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MAK

Full text : Jahrgang 25 (1933) (1)

Seite  12

INTERNATIONALE  SAMMLER  -  ZEITUNG

Nr.  1

zugeben.  Die  kursierende  Serie  wurde  mit  einem  entsprechenden ­
  Aufdruck  versehen.  —  Zur  Fünfzehniahrfeier  der  Oktoberrevolution ­
  sind  in  Rußland  fünf  Gedenkmarken  zu  3,
5,  10,  15  und  35  Kopeken  erschienen.  Auch  wurde  dort  zur
Erinnerung  an  die  vor  zehn  Jahren  erfolgte  Gründung  der
Internationalen  Arbeiterhilfe  eine  Gedenkmarke  zu  50  Kopeken
ausgegeben.

VERSCHIEDENES
(Adolf  Wendlinger.)  Aus  Berlin  wird  uns  geschrieben;
Der  Wiener  Antiquitätenhändler  Adolf  Wendlinger,  der
seit  einiger  Zeit  hier  lebte,  wurde  am  Weihnachtsabend  während ­
  einer  Rummypartie,  die  um  sehr  hohe  Summen  gespielt
wurde,  offenbar  infolge  Aufregung  über  den  spannenden  Verlauf ­
  des  Spieles  vom  Schlage  getroffen.  Er  sank  vom  Stuhl
und  wurde  im  letzten  Augenblick  von  der  Gattin  des  Wiener
Kunsthändlers  Bertold  W  e  i  d  n  e  r,  die  ihm  „gekiebitzt“  hatte,
aufgefangen.  Kurz  darauf  starb  er  in  ihren  Armen.
Wendlinger  hatte  viele  Jahre  hindurch  in  Wien  in  der
Führichgasse  9  eine  Kunsthandlung  betrieben,  und  war  insbesondere ­
  während  der  Inflation  von  großem  geschäftlichem  Erfolg ­
  begünstigt.  Als  vor  zirka  acht  Jahren  seine  Gattin,  die
sich  gleichfalls  erfolgreich  im  Geschäft  betätigt  hatte,  starb,
verfügte  Wendlinger  über  ein  Vermögen,  das  auf  eine  Million
Schilling  geschätzt  wurde.  Außerdem  besaß  er  prunkvoll  eingerichtete ­
  Villen  im  Hietzinger  Cottage  und  in  Baden.  Nach
dem  Tod  seiner  Gattin  ging  das  Geschäft  sehr  zurück.  Innerhalb ­
  weniger  Jahre  war  das  einst  riesige  Vermögen  zum  Teil
verloren,  zum  andern  sehr  erheblichen  Teil  ausgegeben.
Wendlinger  mußte  sich  entschließen,  seinen  Wiener  Haushalt
aufzulösen  und  nach  Berlin  zu  übersiedeln,  wo  er  eine  günstigere ­
  Konjunktur  für  den  Kunsthandel  vorzufinden  hoffte.
(Die  Verdun  -  Ausstellung  in  Köln.)  Die  Schlacht  von
Verdun  war  jenes  gewaltige  Ringen,  das  nächst  der  Marneschlacht ­
  für  den  unheilvollen  Ausgang  des  Weltkrieges  am
folgenschwersten  wurde.  Am  Morgen  des  21.  Februar  1916
begann  die  Artillerievorbereitung,  und  am  Nachmittag  brachen
die  deutschen  Sturmwellen  zwischen  Brabant  und  Ornes  hervor. ­
  Wie  hier  in  dieser  Hölle  bis  zum  16.  Dezember  gerungen
wurde,  als  mit  der  Preisgabe  des  Forts  Douaumont  der  letzte
Akt  dieser  großen  Schlacht  seinen  Abschluß  fand,  veranschaulicht ­
  recht  gut  die  Verdun-Ausstellung,  die  jetzt  zum  ersten
Male  in  Köln  vom  National-Archiv  Berlin  (Geschäftsstelle ­
  Bayern)  gezeigt  wird.  Im  Mittelpunkt  der  Ausstellung ­
  steht  eine  Reliefkarte  von  25  Quadratmeter  Größe,
die  das  ganze  Kampfgelände  im  Umkreis  von  625  Quadratkilometern ­
  darstellt  und  alle  Einzelheiten,  die  18  Hauptforts
mit  den  vielen  Nebenwerken,  jede  der  60  Ortschaften,  die
Schluchten,  Anmarschwege  und  Waldungen  bis  ins  genaueste
aufzeigt.  Mit  welcher  Sorgfalt  dieses  Relief  hergestellt  wurde,
ersieht  man  daraus,  daß  für  die  einzelnen  Waldstücke  nicht
weniger  als  eine  halbe  Million  Miniaturbäumchen  gebraucht
wurde.  Zahlreiches  Bild-  und  Kartenmaterial  aus
dem  Reichsarchiv  und  den  Archiven  der  Entente  —  Flugzeugaufnahmen, ­
  zerschossene  Ortschaften  und  Gräben,  die  Kämpfer
in  den  Unterständen  oder  beim  Sturm  sowie  vieles  andere  —
wird  klar  vor  Augen  geführt.

