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INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG
Nr. 1
an den Mann zu bringen. Was seitdem verkauft wurde, ;st
nicht bekannt geworden, aber es geht die Sage, daß ein sehr
großer Teil der Sammlungen noch der Liebhaber harre. Unter
dessen ist Nebebav aus dem Konsortium ausgetreten und die
Darmstädter Bank, die das Unternehmen finanziert hat, trauert
um die Millionen, die sie in den Sammlungen investiert hat.
Frau Walz und ihr Gatte waren bei den Versteigerungen zu
sehen und kauften auch manchen Gegenstand, der für sie be
sonderes Interesse hatte, für ihre Sammlung an.
(Gestohlene Bronzen.) In den Ausstellungsräumen der
Deutschen Kunstgemeinschaft im Berliner Schloß wurde
eine kleine Bronze des Bildhauers P 1 a c z e r und die Bronze
.Mutter und Kind« von Paul Gruson gestohlen. Von den
Dieben fehlt jede Spur.
MUSEEN.
(Ein Richard - Wagner - Museum in Triebschen.) Au»
Zürich wird uns berichtet: Anläßlich des 50. Todestages
Richard Wagners wird in Triebschen bei Luzern am
13. Februar im dortigen Richard-Wagner-Haus, welches von
der Regierung zu einem Museum umgestaltet wurde, die Er
öffnungsfeier stattfinden, In diesem Hause hat. Wagner 1868
seine „Meistersinger" vollendet und, wie er selbst oft sagte,
die glücklichsten Jahre seines Lebens vollbracht.
(Eine Delacroix-Ausstellung) wird jetzt von dem Pariser
Museum der Orangerie zur Erinnerung an die Marokko-Rei.se
des französischen Meisters vor genau 100 Jahren vorbereitet.
Im Frühjahr 1933 soll dort das Gesamtwerk des romantischen
Maleris Th. Chasseriau gezeigt werden.
VOM KUNSTMARKT.
(Versteigerung bei S. Kende.) Im Anschluß an den Nach
laß Carl Zewy (siehe Nr. 1), brachte S. Kende in Wien
diverse Kunstgegenstände aus anderem Wiener Privatbesitz.
Es wurden dabei folgende Preise (in Schilling) notiert:
Aus anderem Privatbesitz.
Oelgemälde alter und neuerer Meister.
114 Han» Canon, „Die Zwiesprache", 120:83 cm .... 4800
115 Dens., Dar Geiger, 85:70 cm 1700
118 Jdh. Andr. Gebhardt. Madonna, 67:52 om ... 60
120 Hugo Kaüii.mann, Ein Dorfschul,meister zündet
seine lange Pfeife an, 10:12 cm 400
125 Thomas Leilner, Landschaft mit stehendem Ge
wässer, 74:100 ein 110
126 Marie Maul, Junges Mädchen mit Rose in der Hand
und Blumen im Schoß, 72:54 cm 240
128 Hjalmar M. u nsf erh j eUm, Norwegische See-Land-,
schlaft, staffiert, 35:63 cm 100
129 G. .Paliyia, Slowakische Marktszene, 15:24 cm ... 50
133 Heinrich To-mec. Baumlandschaft„ 60:90 cm .... 120
134 Wiener Schule um. 1820, Junge Dame in weißem Kleid,
34:26 cm 60
135 Wladislaw S z er n e r, Vielfigürfge Marktszene in
einem polnischen Dorf, 52:100 cm. 800
136 Albert Ziotmm er m a n m, See-Landschaft, Abend-
stimmuns 34:42 cm 100
137 Franz A1 t. Eine Donaubrücke in Wien, 14:21 cm . . 200
Teppiche.
254 Beludjistan, 159X94 cm 100
255 Yoniuth-Gehetteppi ch, 140X115 om 130
256 Kasak, 1. H. 19. J., 157X405 cm 80
258 Täbris, 298 X 394 cm 320
Nachtrag.
259 Schule van Dyck, Madonna mit Kind, 85:77 cm . . . 270
260 Kopie nach dem Schokoladenmädchen von Gerard,
17:13 cm 28
(Die Kunstschätze vom Schloß Raabs.) Die vom Auk
tionshause Glückselig in Wien geleitete exekutive Ver
steigerung der Kunstschätze von Schloß Raabs in Nieder
österreich (siehe Nr. 1) schloß mit einem Ergebnis von mehr
als 2 0 C.O 0 0 Schilling ab. Unter den Objekten des letz
ten Auktionstages istieg ein eingelegter Tabernakelschreib-
tiseh, 18. Jahrhundert, von 250 S auf 1200 S, ein anderer von
200 S auf 750 S, eine holländische Mahagonistanduhr, 18. Jahr
hundert, von 250 auf 750 S, ein großer Renaissanceluster
(Bronze) von 250 S auf 700 S, ein großer Ohrenfauteuil, Ge
stell aus der Zeit um 1700, von 50 S auf 280 S. unter Waffen,
Rüstungen des 17. Jahrhunderts (mit Schwert) von 150 S auf
SSO S und 320 S, eine Halbrüstung von 250 S auf 620 S, die
Kopie einer Pappenheimer-Rüstung, auf Holzpuppe, von 150 S
auf 320 S, eine bronzene französische Kaminuhr („Minerva
im Kriegswagen“, Uhr, im Rad) von. 350. S auf 850 S, eine
vergoldete' Uhr in Kreuzform, 16. Jahrhundert (Uhr in Welt
kugel über dem Kreuz) von 300 S auf 750 S, deutsche
Schränke des 18. Jahrhunderte (Stollenschränke, figural ein
gelegt und geschnitzt) auf 460 S und 520 S [Ausruf 100 S bi»
150 S), unter Bildern des ,17. Jahrhunderts ein
holländisches „Interieur mit Stilleben' von 200 S auf 950 S,
ein „Ahnenbild“ (Dame mit Halskrause) von 75 S auf 800 S,
unter Silber ein Eßbesteck mit graviertem Wappen (311
Stück, 12 Kilogramm) von 1000 S auf 1600 S.
