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MAK

Full text : Jahrgang 24 (1932) (5)

Seite  44

INTERNATIONALE  SAMMLER  -  ZEITUNG

Nr.  5

kleinen,  aber  kostbaren  Gefäßen  befindet  sich  ein  attisches
Schöpfgefäß  mit  roten  Figuren,  das  zu  der  überaus  seltenen
Art  der  sogenannten  Vasen  von  Kertsch  gehört.  Es  zeigt
unter  anderem  Szenen  aus  der  Odyssee,

VOM  KUNSTMARKT.
(Handzeichnungen  der  Sammlung  de  Ridder.)  Die  Versteigerung ­
  der  Handzeichnungen  der  Sammlung  de  Ridder,
die  das  Kunstbaus  Heinrich  Hahn  in  Frankfurt  a.  M.
am  18.  Februar  durchführte,  war  stark  besucht  und  brachte
durchschnittlich  gute  Preise.  Einige  Blätter  erzielten  sogar
mehr,  als  in  der  heutigen  Zeit  erwartet  werden  konnte.  So
brachte  (in  Mark):

50  Jan  B  o  t  h,  Italien.  Waldlandschaft  mit  Staffage,
200:274  mm  98
51  Jan  Breughel  d.  Ae.  Reisewagen  auf  einer  Landstraße, ­
  204:320  mm  310
59—62a  Chodowiecki,  8  Bl.  Tageszeitungen,  3  Bl.
Bauer  mit  Hund  etc  245
75  Jan  van  G  o  y  e  n,  Dorfstraße  mit  Bänkelsängern,,
111:186  mm  290
87  Adriaen  van  0stade,  Der  Brillenverkäufer,
132:115  mm  310
113  Lucas  van  Uden,  Waldlandschaft  an  einem  Fluß,
195:315  mm  230
115  Esaias  van  de  Velde,  Kampf  zwischen  Reitern  und
Fußvolk,  179:306  mm  230
116  Willem  van  de  Velde,  Seehafen  mit  Seglern  und
Fischerbarken,  162:264  mm  580
Die  Chodowiecki-Zeichnungen  gingen  nach  Berlin,  der