VOM  KUNSTMARKT.
(Die  Kunstschätze  vom  Schloß  Raabs.)  Bei  der  vom  Auktionshaus ­
  Glückselig  in  Wien  durchgeführten  Versteigerung
  von  Kumstschätzen  des  Schlosses  Raabs  in  N.-Oe.
erzielte  der  berühmte  Maximilian-Gobelin  33.000  S.  Ersteher
war  ein  ausländischer  Diplomat,  wie  denn  überhaupt  sehr  angenehm ­
  auffiel,  daß  das  Ausland  an  der  Auktion  sich  lebhaft
beteiligte.  Insbesondere  Sammler  aus  Dänemark  und  Polen  bekundeten ­
  starkes  Interesse  für  die  Objekte,  die  meist  die  Ausrufspreiise
  weit  überstiegen.  So  wurde  ein  italienisches,  zweitüriges ­
  Renaissancemöbel  von  300  S  auf  1300  S  hinaufgetrieben, ­
  eine  deutsche  Brauttruhe  aus  der  Zeit  um  17C0,  Eiche,
mit  Messingbeschlägen,  ging  von  50  S  auf  280  S.  Ein  Spiegel
in  geschnitztem,  vergoldetem  Rahmen,  deutsch,  gleiche  Zeit,
stieg  von  75  S  auf  550  S,  eine  eingelegte  Truhe  aus  dem  18.  J.
von  40  S  auf  380  S,  ein  Toilettetisch  mit  aufklappbarer  Platte,
gleiche  Zeit,  von  60  S  auf  350  S,  eine  österreichische  Holzskulptur ­
  des  16.  J.,  Madonna  mit  Kind,  von  50  S  auf  600  S,
ein  barocker  österreichischer  Haus-altar,  geschnitztes  und  bemaltes ­
  Holz,  von  100  S  auf  340  S,  eine  bemalte  Skulptur  des
16.  Jahrhunderts,  »Die  hl.  drei  Könige«,  von  100  S  auf  360  S,
unter  den  Teppichen  ein  Perser  mit  Palmetten  von  450  S  auf
1200  S,  ein  ähnlicher  (roter  Fond)  von  350  S  auf  9C0  S,  zwei
Perser,  Joumut,  je  von  350  S  auf  750  S  und  von  250  S  auf
800  S,  ein  dritter  von  200  S  auf  7C0  S,  ein  türkisblauer  Perser
von  300  S  auf  8C0  S,  ein  Perser,  Kirman,  von  1300  S  auf  1900  S.
Von  den  Gemälden  stieg  ein  holländisches  Männerbildnis

(Spitzenkragen),  Oel  auf  Holz,  Zeit  um  1700,  von  150  S  auf
1000  S,  zwei  Kircheninterieurs  von  Georg  v.  Haanen  von  150  S
auf  550  S,  ein  Ahnenbild  (Herr  zu  Loisenstein)  von  75  S  auf
210  S,  Wir  kommen  auf  die  Auktion  noch  zurück.
(Nachlaß  Carl  Zewy.)  S.  Kende  in  Wien  versteigerte
am  14.  Dezember  Bilder  aus  dem  Nachlasse  des  Malers  Carl
Zewy  und  diverse  Kunstgegenstände  aus  anderem  Wiener
PrAvatbesitz.  Nennenswerte  Preise  erzielten  dabei  (in  Schilling);

