  Nymphe.
Fig.  5  zeigt  die  „Ueberraschte  Nymphe'',  eine
Bronzefigur,  die  dem  berühmten  flämischen  Bildhauer ­
  Giovanni  da  Bologna  (1524—1608)  zugeschrieben ­
  wird;  die  andere  Abbildung  (Fig,  6)  stellt
die  Göttin  Juno  mit  ihrem  Sinnbild,  dem.  Pfau,  dar.
Es  ist  eine  venezianische  Arbeit  aus  dem  Ende  des
16.  Jahrhunderts.
Der  Versteigerung  am  10,  und  11.  November
läßt  Lepke  schon  am  15.  November  eine  Auktion
von  Gemälden  neuerer  Meister  folgen.  Es  gelangen
da  Bilder  der  Sammlung  Max  Böhm  zum  Ausgebot, ­

  eine  Reihe  von  Meisterwerken  höchster  Qualität. ­
  So  von  Liebermann  zwei  Familienbilder  und
eine  besonders  schöne  Landschaft  von  der  holländischen ­
  Küste,  zwei  prachtvolle  Stilleben  von  S  1  e  -
v  o  g  t,  glänzende  Bilder  von  Schuch,  Trübner,
Thoma  mit  dem  Park  von  Mainberg  und  der  Landschaft ­
  mit  dem  Schwan,

Fig.  6.  Juno.  Venezianische  Arbeit,  Ende  16.  J.
Unter  den  Bildern  aus  anderem  Besitz  sind  vorzügliche ­
  Werke  von  Len  b  ach,  Lieber  mann,
Schönleber  und  Sperl  hervorzuheben.  Das
Gemälde  von  Walter  Crane  „The  Bridge  of  Life'*
ist  aus  zahllosen  Reproduktionen  bekannt.
Die  Objekte  der  Auktion  vom  10,  und  11,  November ­
  sind  im  Katalog  2057,  jene  der  Auktion  vom
15.  November  im  Katalog  2058  beschrieben.

Der  Rilderraub  in  Rioskau.

Am  25.  April  1927,  dem  rüssisehen  Ostertag,  wurden  aus
dem  »Museum  für  bildende  Künste«  in  Moskau  vier  Meisterwerke ­
  gestohlen:  Rembrandts  »Christus«,  Tizians
»Ecce  homo«,  Do  leis  »Johannes  der  Täufer«  und  Correggios ­
  »Die  heilige  Familie«.  Die  Kriminalpolizei  arbeitete ­
  fieberhaft  an  der  Eruierung  der  Diebe,  aber  ihrer  Liebe
Mühe  wag.umsonst,  die  Werke  blieben  verschollen.  Erst  im
September  v,  J.,  also  mehr  als  vier  Jahre  später,  konnten  sie

wieder  entdeckt  werden.  Die  damaligen  offiziellen  Erklärungen ­
  waren  recht  dürftig  und  sagten  über  den  Diebstahl  selbst
fast  nicht®  aus.  Erst  in  dem  vor  wenigen  Tagen  erschienenen
letzten  Heft  der  »Sowjetskij  Musej«  wird  ein  ausführlicher  Bericht ­
  über  diese  Angelegenheit  veröffentlicht.
Bereits  1924  hatte  ein  gewisser  Bürger  A,,  von  Beruf
Künstler,  ein  heruntergekommener  Bohemien,  mit  zwei  anderen ­
  Personen  versucht,  aus  der  Galerie  des  früheren  Rumjan-
            
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