Both  und  van  Goyen  nach  Holland,  der  Breughel  und  der  van
Uden  nach  Belgien,  der  Es.  van  de  Velde  nach  Italien.
(Kunstauktionen  in  München.)  Am  1.  und  2.  März  findet
bei  Hugo  Helbing  in  München  eine  Versteigerung  von
altem  Kunatgewerbe,  Holzskulpturen  und  Gemälden  alter
Meister  statt,  deren  Bestände  aus  dem  Besitz  des  Botschafters
Grafen  Johann  Heinrich  von  Bernstorff  (Starnberg),  aus
hochadeligem,  deutschem,  Museums-  und  anderem  Besitz  stammen, ­
  Den  Katalog  eröffnen  keramische  Arbeiten,  Den
ersten  Platz  beansprucht  das  vielteilige,  gut  erhaltene  Kaffeeund
  Teeservice  mit  gelbem  Fond  und  bunten  Hafenszenen,
Meissen  1735.  Darauf  folgen  Silber  arbeiten:  getriebene
barocke  Humpen,  Schraubflaschen  und  Becher,  Tafel-  und
Kaffee-  und  Teeservice  aus  späterer  Zeit,  anschließend  kommen ­
  kostbare  Dosen  aus  Gold,  Goldemail  oder  Achat  mit
Goldfassung  zum  Aufwurf.  Von  besonderer  Reichhaltigkeit  ist
die  Abteilung  Möbel.  Fassadenschränke,  Truhen,  Kredenzen,
Tische  und  Stühle  der  Spätrenaissance  und  des:  Barock  stehen
neben  Kommoden,  Sekretären,  Bücher-  oder  Vitrmenschränken,
  kostbaren  eingelegten  Tischchen,  bequemen  Fauteuils  der
Rokoko-  und  Biedermeierzeit.  Diese  Bestände  werden  ergänzt
durch  schöne  Bronzelüster,  Kaminuhren,  Wandspiegel,  Orientteppiche, ­
  Kabinettschränkchen,  Schatullen  und  ostasiatisches
Kunstgewerbe,  darunter  einige  Möbel.  Unter  den  Holz-Skulpturen
  überwiegen  diesmal  vorzügliche,  durch  alte
Fassung  ausgezeichnete  gotische  Figuren.  Einen  wichtigen
Bestandteil  des  Kataloges  bilden  die  alten  Gemälde  der
holländischen  und  flämischen  Schulen.  Es  befinden  sich  darunter ­
  bedeutende  Werke  von  Jacob  Ruisdael  (Waldland-■schaft
  mit  Kornfeld.  Hofstede  Nr.  122)  und  D.  Tenders  d,  J.
(Hirtenszene),  außerdem  sei  auf  die  Künstler,  wie  Begeijn.
Ceulen  I,  Codde,  Falens,  Miel,  Mommers,  Eglon  v.  d.  Neer,
Rombouts,  Saftleven,  Schubruck,  Hercules  Segers,  Stoffe,
Wijk  hingewiesen,  die  mit  charakteristischen,  signierten  oder
beglaubigten  Bildern  vertreten  sind.
Der  mit  acht  Tafeln  ausgestattete  Katalog  ist  durch  die
Firma  Hugo  Helbing  in  München,  Wagmüllerstraße  15
zu  beziehen,  die  jede  weitere,  die  Auktion  betreffende,  Auskunft ­
  gerne  erteilt,
(Versteigerung  in  der  Villa  Simon  v.  Kraus.)  Aus  Budapest
  wird  uns  berichtet:  In  der  Ville  das  ehemaligen  Bankpräsidenten ­
  Simon  v.  Kraus  wurde  die  Zwangsversteigerung
der  beschlagnahmten  Einrichtung  vorgenommen.  Zu  der  Versteigerung, ­
  die  im  .sogen.  Japanischen  Zimmer  begann,  hatte
sich  zahlreiches  Publikum  eingefunden.  Zunächst  wurde  eine
auf  6000  Pengö  geschätzte  Sitzgarnitur  ausgeboten.  Aber  es
fand  sich  niemand,  der  das  Reugeld  von  600  Pengö  erlegte,
bezw.  das  Objekt  zum  Mindestangebot  von  4000  Pengö  erstehen ­
  wollte.  Das  gleiche  Schicksal  hatten  vier  japanische  Bilder, ­
  die  auf  800  Pengö  geschätzt  waren.  Auch  ein  kleiner  vergoldeter ­
  Kasten  mit  Intarsien,  der  mit  400  Pengö  ausgeboten
wurde,  fand  keinen  Käufer.  Ein  Ehrbar-Flügel,  auf  1000  Pengö
geschätzt,  brachte  750  Pengö.  Eine  kleine  Büste  brachte  67  P.
ein  Bronzeluster  gleichfalls  67  und  ein  Teppich  80  P.  Die  Versteigerung ­
  von  14  Metallgefäßen,  die  auf  400  P  geschätzt  waren, ­
  mußte  «istiert  werden,  da  der  Anwalt  Simon  v.  Kraus'
wegen  der  Unklarheit  der  Versteigerungsbestimmungen  dagegen ­
  Protest  einleigte.  67  Plüschstühle  des  riesigen  Speisezimmers ­

  und  zwei  Bronzeluster,  die  auf  2000  Pengö  geschätzt
wurden,  ferner  zwei  Teeserviertische  im  Schätzwerte  von
1000  P  blieben  unverkäuflich.  Ebenso  die  beiden  Garnituren
der  Halle  und  ein  38  Meter  langer  Perserteppich,  die  mit  6000
Pengö  eingeschätzt  worden  waren.  Von  der  Versteigerung  der
Schlafzimmereinrichtung  wurde  auf  Ersuchen  des  Vertreters
von  Simon  Kraus  Abstand  genommen.  Die  Gläubiger  werden
nunmehr  bei  Gericht  die  Herabsetzung  der  Ausmfungspreise
der  beschlagnahmten  Objekte  verlangen  und  einen  neuen  Veristeigerungstermin
  anberaumen  lassen.  Simon  v.  Kraus  hat  der
Versteigerung  rauchend  zugesehen.
(Büsten  der  Goethe-Zeit.)  Am  5.  März  bringt  J.  A.'St  argar
  dt  in  Berlin  Büsten  der  Goethe-Zeit  zur
Versteigerung.  Der  Katalog  umfaßt  nur  19  Nummern,  von
denen  drei  auf  Goethe  selbst  entfallen;  die  Klauerbüste,
eine  der  frühesten  Modellierungen  des  Altmeisters,  die  Büste
in  Hermenform  von  Karl  Gottlieb  Weisser,  wohl  die  realistische ­
  Darstellung  des  alternden  Goethe  und  einen  der  seltenen ­
  in  Weimar  gefertigten  Gipsabgüsse  des  Reliefs  von
Pierre  Jean  David  d'Angers.  In  der  kleinen  Sammlung  finden ­
  wir  weiters  Büsten  von  Herder,  Jacobi,  Wieland,  Lessing
(von  Krull),  Garrick,  Herzogin  Anna  Amalie  von  Sachsen-Weimar,
  Zacharias  Werner  (von  Rauch)  u.  a.