Nachlaß  Carl  Zewy.
3  Der  Hornist.  46:38  cm  180
4  Die  Btiiefseih,reiberin,  40:30  cm  220
5  il-n  dar  Schmiede,  53:41  om  160
6  Landarbeiter  an  Landschaft,  57:46  cm  l’OO
7  Alter  Herr,  Zeitung  lesend,  46:58  cm  130
8  Alte  Frau,  strickend,  46:58  om  130
10  Bauer,  den  Steuerbogen  lesend,  38:31  cm  140
11  KücheminterieuT,  34:28  cm  50
12  Desgl  25
14  Kreoilemnädchen,  66:53  cm  160
15  Zwei  Herren  über  einen  Plan  gebeugt,  24:30  cm  ...  65
16  Kopf  einer  Wadbauerm,  48:14  cm  50
19  Ein  altes  Ehepaar  beim  Wedhnachtsbaum,  19:24  cm  -  .  25
22  Dame  mit  Muff,  70:48  cm  110
24  Madonna  mit  Kind  und  Engei,  43:36  cm  50
25  Was  nun?  40  cm  25
28  Junges  Mädchen  mit  alter  Frau  auf  einem  Divan,
111:14  cm  25
29  Maler  bei  der  Staffelei.  22.5:31  cm  18
35  Eine  Familienszene.  32:44  cm  30
36  Junges  Mädchen  mit  Flöte  .in  Landschaft,  32:24  cm  .  .  15
37  Getkr&szene  in  einer  Küche,  11:14  cm  .......  38
39  Drei  Aquarelle:  Ideale  Szenen  im  Freien,  je  7:20  cm  60
Eva  Zewy.
Tochter  Carl  Zewy'isi,  tätig  in  Buenos-Aires.
40  Dorfstraße  bei  Nacht,,  60:38  cm  .  .  25
42  Holländisches  Kind,  einen  Strümp!  strickend,  19:30  om  35
43  Ein  V  agabund,  37:26  cm  35
47  M.  Hänger,  Geflügel  Am  Hof,  11:14  cm  30
Adolf  Kaufmann.
50  Ernten  im  Schilf,  15:20  -cm  25
51  Landschaft  mit  Gewässer,  15:23  cm  25
52  Landschaft  mit  Weiher.  30:63  cm  48
54  Holizsammlerinnen  im  Wiaild,  50:35  cm  20
64  Ediiard  Verth,  Kopf  eines  jungen  Mädchens,
17:16.5  -cm  55
65  Ders.,  Eisläufen,  17:25  cm  35
66  Elfenbein-miniatiu-r,  Wiener  Schule  -um  1800,  Herrenporträt, ­
  6:4.5  cm  20
67  Zwei  Miniaturen  und  ein  kleines,  ovales  Stilleben  .  •  27
68  Vier  diverse  Elfenbein-Miniaturen  60
69  Zwei  mcdeirne  Elfenbein-Miniaturen,  galante  Szenen  .  18

(Schluß  folgt.)

AUSSTELLUNGEN.
Dresden,  Sächsischer  Kunstverein.  Goethe.
Hamburg.  Kunstverein,  Neue  englische  Kunst.
München-,  Staat  1.  Graphische  Sammlung.  Wiegendrucke ­
  de®  Holzschnitts,  -deutsche  Meisterzeichnungen  aus
dem  16.  Jahrh.
Paris.  Galerie  Bonaparte.  Madotto,  Muechi,
Jenny  Wiegmann.
AUKTIONEN.
6.  März.  Berlin.  Hermann  Ball  und  Paul  Graupe.
Kunstwerke  aus  Goldschmidt-Rothschild-schem  Besitz.
NEUE  KATALOGE
Leo  Liepmannssohn,  Berlin  SW.  11.  Kat.  229
Vokalmusik  mit  Klavier-  oder  Orgelbegleitung.  1.  Teil.  A—-K
(1614  Nummern  mit  Preisen  in  Mark).
Der  Verlag  Walter  De  Gruyter  veröffentlicht  soeben
seinen  Gesamtkatalog,  der  alle  noch  lieferbaren  Werke  des
Verlages  von  1740  bis  zum  31.  Oktober  1933  enthält.  Es  ist
ein  stattlicher  Band  (zugleich  Verlags-  und  Kulturgeschichte)
von  924  Seiten,  der  an  Interessenten  für  den  Treis-  von  5  M
überlassen  wird.
Joseph  Baer  &  Co.,  Frankfurt  a.  M.  Antiqu.-Kat.  786.
Dokumente  zur  Geschichte  der  exakten  Wissenschaften  bis
zum  Jahre  1820  (877  Nummern  mit  Preis-en  in  Mark).
Math,  Lempertz,  Bonn  a.  Rh.  Antiqu.-Kat.  305.  Europa,
Asien,  Amerika,  Afrika,  Australien  (2820  Nummern  mit  Preisen ­
  in  Mark).
V.  &  V.  Straka,  Kolm.  123  Nummern  (mit  Preisen  in
tschech.  Kronen).
Gilhofer  &  Ranschiburg,  Wien  I.  Cat.  243.  La
France.  Litteraire,  Historique,  Artistique  (1436  Nummern  mit
Preisen  in  Schweizer  Franks).
            
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