Nr. 20
INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG
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ßen mit seinem Kammerdiener und Vertrauten
Fredersdorff in deutscher Sprache stoßen,
Eine Abteilung von über hundert Inkunabeln
und Holzschnittbüchern bringt
nicht nur einige berühmte Holzschnitt-Inkunabeln,
wie die „Neunte Deutsche Bibel \ den Straßburger
Horaz, den „Schatzbehalter“ und ähnliche Hauptwerke
des 15. Jahrhunderts, sondern auch eine ganze
Reihe von Büchern, die Amman, Burgkmair, Dürer,
Weiditz, Schäuf eiein, Springinklee u. a, ausgeschmückt
haben, sowie das Fairfax Murray-Exemplar
des Dürerschen „Marienlebens",
Sehr hübsch ist auch eine Reihe von etwa zwanzig
Stammbüchern des 18, und 19, Jahrhunderts,
deren reizende Einbände eine Fülle von künstlerischen
und kulturhistorischen Seltenheiten und
Seltsamkeiten bergen. Erwähnt sei insbesondere ein
Stammbuch mit eigenhändiger Gedichteintragung
und einer reizenden Federzeichnung von Chodow
i e c k i.
cKunstwerke der Sotik und Renaissance.
Die unter diesem Titel in unserer letzten Nummer
angekündigte Versteigerung des Kunstauktionshauses
Rudolph L e ip k e in Berlin ist für den 1 0,
und 11. November angesetzt worden.
Das Schwergewicht dieser Versteigerung liegt,
wie schon erwähnt, in den herrlichen Bronzen,
von denen wir hier zwei reproduzieren können.
Fig. 5. Giovanni da Bologna, Ueberraschte Nymphe.
Fig. 5 zeigt die „Ueberraschte Nymphe'', eine
Bronzefigur, die dem berühmten flämischen Bildhauer
Giovanni da Bologna (1524—1608) zugeschrieben
wird; die andere Abbildung (Fig, 6) stellt
die Göttin Juno mit ihrem Sinnbild, dem. Pfau, dar.
Es ist eine venezianische Arbeit aus dem Ende des
16. Jahrhunderts.
Der Versteigerung am 10, und 11. November
läßt Lepke schon am 15. November eine Auktion
von Gemälden neuerer Meister folgen. Es gelangen
da Bilder der Sammlung Max Böhm zum Ausgebot,
eine Reihe von Meisterwerken höchster Qualität.
So von Liebermann zwei Familienbilder und
eine besonders schöne Landschaft von der holländischen
Küste, zwei prachtvolle Stilleben von S 1 e -
v o g t, glänzende Bilder von Schuch, Trübner,
Thoma mit dem Park von Mainberg und der Landschaft
mit dem Schwan,
Fig. 6. Juno. Venezianische Arbeit, Ende 16. J.
Unter den Bildern aus anderem Besitz sind vorzügliche
Werke von Len b ach, Lieber mann,
Schönleber und Sperl hervorzuheben. Das
Gemälde von Walter Crane „The Bridge of Life'*
ist aus zahllosen Reproduktionen bekannt.
Die Objekte der Auktion vom 10, und 11, November
sind im Katalog 2057, jene der Auktion vom
15. November im Katalog 2058 beschrieben.
Der Rilderraub in Rioskau.
Am 25. April 1927, dem rüssisehen Ostertag, wurden aus
dem »Museum für bildende Künste« in Moskau vier Meisterwerke
gestohlen: Rembrandts »Christus«, Tizians
»Ecce homo«, Do leis »Johannes der Täufer« und Correggios
»Die heilige Familie«. Die Kriminalpolizei arbeitete
fieberhaft an der Eruierung der Diebe, aber ihrer Liebe
Mühe wag.umsonst, die Werke blieben verschollen. Erst im
September v, J., also mehr als vier Jahre später, konnten sie
wieder entdeckt werden. Die damaligen offiziellen Erklärungen
waren recht dürftig und sagten über den Diebstahl selbst
fast nicht® aus. Erst in dem vor wenigen Tagen erschienenen
letzten Heft der »Sowjetskij Musej« wird ein ausführlicher Bericht
über diese Angelegenheit veröffentlicht.
Bereits 1924 hatte ein gewisser Bürger A,, von Beruf
Künstler, ein heruntergekommener Bohemien, mit zwei anderen
Personen versucht, aus der Galerie des früheren Rumjan-