AUSSTELLUNGEN,
Bremen.  Kunsthalle,  Deutsche  Holzschnitte  des  15.  J.
Erfurt,  Verein  für  Kunst  und  Kunstgewerbe,  Peter  Röhl,
Frankfurt  a,  M,  Städtische  Kunstinstitute.
Altoriental.  Kunst,  Sammlung  Prof.  S  a  r  r  e.
Königsberg.  Schloß.  Sammlung  E  c  h  (Düsseldorf).
London.  Burlington  Houee.  French  Exhibition.
—  The  French  Gallery.  Anthologie  of  Rnglish
Painting  1900—1931.
Paris.  Galerie  Bonaparte.  Modotto,  G.  Muechi,  Jenny
Wiegmann.
—  Galerie  van  Leer.  Derain,  Dufy,  Utrillo,  Pascin,
Renoir.
Wien,  Neue  Galerie.  Prof.  Dr,  Naager  (München).
Hagenbund.  Dichtende  Maler  und  malende  Dichter.
—  Künstlerhaus.  Oesterreichische  Kunst.
—  Secession,  Ausstellung  türkischer  Kunst

AUKTIONEN.
1.  und  2.  März.  Berlin,  Rud.  L  e  p  k  e.  Antiquitäten,
Kunstmobiliar,  Gemälde,  Porzellan.
1,  und  2.  März.  München.  Hugo  Helbing.  Kunstgewerbe, ­
  Holzskulpturen  und  Gemälde  alter  Meister.
1.  bis  3.  März,  Köln.  Math,  Lempertz.  Die  antike  Einrichtung ­
  des  Hauses  Puricelli  in  Düsseldorf.
4.  und  5.  März.  Berlin,  Hermann  Ball  und  Paul  Graup
  e.  Sammlung  Dr.  E.  W.  t  (Berlin)  und  Frankenthaler  Porzellansammlung ­
  Alexander  Leiser  (Berlin).
5.  März.  Berlin.  J.  A.  Stargardt.  Büsten  aus  der
Goethe-Zeit.
5.  März.  Hannover,  Karl  v.  der  Porten.  Moderne
Graphik,  Gemälde  und  Ostasiatica.
7.  März.  Heidelberg,  Ernst  Carlebach,  Stadt  und  Bistum ­
  Speyer.  Alte  Drucke  und  seltene  Gelegenheitsschriften,
Urkunden.
12.  März.  Berlin,  Internationales  Kunst-  und
Auktionshaus.  Sammlung  und  Wohnungseinrichtung  A.
K.,  Budapeisterstraße  8.
12.  März.  Brüssel.  Palais  de  Bea.ux  Arte.  Teile  der
Bibliothek  des  Genfer  Bibliophilen  M.  Jean  Speltinckx.
14.  März.  Basel.  Pro  Arte  —  Legal  &  Wolf,  Nachlaß ­
  Dr.  E  n  g  e  1  m  a  n  n.  ,
15.  und  16.  März.  Berlin.  Rud.  L  e  p  k  e.  Gemälde  alter
Meister  und  Antiquitäten  aus  dem  Besitz  des  Regierungsbaumeisters ­
  Adolf  Wollenberg  (Berlin).
16.  bis  18.  März.  Köln.  Math.  iL  empertz,  Fayencesammlung ­
  aus  dem  Nachlaß  des  Fabrikanten  Gustav  Adolf
Lippe  (Hannover),  Sammlung  C.  Flies  (Düsseldorf),  Porzellane, ­
  ■  hauptsächlich  Tassen  des  18.  und  19.  J.,  ferner  aus
verschiedenem  Privatbesitz,  Antiquitäten,  alte  Möbel,  Orientteppiche, ­
  Ostasiatica.
19.  März.  Berlin.  Internationales  Kunst-  und
Auktionshaus.  Gemälde  alter  Meister,  Bildteppiche,
antikes  Silber  aus  süddeutschem  Reichsgrafenbesitz.
21,  März.  Berlin,  Robert  Balls  Nachf.  Münzen  und
Medaillen,  die  auf  Weimar  und  die  G  o  e  t  h  e  -  Zeit  Bezug
nehmen.
2.  und  3.  Mai.  Leipzig.  C.  G.  Bo  emer,  Kupferstichsammlung ­
  Graf  York  von  Wartenburg.
4.  Mai.  Leipzig,  C.  G.  Boerner.  Französische  und
deutsche  Zeichnungen  aus  der  Eremitage  in  Leningrad.
23.  Mai.  Frankfurt  a.  M.  Joseph  Bacr  &  Co.  Bibliothek
von  G  e  m  ,i  n  g  e  n  -  H  o  r  n,  ,b  e  ng.  Inkunabeln,  Holzschnittbücher ­
  etc.
            
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