AUSSTELLUNGEN.
Dresden. Sächsischer Kunst verein, Goethe.
Hamburg. Kunstverein. Neue englische Kunst,
München; Staatl. Graphische. Sammlung. Wie
gendrucke des Holzschnitts, deutsche Meisterzeichnungen au«
dem 16. Jahrh.
Paris. Galerie Bonaparte. Madotto, Muechi,
Jenny Wiegmann.
AUKTIONEN.
17. Jänner. Berlin. Internationales Kun st
und Auktionshaus. Gemälde und Graphik alter und
neuer Meister,
17. Jänner. Wien. Dorotheum. Briefmarken,
20. Jänner. Wien. Dorotheum. Briefmarken,
20. und 21. Jänner, München. Hugo Helbing. Anti
quitäten, ostasiatische und europäische Keramik, Silber
arbeiten, Waffen, Möbel, Textilien, Gemälde, Holzskulpturen
aus schwedischem und deutschem Besitz.
20. und 21. Jänner. Paris, Hotel Drouot (G, An-
drieux—E. Fournier). Bibliothek Vincent d'Indy.
27. Jänner. Wien. Dorotheum. Briefmarken.
8, 'Februar, Berlin. J. A. Stargardt, Autographen,
Handzeichnungen.
6, März. Berlin, Hermann Ball und Paul Graupe,
Kunstwerke aus Goldschmidt-Rothschildschem Besitz.
LITERATUR.
Ein neues Handbuch iür Sammler.
Die Sammlerliteratur ist nicht eben groß. Die jedem
Sammler erschwinglichen Nachschlagewerke noch geringer.
Umso freudiger muß heute jede Neuerscheinung begrüßt wer
den. Eine solche von ganz außerordentlicher Bedeutung ist
Hans Wolfgang Singer» Handlexikon für Bilder- und Bücher-
samrnler „Die Fachausdrücke der Graphik". (Karl
W. Hi e rs e m a n n - Verlag Leipzig 1933),
In einer für ein Handbuch und Nachschlagewerk geradezu
idealen Satzanordnung werden die Fachauisdrücke und tech
nischen Begriffe der Graphik und der drucktechnischen Ver
fahren erläutert und diese Erklärungen sind bei aller notwen
digen Kürze von einer ,so meisterhaft klaren Diktion, daß jeder
Laie sich die gewünschte erschöpfende Auskunft aus dem
Werke holen kann. Sogar das wesentliche aus dem Ge
biete des Buchdrucks, der Photographie (als Grundlage mo
derner Druckverfahren) und der Handzeichnungen ist mit her
eingenommen, um die Brauchbarkeit des Handbuchs abzu
runden. Den Sammler (wie auch den Händler) wird es vor
allem interessieren, die Spezialausdrücke sammlerischer und
technischer Art, meist auch in ihren englischen und französi
schen Uebersetzungen vorzufinden, eine besonders lobenswerte
Eigenschaft des Werkes, die es dem Händler für »eine An
gebote an ausländische Kunden und dem Sammler beim Stu
dium fremdsprachiger Kataloge einfach unentbehrlich macht.
Das Werk ist als Band XIII in der Reihe der „Hierse-
mann-Handbücher“ erschienen, auf die bei dieser Gelegenheit
überhaupt als auf ein ausgezeichnetes Rüstzeug für die Hand
bibliothek des Sammlers und Händlers hingewiesen werden
soll. H. W. May.
NEUE KATALOGE
H. W. Belmere, Rom. Bulletin 22 Americana (162
Nummern mit Preisen in Lire.
Ge Nabrink, Haag. Kat. 16. Alrique, Asie, Australie.
Las Indes Orientales Neerlandaise. (414 Nummern mit Preisen
in holländischen Gulden).
Paul R i 11 i, Paris. Bulletin periodique. Horlogerie,
Gnomonique. 159 Nummern mit Preisen in franz. Francs).
BRIEFKASTEN.
S. W. Sie können den Auftrag an einen der Sensale des
Instituts senden. Ihre Namen sind: Franz Spannraft, Franz
Hanak, Ernst Bäumel. Fritz Huber, Christoph Huber und
August Freis.
Elpis. Etwa 500 Schilling.